Warum lieben kölsche Schüler den Papst? + EU-Kommission: Geburt mit Hindernissen + Kardinal verleiht Kunstpreis + Bischof Klaus Küng sagt es durch die Blume + Grabschändungen in Berlin
Warum lieben kölsche Schüler den Papst?
Deutschland. Der Weltjugendtag 2005 in Köln wird den rund
zehntausend Schülern im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen höchstwahrscheinlich einen zusätzlichen
Ferientag bescheren. Der offizielle Schulbeginn ist auf den 22. August angesetzt. Der Weltjugendtag endet
einen Tag vorher. Es ist unwahrscheinlich, daß der Termin für die Eröffnung der Schulen eingehalten
werden kann. Grund für die zu erwartende Verspätung sind organisatorische Schwierigkeiten. Viele der
800.000 Jugendlichen, die für den Anlaß erwartet werden, sollen in den Schulen der Erzdiözese Köln
Herberge finden. Die Reinigungsarbeiten in den Räumlichkeiten können aber erst nach der Großveranstaltung
erfolgen. Außerdem würden verlängerte Ferien auch verkehrstechnische Schwierigkeiten lösen. Nach der
Abschlußmesse im Marienfeld bei Kerpen (30km südwestlich von Köln), werden die Pilger die öffentlichen
Verkehrsmittel füllen. Für Schüler und Studenten ist damit eine ordnungsgemäße Benützung der öffentlichen
Linien auszuschließen. Offiziell wurde der Papst-Ferientag vom nordrhein-westfälischen Schulministerium
noch nicht bestätigt.
EU-Kommission: Geburt mit Hindernissen
Belgien. Die Auseinandersetzungen um die
EU-Kommission in Brüssel finden kein Ende. Heute Montag tritt die vom ehemaligen Portugiesischen Ministerpräsidenten
und neuen Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso zusammengestellte EU-Kommission ihr Amt an. Der
Vorsitzende der Liberalen-Fraktion im Europäischen Parlament forderte gestern den aus Frankreich stammenden
Verkehrskommissar Jacques Barrot zum Rücktritt auf. Barrot steht unter Zugzwang, weil er vor vier Jahre
wegen rechtswidriger Parteifinanzierung verurteilt wurde. Bereits in den vergangenen Wochen sah sich Barroso
durch vehementen Druck gezwungen, zwei für die Kommission vorgeschlagene Kandidaten auszuwechseln. Massiven
Schaden für das Ansehen des EU-Parlamentes hat der durch links-fundamentalistische Kreise im Parlament
ertrotzte Amtsverzicht des designierten Justizkommissars Rocco Buttiglione angerichtet. Buttiglione wurde
vom Fundamentalistenblock im EU-Parlament wegen seiner katholischen Glaubensüberzeugung diskriminiert.
Kardinal verleiht Kunstpreis
Deutschland. Letzten Samstag erhielt der Maler Gerhard Richter den Kunst-
und Kulturpreis der deutschen Katholiken. Die Verleihung des mit 25.000 Euro dotierten Preises fand in
Bonn statt. Übergeben wurde die Ehrung durch den Präsidenten der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal
Lehmann, und den Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann. Zum Grund für diese Würdigung äußerte sich
Kardinal Lehmann folgendermaßen: „Von den Antworten, die der Glaube anbietet, erfahren wir bei ihm [Richter]
nichts im unmittelbaren Sinn, wohl aber sehr viel von den Fragen, denen diese Antworten entsprechen. Aber
was wären Antworten, ohne daß jemand fragt?“ Der 72-jährige Gerhard Richter hat vor allem durch seine
Aquarelle Weltberühmtheit erlangt. Die Auszeichnung wird alle drei Jahr verliehen und soll ein Bindeglied
zwischen der deutschen Kirche und der modernen Kultur darstellen.
Bischof Klaus Küng sagt es durch die
Blume
Österreich. Der Direktor einer landwirtschaftlichen Fachschule in der Nähe von St. Pölten hat
kürzlich zum Entedank mit ‘Weintauf’ und verspäteter Martinigans geladen. Unter den Gästen befand sich
auch der neue Diözesanbischof von St. Pölten Klaus Küng. Beim Anlaß segnete der Bischof den Frischgetauften
[Wein]. Vorher ermahnte der Kirchenfürst die Anwesenden, daß der Segen der einen auch zur Linderung
der Armut der anderen dienen müsse. Besonders gemundet hat dem Bischof die Gans des hl. Martin. Nach
dem Schmause zog er mit einem Strauß Blumen in die Küche, um sich in Person beim Küchenpersonal zu
bedanken.
Grabschändungen in Berlin
Deutschland. In der Bundesrepublik häufen sich die Friedhofsschändungen.
Die katholische Kirche in Berlin verzeichnet rund 50 Anzeigen pro Jahr aufgrund von Grabschändungen durch
Vandalen. Die neun katholischen Friedhöfe Berlins sind das besondere Ziel von Verwüstungen. Auch die
Evangelische Kirche Berlin beklagt eine hohe Anzahl von Grabschändungen. Schon unter 14-jährige Kinder
sind unter den Tätern zu finden.
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