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Sonntag, 14. August 2005 17:29
Wie in Woodstock
Die Vorprogramme für den Weltjugendtag sind angelaufen. Warum die Fallschirmspringer in der Diözese Fulda nicht fielen und der Anlaß trotzdem nicht ins Wasser fiel.
Links: Rock-Festival 'Woodstock' 1969 Rechts: Weltjugendtag in Toronto, Kanada 2002
Links: Rock-Festival ‘Woodstock’ 1969
Rechts: Weltjugendtag in Toronto, Kanada 2002
(kreuz.net) Das Warten der Weltjugendtags- Jugendlichen auf der abgesperrten Wiese des Klosterparks in der Stadt Hünfeld wurde nicht belohnt:

„We are at the moment waiting for the weather report“, tönte es durch die Lautsprecher.

Das berichtete die ‘Fuldaer Zeitung’ am Samstag.

Die Stadt Hünfeld befindet sich im Bundesland Hessen im Zentrum von Deutschland.

In Hünfeld befindet sich das Bonifatiuskloster des Ordens der ‘Missionare Oblaten der unbefleckten Jungfrau Maria’. Das Haus war bis 1971 eine ordenseigene Hochschule. Jetzt wird es als Exerzitien-, Tagungsort und Pflegestation geführt.

Wenige Minuten später kam die Absage. Regen und vor allem der Wind verhinderten eine Landung der Fallschirmspringer der ‘Grenzschutzgruppe 9’.

Die ‘Grenzschutztruppe 9’ – GSG 9 – ist eine Anti-Terrorismuseinheit. Sie gilt als eine der besten der Welt und wurde zum Vorbild für viele ähnliche Einheiten.

Kurz vor Beginn des Eröffnungsfestivals zum Weltjugendtags-Vorprogramm hatten wolkenbruchartige Regenfälle eingesetzt, die der Stimmung allerdings nicht schadeten.

Ein Gefühl wie bei den Olympischen Spielen sei aufgekommen – berichtet die ‘Fuldaer Zeitung’, als nacheinander die Nationalhymnen der 19 Gastländer gespielt wurden.

Teilnehmer aus allen Nationen trugen die wehenden Flaggen auf die Bühne im Klostergarten.

„Spätestens, als die Deutschland-Hymne aus den Boxen erschallte, die Fahnenschwenker in künstlichen Nebel getaucht wurden und die La-Ola-Welle durch den Park schwappte, war der Geist des Weltjugendtags in Hünfeld angekommen“, so die ‘Fuldaer Zeitung’.

Auch der Bischof von Fulda, Mons. Heinz Josef Algermissen, war anwesend.

Ein Lächeln sei über sein Gesicht gehuscht, als laute „Benedikt, Benedikt“-Rufe als Zeichen der Papst-Verehrung erschallten.

„Gäste sind ein Segen“, begrüßte der Bürgermeister der Stadt, der extra seinen Urlaub unterbrochen hatte, Hunderte gut gelaunte Besucher.

Pater Wilhelm Steckling OMI – der Generaloberer der ‘Oblaten’ – richtete sich mit einem Zitat des verstorbenen Papstes, Johannes’ Pauls II., an die Menschen:

„Der Glaube wächst, wenn man ihn weitergibt.“

Als eine „Etappe auf dem Weg zum Weltjugendtag nach Köln“ bezeichnete der Provinzial der Deutschen ‘Oblaten’, das Treffen in Hünfeld.

„Mit euch kommt ein Stück Weltkirche nach Deutschland“, rief Bischof Heinz Josef Algermissen den Jugendlichen zu:

„Er freue sich sehr darüber, daß sich diese wie die drei Weisen aus dem Morgenland auf den Weg gemacht hätten, um Gott zu begegnen.“

Mit einer akrobatischen Einlage begrüßten die Organisatoren des Weltjugendtag-Teams die Gäste.

Mit Buchstaben auf ihren Leibchen sowie auf Kartontafeln wirbelten sie über die Bühne und grüßten in unterschiedlichen Sprachen.

Angesichts der Stimmung und fetzigen Musik brachte ein Pater die Veranstaltung auf den Punkt:

„Das ist wie in Woodstock.“

Das Musikfest von Woodstock war das bekannteste Rock-Festival seiner Zeit. Es wurde vom 15.-17 August 1969 auf einer Farm in der Nähe von New York abgehalten.

Das Festival repräsentierte den Höhepunkt der Gegenkultur der 60er Jahre und die Sternstunde der Hippie-Ära.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 15 Lesermeinungen:
Sonntag, 14. August 2005 23:07
Gotthard: @Romulus
ich komme dir nicht unangebracht persönlich … aber wer solche bemerkungen schreibt, sollte sich schon persönlich fragen lassen …
Sonntag, 14. August 2005 23:01
MilesChristi: @ Mimi
Da du ja als Freiwillige sozusagen „mitten im Geschehen“ bist könntest du mal doch einige Beobachtungen abgeben.

Witzig und kennzeichnend das mit Ökumene. Das ist wirklich das Zauberwort und das Einzige, was man „erwartet“. Als ob Katholiken sich nicht mit dem eigenen Glauben beschäftigten können – es muß ja gerade in Deutschland immer und überall „ökumenisch“ zugehen. AUCH in einer angeblich katholischen Veranstaltung.

Statt so eine Bühne oder die ganzen Event-Veranstaltungen könnte man – meinetwegen parallel dazu, ich bin ja Realist – einen öffentlichen Rosenkranz beten. Aber das wäre vermutlich zu „katholisch“.
Sonntag, 14. August 2005 22:52
Romulus: @ Gotthard
Unser Pfarrer hat das letzte Mal Pfingsten ausgesetzt. Seitdem nicht mehr. Übrigens, mein Freund, ich gehe auch Werktags zur Messe. Also komm mir jetzt nicht persönlich.
Sonntag, 14. August 2005 22:37
Gotthard: @Romulus
wann warst Du denn das letzte Mal bei einer Anbetung vor dem ausgesetzten Allerheiligsten?
Sonntag, 14. August 2005 22:29
Ulrich Bonse: Woodstock?
Zu den Rock-Aktivitäten bei Kirchenveranstaltungen kann man nur sagen: „Gott war nicht im Sturm, er war nicht im Erdbeben und auch nicht im Feuer – er war dann zum Schluss in einem ‘leisen, sanften Säuseln’.“ Man muss hinhören auf Gottes Stimme – die wird aber von den Lärmleuten wirksam überdeckt!
Bonse
Sonntag, 14. August 2005 22:23
Romulus: Es kommt, wie’s kommt
Auch in unserer Diözese ging mittlerweile der Zirkus los. Wie ich mittlerweile aus Berichten im Internet und dort veröffentlichten Fotos gesehen habe, war es wie es kommen mußte: Ca. zehntausend (davon 2.500 Ausländer) beim Freiprogramm und im Anbetungszelt (mit ausgesetzter Monstranz) saßen drei Leutchen aufm Boden rum.
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