11:51:08 | Donnerstag, 18. August 2005
Benedikt XVI.
Der Papst landet in diesen Minuten auf deutschem Boden. Es ist seine ersten Auslandreise außerhalb Italiens. Benedikt XVI. wird von einer relativ kleinen Gruppe von Geistlichen und Laien begleitet. Die große Abwesende ist Sr. Tobiana.
(kreuz.net, Köln) „Ein Pontifex, der zurückkehrt in das Land seiner Widersacher.“ So beschrieb die „Süddeutsche
Zeitung“ die heutige Ankunft Benedikt XVI. auf dem Flughafen von Köln.
Gemessen an US-Präsidenten oder
englischen Königen reist der Papst dabei mit kleinem Gefolge, bemerkte die Nachtichtenagentur ‘kna’:
„Während George W. Bush ganze Kompanien von Sicherheitsbeamten zum Staatsbesuch mitnimmt und Elisabeth
II. auch unterwegs nicht auf ihren Hofstaat verzichtet, läßt sich Benedikt XVI. nach Köln von gerade
mal 25 Personen begleiten: einem Kardinal, drei Bischöfen, fünf Prälaten und einem guten Dutzend Laien.“
Im päpstlichen Gefolge reisen jene Personen, die der Papst zur Wahrnehmung seiner Aufgaben als Kirchen-
und Staatsoberhaupt während der Reise braucht: die engsten Mitarbeiter und Berater, Zeremonienmeister,
der Reisemarschall, vatikanische Journalisten, der Leibarzt, ein „Kammerherr“ sowie Sicherheitsleute.
Der engste Mitarbeiter des Heiligen Vaters – Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano (77) – hält während
der Reise die Kontakte mit dem Vatikan und nimmt in Deutschland auch Gesprächstermine wahr.
Im päpstlichen
Gefolge befindet sich auch der vatikanische „Innenminister“, Erzbischof Leonardo Sandri. Mons. Sandri
wurde während der letzten Spitalaufenthalte von Papst Johannes Paul II. bekannt, als er diesen an den
sonntäglichen Angelusgebeten ersetzte.
Mons. Sandri stammt aus Argentinien und dürfte in den nächsten
Jahren zum Kardinal aufsteigen.
Der Abteilungsleiter der deutschsprachigen Sektion des Staatssekretariats,
der Eichstätter Mons. Christoph Kühn, wird in Köln besonders gefragt sein. Ihn kann man gelegentlich
im Fernsehen sehen, wenn er während der Mittwochsaudienzen dem Heiligen Vater die Grüße der deutschsprachigen
Pilger überbringt.
Eine zentrale Figur während der Reise ist der Zeremonienmeister, Erzbischof Piero
Marini mit seinem Assistenten Giulio Viviani.
Bei den Messen des Papstes sieht man Erzbischof Marini
rechts hinter dem Heiligen Vater. Mons. Marini hat unter Papst Johannes Paul II. jahrzehntelang die päpstlichen
Liturgien inszeniert.
Seit der Wahl von Benedikt XVI. wird über seine Beförderung gemunkelt, weil Papst
und Zeremonienmeister unterschiedliche liturgische Ansichten hätten.
Der Reisemarschall – Mons. Renato
Boccardo (52) – wurde erst im Januar letzten Jahres zum Bischof geweiht. Seit zwei Jahren ist er für
die Organisation der Reisen des Papstes verantwortlich. Mit dem neuen Papst dürfte er wesentlich weniger
Arbeit haben.
Er hat zusammen mit seinem Assistenten – Alberto Gasbarri – bei der Organisation der päpstlichen
Reisen die Aufgabe, Plätze zu inspizieren, Transportmittel auszuwählen, Fahrtrouten festzulegen sowie
Sicherheitsfragen und Zuständigkeiten zu klären.
Zum vatikanischen Troß gehört auch der Schatten
des Papstes, sein Privatsekretär Mons.
Georg Gänswein. Auch Mons. Mieczyslaw Mokrzycki – der schon unter
Johannes Paul II. in der päpstlichen Wohnung arbeitete – begleitet den Papst als Privatsekretär.
Mons.
Mokrzycki ist Priester der lateinischen Erzdiözese von Lemberg, die heute zur Ukraine gehört. Von seiner
völkischen Herkunft her ist er Pole.
Die beiden Geistlichen assistieren dem Papst bei allen nicht-liturgischen
Terminen. Sie halten Redemanuskripte bereit, kontrollieren Ablaufpläne und sind nicht zuletzt Gesprächspartner
für zahllose Bittsteller.
Der schon fast legendäre Kammerherr Angelo Gugel – seit Jahrzehnten in der
päpstlichen Wohnung beschäftigt – ist um die persönlichen Effekte des Heiligen Vaters besorgt. Je nach
Witterung trägt er dem Heiligen Vater Mantel und Schirm nach.
Außerdem hilft er seinem Herrn auch beim
Verteilen von Rosenkränze und Medaillen.
Für den päpstlichen Leibarzt,
Renato Buzzonetti (81), dürfte
die Reise mit dem neuen Papst ruhiger als mit dem Vorgänger verlaufen.
Die Verantwortlichen der vatikanischen
Medien werden ebenfalls immer in unmittelbarer Nähe des Papstes sein:
Pater Federico Lombardi SJ von
Radio Vatikan und vom ‘Vatikanischen Fernsehzentrum’, der Chefredakteur des „Osservatore Romano“,
Joaquin
Navarro-Valls, der Leiter der vatikanischen Pressestelle und der allgegenwärtige päpstliche Hofphotograph,
Arturo Mari.
Außerdem befinden sich zwei Schweizergardisten, fünf vatikanische Gendarme sowie zwei
Techniker des ‘Vatikanischen Fernsehzentrums’ im Gefolge des Papstes.
Ein Gesicht wird diesmal nicht
erscheinen: Sr. Tobiana Sobodka.
Die Ordensfrau betreute als ausgebildete Ärztin Johannes Paul II. im
Vatikan und auf Reisen.
Sr. Tobiana ist vor zwei Monaten mit Mons. Stanislaw Dziwisz, dem
früheren Privatsekretär
von Papst Johannes Paul II., der in der Zwischenzeit zum Erzbischof von Krakau ernannt wurde, in ihre
Heimatstadt zurückgekehrt.
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