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Zwei Päpste + Keine falschen Hemmungen + Pfarrer von Ars am Weltjugendtag + Es fehlt die Einsicht + Stille + Fußballstadion
Zwei Päpste

Deutschland. Gestern wurde in Köln der 20. Weltjugendtag offiziell eröffnet. Rund 200.000 Pilger versammelten sich bei drei großen Gottesdiensten in den Fußballstadien von Köln und Düsseldorf sowie im Bonner Hofgarten. Der Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner, freute sich bei der Auftakt-Pressekonferenz, daß es endlich soweit sei: „Wenn die vier Wochen Adventszeit vorüber sind, möchte man nicht mehr länger auf Weihnachten warten.“ Kardinal Meisner erinnerte an den geistigen Vater der Weltjugendtage: „Die große Vision des verstorbenen Papstes Johannes Paul II. wird heute Realität, denn es geht darum, junge Menschen aus aller Welt zusammenzurufen, um auf Gottes rufendes Wort zu hören und seine Gegenwart inmitten der Kirche zu feiern.“ Papst Johannes Paul II. werde vom Himmel aus zuschauen: „Ich habe ja schon gesagt, daß wir den Weltjugendtag mit zwei Päpsten feiern. Mit einem von oben und mit einem von unten.“ Es sei auch zu bemerken, daß während des Weltjugendtages zwei Päpste am Werke seien.

Keine falschen Hemmungen

Deutschland. Das umstrittene Jugendmagazin ‘Bravo’ verbreitet in seiner heute Mittwoch erscheinenden Ausgabe ein Poster von Papst Benedikt XVI. Der verantwortliche Chefredakteur begründete die Aktion damit, daß der neue Papst für viele Jugendliche in Deutschland ein Star sei: „Es ist Weltjugendtag und als Europas größte Jugendzeitschrift geben wir den Hunderttausenden, die nach Köln pilgern, das Megaposter zum Event mit.“ In der Berichterstattung zur ‘Bravo’-Einlage wurde der Heilige Vater als „Benedikt Superstar“, „himmlischer Pop-Star“ oder „Pin-up Papst“ bezeichnet.

Pfarrer von Ars am Weltjugendtag

Deutschland. Eine Herz-Relique des heiligen Priesters Johannes Maria Vianney – bekannt als Pfarrer von Ars – ist in dieser Woche anläßlich des Kölner Weltjugendtages in Deutschland angekommen. Dies gab der Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner bekannt. Die Relique wird auch am Freitag im Rahmen einer Begegnung zwischen dem Papst und rund 6000 Priesterseminaristen verehrt werden.

Es fehlt die Einsicht

Schweiz. Im sogenannten Kunstmuseum von Bern war bis vor kurzem ein Möwenkörper mit einem menschlichen Leichenkopf ausgestellt. Das menschenverachtende Werk wurde nach einer Anzeige durch den Schweizer Historiker Adrien de Riedmatten wegen Störung der Totenruhe entfernt. Nun haben Museumsverantwortliche ihrerseits gegen den Historiker eine Strafanzeige wegen „übler Nachrede“ eingereicht. Am kommenden Montag werden sich angebliche Experten in einer Podiumsdiskussion zum Exponat äußern. Danach will das Museum entscheiden, ob das hochumstrittene Werk wieder in der Ausstellung gezeigt wird oder nicht.

Stille

„Den Eindruck, es gehe vorwiegend um Unterhaltung oder reinen Spaß beim „Event“ im Bruchwegstadion, kann keiner haben – beispielsweise, weil 18.000 Menschen, die kurz zuvor noch lauthals gesungen haben, bei der Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi, dem Zentrum einer jeden katholischen Messe, so still werden, wie man es bei einer solchen Menschenmasse nicht für möglich hält.“

Frankfurter Allgemeine über die Messe von Karl Kardinal Lehmann während des Mainzer Vorprogramms zum Weltjugendtag, 15. August 2005

Fußballstadion

„Wie ein Trainer nach einem siegreichen Fußballspiel dürfte sich der Kardinal gefühlt haben: Die erste „ola“ im fast vollbesetzten Stadion gehört an diesem Morgen ihm. Und später, gegen Ende des Gottesdienstes, muß er sich eine ganze Weile gedulden, ehe er den Segen spenden kann: Runde um Runde geht die „Welle“ durch das Stadion. Liturgie und Musik haben Jugendliche wie Erwachsene begeistert. Die Meßfeier beendet die „Tage der Begegnung“ in der Diözese. Familien haben 8.000 Gäste aus 55 Nationen beherbergt, im ganzen Bistum gab es etliche Veranstaltungen vor dem eigentlichen Weltjugendtag in Köln, der heute beginnt.“

Frankfurter Allgemeine, 15. August 2005
      
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