Weltjugendtag
„Als Johannes Paul II. tot war, war ich am Boden zerstört“
Der Erzbischof von Köln stellte sich einem umfangreichen Spiegel-Interview. Der Kirchenfürst sprach über Gott und die Welt – sogar über die Angst vor dem Tod.
(kreuz.net) Der Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner, unterhielt sich kürzlich mit der Online-Ausgabe des für seine kirchenfeindliche Berichterstattung bekannten Hamburger Boulevard-Magazins ‘Spiegel’.

Beim Weltjugendtag befürchte er keinen Terroranschlag, erklärte der Kardinal dem Magazin: „Gott wird uns vor einer Katastrophe schützen.“

Er bete jeden Abend für die Terroristen. Der Segen Gottes könne aus Terroristen Heilige machen.

Der Kardinal bejaht die Frage, daß der neue Papst bei der Jugend genauso gut ankommen werde wie Johannes Paul II.

Auch Papst Benedikt XVI. wisse sehr gut um die Bedeutung der Jugendlichen. Der Erzbischof verwies dabei auf eine Generalaudienz, bei der Papst Benedikt XVI. erklärte:

„Wenn man der Jugend weniger gibt als Gott, gibt man ihr zu wenig.“

Wenn man den jungen Menschen Gott vorenthält – spinnt der Kardinal den Gedanken des Papstes weiter – „stecken sie sich Kondome und Pillen in die Tasche. Das sind doch Ersatzhandlungen.“

Wie er – Kardinal Meisner – den jungen Menschen Gott geben wolle?

Kardinal Meisner verweist auf die Rolle der Familie. Zunächst komme an ein Kind nur die Wirklichkeit heran, welche die Eltern hineinließen:

„Wenn sie die Wirklichkeit Gottes nicht eröffnen, werden die Kinder zu geistigen Krüppeln.“ Der Mensch habe aber den Drang zur Transzendenz:

„Wenn der Himmel abgeschafft ist, den Engeln und den Spatzen überlassen – wie Heinrich Heine meinte –, dann verzehrt er die Ressourcen und wird dabei doch nicht satt.“

Die meisten Eltern der heutigen Jugend entstammten der 68er Generation: „Das sind metaphysische Asylanten, Obdachlose. Die wissen nicht, wo sie hingehören.“

Bei Weltjugendtagen hätten die jungen Menschen dagegen die Chance, zu sich selbst zu finden, indem sie die Erfahrung machen, welchen ungeheuren Wert ihr Leben hat.

Ob es sein Ernst gewesen sei, daß die Wahl von Benedikt XVI. das erste postmortale Wunder Johannes Paul II. war?

„Mein voller Ernst“ – antwortet Kardinal Meisner: „Als Johannes Paul II. tot war, war ich am Boden zerstört, weil er mich mit dem Weltjugendtag alleine ließ.“

Aber vor dem aufgebahrten Papst habe er dessen Stimme vernommen:

„Das müßtest du eigentlich wissen: Wenn Heilige im Himmel sind, dann nehmen sie teil an den unbegrenzten Möglichkeiten Gottes.“

Dann habe der verstorbene Papst vom Himmel aus Benedikt XVI. zum Weltjugendtag geschickt.

Beim Requiem für den verstorbenen Papst habe er den Sarkopharg gesehen und dahinter den damaligen Kardinaldekan Ratzinger: „Was für eine Symbiose.“

Da habe er sich gedacht: „Papa Wojtyla, jetzt tu was, daß der dein Nachfolger wird.“

Vor dem Konklave habe er noch dem einen oder anderen Kollegen gesagt: „Denkt daran, der Wojtyla-Papst guckt euch über die Schulter.“

Als Benedikt XVI. gewählt worden war, habe er sofort zugesagt, zum Weltjugentag zu kommen, noch bevor er – Kardinal Meisner – eine Einladung aussprechen konnte.

„Das ist für mich wirklich ein Wunder.“

Ob er mit seinen Aussagen jetzt nicht das für das Konklave geltende Wahlgeheimnis verletzt habe?

„Ich habe nicht gesagt, wen ich gewählt habe.“

Der Papst sei mit Zweidrittelmehrheit gewählt worden, erinnert der Kirchenfürst:

„Da können Sie sich ja selbst die Wahrscheinlichkeiten ausrechnen. Ich habe aber nicht gesagt, ob ich zu den zwei Dritteln gehöre oder nicht.“

Der Papst habe seine Wahl mit einer Hinrichtung verglichen. Ob dies klug gewesen sei?

„Natürlich“, erwidert Kardinal Meisner.

Wenn einer unbedingt Papst werden wolle, dann sei er ungeeignet:

„Wenn sich dagegen einer windet, dann ist dies das sicherste Zeichen, daß er der richtige Mann ist.“

Was es bedeute, daß ein deutschstämmiger Papst zum Weltjugendtag nach Deutschland komme?

Er habe Johannes Paul II. gefragt, warum er den Weltjugendtag in Deutschland haben wollte. Da habe ihm der verstorbene Papst geantwortet:

„Im 20. Jahrhundert gingen die beiden Weltkatastrophen von Deutschland aus. Ich möchte, daß am Anfang des 21. Jahrhunderts von Deutschland eine positive Bewegung ausgeht.“

„Und das von einem Polen!“, kommentiert Kardinal Meisner:

„Das ist schon toll. Da hat er sich wohl gesagt: Am besten garantiert mir das der Ratzinger.“

Auch das gehöre zum Wunder.

Ob sich Benedikt XVI. revanchieren und seinen Freund schon in Köln seligsprechen werde?

Nein, das würde noch dauern. Man habe dem verstorbenen Papst immer gesagt: Schreib nicht so viel. Denn wenn du mal selig- und heiliggesprochen werden solltest, dann gibt’s so viel nachzuprüfen.“

Nun habe ja der Papst eine ganze Bibliothek hinterlassen.

Der Hauptgrund, daß Johannes Paul II. nicht in Köln seliggesprochen werde, sei dennoch ein anderer:

„Der Papst muß in Rom selig gesprochen werden, denn dort ist der Sitz der Weltkirche. Der Papst gehört allen, nicht einer Nation.“

Ob die – wie sich der ‘Spiegel’ ausdrückt – „konfrontativ-polemische Haltung“ von Kardinal Meisner der christlichen Vorstellung von Nächstenliebe nicht widerspreche?

Nächstenliebe sei kein Freundlichkeitsbrei, antwortet der Kardinal: „Liebe ist oft sehr hart.“

Er müsse den Menschen die Wirklichkeit vor Augen stellen – auch wenn sie die nicht hören wollen:

„Wo habe ich denn jemanden vor den Kopf gestoßen?“

Der ‘Spiegel’ zitiert als Beispiel eine Spiegel-Lüge: einen von Kardinal Meisner angeblich gemachten Vergleich der Kinderabtreibungspille mit dem in nationalsozialistischen Konzentrationslagern angewandten Giftgas Zyklon B.

Das werde ihm alles angehängt, erklärt der Kirchenfürst:

„Sie müssen mal meine Texte genau lesen. Ich habe den Begriff ‘Zyklon B’ nie verwendet.“

„Das nicht“ – beharrt der Spiegeljournalist – „aber er habe in bezug auf die Kinderabtreibungspille gesagt, es sei eine Tragödie, wenn sich „die chemische Industrie ein zweites Mal anschicken würde, in Deutschland ein chemisches Tötungsmittel für eine bestimmte gesetzlich abgegrenzte Menschengruppe zur Verfügung zu stellen“.

Es sei offenkundig, welche Tötungsmittel er gemeint habe.

Aber er habe sie nicht miteinander verglichen, wiederholt der Kardinal geduldig:

„Ich habe das Wort ‘Zyklon B’ noch nie bei einer Verkündigung in den Mund genommen. Man braucht offenbar so einen Buhmann, dem man Dinge anhängt, die er gar nicht gesagt hat.“

Wieso das bei „den Leuten“ nicht ankomme?

Das wisse er nicht: „Aber das ging ja schon los, als ich von Berlin hierher kam. Was man mir da alles unterstellt hat.“

Dabei habe ihn noch niemand gekannt: „Ich habe gelesen, was die Presse über mich geschrieben hat, und mir gedacht: Mein Gott, das soll ich alles sein?“

Ob er den Menschen diene, wenn er die Homosexualität „verdamme“, fragt der Journalist unter Benützung von Suggestiv-Vokabular.

Die Kirche habe für die Schöpfungsordnung einzustehen: „Ich stehe für die Schöpfung Gottes ein und verkünde den Glauben.“

Wenn seine Zeit abgelaufen ist, werde er dafür vor dem Richterstuhl Gottes stehen.

Ob er sich vor diesem Tag fürchte?

„Ein bißchen schon.“

Schließlich müsse er dann Rechenschaft ablegen: „Habe ich alle meine Möglichkeiten ausgeschöpft, das Reich Gottes den Menschen nahe zu bringen? Habe ich alles richtig gemacht?“

Bestimmt nicht, beantwortet Kardinal Meisner seine rhetorischen Fragen:

„Aber ich glaube, ich habe auch nicht alles falsch gemacht.“
      
13 Lesermeinungen
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#13   virOblationis   10:21:05 | Mittwoch, 17. August 2005
ad Chris
„FSSPX“ bezeichnet die Priesterbruderschaft St. Pius X., was ins Lateinische übersetzt heißen müßte Fraternitas Sacerdotalis Sancti Pii (decimi=) X.
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#12   Chris   19:09:18 | Dienstag, 16. August 2005
Bonifatius und die Medien
Lieber Bonofatius,
wer glaubt, dass die Medien unbedingt notwendig zur Glaubensverkündigung sind, der glaubt auch, dass unser oder nur mein Heiland, heute Taxi, Bus, Bahn, Flugzeug benutzen würde.
Ich weiß, ich bin ein schlechter Provokant, aber gute Provokanten haben einen schlechten Glauben, dünkt mich. Ich sollte an eine Auferstehung von Toten glauben, aber an eine Neu-Missionierung ohne Hilfe der Medien zweifeln? Du zweifelst, lieber Bonifatius!
Ach ja, was soll diese Hyroglyphe Fsspx… überhaubt bedeuten, wird ja in jedem Artikel reingeschoben?
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#11   Romulus   15:39:41 | Dienstag, 16. August 2005
Nach dem Konzil
Vielen der auf dem Konzil Verantwortlichen, gingen die Augen hinterher ziemlich schnell auf. Sie waren erschrocken über das, was sie angestellt hatten. Aber da war das Kind schon in den Brunnen gefallen. Beispiele: Kard. Frings sinnierte noch auf dem Sterbebett, ob alles richtig war auf dem Konzil. Döpfner plagten Skrupel wegen der Handkommunion und dem Rückgang der Beichte. Ratzinger hat durch das Dokument Dominus Iesus versucht, „Konzilsirrtümer“ wieder richtig zu stellen (wir wissen ja, was es für einen Aufschrei gab dazu in den Medien…). Die Liste ist beliebig fortsetzbar. Er hat jetzt die Chance manches wieder richtigzustellen.
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#10   Marcel   15:17:08 | Dienstag, 16. August 2005
Die Wahrheit ist unteilbar
Deswegen bleibe ich dabei: die FSSPX „braucht“ die römische Kirche in erster Linie als Feindbild, um die eigene Existenz zu rechtfertigen. Ansonsten ist man sich selbst genug.
Tatsächlich ist der FSSPX nur der absolut unverfälschte Jesus Christus und Seine unverfälschte apostolische Kirche „gut genug“. Deswegen gibt es keine Einigung mit dem verzerrten Abziehbildchen der ewigen Kirche, der V.II-Konzilskirche. Warum sollten wir Katholiken uns auf faule Kompromisse einlassen, wo wir wissen, daß der Herr Seine Kirche wieder in voller Pracht erstrahlen lassen wird, wozu wir (und einige Einzelkämpfer in der Konzilskirche) durch Opfer und Gebet einen Teil beitragen dürfen?
An dem Tag, an dem Rom zur apostolischen Lehre zurückkehrt, gibt es die Einigung. Bis dahin wird gelitten – allerdings in den heiligen Sakramenten eingebettet, womit klar ist, daß der katholische Begriff Leiden mit dem konzilskirchlich-verweltlichten Begriff Leiden nichts gemein hat.
Im Gegensatz zu den geschichtslosen Konzilskatholiken wissen wir übrigens noch sehr gut, welche unheilvolle Rolle der damalige Progressist und Theologe Ratzinger auf dem V.II gespielt hat, und daß er in der vorkonziliaren Kirche zu Recht unter Häresie-Verdacht stand.
Weil jedoch der Herr besondere Gnaden für das Papstamt bereit hält und 100 Tage keine Zeit sind, wird die Zeit alles weitere zeigen – oder auch nicht.
Bis dahin arbeiten wir fleißig mit, alles in Christus zu erneueren. Dies beginnt bei uns selber.
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#9   Romano   14:49:56 | Dienstag, 16. August 2005
@Romulus
Ich glaube am meisten am desolaten Zustand der Kirche leiden die FSSPX Leute.
Genau das glaube ich, offengestanden, nicht. Denn dann würden diese „Leute“ auch über die Kirche, wie jetzt, hier und heute ist, anders schreiben. Das könnte man durchaus, in dem man immer wieder auch auf vieles Positive blickt (und es auch anspricht), Äußerungen des heutigen Lehramtes zunächst einmal mit Respekt würdigt, das II. Vaticanum im Einklang mit der Tradition auszulegen versucht usw. usw. Mir fehlen schlicht zwei gut katholische Eigenschaften: Weite und Liebe.
Deswegen bleibe ich dabei: die FSSPX „braucht“ die römische Kirche in erster Linie als Feindbild, um die eigene Existenz zu rechtfertigen. Ansonsten ist man sich selbst genug.
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#8   Romulus   14:43:22 | Dienstag, 16. August 2005
Klarstellungen
Auf die Äußerungen von methusalix gehe ich nicht ein, da indiskutabel. Er / sie soll sein / ihr Leben erst mal von äußerer Unordnung befreien. Punkt.
@ Rocky und Romano:
Sie werfen anderen vor, die Kirche um der Kritik willen zu kritisieren. Sie betreiben das selber. Ich bin z.B. gar kein Anhänger der FSSPX, wenngleich ich viele dieser Katholiken bewundere, da sie allem Gegenwind und Beschimofungen zum Trotz zu ihrer Überzeugung stehen. Ich bin froh, dass es Leute sind, die den Katholizismus vor 1962 rein bewahrt haben. Dass sie sich damit nicht nur Freunde gemacht haben, ist klar. Ist aber eine andere Debatte. Ich glaube am meisten am desolaten Zustand der Kirche leiden die FSSPX Leute.
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#7   Romano   13:58:35 | Dienstag, 16. August 2005
@Rocky
Ja Rocky – die selbsternannten wahrer der (von ihnen „unfehlbar“ erkannten) „Tradition“ scheinen nicht mehr unsere Kirche, sondern nur noch ihre kleine FSSPX-Welt (nebst dem von ihnen zum Heiligen ernannten Bischof) zu lieben. Sonst würden sie in der Tat nicht so abfällig über die Kirche sprechen. Ich habe hier immer wieder gesagt, dass Kritik richtig und wichtig ist. Die FSSPX und ihre Anhänger kritisieren hier aber nicht im Geist der Liebe, sondern der Selbstgerechtigkeit.
Deswegen ist dieser jetzige Papst für die FSSPX im Grunde viel gefährlicher als sein Vorgänger. Denn eigentlich gibt er der FSSPX keinen Anlass, weiter im „Schisma“ (das natürlich rechtlich keines ist) zu verharren. Aber eine Versöhnung mit Rom wird im Grunde gar nicht gewollt, weil sie das Selbstverständnis (und auf die Dauer auch die Zukunft der FSSPX) gefährden könnte.
Anstatt diesen Papst auf Knien zu bitten, eine Einigung herbeizuführen (und vermutlich wird so schnell kein der FSSPX gewogenerer kommen), isoliert man sich weiter und führt noch nicht einmal Gespräche mit Rom. Leute, wacht auf!
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#6   Rocky   13:35:51 | Dienstag, 16. August 2005
So ist es, methusalix!
Seinerzeit sagte man, Küng hätte Papst werden sollen – dann wäre Küng – seiner eigenen These nach – nicht mehr „unfehlbar“. Was hier alles an der Kirche kritisiert wird – der Papst als Häretiker, die Bischöfe, die Priester… – sollte als die persönliche Meinung dieser Stänkerer wohl respektiert, aber BITTE nicht beachtet werden! Radikalinskis haben die Kirche noch NIE aufgebaut – und hier wird scheinbar von Besserwissern nicht mehr und nicht weniger die Kirche beschimpft, als wie es die von ihnen abgelehnten Modernisten tun! Sieht da einer einen Unterschied? Radikalinskis von rechts und Radikalinskis von links. Hört endlich auf! Die Kirche muss geliebt werden. und wer sie liebt, wird leiden – wie Jesus am Kreuze – in der Kircheund für die Kirche! Das ist der einzige vernünftige Weg in einer Zeit, ind er die Kirche innerlich in einem desolaten zustand sich befindet. Nicht reden, somndern mitleiden! Christus: „Ich hätte euch noch viel zu sagen“… und stieg ans Kreuz!
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#5   methusalix †   00:16:33 | Dienstag, 16. August 2005
stumme Hunde?
Also hier muss ich den guten Kardinal Meisner in Schutz nehmen! Euch kann es wohl keiner recht machen, entweder schimpft ihr die Kirchenbeamten „stumme Hunde“ oder sie reden zu viel. Ihr wisst ja selbst nicht was ihr wollt.
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#4   Romulus   22:03:51 | Montag, 15. August 2005
Was meint Meisner wirklich?
Bei Meisner weiß man nie, was ist ernst gemeint und was nicht. Meiner Meinung nach redet er zu viel.
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#3   bonifatius   20:27:12 | Montag, 15. August 2005
Chris – schlechter Provokant
Lieber Chris,
es gibt Gutgläubige, die noch hinter dem Mond leben, denn die Medien sind heute die Transportmittel für Nachrichten, echte oder falsche, ist egal. Sie sind ebenso notwendig für die Glaubensverkündigung!
Sollten sie nicht zu den Gutgläubigen gehören dann sind sie ein „minderwertiger“ Provokant.
Letzteres läßt sich vermuten durch ihre Allgemeinplätze.
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#2   Lilith   20:25:04 | Montag, 15. August 2005
Nur mal so…
Früher war es die „Mundpropaganda“, die den Menschen etwas vom christlichen Glauben zeigte, denn die Christenheit war noch eine kleine Gruppe.
Später gab es Bücher und Ortspriester in den Dörfern, so dass alle dort die Erfahrung des Glaubens erleben durften, denn es war praktisch jeder regelmäßiger Kirchgänger.
Heute ist die Kirche zwar groß, aber es gibt zunehmend Lücken und durch die Mundpropaganda kann man nicht jeden erreichen. Das einzige, was heute fast alle Menschen in den entwickelten Ländern verbindet ist die Presse und die Medien. (Entwicklungsländer haben den Luxus auf Variante 1 oder 2 zurückgreifen zu können…)
Die Medien können den Menschen zeigen: Seht her, das sind wir, das ist das Kirchenvolk, das ihre Hirten. Wir sind Kirche. Seht, unser Gott. Die Medien können heute Dinge klar herüberbringen und zeigen. Das ist unser Sprachrohr, wir müssen es nur zu nutzen wissen.
Papst Johannes Paul II. wusste um dieses Mittel und er hat es bewusst und geschickt genutzt als Verbindung zwischen sich und den Kirchentreuen, aber auch als Sprachrohr für alle anderen.
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#1   Chris   19:18:13 | Montag, 15. August 2005
Kirche und Medien
Es wird Zeit, dass einige Bischöfe erkennen, dass die Kirche nicht durch die Medien lebt. Aber alles was man sieht, ist eine Katholische Kirche, die nur noch durch die Medien existiert.
Wer ist aber dafür verantwortlich, wenn nicht die Bischöfe?
Alle Bischöfe vermitteln den Eindruck, dass die Kirche steht, solange noch ein Journalist ein Interview von ihnen haben will, solange noch eine Kamera auf sie zeigt, solange sie noch zu einem Galaabend oder anderen Veranstaltung eingeladen werden. Die katholische Kirche ist kein Showobjekt noch eine Bühnenaufführung. Aber was für eine grandiose Show war die Beerdigung von Papst J. II. Sagt es ihnen, wieviel 1000 Menschen zum Glauben zurückgefunden haben, durch diese Mega Show.
Nein, alle Bischöfe der Welt sind nicht die Katholische Kirche und auch nicht der Vatikan oder die Kurie und es gibt kein Konzilskatholisch und kein Vollkatholisch, sondern nur ein Katholisch, dass ich bei den Bischöfen nicht sehe. Lassen wir uns also verzaubern von der Show des Weltjugendtags und der Selbstinzenierung der Kirche!
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