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Vergessen + Katholischer Nachfolger + Der Papst vor Gericht? + Gewähr mir die Bitte! + Ratlosigkeit
Vergessen

Vatikan. Für die gestrige Generalaudienz flog Benedikt XVI. nicht wie üblich mit dem Hubschrauber in den Vatikan, sondern begrüßte die Pilger im Innenhof seiner Sommerresidenz in Castelgandolfo. Dabei legte der Papst Psalm 125 aus. Der Heilige Vater verlieh auch seiner Trauer über die Ermordung des protestantischen Priors Roger Schütz von Taizé Ausdruck. Abschließend begrüßte Benedikt XVI. die Pilger in acht Sprachen. Auf deutsch sagte er: „ In diesen Tagen haben sich sehr viele junge Menschen in Köln zum 20. Weltjugendtag versammelt. Auch ich mache mich morgen auf den Weg, um gemeinsam mit Teilnehmern aus der ganzen Welt Christus zu begegnen.“ Die Pilger applaudierten wie immer – doch ein wenig verwundert. Der Papst selber erklärte weshalb: „Ich habe die wichtigsten Grüße vergessen und bitte um Entschuldigung. Ich grüße auch die Pilger italienischer Sprache…“

Katholischer Nachfolger

Frankreich. Der deutsche Katholik Bruder Alois (51) wird Nachfolger des ermordeten Gründers der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé, Prior Roger Schütz (90). Frère Roger ernannte ihn bereits vor acht Jahren zu seinem Nachfolger, hieß es am Mittwoch aus der Gemeinschaft im burgundischen Dorf Taizé. Bruder Alois, der seit 32 Jahren zur Gemeinschaft gehört, hielt sich während der Bluttat am Weltjugendtag in Köln auf. Er kehrte sofort nach Taizé zurück. Frère Roger ist nach Aussage seines Nachfolgers am Ende seines Lebens nicht katholisch geworden, meldete die ‘kna’.

Der Papst vor Gericht?

USA. Anwälte von Benedikt XVI. haben US-Präsident George W. Bush angeblich gebeten, dem Papst Immunität in einem Zivilverfahren zu gewähren. In dem Verfahren – es geht um einen Fall sexueller klerikaler Unzucht an drei Minderjährigen – wird der Heilige Vater als Beklagter benannt. Die Kläger werfen ihm – etwas abenteuerlich – vor, als damaliger Leiter der Glaubenskongregation gemeinsam mit der Bistumsleitung Vorfälle in den 90er Jahren vertuscht zu haben. Wie aus Gerichtsakten hervorgeht, schickte die Apostolische Nuntiatur im Mai ein entsprechendes Memorandum an das US-Außenministerium. Ein Sprecher des Ministeriums betonte am Dienstag, daß dies nicht nötig gewesen wäre. Benedikt XVI. gelte als Staatsoberhaupt und genieße automatisch diplomatische Immunität. Bei der Anklage des Papstes handelt es sich um eine Juristen-Gag, um für den Fall Publizität zu erhaschen.

Gewähr mir die Bitte!

Ukraine. Die Ukrainisch-Orthodoxe Kirche Moskauer Patriarchats hat Papst Benedikt XVI. gebeten, den Umzug des Sitzes der mit Rom unierten griechisch-katholischen Kirche nach Kiew aufzuhalten. Das berichtete die Nachrichtenagentur ‘afp. „Ich wende mich mit der Bitte an Sie, das von Ihrem Vorgänger unterzeichnete Dekret über den Umzug aufzuheben“, heißt es in einem Schreiben des mit Moskau unierten orthodoxen Patriarchen Wolodymyr, der sich Metropolit von Kiew und der ganzen Ukraine nennt. Die griechisch-katholische Kirche habe immer einen rein regionalen Charakter besessen. Die Verlagerung ihres Sitzes in die Hauptstadt werde der Ökumene schaden, warnt der Patriarch in seinem Schreiben. Auch der russisch-orthodoxe Patriarch Alexij II. bezeichnete den geplanten Umzug als „zweifellos unfreundlichen Akt“. Die mit Rom unierte griechisch-katholische Kirche hat für kommenden Sonntag die Verlegung ihres Sitzes nach Kiew angekündigt.

Ratlosigkeit

„Zweitrangig sind in der katholischen Kirche seit dem Zweiten Vatikanum auch die Reliquien selbst geworden. Dieses Wort und auch die „Heiligenverehrung“ kommen in keiner der nachkonziliaren Synoden mehr vor, Reliquiare wurden nach dem Konzil ausgeschieden. Nach Reformation, Aufklärung und Kirchenreformen herrscht – zumindest im nördlichen Europa – Ratlosigkeit, wie man mit dem Erbe umgehen soll. Gerade in deutschen Gemeinden spielt diese Verehrung kaum noch eine Rolle. In manchen Kirchen werden die Gebeine verhängt, um Touristen nicht zu erschrecken.

Aus der österreichischen Tageszeitung ‘Presse’, vom 18. August
      
2 Lesermeinungen
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#2   Gotthard   20:38:08 | Donnerstag, 18. August 2005
Schwachsinn
wo hast Du den diesen Schwachsinn her?
In unserer Pfarrei gibt es jedes Jahr zum Partronatsfest eine Reliquien-Prozession.
Als diese Reliquien an unsere Kirche gegeben wurden, gab es noch keine der Drei Weisen in Köln…
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#1   Athanasius   20:29:59 | Donnerstag, 18. August 2005
In manchen Kirchen werden die Gebeine verhängt, um Touristen nicht zu erschrecken.
Haha! Ja, gib nur das Erbe weg an die Mäuser. Bestimmt kommen Japaner aus Japan extra um den Abriss von leerstehenden „aufgeklärten“ Betonmultifunktionalkirchen beizuwohnen, während man noch ein letzter Schnappschuss vom Betontischlein und den Betonstühlen in der „gemeinschaftswohnung der Wir Sind Pfarre“ macht… Jajaja.
Reliquien schrecken Touristen ab. Offensichtlich kennen die die Japaner in Rom nicht.
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