Weltjugendtag
Deutsche Organisation?
Der Präsident der Italienischen Bischofskonferenz und dreißig weitere italienischer Kardinäle und Bischöfe versuchten am Donnerstag nachmittag vergeblich, in Köln zu stranden.
(kreuz.net, Köln) Das italienische Glücksgefühl über das deutsche Organisationstalent hält sich in Grenzen. Das berichtete das italienische Boulevard-Magazin ‘Panorama’.

Der Zorn der italienischen Prälaten kochte am Donnerstag nachmittag auf, als Papst Benedikt XVI. im Begriff war, auf einem Rheinschiff in Köln anzureisen.

Die Italienische Bischofskonferenz hatte von den Organisatoren die Einladung erhalten, mit einigen Kardinälen und Bischöfen an der Schiffsreise des Papstes teilzunehmen.

Das Sekretariat der Bischöfe ging davon aus, daß sich die Eingeladenen auf dem Schiff des Papstes befinden würden. Darum nahmen die Prälaten die Einladung gerne an.

Als es bereits zu spät war, stellten die Bischöfe fest, daß sie einem zweiten Schiff zugeteilt waren, das die Vertreter der europäischen Kirche aufnahm.

Nicht genug damit. Als der Papst bereits an Land war und sich auf den Weg zum Kölner Dom machte, saßen die italienischen Kardinäle und Bischöfe eine weitere halbe Stunde in ihrem Boot und warteten, endlich an Land gelassen zu werden.

Den Erzbischof von Genua, Tarcisio Kardinal Bertone, der jahrelang als zweiter Mann in der Glaubenskongregation mit Kardinal Ratzinger zusammenarbeitete, ergriff der heilige Zorn. Er zückte sein Mobiltelefon und telefonierte ins vatikanische Staatssekretariat.

Am Abend entschuldigten sich die Verantwortlichen im Organisationskomitee bei den Italienischen Bischöfen.

Doch das war nicht der einzige Vorfall.

Ein sizilianischer Priester aus der Stadt Catania und ein Pilger wurden – vielleicht wegen ihres dunkleren Aussehens – von der Polizei zwölf Stunden festgehalten.

Der Apostolische Nuntius in Deutschland mußte höchstpersönlich intervenieren, um das Mißverständnis aufzuklären.

Tausende von italienischen Pilgern blieben außerdem ohne Essen, weil es bei der Verteilung Schwierigkeiten gab. Zunächst entschied das Sekretariat der Italienischen Bischofskonferenz, für die Spesen aufzukommen.

Doch dann erklärten sich die Organisatoren des Weltjugendtages selbstverständlich bereit, das Geld für die nicht erhaltenen Mahlzeiten zurückzubezahlen.
      
7 Lesermeinungen
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#7   Romulus   23:43:27 | Samstag, 20. August 2005
Zenit überschritten definitiv
Hysterisch kreischende Menschenmassen… fanatisierte Priesteramtskanditaten, die das Salve Regina niederschreien, riesiges Flirt-Ereignis, viel Lichtshow, jede Menge Pop, Rock und Hiphop, viel Gefühl und Emotion, wenig Vernunft und Ratio, der Event der Hunderttausende…
Katholische Kirche, was ist aus dir geworden?
Mit diesem Weltjugendtag haben wir den Zenit dieser Veranstaltungen überschritten. Gott sei Dank, jetzt wird’s ruhiger.
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#6   hcr   21:17:20 | Samstag, 20. August 2005
@Fabian Seitz
erste Messe mit Meißner beim WJT
Wenn Sie dabei waren. Hat Kardinal Meisner dem anwesenden Protestanten und Bundespräsidenten Köhler die Kommunion gereicht ?
mfg
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#5   Gotthard   21:04:22 | Samstag, 20. August 2005
Bruder
Jesus als bloßen Bruder zu bezeichnen
Hören und Lesen scheint ungeheuer schwer zu sein … bestimmt, wenn gesucht wird…
Wo hat jemand vom „bloßen Bruder“ gesprochen?
Von Jesus nur noch als von Gott zu sprechen … nur noch davon, dass er zu verehren und anzubeten sei … ist allerdings auch häretisch.
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#4   virOblationis   20:57:36 | Samstag, 20. August 2005
Bruder Jesus
Ich stimme dem auch zu: Jesus als bloßen Bruder zu bezeichnen und sich dem gemäß zu verhalten, dies entspricht protestantischer Haltung und zwar m.E. vor allem derjenigen von „Freikirchlern“, also nicht einer Landeskirche Angehörigen.
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#3   daffi   20:46:43 | Samstag, 20. August 2005
@Fabian
Man sieht daraus, wie protestantisiert wir Katholiken heute schon sind.
Und liegt die Ursache nicht darin, dass in der Kirche der Ökumenismus derart wichtig geworden ist, dass man im begriff ist seine eigene Sendung zu vergessen?
Ich war schon etwas traurig und betroffen, wie ich die Worte unseres Papstes im Radio gehört habe, wie er in der Synagoge gesprochen hat.
Der Ökumensismus und der Dialog sind auch unter diesem Papst immer noch an ober(st)er Stelle.
Es wird eine heile Welt gespielt an diesem WJT. Man ist schon ganz verblendet und sieht nicht, wie im Hintergrund die Kirche, an dem liberalen Gift, das man seit dem II. Vatikanum in die Kirche eingeschleust hat und vor dem viele Päpste davor gewarnt haben, zerbröckelt.
Ich stimme dir voll zu, wichtiger ist es gerade in der jetzigen Zeit unseren Herrn im allerheiligsten Sakrament anzubeten und Ihn zu bitten, dass diese Krise der Kirche bald ein Ende habe.
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#2   Fabianus   18:42:41 | Samstag, 20. August 2005
erste Messe mit Meißner beim WJT
Die Äußerung von Kardinal Meißner, die Jugend sei gekommen, weil sie
Kinder Gottes seien, scheint keinen Widerspruch herauszufordern. Die
darauffolgende Aussage, sie seien Schwestern und Brüder Jesu ist schon
fast arianischer Art und Weise, wenn man weiter denkt, was dies über Jesus
Christus und sein „Verhältnis“ zu Gott betrifft. Der Weltjugendtag stellt
sich als eine multikulturelle, den Glauben genießende und in sog. „Events“
feiernde Aktion dar, welche führende Kirchenmänner unterstützen.
Ich selbst bin ein 21-jähriger Theologiestudent- Weltfremd bin
ich gewiss nicht, aber dieses Schauspiel in Köln findet nicht meine
Zustimmung. Nach der Epiklese vollzieht sich die sog Transsubstantiatio,
dh. der Herr ist leibhaft gegenwärtig auf dem Altar. Ihm muss man, wie es
die tridentinische Messe gewährleistete, in höchster Ehrfurcht begegnen
und nicht ihn mit Gitarrenspiel danebenstehend als fast schon
gleichwertigen „Bruder Christus feiern“.
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#1   Romulus   11:55:17 | Samstag, 20. August 2005
Ehre, wem Ehre gebührt :-)
Nicht genug damit. Als der Papst bereits an Land war und sich auf den Weg zum Kölner Dom machte, saßen die italienischen Kardinäle und Bischöfe eine weitere halbe Stunde in ihrem Boot und warteten, endlich an Land gelassen zu werden.
Wurscht. Sicherheit geht eben vor! :-)
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