„Sollte einer wagen, zu leugnen oder zu zweifeln…“
Vor fast 55 Jahren erklärte Papst Pius XII. die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel als von Gott geoffenbarte Wahrheit. Der Papst erwähnte auch, wo jene stehen, die das Dogma leugnen.

Auf dem Ersten Vatikanischen Konzil im Jahre 1871 schlugen bereits rund 200 Bischöfe vor, das Dogma zu verkünden.
Diese Bewegung wurde in der ersten Hälfte des 20 Jahrhunderts immer stärker.
Im Mai 1946 richtete Papst Pius XII. schließlich an alle Bischöfe des Erdkreises die Anfrage, ob die leibliche Aufnahme in den Himmel als Glaubenssatz definiert werden könne und solle. Der Papst fragte weiter, ob die Bischöfe dies – in Übereinstimmung mit ihrem Klerus und Kirchenvolk – auch wünschten.
Fast alle Bischöfe bejahten.
In der Folge verkündete Papst Pius XII. am 1. November 1950 durch die Apostolische Konstitution ‘Munificentissimus Deus“ die Aufnahme Mariens mit Leib und Seele in den Himmel:
„Es ist eine von Gott geoffenbarte Glaubenslehre, daß die Unbefleckte Gottesgebärerin und immerwährende Jungfrau Maria nach Vollendung des irdischen Lebenslaufes mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde.“
Das Dogma läßt sich spekulativ auf dreifache Weise begründen:
1. Durch die Freiheit der Muttergottes von der Sünde
Der Zerfall des Leibes – Leiden und Tod – ist eine Straffolge der Sünde. Maria ist als unbefleckt Empfangene sündenlos und vom allgemeinen Sündenfluch ausgenommen.
Es ist der Freiheit von der Erbsünde angemessen, daß der Leib der Muttergottes von dem allgemeinen Los der Auflösung ausgenommen und am Ende des irdischen Lebens sogleich in die Herrlichkeit des Himmels aufgenommen wurde.
2. Durch die Immerwährende Jungfräulichkeit der Muttergottes
Der Leib Mariens bewahrte bei der Empfängnis und bei der Geburt Christi die jungfräuliche Unversehrtheit. Es war angemessen, daß dieser unversehrte Leib, der den Erlöser getragen hat, nicht der Verwesung preisgegeben wurde.
3. Durch die Teilnahme am Werk Christi
Maria nahm als Mutter des Erlösers innigsten Anteil am Erlösungswerk ihres Sohnes. Es war daher angemessen, daß ihr nach der Vollendung ihres Erdenlebens sogleich die volle Frucht der Erlösung – die in der Verherrlichung der Seele und des Leibes besteht, zuteil wurde.
Darum erklärt Papst Pius XII. am Ende der Apostolischen Konstitution ‘Munificentissimus Deus’:
„Sollte daher – was Gott verhüte – einer wagen, die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel zu leugnen oder absichtlich in Zweifel zu ziehen, so soll er wissen, daß er vom göttlichen und katholischen Glauben völlig abgefallen ist“.
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Dienstag, 16. August 2005 12:50
Romano: @stimme der vernunft
In der Tat: die Rede von der Leibfeindlichkeit (auch) der katholischen Kirche hat schon einen realen Hintergrund. Bei der Erziehung von Mädchen hat das bis weit in die 50er Jahre hinweg fatale Folgen gehabt. Ich frage mich: wie soll eine Frau seelisch gesund damit umgehen, dass ihr ständig eingeredet wird, durch Sexualität „beflecke“ und „verunreinige“ sie sich. Die – von mir durchaus nicht gutgeheißene „sexuelle Revolution“ – war eben auch eine Antwort auf völlig verquere Vorstellung über Sexualität in der katholischen Kirche. Dass dabei über das Ziel hinausgeschossen wurde, rechtfertigt die früheren schlimmer Fehler nicht (das kann wahrscheinlich nur Marcel
).
Dienstag, 16. August 2005 10:51
stimme der vernunft: unsere Mütter
der 2. Punkt der Begründung ist ja furchtbar hahnebüchen.
Erstens gibt es genug Frauen, die zeitlebens Jungfrauen sind, und zweitens sagt dieser Punkt nicht mehr und nicht weniger als daß unser aller Mütter ihren Körper „beschädigt“ und befleckt haben, indem sie uns das Leben schenkten.
Sowas unsinniges kann ja auch nur ein Zölibatärer schreiben
Erstens gibt es genug Frauen, die zeitlebens Jungfrauen sind, und zweitens sagt dieser Punkt nicht mehr und nicht weniger als daß unser aller Mütter ihren Körper „beschädigt“ und befleckt haben, indem sie uns das Leben schenkten.
Sowas unsinniges kann ja auch nur ein Zölibatärer schreiben
Montag, 15. August 2005 20:36
bonifatius: Danke
Liebe Redaktion von kreuu.net,
danke für das gut verständige Darlegen dieses Dogmas!
danke für das gut verständige Darlegen dieses Dogmas!
Montag, 15. August 2005 12:18
Dr. Otterbeck: Ja,
aber es zeigt sich doch, dass eine je mehr marianische und je mehr spirituelle Kirche gerade die ist, die sich als Weggemeinschaft begreift.
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