Benedikt XVI.
Der dritte Tag in Deutschland
Auf dem Marienfeld sind 700.000 Pilger versammelt. Papst Benedikt XVI. beginnt die feierliche Vigil mit der Glockenweihe der „temporären Kathedrale“ – des Marienfelds.

Einsetzung
Letzte Aktualisierung: 22.50 Uhr
22.50 – Einsetzung

Das Allerheiligste wird in das sogenannte ‘Zelt der Stille’ gebracht. Währenddessen wiederholt der Chor das Lied ‘Bleibet hier und wachet mit mir’ aus Taize. Der Heilige Vater verläßt die Bühne über den Nordhang des Hügels.

22.43 – Tantum ergo

Nach alter kirchlicher Tradition wird vor dem eucharistischen Segen das „Tantum ergo sacramentum“ des Heiligen Thomas von Aquin gesungen.

22.38 – Fürbitten

Weihrauchschalen und Fürbittrollen werden über den Prozessionsweg herbeigebracht und neben den Altar gestellt. Sieben Jugendliche aus verschiedenen Nationen lesen die Fürbitten in mehreren Sprachen.

22.29 – Anbetung des Allerheiligsten

Die Monstranz wird auf den Altar gestellt. Der Papst kniet vor dem Altar und inzensiert das Allerheiligste. Die Teilnehmer der Prozession verteilen sich um den Altar. Während der Anbetung werden wiederholende Gesänge vorgetragen, Meditationen gelesen und eine kurze Stille gehalten.

22.25 – Zwei Prozessionen

Zwei Prozessionen nähern sich dem Papsthügel aus entgegengesetzten Richtungen. Eine Gruppe aus Ghana tanzt den Prozessionsweg zur Bühne. Sie stoßt am Fuß des Papsthügels zur eucharistischen Prozession und schließt sich dieser an.

22.18 – Das Lied des Moses

Es wird eine rockig-moderne Vertonung von Ex 15,1-6.13.17.18 – Das Lied des Moses – gesungen. Dieser Ausschnitt ist auch in der Liturgie der Osternacht vorgesehen.

22.07 – Licht aus Betlehem

Zwei Pfadfinder und ein Jugendlicher aus Israel bringen das Licht aus Betlehem zum Papst und den Umstehenden. Danach wird es an die Teilnehmer verteilt. Währenddessen ertönt Musik.

22.01 – „Liturgische Jonglage“

Jongleur Paul Ponce beginnt zum Publikum gewandt eine „liturgische Jonglage“ mit Hüten. Danach jongliert der Künstler mit Fackeln.

21.45 – Zur Ehre der Muttergottes

Die Weltjugendtags-Marienikone wird über den Prozessionsweg auf den aus 3000 Tonnen Erde aufgeschütteten Altarhügel gebracht und aufgestellt. Fünf Jugendliche beten in den fünf Weltjugendtagssprachen je ein Ave Maria.

21.43 – Be-ne-det-to

Der Predigt folgen minutenlange Klatsch- und Sprechchöre.

21.22 – Die Homilie

Der Heilige Vater predigt zur Weltjugend. Der Redetext wurde vorab veröffentlicht. Benedikt XVI. unterstreicht abseits vom Manuskript, daß Johannes Paul II. „unter uns“ ist. Es ertönt spontaner Jubel.

21.16 – Aus dem Heiligen Evangelium

Der Diakon liest das Evangelium von den Sterndeutern – Mt 2,1-11a. Entsprechend dem Motto des Weltjugendtages endet er mit der Stelle: „Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und beteten IHN an.“ Dieser Satz wird in fünf Sprachen – Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Polnisch – wiederholt. Dazwischen singt der Chor ein Halleluja aus Taizé.

21.14 – Segen für den Diakon

Die Bibel wird über den Prozessionsweg zur Amboinsel gebracht. Ein Diakon geht zu Benedikt XVI. und erbittet den Segen.

21.07 – Zeugnisse

Zwei Jugendliche geben auf Italienisch und auf Deutsch Zeugnis über ihr Leben und ihre Liebe zu Christus. Gleichzeitig legen sie den eben gehörten Psalm aus.

20.56 – Getanzter Psalm

Nach der liturgischen – lateinischen – Eröffnung der Vigil wird der Psalm 139,1- 24 gelesen. Eine indische Tanzgruppe deutet den Psalm anschließend in einer pantomimischen Darstellung.

20.45 – Der Papst an der Glocke

Der Papst weiht die Glocke der „temporären Kathedrale – des Marienfelds – in Erinnerung an Papst Johannes Paul II. Auf ihr steht geschrieben: „Dich Gott lobe ich, Dich Gott bekenne ich. Papst Benedikt hat mich geweiht. Johannes Paul II. werde ich gerufen.“ Während der Papst betet, bricht lauter Jubel aus. Die Be-ne-det-to Sprechchöre werden kurzfristig durch „Giovanni Paulo“- Rufe ersetzt.

19.57 – Be-ne-det-to

Unter Sprechchören fährt das Papamobil am Marienfeld ein. Die Pilger jubeln und schwenken ihre Fahnen. Es spielt der aus 55 Personen bestehende Weltjugendtagschor. Die Bischöfe und Kardinäle stehen auf dem Papsthügel. Einige klatschen und winken ins Publikum – und in die Kameras.

18.31 – „Rock am Ring“

„Es ist eine Stimmung wie beim Musikfestival ‘Rock am Ring’“, berichtet die Homepage des Weltjugendtages: „Mehr als eine halbe Million Pilger wartet auf den Papst.“ Sie haben den eineinhalbstündigen Fußmarsch bereits hinter sich und campieren auf ihren Isomatten, Schlafsäcken und Planen. Tausende strömen noch herbei. Nach Judy Bailey, der Kelly Family, Take 6, Yair Dalal wird gleich Giora Feidman auftreten.

18.03 – Die Muslime beim Papst

In diesen Minuten trifft der Heilige Vater Vertreter einiger muslimischer Gemeinschaften im Erzbischöflichen Haus. Der Redetext wurde vorab veröffentlicht.

„Das Leben jedes Menschen ist heilig, für die Christen wie auch für die Muslime. Wir haben ein großes Aktionsfeld, in dem wir uns im Dienst an den moralischen Grundwerten vereint fühlen können. Die Würde der Person und die Verteidigung der Rechte, die sich aus dieser Würde ergeben, muß Ziel und Zweck jedes sozialen Planes und jedes Bemühens zu dessen Durchsetzung sein.“

17.01 – „Nimm dein Kreuz auf dich und folge mir“

In Australien gibt es schon konkrete Pläne zur Gestaltung des Weltjugendtages 2008. Nach australischen Medienberichten von heute stehen Motto und Logo bereits fest. Die Presse beruft sich auf den Erzbischof von Sydney, George Kardinal Pell. „Take up your cross and follow Me“ – „Nimm dein Kreuz auf dich und folge mir“ – ist als Motto vorgesehen. Für das Logo wolle man das ‘Kreuz des Südens’ einbeziehen. Das ‘Kreuz des Südens’ ist ein von Mitteleuropa aus nicht zu sehendes Sternbild. Es ist auch in die australische Flagge eingebaut. Der Eröffnungsgottesdienst soll im Olympiastadion von Sydney zelebriert werden. Die Kosten werden auf etwa 62 Millionen Euro geschätzt. In Köln rechnen die Veranstalter mit rund 100 Millionen Euro.

15.47 – 20°C, bedeckt, trocken

Die vorderen Abschnitte des Marienfeldes im Bereich des Papsthügels sind bereits jetzt gefüllt: „Die Pilger ziehen singend und Fahnen schwenkend auf das Feld. Die Stimmung ist hervorragend, die medizinische Lage absolut stabil,“ berichtet der Bundesarzt der Malteser. Momentan herrschten optimale Wetterverhältnisse: 20 Grad, bedeckt, trocken: „Hoffentlich bleibt das so, denn mancher Pilger hat sich bei der Kälte zu Beginn der Woche eine Erkältung zugezogen.“ Auf dem Marienfeld stehen insgesamt 45 Unfallhilfsstellen bereit. Heute und morgen werden unter Federführung der Malteser mehr als 2.500 Helfer der großen Hilfsorganisationen im Sanitätsdienst tätig sein.

14.39 – In Erwartung

Um Punkt 8.00 Uhr sind am heutigen Samstagmorgen die ersten 600 Pilger auf dem Marienfeld eingetroffen, wo morgen die Messe mit dem Heiligen Vater stattfinden wird. Die Organisatoren des Weltjugendtages rechnen mit der Ankunft von bis zu 100.000 Menschen pro Stunde. Sie kommen per Shuttle, mit dem Fahrrad oder zu Fuß. Insgesamt werden über eine Million Vigil-Teilnehmer erwartet. Seit Mittag spielen auf dem Marienfeld Musikgruppen.

13.35 – Papst für islamischen Religionsunterricht

Papst Benedikt XVI. hat sich nach Auskunft des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rüttgers, für einen islamischen Religionsunterricht in Deutschland ausgesprochen. Die in Deutschland lebenden Muslime sollten nicht heimat- und wurzellos werden, gab Rüttgers nach der Audienz beim Heiligen Vater dessen Ausführungen wieder. Muslime in Deutschland fordern seit mehr als 20 Jahren regulären Religionsunterricht für ihre Kinder in deutscher Sprache. Zugleich habe der Papst großes Interesse daran gezeigt, daß das deutsche Bildungssystem fortentwickelt werde. Es sei wieder eine wertebezogene Bildung und Ausbildung von Nöten.

11.56 – Papst reist in die Türkei

Papst Benedikt XVI. hat laut einem Bericht der türkischen Zeitung ‘Milliyet’ eine Einladung in die Türkei angenommen. Benedikt XVI. wolle das Land vom 28. bis 30. November besuchen – sofern dem keine Terminprobleme des Staatspräsidenten und der Regierung in Ankara entgegenstünden. Sollte der Besuch zu Stande kommen, wäre das die zweite Visite eines Papstes in der Türkei. Johannes Paul II. hatte das Land vor 26 Jahren ebenfalls Ende November besucht. Papst Benedikt XVI. plant nach Aussage seines Sprechers derzeit keine weiteren Auslandsreisen. Das könnte allerdings in zwei bis drei Wochen schon anders werden, erklärte der Vatikansprecher Joaquin Navarro-Valls am Freitag in Köln. Es lägen eine Reihe von Einladungen für Benedikt XVI. vor.

11.51 – Nach den Audienzen

Papst Benedikt XVI. beendet die Audienzen für mehrere deutsche Spitzenpolitiker und ihre Ehepartner. Insgesamt dauerten die Gespräche im Erzbischöflichen Haus eine Stunde.

Bundestagspräsident Wolfgang Thierse sprach Papst Benedikt XVI. auf den abtreibungsfördernden Verein ‘Donum Vitae’ an. Der Papst bekräftigte darauf die „entschiedene Position“ des Vatikan, erklärte Thierse nach der Audienz vor Journalisten: Der Papst sei ein heiter entspannter und aufmerksamer Gesprächspartner. Gleich zu Beginn des Treffens sei der Heilige Vater auf die anstehenden Bundestagsneuwahlen und die zurückliegende Legislaturperiode zu sprechen gekommen.

Bundeskanzler Gerhard Schröder verläßt das Erzbischöfliche Haus, ohne etwas über das Gespräch mit dem Papst mitzuteilen.

Die Parteivorsitzende der CDU, Angela Merkel, sagte nach ihrer Audienz mit Benedikt XVI., sie habe sich mit dem Papst „gut unterhalten“. Sie sei erfreut, einen deutschen Papst auf deutschem Boden getroffen zu haben. Merkel erklärte, sie habe mit Benedikt XVI. über die Ökumene sowie die Zukunft Deutschlands und Europas gesprochen.

11.42 – Hoffnungsvolles Signal

Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, den Benedikt XVI. heute empfängt, forderte den Papst in einem Gastbeitrag für die Samstagsausgabe der in Düsseldorf erscheinenden Tageszeitung ‘Rheinische Post’ auf, „immer auch ein störender und störrischer Faktor in der Weltöffentlichkeit“ zu sein. Dabei solle er die christliche Kritik an den „Gefahren des Ökonomismus“ zum Ausdruck bringen. CDU-Bundesvorsitzende Merkel äußerte sich in der Zeitung beeindruckt über den Verlauf des Weltjugendtags: „Diese Freude der Jugendlichen bei der Praktizierung des Glaubens und das fröhliche Aufeinandertreffen Jugendlicher ganz unterschiedlicher Kulturen sind ein sehr hoffnungsvolles Signal für die gesamte Weltgemeinschaft.“

10.44 – „Sehr zufrieden“

Der Kardinalvikar von Rom, Camillo Ruini, bedauerte vor dem ‘Kölner Stadtanzeiger’, daß er von der Atmosphäre des Weltjugendtags wenig mitbekomme: „Ich bin meistens in Kirchen und schaffe es selten nach draußen.“ Dennoch sei er „sehr zufrieden“ mit dem Verlauf der Veranstaltung. „Auch die jungen Leute sind zufrieden“, sagt der Kardinal. Das habe er gespürt, als er am Mittwoch abend im Kölner Rhein-Energie-Stadion eine Messe gelesen habe: „Wir sind auch sehr zufrieden mit den jungen Leuten.“

09.26 – Keine Ausnahme

Heute Vormittag gewährt der Heilige Vater einigen ausgewählten Persönlichkeiten des politischen Lebens in der Erzbischöflichen Residenz eine Audienz. Unter ihnen findet sich der Kölner Oberbürgermeister, Fritz Schramma und dessen Gattin Ulla. Schramma brachte bereits gestern seine Freude über die Begegnung zum Ausdruck: „Heute in der Synagoge bin ich dem Papst zum dritten Mal begegnet. Benedikt XVI. hat in Köln schon Hunderttausende Menschen aus aller Welt begeistert und zieht Jung und Alt mit seiner Ausstrahlung in seinen Bann – ich bin da keine Ausnahme.“

08.25 – Aufbruch ohne Auto

Der Weg zum Marienfeld: Das Gebiet auf dem der Papst am Samstag abend die Virgil und am Sonntag morgen die heilige Messe abhält, wird von einem 10 km breiten Sperrgebiet umgeben, auf dem Autos weder fahren noch parken dürfen. Deshalb rät die Polizei den Besuchern, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Die Wege von den Haltestellen bis zum Marienfeld sind ausgeschildert. Der eigentliche Pilgerweg zum Marienfeld beginnt am Kölner Dom und ist etwa 20 Kilometer lang.

07.23 – Das Programm des Papstes für den Samstag

Heilige Messe im Erzbischöflichen Haus – privat
10.00 Uhr – Audienzen im Erzbischöflichen Haus für einige Autoritäten des politischen und gesellschaftlichen Lebens in Deutschland: Bundeskanzler Gerhard Schröder, Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, die Parteivorsitzende der CDU, Angela Merkel, und den Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rüttgers.
18.00 Uhr – Audienz für Vertreter einiger muslimischer Gemeinschaften im Erzbischöflichen Haus, Ansprache des Heiligen Vaters.
19.00 Uhr – Fahrt im Wagen vom Erzbischöflichen Haus zum Marienfeld.
19.30 Uhr – Ankunft auf dem Marienfeld, Grußwort an die anwesenden Bischöfe.
20.30 Uhr – Vigil mit den Jugendlichen auf dem Marienfeld, Ansprache des Heiligen Vaters.
22.30 Uhr – Fahrt im Wagen vom Marienfeld zum Erzbischöflichen Haus.
23.00 Uhr – Ankunft im Erzbischöflichen Haus.

06.31 – Das Danach des Ökumene-Gesprächs

Bei einer Pressekonferenz unmittelbar nach dem Gespräch mit Papst Benedikt XVI. im Erzbischöflichen Haus zeigte sich der Ratzsvorsitzende der Evangelischen Gemeinschaft Deutschland, der protestantische Bischof Wolfgang Huber, „ermutigt“ für den weiteren ökumenischen Dialog. Huber sprach ausdrücklich den Wunsch nach dem „gemeinsamen Abendmahl“ für konfessionsverschiedene Ehen aus. Auch „harte Fragen“ habe man angesprochen, etwa das Kirchenverständnis und das Verständnis des kirchlichen Amtes. Er sei „zuversichtlich, daß aus Deutschland weitere Beiträge zu einem guten öffentlichen Miteinander“ kommen würden. Als positiv vermerkte Huber zudem, daß Benedikt XVI. die Einheit der Kirche zu einer Priorität seines Pontifikates erklärt und gesagt habe, er rede nicht einer Rückkehrökumene das Wort. „Das haben wir dankbar zur Kenntnis genommen“, fügte der Protestant an. Tief berührt zeigte sich der griechisch-orthodoxe Metropolit Augoustinos Labardakis. Zum einen deshalb, weil der Papst einer seiner Lehrer gewesen sei, zum anderen, weil er erklärt habe, der ökumenische Dialog müsse „zu dritt“ geführt werden: „Das hat uns Orthodoxe sehr bewegt.“
      
9 Lesermeinungen
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#9   palestrina   07:09:17 | Sonntag, 21. August 2005
zumutung
@romulus,
Du hast recht. Man muß nur sagen, daß die ganzen „Programmpunkte“ natürlich für ein Event mit J.P. II geplant worden sind, der das Meiste sicher gut gefunden hätte. Die (real, praktischen) Möglichkeiten Benedikts, hier Einfluß zu nehmen, waren sicher gleich null.
Die Sache mit der Musik ist noch schärfer zu sehn. Liturgische Musik ist keine Frage von Vorlieben, sonst könnten die Organisatoren, vermutlich mit Recht, darauf hinweisen, die Mehrzahl der Anwesenden sei nun mal Liebhaber von Sacro-Pop.
Es gibt vielmehr klar definierte Aussagen seitens der Kirche dazu, die sämtliche wiederholt scharf verletzt wurden, was in Deutschland schon Tradition ist. Das gilt natürlich erst recht für die Jongliererei und die Tänze. Die Sache mit one world kann man hingegen so oder so sehen. Auf jeden Fall hat so was in einem Gottesdienst nichts zu suchen.
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#8   Romulus   23:34:08 | Samstag, 20. August 2005
Schlau gemacht… ONE WOLRD
Beobachtungen
1) Über dem Chor in der Vigil hing ein riesengroßes Gemälde (Bild oder Poster) mit der Aufschrift:
ONE WORLD
Laufendzu wurde das eingeblendet!
2) Ständig wurde das Allerheiligste mit irgendwelchen anderen Fernsehbildern überblendet. Die Hostie konnte man kaum erkennen. Was soll das? Das ist Frevel!
3) Warum hat man keinen Himmel (Baldachim) über dem Allerheiligsten getragen?
4) Bischöfe und Kardinäle, die wie auf einer Cocktail-Party herumstanden.
5) Weihrauch gebührt Gott allein und nicht wie in buddhistischer Manier nach den Bitten Weihrauch.
6) Die Musik war bisweilen eine Zumutung und für Liebhaber harmonikaler klassischer Musik kaum zu ertragen.
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#7   josefmaria †   18:34:03 | Samstag, 20. August 2005
@Athanasius
Ich störe ja nur ungern in deinen etwas einseitig-nostalgischen Überlegungen (An dieser Stelle bitte mir nicht böse sein!), aber 1. redete ich nie vor einer Rückkehr zum alten Ritus u. 2. hat J. Ratzinger, wie du weißt, eine Entwicklung gemacht, die ihn weitaus mehr sensiblisiert hat für die Tradition der Kirche als dies noch in den 50/60ern der Fall war. Seine Schriften (vgl. Gott u. die Welt) neigen ja da durchaus zur Selbstkritik. Vor diesem Hintergrund halte ich nach wie vor fest an der Meinung, daß jemand, der die vorkonziliare Kirche kennt u. gleichermaßen das V2 mitgestaltet hat, in einer besseren Ausgangslage ist als jemand, der dies nicht mehr miterlebt hat. Für einseitig halte ich die Meinung, der alte Ritus sei ohne jeden Mangel u. müsse unbedingt wiedereingeführt werden. Dies ist im übrigen auch nicht Lehre der Kirche. Gleichwohl bin ich wie viele (vielleicht darf ich dich da einschließen) der Meinung, daß manchen Tendenzen der heutigen Liturgie gegengesteuert werden muß, um dem Ritus wieder mehr Würde u. Festlichkeit zu verleihen. Dazu ist die Liturgiekonstitution des V2 u. ihre tatsächliche Umsetzung aber zunächst einmal eine gute Ausgangsbasis. Die Diskriminierung des alten Ritus allerdings, die man daran erkennen kann, daß ein Diözesanpriester eine Dispens benötigt, um nach ihm zu zelebrieren, ist nicht richtig. Insofern denke ich nähern wir uns an, wenn ich sage, daß der alte Ritus als bedeutender Teil der kirchlichen Tradition einen anderen Umgang verdient.
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#6   Athanasius   18:12:08 | Samstag, 20. August 2005
___________
der die vorkonziliäre Zeit lediglich aus seiner Schulzeit kennt
Nicht böse gemeint, aber da lache ich doch ein Bißchen! Josef Ratzinger wurde 1951 unter der großen Nachkriegsblüte unter Pius XII. Priester geweiht. Ich habe Videos von seiner Priesterweihe gesehen. Ganz in römanischen Kaseln, alles „traditionalistisch“.
Er wuchs auf in einer strengkatholischen Familie.
Er kennt die „vorkonziliare“ Kirche völlig und gut und eine Verwerfung der Lehren etwa des Pius XII. kann nie „gerechtfertigt“ werden mit irgendwelcher Ignoranz. Er hat nicht unbewusst die Umschaltung zur Konzilskirche und der neuen Liturgie mitgemacht, sondern aktiv gefördert.
Vielleicht haben ihm aber die „vorkonziliare“ Erziehung usw. auch dazu gebracht in seinen Schriften seit 1958 massiv die traditionelle Lehre in Frage zu stellen oder gar manchmal zu attackieren.
Leider muss ich dies sagen. Ich hätte lieber über Benedikt XVI. mit Triumphantilismus mit Lob geredet. Ich liebe das Papsttum, aber der Modernismus ist allgegenwärtig an der Spitze der Hierarchie.
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#5   josefmaria †   18:05:00 | Samstag, 20. August 2005
@Romulus
Ich stimme völlig zu, was das Benehmen vieler Seminaristen angeht. Man beachte auch, wie schwer es für den Papst und seine Begleiter war, die Kirche wieder zu verlassen angesichts derer, die den Papst an der Soutane festzuhalten versuchten. Unmöglich! Befremdlich auch, daß der päpstliche Reisemarschall derart häufig dazwischen gehen mußte.
Was den WJT 2008 angeht, so bin ich sehr zuversichtlich, daß auch dieser in der lebhaften Tradition des diesjährigen und der letzten stehen wird.
Ich hoffe nur, daß der Journalist Peter Seewald sich täuscht, der auf die Frage eines Reporters nach der größten Schwäche Benedikts XVI. jüngst antwortete, daß dieser zu viel Fruchtlimonade trinke und „nicht nein sagen kann“. Die letzte Einschätzung kann ich zwar im Grunde nicht nachvollziehen, aber die zahlreichen Einladungen aus aller Welt, über die kreuz.net berichtet, rufen mir sie immer wieder sorgenvoll ins Gedächtnis: Denn ich hoffe, daß Papst Benedikt XVI. gemäß der oft genannten Vermutung weniger reisen wird als sein Vorgänger und verstärkt innerkatholische Thematiken angeht. Man bedenke auch: Nach Papst Johannes Paul II. als letztem Konzilsbischof wird Papst Benedikt XVI. als Konzilstheologe wohl letzter Papst sein, der am II. Vatikanum teilnahm und von daher mit anderen Voraussetzungen an Themen wie „Reform der Liturgiereform“ herantritt als ein Papst, der die vorkonziliäre Zeit lediglich aus seiner Schulzeit kennt (Bischöfe und Kardinale ab Jahrgang 1944).
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#4   Romulus   11:57:50 | Samstag, 20. August 2005
Unheimliche Menschenmassen
Die Seminaristen grüßen den Heiligen Vater in – dezenten – Sprechchören und Jubelrufen.
Diese Vesper mit den Seminaristen war liturgisch total daneben. Man meint nicht, dass diese Typen, die da im Publikum hockten, mal Priester werden wollen. Wenn oben steht „dezent“ jubelnd, da kann ich nur lachen. Der Papst mußte mit Handzeichen eindringlich um Ruhe bitte, sonst hätten diese fanatisierten Schreihälse auch noch das Salve Regina, das der Chor schon begonnen hatte und abbrechen mußte, auch noch niedergebrüllt. In der Kirche St. Pantaleon selbst eskalierte beinahe die Sicherheitslage, als die fanatisierten und schreienden Massen übereinanderstiegen, um einen Blick oder eine Berührung zu erhaschen. Die Security war froh als der Papst die Kirche verlassen hatte.
Der Kult um seine Person ist Benedikt unheimlich, JP II dagegen hat als Schauspieler diesen Personenkult sichtlich genossen.
Wehe wehe, wenn ich auf das Ende der Massenveranstaltungen sehe. Ich wage zu behaupten, beim nächsten WJT in Sydney ist Benedikt nicht mehr dabei.
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#3   Athanasius   11:36:08 | Samstag, 20. August 2005
_________
Weshalb freut man sich so sehr. Das Neue ‘Pfingsten’ vom II. Vatikanum? Lässt man sich wirklich benebeln von einer inzidentellen, ob auch massalen, Jugendveranstaltung als sei die Kirche ‘ganz in Ordnung und in einer Frühling’?
Ein wird ‘lecker’ gemischt mit fast einer Million Pilger – Mädel und Jungen gemeinsam – geschlafen unter den Sternen auf dem Marienfeld zu Köln. Katholisch oder Contra-Moral? Fest oder Apostasie? (Es passiert bestimmt gutes, aber diese Sachen sollten nie passieren dürfen auf einem ‘katholischen’ Event.)
Muslime bekehren?
Das wird nicht geschehen. Es wird wieder ein leckerer Tag der Vatikanum II ‘Mission’. Dialog. Dialog. Bleibt ‘gute Muslime’ wir bleiben ‘gute Katholiken’ und ‘jeder kommt in den Himmel hinein’.
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#2   Romulus   11:00:51 | Samstag, 20. August 2005
Moslems
Hoffentlich ermahnt der Papst die Moslems zur Bekehrung!
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#1   Inderwld   10:56:32 | Samstag, 20. August 2005
Bedauern?
Wieso bedauert Kardinal Ruini, dass er mehr in der Kirche ist, als auf den Plätzen? Ist es nicht der Sinn eines katholischen Festes, dass man in die Kirchen geht und betet?
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