Im vergangenen Mai verwarf die Glaubenskongregation den Wortlaut eines bekannten Gebetes, das die Muttergottes bei einer Erscheinung in Amsterdam geoffenbart haben soll. Jetzt meldete sich auch der zuständige Diözesanbischof zu Wort.
(kreuz.net, Haarlem) In einem Brief vom 20. Mai 2005 erklärte die Glaubenskongregation, daß katholische
Gemeinschaften die Muttergottes nicht mehr mit der Formulierung „die einst Maria war“ anrufen dürfen.
Der Brief der Glaubenskongregation ist eine Reaktion auf die Anfrage einiger Bischöfe aus den Philippinen.
Das Gebet, das die Muttergottes im Februar 1951 an die Seherin Ida Peerdeman offenbarte, lautet in seiner
unkorrigierten Form so:
„Herr Jesus Christus, Sohn des Vaters, sende jetzt Deinen Geist über die Erde.
Laß den Heiligen Geist wohnen in den Herzen aller Völker, damit sie bewahrt bleiben mögen vor Verfall,
Unheil und Krieg. Möge die Frau aller Völker, die einst Maria war, unsere Fürsprecherin sein. Amen.“
Die Erscheinungen der ‘Frau aller Völker’ ereigneten sich zwischen 1945 und 1959 in Amsterdam. Amsterdam
gehört zur Diözese Haarlem. Haarlem ist die Hauptstadt der Provinz Nordholland, eine Halbinsel im Nordwesten
der Niederlande.
Am vergangenen 9. August trat der zuständige Diözesanbischof von Haarlem, Mons. Jozef
Punt, mit einer eigenen Erklärung an die Öffentlichkeit. Bischof Punt äußerte sich über den Koordinator
der beratenden Kommission für die Verehrung der ‘Frau aller Völker’.
Hier die Erklärung des Koordinators
in deutscher Übersetzung:
Im Moment läuft eine Diskussion über einen Satz im Gebet zur „Frau aller
Völker“. Anlaß dazu ist die Besorgnis des Sekretärs der Glaubenskongregation – Mons. Angelo Amato SDB –
über „einen besonderen Aspekt“ dieser Verehrung, nämlich die Formulierung „die einst Maria war“.
Seine
Besorgnis übermittelte Mons. Amato an einige philippinische Bischöfe, an die Gemeinschaft ‘Familie Mariens’
sowie an Bischof Jozef Punt.
Diese Besorgnis der Glaubenskongregation steht in einer alten Tradition.
Schon der erste Ortsbischof von Haarlem, Mons. Johannes Petrus Huibers († 1969), bekundete vor sechzig
Jahren seine Schwierigkeiten mit der Formulierung „die einst Maria war“.
Zunächst wollte Mons. Huibers
den Satz aus dem Gebet streichen. Doch später akzeptierte er ihn und verlieh dem Text seine Imprimatur.
Mittlerweile haben weltweit ungefähr siebzig Bischöfe und Kardinäle dem Gebet in dieser Form ihre
offizielle Zustimmung verliehen.
Das bedeutet, daß sie in diesem Gebet nichts finden konnten, was sich
gegen den katholischen Glauben richtet.
Im Jahre 1996 wurde die Verehrung der ‘Frau aller Völker’ mit
Zustimmung des damaligen Präfekten der Glaubenskongregation erlaubt.
2002 hat der Bischof von Haarlem,
Mons. Jozef Punt, die Erscheinungen als grundsätzlich echt anerkannt.
Selbstverständlich ließ sich
der Bischof in dieser Sache von der Glaubenskongregation beraten und hat ihr auch seine Meinung vorgelegt.
Zwischenzeitlich hat er die Verantwortlichen für die Verehrung der ‘Frau aller Völker’ darum gebeten,
die pastorale Sorge der Glaubenskongregation zu respektieren und deshalb bis zu einer nächsten Erklärung
in der öffentlichen Verwendung des Gebetes den Satz „die einst Maria war“ wegzulassen oder in völliger
Stille zu beten.
Der Bischof ist sich bewußt, daß diese Anordnung für viele eine Spannung zwischen
der inneren Überzeugung und dem Gehorsam schaffen kann. Doch dafür verweist er auf die Seherin Ida Peerdeman.
Auch sie befand sich einmal in einem ähnlichen Dilemma und bekam damals von der ‘Frau aller Völker’
die Antwort: „Der Gehorsam ist in dieser Sache wichtiger.“
Natürlich schließt der katholische Gehorsam
keinen weitergehenden offenen Dialog zu diesem Thema aus, erklärt der Bischof.
Zudem bleibt die große,
aktuelle Bedeutung dieses Gebets völlig in Kraft. Dieses bittet den Herrn Jesus Christus, Sohn des Vaters,
„jetzt“ den heiligen Geist über unsere verwundete Welt herabzusenden.
In all diesem sieht Bischof Punt
auch eine positive Seite.
Mit der Diskussion wird ein tiefergehender Dialog angeregt.
Hinter dem Satz,
der anläßlich der Verkündigung des Dogmas von der Himmelfahrt Mariens an Ida Peerdeman gegeben wurde,
liegt eine grundsätzliche Frage:
Wer ist Maria im tiefsten des Heilsplanes Gottes? Was ist ihre Rolle
beim Herabkommen des Heiligen Geistes? Wer kann sie für diese Zeit und diese Welt sein?
Zu diesem tiefergehenden
Dialog hat Papst Johannes-Paul II. die Theologen im Jahre 2002 öffentlich angeregt.
R. Soffner, Koordinator
der beratenden Kommission für die Verehrung der ‘Frau-aller-Völker’ Diözese Haarlem (Amsterdam) Niederlande
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16 Lesermeinungen
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Die Erscheinungen fanden von 1945-1959 in Amsterdam statt und profezeien künftige Jahrzehnte Nachdem
diese große Erscheinung überraschenderweise durch den Bischof von Amsterdam anerkannt wurde, sollte
man als echter – also als marianischer und nichtmodernistischer – Katholik die Botschaft lesen, alleine
schon, um sich zu informieren. Vorher amtskirchlich abgelehnt, wurde sie deshalb in weiten Kreisen nicht
gelesen. Die jetzige Urteilsänderung ist kirchlich nicht ganz ungewöhnlich, wenn man etwa andere Privatoffenbarungen
wie jene bedeutende der hl. Faustyna hernimmt, die vorher verboten und dann nicht nur nach anerkannt,
sondern sogar von Papst Johannes Paul II. besonders gefördert und verbreitet wurde. Es gibt auch andere
Beispiele abgelehnter Erscheinungen, die viele echte Katholiken als autentisch ansehen, und die auch im
Besessenheitsfall Anneliese Michel als autentisch bezeichnet wurden (Marienfried, Heroldsbach). Die Ablehnung
großer Erwählter durch die Hierarchie passiert oft, ein schmerzliches Kreuz der Erwählten. (Die Vorfälle
in der antikatholischen Lügenerscheinung in der Diözese Mostar gegen den Bischof, der in seiner Investigation
durch die Seher behindert und belogen wurde, sind von einem anderen Geist und symptomatisch für den unkatholischen
Geist der dortigen Scheinmarienerscheinung.) Bes. fallen in Amsterdam die Profezeiungen über säkulare
Geschichtsabläufe auf, etwa die sog. „Mondlandung“ (die allerdings eine Täuschung war), dann die Spaltung
der Welt durch die orientalischen Völker, wie Kairo, der Panter aus der Türkei gegen Europa. Lesenswert!
#14 Athanasius 20:23:10 | Donnerstag, 18. August 2005
… in denen das Lehramt versagt, suchen viele Gläubige Zuflucht bei falschen Privatoffenbarungen. Korrektur:
Das Lehramt versagt nicht, da es unfehlbar ist und ohne Makel (sancta fides apostolorum). Die Hierarchen
und abgefallenen Bischöfe und Priester versagen. Nicht die Kirche („Das Lehramt“). Sie ist indefektible.
Weiter hast Du völlig recht! Völlig. Dazu entwickeln viele Erscheinungsglaübige auch eine Haltung als
besitzen sie eine Art „Geheimkenntniss“ und wären Auserkoren. Sehr sektarisch und calvinistisch. So wirkt
unser Glaube nicht. Fides catholica, KATHOLISCHER GLAUBE. Katholisch heisst universell, für alle, von
allen verpflichtet zu glauben. Und das sind Erscheinungen nicht. Sicherlich nicht Medjugorje, Amsterdam,
Olawa (Ohlau/Schlesien) und San Damiano. Tragik falscher Erscheinungen konnte man sehen in Palmar de Troya
(„Gregor XVII.“-Sekte), Sand Damiano, Uganda (Medjugorje/Little Pebble simile Erscheinung: 300 Tote),
„Fraternité Notre-Dame“ und steht noch bevor: die „Papstwahl“ des wegen Sex mit einer Minderjährigen
verurteilten Herrn (Diakon) William Kamm („The Little Pebble“), der bereits einen Orden mit zwei Bischöfen
aus der Thuc-Linie hat (mit geheirateten Priestern, „alte hl. Messe“-MischSimulationen, Schwestern, isolierte
Gemeinschaften).
Danke … für die Bereitstellung dieser interessanten Ausgabe des Heftes „Theologisches“ ! Auf den sehr
ablehnenden Artikel über die (falsche) Amsterdamer Botschaften werde ich gerne im Bekanntenkreis verweisen,
wo es einige Anhänger dieses falschen Erscheinungsortes gibt. In einem Rundschreiben von Pro-Sancta-Ecclesia
erfolgte vor kurzem ebenfalls eine Warnung bezüglich Amsterdam. In einigen deutschen (Marien-) Pilgerorten
wird das falsche Amsterdamer Gebet von den Gläubigen gebetet. In den Kirchengebäuden. Wie man sieht:
in kirchlichen Notzeiten, in denen das Lehramt versagt, suchen viele Gläubige Zuflucht bei falschen Privatoffenbarungen.
Es ist eine Tragödie.
Das „einst Maria“ lautete Es wird von den Anhängeren der Frau aller Völker viel falsche Information
über deren Erscheinungen und die Stellungnahme der Kirche verbreitet. Die ganze Geschichte inclusief
Verbote der Kirche finden Sie in einem deutschsprachigen Artikel der niederländische Stiftung Vaak, publiziert
in der renomierten deutschen Zeitschrift Theologisches auf den Seiten 411 bis 434, siehe: www.stichtingvaak.nl/…en/Theologisches.pdf
#11 FioreGraz 08:28:58 | Donnerstag, 18. August 2005
@Hirngespinnste Mir gefällt dabei die erste Phantasie von ihr Es war der 25. März 1945, das Fest Mariä
Verkündigung. Meine Schwestern und ich saßen im Zimmer, und wir sprachen miteinander. Wir saßen um
den Kanonenofen… Ich sag nur Kohlenmonoxyd … LG Fiore
#10 MilesChristi 08:26:36 | Donnerstag, 18. August 2005
@ Toby Die Ereignisse in Fátima im letzten Jahr (das geduldete Hindu-Gebet am Altar) waren für mich
die endgültige Bestätigung daß es versucht wird die Kirche von innen aus zu zerstören bzw. daß viele,
sehr viele in der Hierarchie eine neue Religion schaffen wollen. Obwohl es BILDER und FILME davon gibt
versuchten die Zuständigen (der Heiligtumsrektor und der zuständige Ortsbischof) das Geschehene zu relativieren
und gar zu verneinen daß es ja stattfand.
Die Beiträge … von Vertretern anderer Religionen und Weltanschauungen beim diesjährigen Internationalen
Gebetstag der „Frau aller Völker“ sind in der Tat erschütternd. Die Verwirrung ist groß. Ich sehe nun
eine gewisse Parallele zu den jüngsten Entwicklungen in Fatima, das offenbar auch zu einer Art interreligiöses
Gebetszentrum umfunktioniert werden soll. Warum schreiten die kirchlichen Autoritäten hier nicht ein?
Es kann und darf nicht sein, das die Mutter des Herrn nun quasi als interreligiöses Kultobjekt behandelt
wird …
#8 Athanasius 23:51:24 | Mittwoch, 17. August 2005
–-- wo genau kann man das nachlesen? Quellen? Namen? Zuständige? Verantwortliche? Beteiligte? Webseite
der ‘Frau aller Völker’, www.de-vrouwe.nl. Lesen Sie es da nach. Es waren u.a. Kardinal Tuardoum beteiligt,
und Msgr. Punt selber. Aber man hat ja keinen einzigen Begriff mehr gegen den falschen Ökumenismus und
lobte sogar diese Aussagen. Es geschah am Samstag vor Pfingsten, 2005.
‘einst Maria…’ Noch eine andere englische Website mit viele Argumente gegen ‘ Amsterdam’ : www.theotokos.org.uk/pages/unapprov/amsterda/amsterd1.html
Mark Waterinckx Belgiën
@ Athanasius Dass die ‘Frau’ ihnen geholfen habe, den eigenen Glauben zu vertiefen und wiederzuentdecken.
wo genau kann man das nachlesen? Quellen? Namen? Zuständige? Verantwortliche? Beteiligte?
#5 Athanasius 22:19:20 | Mittwoch, 17. August 2005
… Was haben welche Muslime, Juden, Hindus und Agnosten beim letzten Gebetstag wörtlich gesagt? Dass
die ‘Frau’ ihnen geholfen habe, den eigenen Glauben zu vertiefen und wiederzuentdecken. In Fatimá noch
bekehrte Unsere Liebe Frau Freimaurer, Agnosten und Protestanten, während die vor- und nachkonziliare
aber umstrittene ‘Frau aller Völker’ nun für den falschen Ökumenismus verwendet wird. Die konziliare
Kirche wird immer mehr verblendet. Tatsache ist aber, dass die modernisierten „Gläubigen“ es selber nicht
bemerken. Lieber Herr Waterinck: die Webseite des John Loughnan den Sie gaben ist völlig unzuverlässig
angesichts der vielen Polemiken und bösen Aussagen zu vielen kirchlichen Organisationen. John Loughnan
ist ein „bekehrter“ ehemaliger FSSPX-Anhänger, der im persönlichen Konflikt die FSSPX verliess, und
sich jetzt zum Ziel setzte fast alle Erscheinungen und traditionalistische Organisationen webseitlich
anzugreifen und auszuradieren. Bessere Aussagen liefern uns „Christian Order“ und auch andere kritischen
Studien und Magazine. Die ‘Frau aller Völker’ ist eine „Hoax“, Meiner Ans. nach.
‘Erscheinungen’ Amsterdam Wenn Sie viele Argumenten lesen wollen GEGEN ‘Die Frau aller Völker’, lesen
Sie bitte auf englisch jloughnan.tripod.com/nations.htm Mark Waterinckx Belgiën
@ Athanasius …der letzte Gebetstag dieser ‘Frau aller Völker’ in Amsterdam (im Amsterdamschen RAI)
wurde alles klar. Es zeugten Muslems, Juden, Hindus und Agnosten wie sie von der ‘Frau aller Völker’
dazu angeregt wurden ‘gute Menschen’ zu werden und ‘die eigene Tradition wiederzuentdecken’. Kannst Du
das belegen und eine Quelle angeben? Was haben welche Muslime, Juden, Hindus und Agnosten beim letzten
Gebetstag wörtlich gesagt?
#1 Athanasius 18:39:36 | Mittwoch, 17. August 2005
… …der letzte Gebetstag dieser ‘Frau aller Völker’ in Amsterdam (im Amsterdamschen RAI) wurde alles
klar. Es zeugten Muslems, Juden, Hindus und Agnosten wie sie von der ‘Frau aller Völker’ dazu angeregt
wurden ‘gute Menschen’ zu werden und ‘die eigene Tradition wiederzuentdecken’. Also eine ‘Maria’ die keine
Bekehrung verlangt. Das Bild der Erscheinung sagt dazu genug. Maria steht nicht dort als die Jungfrau
die wie Judith siegt und mit ihrem Herzen zum höheren Kreuz des Sohnes verweist, sondern als Frau VOR
dem Kreuze. Millionen von offensichtlich treuen, aber verwirrten Katholiken sind bereits fanatische Anhänger
der Erscheinung und betrachten jeder der nicht daran glaubt als „einen schlechten Katholiken“. Die Abweisung
durch Msgr. Huibers und das hl. Offizium vor 1960 reicht mir aus. Wie die Index-Positionierung der vom
hl. Offizium verurteilten Werke der Frau Maria Valtorta. In Amsterdam würde man besser das Heiligtum
des Sakramentswunders wieder aufbauen. Aber die Mystik und Doktrin der hl. Eucharistie ist natürlich
unökumenisch (davon können Muslime nicht zeugen) und fordert die höchste Ehrfurcht in der Praxis. Da
ist es leichter an eine „Universalistische Frau“ zu glauben die jeder „in eigner Tradition lässt“.