Weltjugendtag
Hybrid-Event
Ist der Weltjugendtag eher einem Marketing-Event vergleichbar oder wird hier das Spaß- und Vergemeinschaftungs- Versprechen zum zentralen Angebot?
(kreuz.net) Events sind mehr und mehr ein Charakteristikum gegenwärtiger Gesellschaften – erklärt ein zur Zeit laufendes wissenschaftliches Projekt.

Das Projekt hat sich zum Ziel gemacht, den Weltjugendtag soziologisch und kommunikationswissenschaftlich auszuwerten.

Das Forschungsvorhaben ist eine Kooperation der Universitäten von Dortmund, Koblenz-Landau, Trier und Bremen. Es wird von der ‘Deutschen Forschungsgemeinschaft’ gefördert und besitzt eine eigene Homepage.

Arbeitstitel des Projekts: ‘Situative Vergemeinschaftung mittels religiöser Hybridevents’.

Der ‘Hybridcharakter’ des Weltjugendtages entsteht aus der zentral organisierten religiösen Festveranstaltung einerseits und dem Vergemeinschaftungsereignis, das sich von der ‘Basis’ her entwickelt – erklären die Wissenschaftler.

Drei Aspekte werden studiert: die Organisatoren, die Teilnehmer und die Mediatisierung des Ereignisses in Deutschland und Italien.

Im Zentrum der Untersuchungen stehen die Messfeiern, Andachten, Gesprächs-, Gebetskreise und Workshops, aber auch „Großveranstaltungen mit Unterhaltungsprimat“ und spontane Treffen der Teilnehmer untereinander.

Die ‘Eventisierung’ tauche zunehmend überall auf, nicht nur in der Populärkultur. Selbst im religiösen Bereich sei dieser kulturelle Wandlungsprozeß auszumachen:

„Religiöses Gemeinschaftserleben ist zunehmend auf Veranstaltungen konzentriert, welche Momente traditioneller religiöser Festlichkeit mit Momenten populärer Events verbinden“.

Auch die Kirche könnten sich dem Trend, ihr Publikum über die Herstellung von Erlebniswelten zu binden, nicht entziehen. Sie habe sogar diese Entwicklung schon früh und mit Absicht für sich genutzt.

Um die Anziehungskraft und das Gemeinschaftsgefühl der Weltjugendtage zu erhöhen, setze man – neben typisch religiösen Elementen – auch auf international bekannte Jet-Set-Prominenz und mediale Inszenierungen.

„Damit findet die Kirche bei den anderen jene Wurzeln, die sie bei sich selber abgeschnitten hat“, meint dazu ein US-amerikanischer Priester, der gegenwärtig am Weltjugendtag teilnimmt:

„In der Vergangenheit wurden Erlebniswelten vor allem durch die Liturgie und den Kirchenbau errichtet. Das eindrücklichste Beispiel sind die Barockkirchen.“

Doch im Gefolge des letzten Konzils sei das Konzept der Erlebniswelten jahrelang verdächtigt worden, erklärte der Priester:

Die Kirche sei in diesem Bereich jahrhundertelang der Marktführer gewesen: „Jetzt unterwirft sie sich einem Trend, der von außen kommt“, so der Priester.
      
1 Lesermeinung
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#1   apex   09:14:01 | Samstag, 20. August 2005
Kondomen-Weltjugendtag
Gestern verbreitete die N24 Nachrichtenagentur die Nachricht, dass viele Junge Menschen auf das Angebot der deutschen AIDS-Hilfe – die kostenlosen Kondome – zugreifen, weil sie nicht die Morallehre der Kirche teilen.
Wo die Lüge zur Wahrheit deklariert und also solche anerkannt wird, dort beginnt die Wirklichkeit der Hölle. …ator.homepage.t-online.de/
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