Benedikt XVI.
Der Papst im Landeanflug
Der Papst landet in diesen Minuten auf deutschem Boden. Es ist seine ersten Auslandreise außerhalb Italiens. Benedikt XVI. wird von einer relativ kleinen Gruppe von Geistlichen und Laien begleitet. Die große Abwesende ist Sr. Tobiana.
(kreuz.net, Köln) „Ein Pontifex, der zurückkehrt in das Land seiner Widersacher.“ So beschrieb die „Süddeutsche Zeitung“ die heutige Ankunft Benedikt XVI. auf dem Flughafen von Köln.

Gemessen an US-Präsidenten oder englischen Königen reist der Papst dabei mit kleinem Gefolge, bemerkte die Nachtichtenagentur ‘kna’:

„Während George W. Bush ganze Kompanien von Sicherheitsbeamten zum Staatsbesuch mitnimmt und Elisabeth II. auch unterwegs nicht auf ihren Hofstaat verzichtet, läßt sich Benedikt XVI. nach Köln von gerade mal 25 Personen begleiten: einem Kardinal, drei Bischöfen, fünf Prälaten und einem guten Dutzend Laien.“

Im päpstlichen Gefolge reisen jene Personen, die der Papst zur Wahrnehmung seiner Aufgaben als Kirchen- und Staatsoberhaupt während der Reise braucht: die engsten Mitarbeiter und Berater, Zeremonienmeister, der Reisemarschall, vatikanische Journalisten, der Leibarzt, ein „Kammerherr“ sowie Sicherheitsleute.

Der engste Mitarbeiter des Heiligen Vaters – Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano (77) – hält während der Reise die Kontakte mit dem Vatikan und nimmt in Deutschland auch Gesprächstermine wahr.

Im päpstlichen Gefolge befindet sich auch der vatikanische „Innenminister“, Erzbischof Leonardo Sandri. Mons. Sandri wurde während der letzten Spitalaufenthalte von Papst Johannes Paul II. bekannt, als er diesen an den sonntäglichen Angelusgebeten ersetzte.

Mons. Sandri stammt aus Argentinien und dürfte in den nächsten Jahren zum Kardinal aufsteigen.

Der Abteilungsleiter der deutschsprachigen Sektion des Staatssekretariats, der Eichstätter Mons. Christoph Kühn, wird in Köln besonders gefragt sein. Ihn kann man gelegentlich im Fernsehen sehen, wenn er während der Mittwochsaudienzen dem Heiligen Vater die Grüße der deutschsprachigen Pilger überbringt.

Eine zentrale Figur während der Reise ist der Zeremonienmeister, Erzbischof Piero Marini mit seinem Assistenten Giulio Viviani.

Bei den Messen des Papstes sieht man Erzbischof Marini rechts hinter dem Heiligen Vater. Mons. Marini hat unter Papst Johannes Paul II. jahrzehntelang die päpstlichen Liturgien inszeniert.

Seit der Wahl von Benedikt XVI. wird über seine Beförderung gemunkelt, weil Papst und Zeremonienmeister unterschiedliche liturgische Ansichten hätten.

Der Reisemarschall – Mons. Renato Boccardo (52) – wurde erst im Januar letzten Jahres zum Bischof geweiht. Seit zwei Jahren ist er für die Organisation der Reisen des Papstes verantwortlich. Mit dem neuen Papst dürfte er wesentlich weniger Arbeit haben.

Er hat zusammen mit seinem Assistenten – Alberto Gasbarri – bei der Organisation der päpstlichen Reisen die Aufgabe, Plätze zu inspizieren, Transportmittel auszuwählen, Fahrtrouten festzulegen sowie Sicherheitsfragen und Zuständigkeiten zu klären.

Zum vatikanischen Troß gehört auch der Schatten des Papstes, sein Privatsekretär Mons. Georg Gänswein. Auch Mons. Mieczyslaw Mokrzycki – der schon unter Johannes Paul II. in der päpstlichen Wohnung arbeitete – begleitet den Papst als Privatsekretär.

Mons. Mokrzycki ist Priester der lateinischen Erzdiözese von Lemberg, die heute zur Ukraine gehört. Von seiner völkischen Herkunft her ist er Pole.

Die beiden Geistlichen assistieren dem Papst bei allen nicht-liturgischen Terminen. Sie halten Redemanuskripte bereit, kontrollieren Ablaufpläne und sind nicht zuletzt Gesprächspartner für zahllose Bittsteller.

Der schon fast legendäre Kammerherr Angelo Gugel – seit Jahrzehnten in der päpstlichen Wohnung beschäftigt – ist um die persönlichen Effekte des Heiligen Vaters besorgt. Je nach Witterung trägt er dem Heiligen Vater Mantel und Schirm nach.

Außerdem hilft er seinem Herrn auch beim Verteilen von Rosenkränze und Medaillen.

Für den päpstlichen Leibarzt, Renato Buzzonetti (81), dürfte die Reise mit dem neuen Papst ruhiger als mit dem Vorgänger verlaufen.

Die Verantwortlichen der vatikanischen Medien werden ebenfalls immer in unmittelbarer Nähe des Papstes sein:

Pater Federico Lombardi SJ von Radio Vatikan und vom ‘Vatikanischen Fernsehzentrum’, der Chefredakteur des „Osservatore Romano“, Joaquin Navarro-Valls, der Leiter der vatikanischen Pressestelle und der allgegenwärtige päpstliche Hofphotograph, Arturo Mari.

Außerdem befinden sich zwei Schweizergardisten, fünf vatikanische Gendarme sowie zwei Techniker des ‘Vatikanischen Fernsehzentrums’ im Gefolge des Papstes.

Ein Gesicht wird diesmal nicht erscheinen: Sr. Tobiana Sobodka. Die Ordensfrau betreute als ausgebildete Ärztin Johannes Paul II. im Vatikan und auf Reisen.

Sr. Tobiana ist vor zwei Monaten mit Mons. Stanislaw Dziwisz, dem früheren Privatsekretär von Papst Johannes Paul II., der in der Zwischenzeit zum Erzbischof von Krakau ernannt wurde, in ihre Heimatstadt zurückgekehrt.
      
1 Lesermeinung
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#1   Romulus   13:10:15 | Donnerstag, 18. August 2005
Herzlich willkommen Heiliger Vater
in Deutschland!
Alle sind schon ganz gespannt auf Ihre Worte!
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