06:53:33 | Sonntag, 21. August 2005
Benedikt XVI.
Auf dem Marienfeld sind bereits eine Million Menschen versammelt, um der heutigen Heiligen Messe mit Papst
Benedikt XVI. beizuwohnen. Die meisten von ihnen haben die letzte Nacht unter freiem Himmel verbracht.
Abschied
Letzte Aktualisierung: 19.24 Uhr
19.24 – AbschiedPapst Benedikt XVI. verabschiedet sich am Flughafen Köln/Bonn mit
einer Ansprache:
„Mein Wunsch ist, daß dieses kirchliche Ereignis in das Leben der Katholiken Deutschlands eingeschrieben
bleibe und sie zu neuem geistlichen und apostolischen Schwung motiviere.“ Papst Johannes Paul II. würdigte
er als „genialen Initiator der Weltjugendtage“. Er habe das Erbe des Weltjugendtages freudig aufgegriffen.
18.37 – BombenalarmDer Autokonvoi von Papst Benedikt XVI. mußte auf seinem Weg zum Marienfeld kurzfristig
auf eine andere Fahrtroute ausweichen. Auf der eigentlichen Strecke wurde eine Bombenattrappe gefunden.
Dies gab der Kölner Polizeipräsident Klaus Steffenhagen am Nachmittag bekannt. Es handelte sich um eine
Attrappe in Form einer Batterie mit fingiertem Zünder. Daraufhin seien andere Straßen gesperrt worden,
um für den Papst eine Ausweichroute zu schaffen. Spezialkräfte hätten die Attrappe gesprengt. Über
die Hintergründe sei nichts bekannt.
18.20 – Geburt am WeltjugendtagAuf dem Marienfeld wäre in der
Nacht beinahe ein Kind geboren worden. Eine schwangere Frau mit Wehen konnte gerade noch rechtzeitig in
ein Krankenhaus eingeliefert werden. Sie gebar eine gesunde Tochter.
17.30 – Begegnung mit den Bischöfen
Kurz vor seiner Rückreise nach Rom hat Papst Benedikt XVI. bei einer Begegnung mit den deutschen Bischöfen
das „unaufhörliche“ Fortschreiten von Verweltlichung und Entchristianisierung auch in Deutschland beklagt.
Der Einfluß der katholischen Ethik und Moral werde immer geringer: „Nicht wenige Menschen verlassen die
Kirche oder akzeptieren, wenn sie bleiben, nur einen Teil der katholischen Lehre“.
Das Redemanuskript
des Papstes.
17.11 – Zeugnis statt TheologieEin Mitarbeiter der Vatikanzeitung ‘L’Osservatore Romano’
meinte
nach der Predigt etwas ratlos: „Jugendliche wollen doch keine Theologie, sondern daß jemand Zeugnis
ablegt“. Das berichtete ‘südtirol online’.
16.31 – Weltjugendtag und die Beatles„Neben Gebet und Selbstreflexion
stand für viele auch der ausgiebige Pub-Besuch auf dem Programm. Die karnevalserprobte Kölner Innenstadt
bot neben zahlreichen Kirchen zur inneren Sammlung auch genügend Angebote zur Zerstreuung. Die Begegnung
mit dem Papst verkam in den Straßen Kölns des Öfteren zu albernem Gaffertum. Mädchen kreischten sich
heiser, wie ihre Mütter es früher vielleicht bei Auftritten der Beatles taten.“
Aus einem Artikel nach
der Abschlußmesse in der Onlineausgabe des Boulevardmagazins ‘Spiegel’15.03 – Mehr Journalisten als
zum KonkalveDer Weltjugendtag in Köln war aus Sicht der Presse mit knapp 7.800 akkreditierten Journalisten
das größte Einzelereignis, das je in Deutschland veranstaltet wurde. Selbst zum Begräbnis von Papst
Johannes Paul II. und dem anschließenden Konklave im April waren im Vatikan nicht mehr Medienvertreter
anwesend. Das berichtet das Medienmagazin DWDL am Sonntag.
12.53 – Ite, Missa estDas „Ite, Missa est“
beendet das Pontifikalamt. Es erklingt das Mottolied des Weltjugendtages „Wir sind gekommen, IHN anzubeten“.
12.45 – AngelusDer Heilige Vater beginnt den ‘Engel-des-Herrn’ zu beten. Danach spendet er seinen apostolischen
Segen.
Abschließend grüßt er die Pilger in neun Sprachen.
Auf Deutsch sagt er:
„Liebe Freunde, die
Ihr mich in meiner eigenen Sprache versteht, ich danke Euch für die Sympathie, mit der Ihr mich in diesen
Tagen unterstützt habt. Bleibt mir nah im Gebet! Geht Eure Wege in Einigkeit! Bleibt Christus und der
Kirche immer treu! Der Friede und die Freude Christi seien immer mit Euch!“
12.43 – Der Weltjugendtag
in SydneyDer Heilige Vater hält
eine Dankesrede. Er wird regelmäßig von Jubel unterbrochen. Abschließend
kündigt er mit „mit Freude“ an, daß der nächste Weltjugendtag im Jahr 2008 in Sydney, in Australien,
stattfinden wird: „Vertrauen wir den zukünftigen Weg der Jugendlichen aus der ganzen Welt der mütterlichen
und aufmerksamen Führung Marias an!“
12.34 – AussendungDer Erzbischof von Köln überreicht Jugendlichen
aus fünf Kontinenten je ein Symbol aus einem aus Holz gefertigten Weltjugendtagslogo. Im Publikum sind
die Sprechöre ungebrochen.
12.25 – Grußwort an den PapstDer Präsident des Päpstlichen Rates für
die Laien, Erzbischof Stanislaw Rylko, richtet unter lautem Applaus ein Grußwort an den Heiligen Vater:
„Sehen Sie hier Ihre Jugend, Heiliger Vater! Jugendliche, die stolz darauf sind, Christen zu sein, Jünger
des Meisters Christus. Sehen Sie hier vor sich die junge Kirche, eine Kirche voller Hoffnung und missionarischem
Schwung!“
„Felix Ecclesia! Heute bist du wahrhaft gesegnet, du Kirche, unsere Mutter und Lehrmeisterin:
In diesen deinen Kindern zeigst du der Welt dein immer jugendliches Antlitz!“
Während sich der Erzbischof
beim Papst für seine Präsenz bedankt, bricht minutenlanger Jubel los.
12.13 – Die KommunionEin Sprecher
gibt den Hinweis, daß nur Katholiken, die in voller Gemeinschaft mit der Kirche stehen und entsprechend
vorbereitet sind, die Kommunion empfangen können. 3000 Kommunionspender sind begleitet von Ministranten
und Leuchtern bereits zu der 1 Million Pilger ausgeschwärmt.
Der Heilige Vater selbst spendet die Kommunion
an ausgewählte Pilger: Manche der Jugendlichen knien sich beim Empfang des Leibes Christi auf den Boden.
11.58 – Römischer KanonDer Papst liest den römischen Kanon. Am Altar konzelebrieren unter anderem
die deutschen Kardinäle Joachim Meisner und Karl Lehmannn. Das Vater Unser wird auf Lateinisch gebetet.
11.40 – OpferungDie Sternsinger bringen Brot und Wein für die Opferung: „Mit den Gaben von Brot und
Wein bringen wir heute im Gedenken an die drei Weisen auch Gold, Weihrauch und Myrrhe.“ Der Papst reicht
jedem ein kleines Täschchen mit einem Rosenkranz.
11.37 – FürbittenDie Fürbitten werden in mehreren
Sprachen gesprochen. Zwei Senioren lesen ebenfalls je eine Bitte.
11.28 – CredoDas lateinisch gesungene
Glaubensbekenntnis ist mit asiatischen Klängen unterlegt.
11.26 – Applaus und JubelDer Papst beendet
unter Klatsch- und Jubelrufen seine Predigt. Auch während der Homilie mußte der Heilige Vater mehrmals
innehalten. Es folgen einige Minuten von Be-ne-det-to-Sprechören.
11.03 – Die HomilieDer Heilige Vater
hält
seine Predigt mehrsprachig.
10.56 – Auf FranzösischDas Weltjugendtagsevangelium – Die Sterndeuter
nach Mt 2 – wird auf Französisch gelesen. Der letzte Satz wird von Laien in verschiedenen Sprachen vorgetragen:
„Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und beteten IHN
an.“
10.52 – Auf SpanischDer Lektor liest die zweite Lesung auf Spanisch. Sie ist dem 2. Johannesbrief
entnommen.
10.44 – Auf DeutschEs beginnt der Wortgottesdienst mit einer Lesung aus dem Buch Jesaja
in deutscher Sprache.
10.35 – GloriaNach dem Schuldbekenntnis wird das Gloria nach südamerikanischen
Klängen gesungen.
Benedikt XVI. richtet einen persönlichen Gruß an die Pilger:
„Ich grüße jeden
einzelnen von ganzem Herzen. Ich wäre gerne mit dem Papa-Auto kreuz und quer durch das ganze Gelände
gefahren um möglichst jedem einzelnen nahe zu sein. „ Wegen der schwierigen Wege sei dies aber nicht
gegangen: „Aber der Herr sieht jeden einzelnen und grüßt ihn.“
10.29 – Aus dem StufengebetDer Erzbischof
von Köln, Joachim Kardinal Meisner, begrüßt den Papst: „Sie gehören der Jugend. Und die Jugend gehört
zu Ihnen.“
Die Kölner hätten versucht, den Weltjugendtag gut vorzubereiten: „Wir sind am Epiphanietag
mit 350 Jugendlichen aus 70 Nationen zum Marienfeld gepilgert. Jeder brachte aus seinem Land ein Säckchen
Heimaterde mit. Dieser Berg steht nicht nur auf deutscher Erde, sondern auf dem Globus der Welt. Es ist
der Berg, den die Jugend dem Herrn errichtet hat.“
Kardinal Meisner schließt seine Ansprache mit einem
Vers aus Psalm 42, der im Stufengebet der Alten Lateinischen Messe als Antiphon dient. Er bittet den Heiligen
Vater „zum Altare Gottes zu treten, der uns von Jugend an erfreut hat“. Die Psalmzitation war nicht im
Redemanuskript vorgesehen.
10.23 – Der Papst am AltarDer Papst inzensiert den Altar. Zuvor hat er sich
während dem Einzug der Bischöfe in der Sakristei angekleidet.
10.01 – Der EinzugEs beginnt der Einzug
für die Abschlußmesse. Rund 30 Laien haben sich stellvertretend für alle Pilger der Prozession angeschlossen.
09.43 – Auf Tuchfühlung mit den PilgernDer Papst fährt an den Pilgern vorbei zum Papsthügel. Er
grüßt aus der gepanzerten Limousine heraus. Die Be-ne-det-to-Rufe und lautstarker Jubel setzten bereits
Minuten zuvor ein.
09.34 – Der Papst kommtDer Papst ist in diesen Minuten auf dem Marienfeld eingetroffen.
Er benützt einen Nebenweg, der von den Kameras nicht eingefangen werden kann. Am Rande des Feldes vertreibt
man sich die Zeit mit Fußballspielen.
08.50 – Trocken, aber kaltDie Nacht verlief nach Angaben der
Polizei ruhig und friedlich. In der Nacht blieb es trocken, allerdings ist die Temperatur auf dem Marienfeld
auf 12°C abgesunken. Die Kräfte der Hilfsorganisationen rückten zu knapp 1700 Einsätzen aus. Dies
erklärte eine Sprecherin der Malteser. 157 Menschen mußten stationär behandelt werden – viele wegen
Unterkühlung und Erschöpfung. Der Großteil der behandelten Verletzungen seien aber kleineren Ausmaßes
gewesen. Insgesamt seien „erstaunlich wenig“ Menschen versorgt worden.
08.32 – Eine FrageEin englischsprachiger
Weblog veröffentlichte das linksstehende Bild der gestrigen Vigil. Dazu stellte der Betreiber folgende
Frage: „Ein Lichtermeer. Aber kannst du das Kreuz sehen?“
07.51 – Ein Pilgerbericht„Das Fernsehen täuscht.
Man muß so etwas live erleben. Der Himmel ist zum Beispiel schon viel dunkler als im Fernsehen. Man sieht
die Mäuse nicht, spürt die Kälte nicht und hört die kleinen Radios nicht, die leise die Übersetzungen
übertragen.“
07.30 – Das Programm des Papstes für Sonntag08.45 Uhr – Fahrt im Wagen vom Erzbischöflichen
Haus zum Marienfeld
09.15 Uhr – Ankunft auf dem Marienfeld
10.00 Uhr – Feier der Heiligen Messe auf dem
Marienfeld, Angelusgebet auf dem Marienfeld
12.45 Uhr – Autofahrt vom Marienfeld zum Erzbischöflichen
Haus
13.30 Uhr – Ankunft am Erzbischöflichen Haus
16.50 Uhr – Gang zum Piussaal im Erzbischöflichen
Priesterseminar
17.00 Uhr – Begegnung mit den deutschen Bischöfen im Piussaal des Erzbischöflichen Priesterseminars,
Ansprache des Heiligen Vaters
18.00 Uhr – Begrüßung des Vorbereitungskomitees für den 20. Weltjugendtag
und Abschied von der Erzbischöflichen Residenz im Innenhof des Palais
18.15 Uhr – Autofahrt vom Erzbischöflichen
Haus zum Internationalen Flughafen Köln-Bonn
18.45 Uhr – Ankunft am Internationalen Flughafen Köln-Bonn,
Abschiedszeremonie am Internationalen Flughafen Köln-Bonn, Grußwort des Heiligen Vaters
19.15 Uhr –
Abflug vom Internationalen Flughafen Köln-Bonn nach Rom-Ciampino
21.15 Uhr – Ankunft auf dem Flughafen
Rom-Ciampino.
06. 56- Unkenrufe„Wußten Sie eigentlich, daß das Marienfeld, auf dem Sie den Abschlußgottesdienst
des Weltjugendtags 2005 feiern, früher ein 250 Meter tiefer Tagebau war?“ Mit dieser Frage beginnt ein
Flugblatt, das die umstrittene Umweltschutzvereinigung ‘Greenpeace’ – grüner Friede – an die Weltjugendtagspilger
verteilen wollte. Das Landgericht Köln untersagte am Freitag auf Antrag des ‘Rheinisch-Westfälischen
Elektrizitätswerk’ die Verteilung der Flugzettel. Die Flugblätter sind eine satirische Abwandlung eines
Informationsblattes der Stromgesellschaft an die Pilger. ‘Greenpeace’ bezeichnet die Stromgesellschaft
auf den Zetteln als „größten Klimakiller Europas“. Bei Verstoß gegen die einstweilige Verfügung droht
Greenpeace eine Strafe von bis zu 250.000 Euro.
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