16:06:01 | Freitag, 19. August 2005
Die Tatwaffe, mit der Frère Roger Schütz am Dienstag abend erstochen wurde, wurde im nahegelegenen Cluny gekauft. Die Käuferin hat – nach Angaben des Geschäftes – um ein Messer gebeten, „das gut schneidet.“
(kreuz.net, Cluny) Die
36jährige Rumänin Luminitsa Solcan, die am vergangenen Dienstag abend den Prior
der Brüdergemeinschaft von Taizé mit einem Messer tödlich verletzte, befindet sich gegenwärtig im
Untersuchungsgefängnis von Dijon. Das berichtete die rumänische Tageszeitung ‘Jurnalul National’.
Die
Stadt Dijon ist die historische Hauptstadt der französischen Region Burgund im Osten von Frankreich.
Sie liegt rund 100 Kilometer nördlich von Taizè.
Luminitsa gab vor den Untersuchungsbehörden zu, die
Tatwaffe gekauft zu haben. Sie habe aber die tödlichen Verletzungen nicht selber zugefügt.
Wenn es
solche gegeben habe, so habe nicht sie die Tat ausgeführt, sondern jemand anderer. Luminitsa erklärte
auch, daß Frère Roger sich „selber geschnitten“ habe.
Sie habe dem getöteten Gründer der Brüdergemeinschaft
von Taizé das Messer nur an den Hals gehalten, um ihn zu zwingen, ihr zuzuhören, weil sie glaubte, daß
er sich von ihr abwenden würde.
Die verwirrte Täterin wollte Frère Roger vor der Gefahr warnen, Opfer
eines Komplottes von „freimaurerischen Mönchen“ zu werden. Allerdings waren die Hinweise, welche Luminitsa
den Untersuchungsbehörden diesbezüglich liefern konnte, ziemlich vage.
Inzwischen stellten psychiatrische
Experten fest, daß die junge Frau an einem paranoiden Delirium – das heißt: an Wahnvorstellungen – leidet.
Die Polizei hat auch den Verkäufer der Tatwaffe befragt. Luminitsa habe um ein Messer gebeten, daS sehr
gut schneide, wußte dieser zu berichten.
Inzwischen wurde in Taizé ein verlassenes Mietauto gefunden.
Die Untersuchungsbehörden gehen davon aus, das Luminitsa es benützte, um von Lyon nach Taizé zu fahren.
Die Rumänin war am Himmelfahrtstag mit einem von Bukarest kommenden Linienflugzeug in Lyon gelandet.
Rumänische Pilger, die sich zur Zeit in Taizé aufhalten, berichteten, daß sich Luminitsa nicht als
Rumänin ausgegeben habe, sondern mit Landsleuten auf Englisch sprach.
Unter den Rumänen fiel Luminitsa
wegen ihres merkwürdigen Gesichtsausdrucks auf. Sie sei ärmlich gekleidet gewesen und habe einen ungepflegten
Eindruck gemacht.
Luminitsa Solcan leidet seit der Pubertät an psychischen Störungen. Die ersten Symptome
traten bei ihr im Alter von 14 Jahren auf.
Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur ‘Rompres’ wurde
sie im Jahr 2003 in das Psychiatrische Universitätsspital ihrer Heimatstadt Iasi – im Nordosten Rumäniens –
eingeliefert. Damals lautete die Diagnose auf Schizophrenie.
Luminitsa blieb aber nur einen Tag in der
Klinik und verweigerte weitere Behandlungen.
Ärzte erklärten, daß ähnliche Symptome ohne Behandlung
zu Halluzinationen und sogar zu einem mystischen Delirium führen können. Dann können Betroffenen sogar
dem Glauben verfallen, die Stimme Gottes zu hören.
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#5
virOblationis 13:12:27 | Samstag, 20. August 2005
#4
Evelin 09:41:31 | Samstag, 20. August 2005
#3
MilesChristi 19:50:27 | Freitag, 19. August 2005
#2
Sulpicius 18:48:59 | Freitag, 19. August 2005
#1
Athanasius 17:38:56 | Freitag, 19. August 2005