Wann ist der Mensch am größten? + Die moderne Theologie interessiert – fast – keinen + Getanzte Bischofspredigt? + ‘Bild’ am Weltjugendtag + Nichts Positives
Wann ist der Mensch am größten?
Vatikan. Anläßlich des gestrigen Hochfestes zelebrierte Benedikt
XVI. in der Pfarrkirche der Ortschaft Castelgandolfo, wo sich die päpstliche Sommerresidenz befindet.
Während der Predigt sprach der Papst über gesellschaftliche Strömungen, die glauben, ohne Gottesbezug
auskommen zu können: „In der Neuzeit glaubte man wahrhaft frei zu werden, wenn man Gott beiseite ließe
und autonom würde – ganz den unseren Ideen und dem eigenen Willen folgend. Aber wo Gott verschwindet,
wird der Mensch nicht größer. Er verliert vielmehr seine gottgegebene Würde.“ Der Mensch werde ohne
Gott zu einem Produkt einer blinden Evolution und könne als Produkt behandelt und mißbraucht werden:
„Nur wenn Gott groß ist, ist auch der Mensch groß.“ Deshalb müsse Gott auch im öffentlichen Leben
gegenwärtig bleiben. Darum forderte der Heilige Vater auch den Verbleib von Kruzifixen in öffentlichen
Gebäuden.
Die moderne Theologie interessiert – fast – keinen
Deutschland. Das Interesse am Theologiestudium
in Deutschland hat in den vergangenen zehn Jahren deutlich nachgelassen. Das berichtete die deutsche katholische
Nachrichtenagentur ‘kna’ unter Bezugnahme auf Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden. Im Studienjahr
2004 seien im Fach Katholische Theologie rund 900 Ersteinschreibungen zu verzeichnen gewesen, 22 Prozent
weniger als zehn Jahre zuvor. Die Zahl der männlichen Studienanfänger ging in diesem Zeitraum nach Angaben
des Statistikamtes um 23 Prozent auf 200 Einschreibungen zurück.
Getanzte Bischofspredigt?
Deutschland.
Der Bischof von Fulda, Mons. Heinz Josef Algermissen (62), zelebrierte am Sonntag beim diözesanen Weltjugendtagsfestival
„Jesus first“ – zu deutsch: Jesus zuerst – die Heilige Messe. Dies berichtete die ‘Fuldaer Zeitung’. Trotz
Regen wohnten der Messe auf dem Domplatz mehr als 12.000 Menschen bei. „Ein fantastisches, buntes Bild
unserer Kirche“, freute sich der Bischof. Eine Gruppe aus Uganda brachte das Evangeliar tanzend nach vorne.
„Jetzt sollte ich meine Predigt wohl besser tanzen“, meinte Mons. Algermissen zur afrikanischen Evangeliumsprozession.
Auch ohne die bischöfliche Tanzeinlage ließen es sich die Gläubigen nicht nehmen, den Bischof während
seiner Predigt mit Applaus zu unterbrechen.
‘Bild’ am Weltjugendtag
Deutschland. „Wir sind Papst“ titelte
die deutsche Boulevardzeitung ‘Bild’ am 20. April 2005 anläßlich der Wahl des ersten deutschen Papstes
nach fast 500 Jahren. Jetzt wird das Blatt in Köln 500.000 Anstecker mit dieser Schlagzeile verteilen.
Die Aktion wird gemeinsam mit dem Weltjugendtag realisiert, dessen offizielles Logo auch auf der Plakette
zu sehen ist. Die ‘Bild’-Zeitung ist ein offizieller Medienpartner des Weltjugendtages. Die Verteilung
beginnt heute an den Informationspunkten und Registrierstellen des katholischen Großanlasses.
Nichts
Positives
Die Welt: Ein anderes Bodenpersonal, das vom „Spiegel“, hat sich im Vorfeld des Weltjugendtages
über Sie erregt und den Kölner Erzbischof als „Gotteskrieger vom Rhein“ und „Fundamentalist“ beschimpft.
Wie sehr ärgert Sie das?
Kardinal Meisner: Wissen Sie, ich habe nach diesem ‘Spiegel’-Bericht viele
Briefe bekommen, in denen mir die Leute gratulierten, welche großartige Evangelisierung der ‘Spiegel’
damit betrieben hat. Ich habe 40 Jahre im Kommunismus gewirkt und bin die ganze Zeit von keiner Zeitung
gelobt worden. Da wäre ich ja erschrocken und hätte Gewissensforschung betreiben müssen, ob ich etwas
verkehrt gemacht habe. So geht es mir auch beim ‘Spiegel’. Dort will ich gar nichts Positives über mich
lesen.
Die Welt: Das muß aber Kardinal Lehmann, den Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz, beunruhigen.
Der wird öfter im „Spiegel“ belobigt.
Kardinal Meisner: Darüber muß Kardinal Lehmann sich selbst Gedanken
machen.
Der Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner, im Gespräch mit ‘Die Welt’ 14. August 2005
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