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Chinesisch- katholischer Durchbruch + Personalentscheid + Starke Worte + Dürftig + Lob weitergereicht
Chinesisch- katholischer Durchbruch

Belgien. „Der Vatikan unterhält derzeit noch keine diplomatischen Beziehungen zu China, aber ich vermute, daß es einen Durchbruch geben könnte.“ Das erklärte der Erzbischof von Mechelen-Brüssel, Godfried Kardinal Danneels (72), in der Freitagsausgabe der belgischen Tageszeitung ‘De Morgen’. Mons. Danneels sagte, daß es für die katholische Kirche sehr wichtig sei, mit der Volksrepublik China gute Beziehungen zu pflegen. Nach Einschätzung des Vatikan gehören rund acht Millionen Chinesen der katholischen Untergrundkirche an. Weitere fünf Millionen Chinesen sind Mitglieder der regimehörigen sogenannten ‘Patriotischen Vereinigung’. In den letzten Wochen wurden zwei chinesisch-patriotische Weihbischöfe geweiht, die angeblich vom Vatikan und der chinesischen Regierung ernannt wurden.

Personalentscheid

Deutschland. Am letzten Dienstag stellte die Tageszeitung ‘Augsburger Allgemeine’ den kürzlich ernannten Sekretär des neuen Bischofs von Augsburg vor. Es handelt sich um den Priester Martin Straub. Augsburg befindet sich im Südwesten von Bayern. Gegenwärtig nimmt der zukünftige Bischofssekretär am Weltjugendtag in Köln teil und ist dort sehr aktiv. Die Berufung zum Priestertum habe er nicht zuletzt durch seine Teilnahme an früheren Weltjugendtagen – zum Beispiel in Denver – verspürt. Bisher war Straub Kaplan in der Augsburger Pfarrei St. Ulrich und Afra. Warum der neue Bischof gerade ihn zum Sekretär erwählt habe, wisse er nicht. Er könne nicht behaupten, daß es zwischen ihm und Mons. Mixa vor seiner Berufung zum Bischofssekretär nennenswerte Kontakte gegeben habe.

Starke Worte

Altenberg. Am Freitag morgen hielt der Erzbischof von Wien, Christoph Kardinal Schönborn, im gotischen Dom von Altenberg, etwa 20 Kilometer von Köln, eine Katechese für die Teilnehmer des Weltjugendtages. Wer Jesus begegne, könne die Gesellschaft aktiv verändern, meinte der Kardinal. Er ermutigte die Jugendlichen, nicht einfach mit dem Zeitgeist mitzuschwimmen, sondern einen eigenständigen Weg einzuschlagen. Noch im Dezember des vergangenen Jahres, hatte der Kardinal öffentlich katholische Jugendliche angegriffen, die sich gegen die Einführung der Abtreibung im staatlichen Krankenhaus in Salzburg eingesetzt hatten.

Dürftig

Österreich. In der gestrigen Abendmesse in der Wiener St. Rochus-Kirche war Pater Florian Calice CO Zelebrant und Prediger. Die Rochus-Pfarrei wird von den Oratorianern betreut. Sie besitzt eine Kapelle, in der rund um die Uhr angebetet wird. Der Pater erzählte in seiner Predigt auch davon, daß er soeben vom Weltjugendtag zurückgekommen sei. 100 Jugendliche wären alleine mit der Pfarrei St. Rochus nach Köln gefahren. Der Andrang zur Beichte sei sehr groß gewesen, besonders bei den Franzosen und Italienern. Bei den Deutschen habe es dagegen eher dürftig ausgesehen.

Lob weitergereicht

„Als Berater des Kölner Kardinals Josef Frings war der damals junge Professor Ratzinger mit auf dem Zweiten Vatikanum dabei. Kardinal Frings verhinderte nach Beratung durch Joseph Ratzinger und seinen Sekretär Hubert Luthe gleich zu Beginn des Konzils, daß der von Vatikanleuten ausgearbeitete Fahrplan Wirklichkeit wurde. Und auf einen Vortrag, den der erblindete Kölner Kardinal im Vorfeld des Konzils in Italien gehalten hatte, reagierte Papst Johannes XXIII. derart begeistert, daß er den Mitbruder zu sich rufen ließ, um ihm zu sagen, dessen Rede beinhalte exakt das, was er, der Papst, mit seinem Konzil wolle. Der durch so hohes Lob erfreute Frings antwortete dem damaligen Papa Giovanni umgehend, er werde das Lob weiterreichen an den, der ihm die Rede gemacht habe: Joseph Ratzinger.“

Martin Lohmann (48), Journalist und Publizist, in einem Artikel im ‘Rheinischen Merkur’ vom 20. August 2005
      
13 Lesermeinungen
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#13   christfidel †   22:28:52 | Sonntag, 21. August 2005
@ China
Weiß jemand, ob die widerrechtlichen Inhaftierungen katholischer Bischöfe und Priester in China weitergehen bzw. rückgängig gemacht wurden (vgl. VIS der Ostertage)?
Es ist eine schwierige Angelegenheit, in der Chinafrage zwischen Kontinuität und falschen Kompromissen zugunsten der christlichen Bevölkerung abzuwägen; Bsp. Bischofsernennungen…
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#12   Gotthard   22:06:40 | Sonntag, 21. August 2005
China
die Meldung zu China ist doch wahrhaftig interessanter als dieser Dauerstreit um die tridentinische Messe.
Die Meldung über China geht nach vorne … bringt Hoffnung und neue Perspektiven für das Evangelium… Es waren übrigens Pilger aus der Volksrepublik China in Köln, heute Abend im TV zu hören und zu sehen … ich hatte schon einige vor einer Woche gesehen.
Das wirklich wichtige und bewegende wird hier leider nicht wahrgenommen …
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#11   josefmaria †   20:50:21 | Sonntag, 21. August 2005
@MilesChristi
Naja, an sich glaube ich daran schon, aber nicht solange sie von Card. Lehmann geführt wird…
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#10   MilesChristi   20:49:04 | Sonntag, 21. August 2005
@ Josefmaria
Du schreibst:
„Ihre Berichte bzgl. der mangelnden Wertschätzung des Beichtsakramentes hierzulande decken sich sehr mit meinem Erfahrungen. Ist hier nicht die dt. Bischofskonferenz gefragt?“
Glaubst du WIRKLICH daß die Bischofskonferenz für IRGENDWAS taugt, außer Positionspapiere zu veröffentlichen die kaum einer liest und die kaum einem interessiert ?
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#9   josefmaria †   20:40:58 | Sonntag, 21. August 2005
@Evelin
Bitte genau lesen! Ich halte es ebenfalls für bedenklich, die Missa Tridentina quasi zu verbieten. Insofern kritisiere ich die absolute Tendenz des V2, aber: Die häufig grade auch bei kreuz.net veröffentlichten Stellungnahmen von Anhängern des alten Ritus neigen völlig parallel dazu, die tridentinische Messe als einzig wahren und allein zu pflegenden Ritus zu proklamieren. und genau in diesem Ritenabsolutismus liegt die Ursache, warum die Anhänger der alten Messe kaum Gehör finden. Ein anderer mag die Nähe zur Piusbruderschaft sein, die sich leider z.Zt. nur am Rand der Kirche bewegt.
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#8   Evelin   20:30:44 | Sonntag, 21. August 2005
@ Josef Maria
Zitat: Fehler, der oft von den Anhängern des alten Ritus begangen wird: nämlich jede Form von Ritenpluralismus (den es in der Kirche immer begründet gegeben hat und der nicht unbedingt gleich unwünschenswert ist) zugunsten einer einseitigen und überbewerteten Fokussierung auf den alten Ritus zu verneinen.
Es kann sich nur um einen Irrtum Ihrerseits handeln. Denn nach Quo Primum und bis zum NOM 1969/1970 gab es einen legitimen Ritenpluralismus in der katholischen Kirche. Seit dem NOM gibt es keinen legitimen „Pluralismus“ mehr, sondern die Unterschiede resultieren aus der Laune und Willkür der NOM-Priester. Die alte Messe ist ein unverzichtbares Gnaden- und Heilsmittel.
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#7   josefmaria †   20:24:56 | Sonntag, 21. August 2005
Beichte & Pro Missa Vaticana
@ Irenäus und Romulus:
Ihre Berichte bzgl. der mangelnden Wertschätzung des Beichtsakramentes hierzulande decken sich sehr mit meinem Erfahrungen. Ist hier nicht die dt. Bischofskonferenz gefragt?
@ Marcel:
„…sondern derjenige, der den Startschuß zur Rückkehr zum ganzen apostolischen Glauben geben wird.“
Ich halte die Position für gewagt, daß der Glaube der Kirche steht und fällt mit der Rolle des alten Ritus. Ich selbst empfinde die Diskriminierung des alten Ritus zwar auch als unsinnig hinsichtlich seines de-facto-Verbotes (!), welches niemals der Tradition der Kirche entspricht, aber auf der anderen Seite ist genau dies der Fehler, der oft von den Anhängern des alten Ritus begangen wird: nämlich jede Form von Ritenpluralismus (den es in der Kirche immer begründet gegeben hat und der nicht unbedingt gleich unwünschenswert ist) zugunsten einer einseitigen und überbewerteten Fokussierung auf den alten Ritus zu verneinen. Es gilt, den neuen Ritus zu korrigieren und nicht, diesen abzuschaffen.
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#6   Irenäus   19:47:07 | Sonntag, 21. August 2005
@Beichte
Es stellt sich aber die Frage, ob man der ach so bösen Jugend so viele Vorwürfe machen kann. In vielen Pfarrgemeinden ist die Beichte ganz ausgestorben; ich selber habe mal andernorts ein Gemeindeblatt gesehen, wo es keine Hinweise auf Beichtgelegenheiten gab.
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#5   Marcel   19:36:41 | Sonntag, 21. August 2005
Lob und Tadel
Vor allem die Kardinäle Frings und König, unter Mithilfe ihrer Revolutionstheologen (Rahner, Ratzinger, uam.), steckten schon vor dem Konzil das Ziel ab, die Angleichung an die säkulare Welt durchzuführen und die modernistischen Ideen in die Lehre der Kirche einzuführen.
Generalstabsmäßig setzten sie ihre unkatholische Revolution auf dem V.II mit großem Propaganda-Aufwand in die Tat um. Zu Anfang erschütterten sie mit ihren Räubermethoden die Konzilsväter und sogten dafür, daß die rechtgläubigen Schemata der mehrjährig tätig gewesenen päpstlichen Vorbereitungskommision binnen weniger Tage im Mülleimer landeten.
Diese Revolutions-Kardinäle haben das V.II entscheiden geprägt, unter dem Dafürhalten der Petrusnachfolger.
Daß eine Revolution immer ihre Kinder frißt, also unkontrollierbar ist und somit die Ordnung zerstört, durfte Kardinal Frings später lernen. Er bedauerte bereits 1969 das Treiben der Liturgiereformer, und am Ende seines Lebens stellte er sich ob der deutlichen Selbstzerstörung der Kirche die Frage, ob sie beim V.II alles richtig gemacht hätten.
Unser Papst wandelte sich im Laufe seines Lebens bereits vom liberalen zum konservativen Liberalen, glaubt aber immer noch, daß man ein „begrenztes Revolutiönchen“ (=V.II) haben könnte.
Beten wir, daß der ehemalige V.II-Kron-Revolutionär nun als Oberhaupt der Kirche nicht nur ihr Konkursverwalter sein wird, sondern derjenige, der den Startschuß zur Rückkehr zum ganzen apostolischen Glauben geben wird.
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#4   Fabianus   18:27:02 | Sonntag, 21. August 2005
@apex
Genau diese Ungenauigkeit und Vieldeutigkeit in der Botschaft hat sich die Kirche bereits in der Übersetzung der tridentinischen Messe zu eigen gemacht. Was wäre das für ein Imageschaden, auf einer „wir haben uns alle lieb, Christus du bist unser Bruder“-Veranstaltung von den Konsequenzen eines unchristlichen Lebens zu sprechen. Ist das noch katholisch? Die katholische Kirche ist der erfolgloseste Selbstmörder der Geschichte.
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#3   apex   18:14:15 | Sonntag, 21. August 2005
Starke Worte des Kardinals?
Wer Jesus begegne, könne die Gesellschaft aktiv verändern, meinte der Kardinal. Er ermutigte die Jugendlichen, nicht einfach mit dem Zeitgeist mitzuschwimmen, sondern einen eigenständigen Weg einzuschlagen
wenn dieser Weg jedoch nicht deklariert, nicht bestimmt wird, dann gehen die junge Menschen ihren eigenen Weg, der jedoch mit der Lehre der katholischen Kirche nicht viel zu tun hat.
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#2   MilesChristi   17:59:02 | Sonntag, 21. August 2005
@ Beichte
Romulus:
ich kenne 30-35jährigen, die regelmäßig zur Hlg. Messe gehen und zur Kommunion, die seit ihrer Erstkommunion nicht mehr zur Beichte gingen.
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#1   Romulus   17:25:27 | Sonntag, 21. August 2005
Beichte
Der Andrang zur Beichte sei sehr groß gewesen, besonders bei den Franzosen und Italienern. Bei den Deutschen habe es dagegen eher dürftig ausgesehen.
Oh ja, da hat der Pater recht. Doch warum ist das so, dass die Deutschen sich einfach so über die Beichte hinwegsetzen?
Liegt das vielleicht an den laschen Priestern in Deutschland?
Ich habe schon mit Jugendlichen gesprochen, die sind ca. 18-20 und haben bisher einmal gebeichtet, nämlich vor der Erstkommunion. Tja, so ist das.
Manche Kinder haben mir erzählt, dass die Popen sogar den Beichtunterricht ausfallen lassen („Was haben Kinder denn groß Sünden?“).
Die Heilige Erstkommunion verkommt zum Kinderfest.
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