06:27:33 | Samstag, 20. August 2005
Benedikt XVI.
Auf dem Marienfeld sind 700.000 Pilger versammelt. Papst Benedikt XVI. beginnt die feierliche Vigil mit
der Glockenweihe der „temporären Kathedrale“ – des Marienfelds.
Einsetzung
Letzte Aktualisierung: 22.50
Uhr
22.50 – EinsetzungDas Allerheiligste wird in das sogenannte ‘Zelt der Stille’ gebracht. Währenddessen
wiederholt der Chor das Lied ‘Bleibet hier und wachet mit mir’ aus Taize. Der Heilige Vater verläßt
die Bühne über den Nordhang des Hügels.
22.43 – Tantum ergoNach alter kirchlicher Tradition wird
vor dem eucharistischen Segen das „Tantum ergo sacramentum“ des Heiligen Thomas von Aquin gesungen.
22.38 –
FürbittenWeihrauchschalen und Fürbittrollen werden über den Prozessionsweg herbeigebracht und neben
den Altar gestellt. Sieben Jugendliche aus verschiedenen Nationen lesen die Fürbitten in mehreren Sprachen.
22.29 – Anbetung des AllerheiligstenDie Monstranz wird auf den Altar gestellt. Der Papst kniet vor
dem Altar und inzensiert das Allerheiligste. Die Teilnehmer der Prozession verteilen sich um den Altar.
Während der Anbetung werden wiederholende Gesänge vorgetragen, Meditationen gelesen und eine kurze Stille
gehalten.
22.25 – Zwei ProzessionenZwei Prozessionen nähern sich dem Papsthügel aus entgegengesetzten
Richtungen. Eine Gruppe aus Ghana tanzt den Prozessionsweg zur Bühne. Sie stoßt am Fuß des Papsthügels
zur eucharistischen Prozession und schließt sich dieser an.
22.18 – Das Lied des MosesEs wird eine
rockig-moderne Vertonung von Ex 15,1-6.13.17.18 – Das Lied des Moses – gesungen. Dieser Ausschnitt ist
auch in der Liturgie der Osternacht vorgesehen.
22.07 – Licht aus BetlehemZwei Pfadfinder und ein Jugendlicher
aus Israel bringen das Licht aus Betlehem zum Papst und den Umstehenden. Danach wird es an die Teilnehmer
verteilt. Währenddessen ertönt Musik.
22.01 – „Liturgische Jonglage“Jongleur Paul Ponce beginnt zum
Publikum gewandt eine „liturgische Jonglage“ mit Hüten. Danach jongliert der Künstler mit Fackeln.
21.45 – Zur Ehre der MuttergottesDie Weltjugendtags-Marienikone wird über den Prozessionsweg auf den
aus 3000 Tonnen Erde aufgeschütteten Altarhügel gebracht und aufgestellt. Fünf Jugendliche beten in
den fünf Weltjugendtagssprachen je ein Ave Maria.
21.43 – Be-ne-det-toDer Predigt folgen minutenlange
Klatsch- und Sprechchöre.
21.22 – Die HomilieDer Heilige Vater predigt zur Weltjugend. Der Redetext
wurde
vorab veröffentlicht. Benedikt XVI. unterstreicht abseits vom Manuskript, daß Johannes Paul II.
„unter uns“ ist. Es ertönt spontaner Jubel.
21.16 – Aus dem Heiligen EvangeliumDer Diakon liest das
Evangelium von den Sterndeutern – Mt 2,1-11a. Entsprechend dem Motto des Weltjugendtages endet er mit
der Stelle: „Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und
beteten IHN an.“ Dieser Satz wird in fünf Sprachen – Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Polnisch –
wiederholt. Dazwischen singt der Chor ein Halleluja aus Taizé.
21.14 – Segen für den DiakonDie Bibel
wird über den Prozessionsweg zur Amboinsel gebracht. Ein Diakon geht zu Benedikt XVI. und erbittet den
Segen.
21.07 – ZeugnisseZwei Jugendliche geben auf Italienisch und auf Deutsch Zeugnis über ihr Leben
und ihre Liebe zu Christus. Gleichzeitig legen sie den eben gehörten Psalm aus.
20.56 – Getanzter Psalm
Nach der liturgischen – lateinischen – Eröffnung der Vigil wird der Psalm 139,1- 24 gelesen. Eine indische
Tanzgruppe deutet den Psalm anschließend in einer pantomimischen Darstellung.
20.45 – Der Papst an der
GlockeDer Papst weiht die Glocke der „temporären Kathedrale – des Marienfelds – in Erinnerung an Papst
Johannes Paul II. Auf ihr steht geschrieben: „Dich Gott lobe ich, Dich Gott bekenne ich. Papst Benedikt
hat mich geweiht. Johannes Paul II. werde ich gerufen.“ Während der Papst betet, bricht lauter Jubel
aus. Die Be-ne-det-to Sprechchöre werden kurzfristig durch „Giovanni Paulo“- Rufe ersetzt.
19.57 – Be-ne-det-to
Unter Sprechchören fährt das Papamobil am Marienfeld ein. Die Pilger jubeln und schwenken ihre Fahnen.
Es spielt der aus 55 Personen bestehende Weltjugendtagschor. Die Bischöfe und Kardinäle stehen auf dem
Papsthügel. Einige klatschen und winken ins Publikum – und in die Kameras.
18.31 – „Rock am Ring“„Es
ist eine Stimmung wie beim Musikfestival ‘Rock am Ring’“, berichtet die
Homepage des Weltjugendtages:
„Mehr als eine halbe Million Pilger wartet auf den Papst.“ Sie haben den eineinhalbstündigen Fußmarsch
bereits hinter sich und campieren auf ihren Isomatten, Schlafsäcken und Planen. Tausende strömen noch
herbei. Nach Judy Bailey, der Kelly Family, Take 6, Yair Dalal wird gleich Giora Feidman auftreten.
18.03 –
Die Muslime beim PapstIn diesen Minuten trifft der Heilige Vater Vertreter einiger muslimischer Gemeinschaften
im Erzbischöflichen Haus.
Der Redetext wurde vorab veröffentlicht.
„Das Leben jedes Menschen ist heilig,
für die Christen wie auch für die Muslime. Wir haben ein großes Aktionsfeld, in dem wir uns im Dienst
an den moralischen Grundwerten vereint fühlen können. Die Würde der Person und die Verteidigung der
Rechte, die sich aus dieser Würde ergeben, muß Ziel und Zweck jedes sozialen Planes und jedes Bemühens
zu dessen Durchsetzung sein.“
17.01 – „Nimm dein Kreuz auf dich und folge mir“In Australien gibt es
schon konkrete Pläne zur Gestaltung des Weltjugendtages 2008. Nach australischen Medienberichten von
heute stehen Motto und Logo bereits fest. Die Presse beruft sich auf den Erzbischof von Sydney, George
Kardinal Pell. „Take up your cross and follow Me“ – „Nimm dein Kreuz auf dich und folge mir“ – ist als
Motto vorgesehen. Für das Logo wolle man das ‘Kreuz des Südens’ einbeziehen. Das ‘Kreuz des Südens’
ist ein von Mitteleuropa aus nicht zu sehendes Sternbild. Es ist auch in die australische Flagge eingebaut.
Der Eröffnungsgottesdienst soll im Olympiastadion von Sydney zelebriert werden. Die Kosten werden auf
etwa 62 Millionen Euro geschätzt. In Köln rechnen die Veranstalter mit rund 100 Millionen Euro.
15.47 –
20°C, bedeckt, trockenDie vorderen Abschnitte des Marienfeldes im Bereich des Papsthügels sind bereits
jetzt gefüllt: „Die Pilger ziehen singend und Fahnen schwenkend auf das Feld. Die Stimmung ist hervorragend,
die medizinische Lage absolut stabil,“ berichtet der Bundesarzt der Malteser. Momentan herrschten optimale
Wetterverhältnisse: 20 Grad, bedeckt, trocken: „Hoffentlich bleibt das so, denn mancher Pilger hat sich
bei der Kälte zu Beginn der Woche eine Erkältung zugezogen.“ Auf dem Marienfeld stehen insgesamt 45
Unfallhilfsstellen bereit. Heute und morgen werden unter Federführung der Malteser mehr als 2.500 Helfer
der großen Hilfsorganisationen im Sanitätsdienst tätig sein.
14.39 – In ErwartungUm Punkt 8.00 Uhr
sind am heutigen Samstagmorgen die ersten 600 Pilger auf dem Marienfeld eingetroffen, wo morgen die Messe
mit dem Heiligen Vater stattfinden wird. Die Organisatoren des Weltjugendtages rechnen mit der Ankunft
von bis zu 100.000 Menschen pro Stunde. Sie kommen per Shuttle, mit dem Fahrrad oder zu Fuß. Insgesamt
werden über eine Million Vigil-Teilnehmer erwartet. Seit Mittag spielen auf dem Marienfeld Musikgruppen.
13.35 – Papst für islamischen ReligionsunterrichtPapst Benedikt XVI. hat sich nach Auskunft des Ministerpräsidenten
des Landes Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rüttgers, für einen islamischen Religionsunterricht in Deutschland
ausgesprochen. Die in Deutschland lebenden Muslime sollten nicht heimat- und wurzellos werden, gab Rüttgers
nach der Audienz beim Heiligen Vater dessen Ausführungen wieder. Muslime in Deutschland fordern seit
mehr als 20 Jahren regulären Religionsunterricht für ihre Kinder in deutscher Sprache. Zugleich habe
der Papst großes Interesse daran gezeigt, daß das deutsche Bildungssystem fortentwickelt werde. Es sei
wieder eine wertebezogene Bildung und Ausbildung von Nöten.
11.56 – Papst reist in die TürkeiPapst
Benedikt XVI. hat laut einem Bericht der türkischen Zeitung ‘Milliyet’ eine Einladung in die Türkei
angenommen. Benedikt XVI. wolle das Land vom 28. bis 30. November besuchen – sofern dem keine Terminprobleme
des Staatspräsidenten und der Regierung in Ankara entgegenstünden. Sollte der Besuch zu Stande kommen,
wäre das die zweite Visite eines Papstes in der Türkei. Johannes Paul II. hatte das Land vor 26 Jahren
ebenfalls Ende November besucht. Papst Benedikt XVI. plant nach Aussage seines Sprechers derzeit keine
weiteren Auslandsreisen. Das könnte allerdings in zwei bis drei Wochen schon anders werden, erklärte
der Vatikansprecher Joaquin Navarro-Valls am Freitag in Köln. Es lägen eine Reihe von Einladungen für
Benedikt XVI. vor.
11.51 – Nach den AudienzenPapst Benedikt XVI. beendet die Audienzen für mehrere
deutsche Spitzenpolitiker und ihre Ehepartner. Insgesamt dauerten die Gespräche im Erzbischöflichen
Haus eine Stunde.
Bundestagspräsident
Wolfgang Thierse sprach Papst Benedikt XVI. auf den abtreibungsfördernden
Verein ‘Donum Vitae’ an. Der Papst bekräftigte darauf die „entschiedene Position“ des Vatikan, erklärte
Thierse nach der Audienz vor Journalisten: Der Papst sei ein heiter entspannter und aufmerksamer Gesprächspartner.
Gleich zu Beginn des Treffens sei der Heilige Vater auf die anstehenden Bundestagsneuwahlen und die zurückliegende
Legislaturperiode zu sprechen gekommen.
Bundeskanzler
Gerhard Schröder verläßt das Erzbischöfliche
Haus, ohne etwas über das Gespräch mit dem Papst mitzuteilen.
Die Parteivorsitzende der CDU,
Angela
Merkel, sagte nach ihrer Audienz mit Benedikt XVI., sie habe sich mit dem Papst „gut unterhalten“. Sie
sei erfreut, einen deutschen Papst auf deutschem Boden getroffen zu haben. Merkel erklärte, sie habe
mit Benedikt XVI. über die Ökumene sowie die Zukunft Deutschlands und Europas gesprochen.
11.42 – Hoffnungsvolles
SignalBundestagspräsident Wolfgang Thierse, den Benedikt XVI. heute empfängt, forderte den Papst in
einem Gastbeitrag für die Samstagsausgabe der in Düsseldorf erscheinenden Tageszeitung ‘Rheinische Post’
auf, „immer auch ein störender und störrischer Faktor in der Weltöffentlichkeit“ zu sein. Dabei solle
er die christliche Kritik an den „Gefahren des Ökonomismus“ zum Ausdruck bringen. CDU-Bundesvorsitzende
Merkel äußerte sich in der Zeitung beeindruckt über den Verlauf des Weltjugendtags: „Diese Freude der
Jugendlichen bei der Praktizierung des Glaubens und das fröhliche Aufeinandertreffen Jugendlicher ganz
unterschiedlicher Kulturen sind ein sehr hoffnungsvolles Signal für die gesamte Weltgemeinschaft.“
10.44 –
„Sehr zufrieden“Der Kardinalvikar von Rom, Camillo Ruini, bedauerte vor dem ‘Kölner Stadtanzeiger’,
daß er von der Atmosphäre des Weltjugendtags wenig mitbekomme: „Ich bin meistens in Kirchen und schaffe
es selten nach draußen.“ Dennoch sei er „sehr zufrieden“ mit dem Verlauf der Veranstaltung. „Auch die
jungen Leute sind zufrieden“, sagt der Kardinal. Das habe er gespürt, als er am Mittwoch abend im Kölner
Rhein-Energie-Stadion eine Messe gelesen habe: „Wir sind auch sehr zufrieden mit den jungen Leuten.“
09.26 – Keine AusnahmeHeute Vormittag gewährt der Heilige Vater einigen ausgewählten Persönlichkeiten
des politischen Lebens in der Erzbischöflichen Residenz eine Audienz. Unter ihnen findet sich der Kölner
Oberbürgermeister, Fritz Schramma und dessen Gattin Ulla. Schramma brachte bereits gestern seine Freude
über die Begegnung zum Ausdruck: „Heute in der Synagoge bin ich dem Papst zum dritten Mal begegnet. Benedikt
XVI. hat in Köln schon Hunderttausende Menschen aus aller Welt begeistert und zieht Jung und Alt mit
seiner Ausstrahlung in seinen Bann – ich bin da keine Ausnahme.“
08.25 – Aufbruch ohne AutoDer Weg
zum Marienfeld: Das Gebiet auf dem der Papst am Samstag abend die Virgil und am Sonntag morgen die heilige
Messe abhält, wird von einem 10 km breiten Sperrgebiet umgeben, auf dem Autos weder fahren noch parken
dürfen. Deshalb rät die Polizei den Besuchern, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Die Wege
von den Haltestellen bis zum Marienfeld sind ausgeschildert. Der eigentliche Pilgerweg zum Marienfeld
beginnt am Kölner Dom und ist etwa 20 Kilometer lang.
07.23 – Das Programm des Papstes für den Samstag
Heilige Messe im Erzbischöflichen Haus – privat
10.00 Uhr – Audienzen im Erzbischöflichen Haus für
einige Autoritäten des politischen und gesellschaftlichen Lebens in Deutschland: Bundeskanzler Gerhard
Schröder, Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, die Parteivorsitzende der CDU, Angela Merkel, und den
Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rüttgers.
18.00 Uhr – Audienz für Vertreter
einiger muslimischer Gemeinschaften im Erzbischöflichen Haus, Ansprache des Heiligen Vaters.
19.00 Uhr
– Fahrt im Wagen vom Erzbischöflichen Haus zum Marienfeld.
19.30 Uhr – Ankunft auf dem Marienfeld, Grußwort
an die anwesenden Bischöfe.
20.30 Uhr – Vigil mit den Jugendlichen auf dem Marienfeld, Ansprache des
Heiligen Vaters.
22.30 Uhr – Fahrt im Wagen vom Marienfeld zum Erzbischöflichen Haus.
23.00 Uhr – Ankunft
im Erzbischöflichen Haus.
06.31 – Das Danach des Ökumene-GesprächsBei einer Pressekonferenz unmittelbar
nach dem Gespräch mit Papst Benedikt XVI. im Erzbischöflichen Haus zeigte sich der Ratzsvorsitzende
der Evangelischen Gemeinschaft Deutschland, der protestantische Bischof Wolfgang Huber, „ermutigt“ für
den weiteren ökumenischen Dialog. Huber sprach ausdrücklich den Wunsch nach dem „gemeinsamen Abendmahl“
für konfessionsverschiedene Ehen aus. Auch „harte Fragen“ habe man angesprochen, etwa das Kirchenverständnis
und das Verständnis des kirchlichen Amtes. Er sei „zuversichtlich, daß aus Deutschland weitere Beiträge
zu einem guten öffentlichen Miteinander“ kommen würden. Als positiv vermerkte Huber zudem, daß Benedikt
XVI. die Einheit der Kirche zu einer Priorität seines Pontifikates erklärt und gesagt habe, er rede
nicht einer Rückkehrökumene das Wort. „Das haben wir dankbar zur Kenntnis genommen“, fügte der Protestant
an. Tief berührt zeigte sich der griechisch-orthodoxe Metropolit Augoustinos Labardakis. Zum einen deshalb,
weil der Papst einer seiner Lehrer gewesen sei, zum anderen, weil er erklärt habe, der ökumenische Dialog
müsse „zu dritt“ geführt werden: „Das hat uns Orthodoxe sehr bewegt.“
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