Benedikt XVI.
Der Papst ist Protestant
Benedikt XVI. lacht heute morgen aus allen Zeitungen. „Der Papst ist Protestant“, kommentiert ein Blatt in bezug auf die päpstlichen Zeremonien. Ein anderes promoviert ihn zum „Superstar“. Sogar vom „Mythos“ ist die Rede. Pressestimmen.
Frankfurter Allgemeine Zeitung – Frankfurt am Main

„Manche… konnten schon im Sinne gegenseitiger konfessioneller Profilschärfung nicht umhin zu sagen: Endlich wieder ein richtiger Katholik als Papst! Der neue würde, so die Erwartung, jeden Gedanken an innerkirchliche Reformen und ökumenischen Fortschritt im Keim ersticken. Nun, nach dem XX. Weltjugendtag, dieser Erblast von Johannes Paul II., die Benedikt XVI. auf deutschen Boden führte, muß der Befund ins Gegenteil verkehrt werden: Der Papst ist Protestant. Er ist dies freilich nur im ästhetischen Sinne – ein Gesichtspunkt, der im liturgisch verarmten Protestantismus selber nur eine untergeordnete Rolle spielt und nicht dazu verleiten sollte, davon auf die Substanz seiner Anschauungen und seines Glaubens zu schließen. Wer ihn aber während der Kölner Tage erlebt hat, dürfte tatsächlich den Eindruck gewonnen haben, daß dieser Papst in seiner grundsätzlich abstrakten, logosorientierten Art etwas ausgesprochen Evangelisches hat und mit vermittelnden, ausschmückenden Dingen, wie sie dem Katholizismus wesenseigen sind, eher wenig anzufangen weiß.“

Lausitzer Rundschau – Cottbus, Ostdeutschland

„Die katholische Kirche hat es offenbar geschafft. Auch Papst Benedikt XVI. ist bei den Jugendlichen zum Superstar geworden. An seinen Predigten kann das nicht gelegen haben: Sie waren solide, aber unspektakulär. Es war der Mythos Papst, der die Massen anzog.“

die tageszeitung – Berlin

„Etwa 500.000 meist junge Menschen aus aller Welt hatten die Nacht zuvor auf diesem so genannten Marienfeld übernachtet. Um IHN anzubeten, wie das Motto des Weltjugendtages hieß. IHN meinte, ein Wort aus dem Matthäus-Evangelium aufnehmend, Jesus Christus. Nicht etwa Benedikt XVI. Das zu betonen ist vielleicht nötig, denn seit Gründung der Weltjugendtage durch Benedikts Vorgänger Johannes Paul II. 1986 wurden diese katholischen Glaubenstreffen immer mehr zu popkonzerthaften Massenevents mit einem Star: dem Papst, der in manchmal geradezu ekstatischer Weise angehimmelt wurde. Stadionchor-Slogans wie »Gio-va-nni Pau-lo«, die auch in Köln noch skandiert wurden, sprechen für sich. Und »Be-ne-de-tto«? Auch diese Rufe gab es in Köln zuhauf, am Ende des Weltjugendtages etwas mehr als zu Beginn.“

Spiegel online

„Hinter den Kulissen jedoch, in den rege frequentierten Beichtstühlen, waren Fragen der Sexualität sehr wohl Gegenstand der Gespräche. Dabei zeigten sich deutsche Priester verwundert über die teils sehr zurückgebliebenen Moralvorstellungen vieler Jugendlicher. ‘Man fühlt sich in die fünfziger Jahre zurückversetzt’, sagte ein Kirchenmann. Viele Jugendliche beichteten, daß sie schon Sex vor der Ehe haben und hier die Lehre der Kirche nicht befolgten. Dies führe, so ein Priester, bei vielen zu tiefen inneren Konflikten. Besonders junge Katholiken aus den USA litten unter schweren Schuldgefühlen. ‘Wehe, sie geraten an einen konservativen Opus-Dei-Mann’, sagt der liberale Kleriker, ‘da besteht leicht die Gefahr, daß ihr Schuldkomplex noch verstärkt wird’.“

Basler Zeitung

„Wollen junge Leute das, was der Papst meint, mit aller Konsequenz leben? Koste es, was es wolle? Weggewischt – jetzt ist feiern angesagt, nicht nachdenken. Man wird sehen, wie sich die Beziehung zwischen der Jugend und dem Mann in Weiß entwickelt. Nicht heute und morgen. Übermorgen. Wenn Benedikt XVI. aus dem mächtigen Schatten seines Vorgängers herausgetreten ist. In Köln steht er noch mittendrin. Und das ist vielleicht ganz gut so.“

der Standard – Wien

„Das katholische Kirchenmarketing hat ganze Arbeit geleistet. Fast könnte der Eindruck entstehen, über das aufgeklärte Europa schwappe eine Welle wiedererweckter Gottesfürchtigkeit. Bloß: Deutschland ist nicht die Welt. Und die 400.000 auf dem Weltjugendtag stehen nicht für eine ganze Generation. Das Religions-Rave und das rheinländische Remmidemmi können nicht darüber hinwegtäuschen, daß sich eine Mehrheit der Europäer lieber rechtschaffen in Säkularität als in religiöser Verzückung eingerichtet hat.“

Kölnische Rundschau

„Schade, daß er schon vorbei ist. Dieser 20. Weltjugendtag, eine Woche praller Lebensfreude, hat bewiesen, was Papst Benedikt XVI. in Köln gesagt hat: Kein Christ muß um seines Bekenntnisses willen aufgeben, ‘was das Leben frei, schön und groß macht’.Es war ein freies, schönes, großes Fest des Kennenlernens. Gäste lernten unsere Region kennen. Gläubige einer Weltkirche lernten einander und ihre eigene Kirche kennen. Die Deutschen lernten den zum Papst gewählten Joseph Ratzinger kennen, über den viele eine Meinung hatten, ohne ein Zeile von ihm gelesen zu haben.“
      
26 Lesermeinungen
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#26   Irenäus   18:04:27 | Dienstag, 30. August 2005
realitätsfremd
Jemand, der so rechthaberisch ist, sollte sich nicht anmaßen, solche Äußerungen von sich zu geben.
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#25   wi-bi   17:59:35 | Dienstag, 30. August 2005
Richtigstellung
Eine fundamentalisitsische, realitätsfremde Webseite sollte sich nicht anmaßen Deutschlands meistverkauftes, politisches Wochenmagazin als Boulevard zu bezeichnen.
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#24   Mimi   14:03:22 | Dienstag, 23. August 2005
@Benedikt
Ich möchte aber noch anmerken, dass es meines Erachtens auch sehr stark auf den Priester ankommt, ob sich ein „Gespräch“ entwickeln kann… das ist ja auch nicht jedermanns Stärke… außerdem kommt es auf die Situation an (z. B. wieviele Leute beichten wollen)… ich hab aber durchaus auch schon im Beichtstuhl ein Gespräch geführt, auch wenn das etwas schwieriger ist, wenn man sein Gegenüber nicht ansehen kann.
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#23   Benedikt   13:38:19 | Dienstag, 23. August 2005
@ Mimi
Aha… ich danke dir, so hatte ich das bisher nicht aufgefasst.
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#22   Mimi   13:27:45 | Dienstag, 23. August 2005
@Benedikt & Beichtgespräch
Ich glaube, Du wirfst da was durcheinander…
Ein Beicht“gespräch“ findet normalerweise nicht in einem Beichtstuhl statt (was man früher Ohrenbeichte nannte), aber eigentlich ist es nicht wirklich etwas anderes, nur der Ort ist eben ein anderer. Natürlich ist man aber bei einem BEICHTgespräch auf die „Absolution aus“!
Alles andere wäre ein SEELSORGEGESPRÄCH! Man kann wohl auch ein Seelsorgegespräch je nach Anlass in einer Beichte mit Absolution enden lassen.
Ob ich mich nun im Beichtstuhl oder in einem Beichtzimmer oder in einer Kapelle oder sonstwo befinde, ich mache nie nur eine reine Sündenstatistik, schließlich dient die regelmäßige Beichte (bei einem festen Beichtvater) auch der geistlichen Führung und soll uns helfen, zu einem heiligeren vollkommeneren Leben zu finden… Nichtsdestotrotz geht es um die BEICHTE und die ABSOLUTION!
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#21   Benedikt   12:43:11 | Dienstag, 23. August 2005
@ MilesChristi
Ja, so wurde mir das jedenfalls mal beigebracht. Und ohne die Sündenvergebung erfolgt doch auch nicht ein befreiendes Gefühl, dass man sonst gerade aus der Sündenvergebung ziehen kann, oder?
@ Mimi: Genau, das ist ein Beichtgespräch. Wobei das aber natürlich auch nichts schlechtes ist, weil man bei einem Beichtgespräch ja gar nicht auf die Absolution aus ist, sondern sich lediglich in einem geschützten Rahmen (das Beichtgeheimnis gilt natürlich auch ohne Absolution) Rat bei einem Seelsorger holen will. Ist der Seelsorger ein kluger Mann, so kann das besser sein als jeder Psychotherapeut, da der Priester noch aus einer anderen Autorität schöpfen kann.
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#20   christfidel †   12:33:03 | Dienstag, 23. August 2005
@mileschristi
ich denke schon. wenn man aber mit dem vorsatz einen priester aufsucht, zu reden, zu diskutieren statt zu bereuen und absolution zu erhalten, ist das m.e. weniger eine sakramentale beichte als vielmehr ein beichtgespräch oder irgend sowas.
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#19   MilesChristi   11:34:44 | Dienstag, 23. August 2005
Absolution
Eine Beichte ohne Absolution heißt einfach, daß die Sünden nicht vergeben worden sind. Oder ?
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#18   Benedikt   11:22:12 | Dienstag, 23. August 2005
@ Mimi
Ja, wenn die Absolution nicht erfolgt, dann fühlt man sich natürlich nicht besser, das ist mir doch klar, ohne Absolution ist ja überhaupt nichts geschehen, was zu einem „Besser fühlen“ hätte führen können.
@ christfidel: Ich glaube nicht, dass es noch am gleichen Tag sein muss, sondern so bald wie irgend möglich. Schließlich kann die Absolution auch um 23:59 Uhr erteilt werden und das wäre dann ein wenig knapp für einen Rosenkranz ;-))
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#17   Stimme aus dem Tradiland   10:29:08 | Dienstag, 23. August 2005
@ christfidel
Wenn man die Busse gleich verrichten kann, soll man dies, verbunden mit Dank für die geschenkte Gnade, noch in der Kirche tun. So die einzige Stelle, die ich gefunden habe auf der Webseite der Peterskirche in Wien (allerdings Opus Dei nahe) www.peterskirche.at/beichte.htm
Scheint mir nachvollziehbar. Wenn man Gründe hat, sie später zu verrichten, ist es keine Sünde, sie später zu verrichten (nicht jede Buße kann man gleich erledigen, z.B. wenn eine Novene aufgetragen wurde). Eine Sünde wird es erst, wenn man selbst nicht mehr damit rechnen würde, die Buße noch zu tun (weil man es nicht mehr tun will oder wenn man es vergißt, was aber auch ein Vergehen ist in diesem Zusammenhang).
Zitat christfidel in einer sakramentalen beichte der priester absolviert und keine buße auferlegt, selbst wenn es sich um eine lebensbeichte handelt, ist dies kommentarlos zur kenntnis zu nehmen oder darf man dies noch während des beichtgesprächs zur sprache bringen
Je nach den Umständen. Grundsätzlich darf man fragen. Man kann auch freiwillige Bußwerke auf sich nehmen.
Wichtig erscheint mir die folgende Fundstelle (wie spes unica überhaupt eine Fundgrube ist):
Pfarrer Hans Milch Sonntagsbrief vom 1. März 1981 www.spes-unica.de/…tagsbriefe/brief.php?datum=810301
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#16   christfidel †   01:51:23 | Dienstag, 23. August 2005
@ alle
1. kann mir bitte jemand sagen, in welchem zeitraum eine auferlegte buße (z.b. ein rosenkranz) erbracht werden muß! noch am tag der beichte oder lediglich bis zur nächsten beichte? oder noch anders?
2. das auferlegen einer buße liegt ja im ermessen des priesters. wenn in einer sakramentalen beichte der priester absolviert und keine buße auferlegt, selbst wenn es sich um eine lebensbeichte handelt, ist dies kommentarlos zur kenntnis zu nehmen oder darf man dies noch während des beichtgesprächs zur sprache bringen?
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#15   Mimi   19:20:08 | Montag, 22. August 2005
Verschiedenes…
@Elendester Sünder
Das ist mir schon mehr als einmal passiert, aber auch schon mal bei einem Traditionspriester. Bei einem langen Zuspruch wird das, denke ich, einfach vergessen… ich würde da nicht gleich böses unterstellen. Ich frage dann halt explizit nach!!!
@MilesChristi
Du beichtest bei den falschen Priestern… ;-)
FSSP-Priester würden das schon tun (also nachfragen), wenn sie das Gefühl haben, dass sie keine wahre Reue spüren können.
@Benedikt
Doch, die Beichte ist im AUCH Gericht…
Ich sprach meinen Beichtvater der FSSP mal darauf an, dass er bei der Absolution sitzt (fand ich ursprünglich außerhalb des Beichtstuhls unhöflich, muss ich gestehen… aber ich bin ja lernfähig…), und er erklärte mir, dass das halt auch sowas wie der „Richterstuhl“ wäre.
Im übrigen hat der Priester nicht zwingend was falsch gemacht, wenn sich der Pönitent hinterher schlechter fühlt… was würdest Du denn sagen, wenn ein Priester die Absolution verweigert? Aber auch das ist schon vorgekommen (wenn auch zum Glück nicht selbst erlebt, aber z. B. sollte bei meinem früheren geistl. Begleiter, einem Dominikaner, mal eine erst ihr uneheliches Verhältnis lösen, was sie einen Monat später auch tat), und wenn er seinen Dienst ernst nimmt, ist das sicherlich auch mal angebracht. Doch würde ich mich da mit Sicherheit schlechter fühlen… keine Frage…
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#14   Elendester Sünder   16:20:56 | Montag, 22. August 2005
Beichte ohne Buße
Schließlich bleiben auch nach der Absolution noch die zeitlichen Sündenstrafen, was heute gar nicht mehr gelehrt wird und was die meisten nicht wissen. Durch die Lossprechung werden wir zwar von der ewigen Verdammnis bewahrt, wir müssen aber trotzdem noch jeden Heller zurückzahlen entweder durch Buße und die Gewinnung von Ablässen oder aber später im Fegefeuer.
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#13   Stimme aus dem Tradiland   15:56:17 | Montag, 22. August 2005
Beichte ohne Buße
@ Sünder: Kann mir jemand sagen, ob bei schweren Sünden eine aufgetragene Buße notwendig für die Gültigkeit der Absolution ist?
Notwendig nicht, denn die Lossprechung wird nicht einmal bedingt auf eine festgesetzte Buße ausgesprochen. Erfüllt man eine aufgetragene Buße nicht, so wäre das eine neue Sünde (die alten sind aber nachgelassen).
Das ist V2-Billigsdorfer-Katholizismus, so wie die Herabsetzung des eucharistischen Fastens auf eine Stunde vor der Kommunion oder das Abschaffen des Freitags-Fastengebotes. Unbefriedigend ist es allemal.
In früheren Zeiten wurde man bei schweren Sünden nach einer Wochen und Monaten langen und schweren (einschließlich Fasten bei Wasser und Brot, Hüllen in „Sack und Asche“) Buße öffentlich wieder in die Kirche aufgenommen. Erst wenn die Buße erfüllt war, wurde die Lossprechung erteilt – sogar Kaiser mußten das erleben (z.B. „Canossa-Gang“). So wurde man z.B. bei Beichten der Sünde „Unaufmerksamkeit in der Hl. Messe“ zu 3 Tagen Fasten bei Wasser und Brot „verdonnert“.
Es ist also gut und billig, eine Buße aufzuerlegen. Für eine Lebensbeichte mit schweren Sünden habe ich von einem Traditionspriester drei Rosenkränze aufgetragen bekommen (eher wenig, er hat mich sogar gefragt, ob das nicht zuviel wäre). Die aufwendigste Buße, von der ich gehört habe, war, eine Novene zu beten. Da muß man sich dann neun Tage lang mit der Buße befassen.
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#12   Elendester Sünder   15:25:19 | Montag, 22. August 2005
Beichten in der BRD
Miles Christi und Romulus haben recht. Ich kann nicht beurteilen, ob es allein in der BRD so schlimm ist, aber es sieht dort böse aus gerade bei der Beichte.
Ein Priester in Franken sagte mir, daß er genau wüßte, daß die Meisten derer, die zur Kommunion hampeln, jahre- oder jahrzehntelang nicht gebeichtet haben, aber die Kommunion verweigern würde er trotzdem nicht, sagte er auf meine Frage.
Mir ist es letztens in Hannover passiert, daß mir der Priester die Absolution erteilt, aber nichts zur Buße aufgetragen hat, obwohl meine Sünden nicht gerade von läßlicher Natur waren. Sicher: Es zählt der gute Wille des Beichtigers, aber zumindest eine kleine Buße z.B. ein Vater unser und Ave Maria hätte ich schon erwartet. Eine Absolution ohne auferlegte Buße vermittelt einen ungünstigen Eindruck. Ich war etwas verunsichert über die Gültigkeit der Absolution.
Kann mir jemand sagen, ob bei schweren Sünden eine aufgetragene Buße notwendig für die Gültigkeit der Absolution ist?
Ich teile Romulusens Erfahrung mit genervten Patres, beichthörfaule Priester gab es aber zu allen Zeiten.
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#11   MilesChristi   14:29:18 | Montag, 22. August 2005
@ Benedikt
Die Mehrheit der Priester, bei denen ich gebeichtet habe, haben mir die Frage nach Reue NIE gestellt. Bei der gleichen Mehrheit kam offensichtlich Unverständnis dafür, daß ich gewisse Sünden beichten wollte.
Ich rede von Priestern in Freiburg im Breisgau und in München.
Es gab Gott sei Dank auch „guten“. Aber die Mehrheit war so, wie ich es beschrieben habe.
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#10   Benedikt   13:53:38 | Montag, 22. August 2005
Lieber apex, das ist sehr aufschlussreich…
…du badest darin, dich für den einzig wahren Vertreter des Katholizismus zu halten. Gäbe es keine „nachkonziliären“ Katholiken mehr, so würdest du vermutlich Depressionen bekommen, weil dein Lebensmittelpunkt wegfallen würde.
In deinem Ansinnen, möglichst alles als nachkonziliar zu diffamieren, geht dir sogar häufiger die Genauigkeit abhanden: Ich habe nichts davon geschrieben, dass die Lossprechung automatisch kommt. Das passt dir aber vermutlich nicht, schließlich willst du ja das Wort „nachkonziliar“, welches für dich ein Schimpfwort ist, wieder anbringen.
Ich habe jedenfalls noch keinen noch so liberalen Priester gefunden, der in der Beichte nicht gefragt hätte: „Bereust du deine Sünden?“ und bin mir sicher, dass bei einem „Nein“ auch keine Absolution erfolgt wäre.
Ich finde aber, dass ein Priester bei jemandem, der zu ihm beichten geht die Chance hat, auf diesen Gläubigen einzuwirken, auf das er ein besserer Christ werde. Dazu muss er auch mahnen, dass ist klar. Aber er muss auch Hoffnung machen. Ohne Hoffnung ist auch die Mahnung unwirksam. Eine Suada, was man für ein Dreckskerl ist, weil man dies oder jenes getan hat führt jedenfalls noch nichts und ich kenne eine Menge Älterer, die heute noch mit Grauen an ihre Beichten in der „Vorkonzilszeit“ zurückdenken, und deshalb nicht im Traum daran denken, ihre Kinder mit der Beichte vertraut zu machen. Die Krise bei der Beichte ist in Wirklichkeit auf die katastrophale Beichtpraxis der 50er Jahre zurückzuführen.
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#9   apex   13:37:37 | Montag, 22. August 2005
@ Benedikt und die nachkonziliare Beichte
Das ist aber nicht (und war es niemals) der alleinige Zweck der Beichte.
das ist aber ein Zweck der Beichte, den du in deinem ersten Beitrag vergessen hast, weil man dich lange genug nicht auf Gott aufmerksam machte, sondern auf den Menschen – im deutschen Christentum (dem Möchtegernvatikan) …ator.homepage.t-online.de/ geht es nicht um Gott, sondern um den Menschen. Mit dem Angebot: der Mensch soll sich (durch die Beichte) gut und vollkommen fühlen, lockt man junge Leute zur Beichte ohne ihnen eine klare, der Lehre der Kirche nach, Orientierung einzuprägen.
… was sollte es für einen Sinn haben, den Gläubigen so etwas einzuimpfen?
wer redet hier vom Einimpfen???
Die Beichte ist eine Vergebung und kein Gericht. Deshalb heißt es Lossprechung und nicht Urteil.
Lossprechung, die man automatisch bekommt – typisch deutschdumme Denkweise des nachkonziliaren getauften Heidentums.Da du offensichtlich perfekt bist, weißt du vielleicht nicht, dass es durchaus Leute gibt, die an ihren Ansprüchen scheitern.ja und? Die nachkonziliare Beichte der nachkonziliaren Kirchenphilosophie (besonders in Deutschland) schafft mir die Möglichkeit alles in Ordnung zu bringen, ohne nachzudenken und ohne Reue. Also, was soll’s?Sonst keine Argumente?
für euch, deutsche Katholiken der nachkonziliaren Kirche, braucht man keine Argumente. Euch findet man zum Lachen.
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#8   Benedikt   13:01:45 | Montag, 22. August 2005
@ apex
Du gehst also nur zur Beichte, weil du den Leib des Herrn würdig empfangen willst? Das ist aber nicht (und war es niemals) der alleinige Zweck der Beichte.
Neee… nicht der Priester, sondern der beichtende Jugendlicher, dem klar wurde, wie gerissen oder verlogen sein Leben ist.
Absurd, was sollte es für einen Sinn haben, den Gläubigen so etwas einzuimpfen? Wer sich „gerissen oder verlogen“ fühlt soll ja zur Beichte gehen und dort zu Erkenntnis und zur Reue finden, auf das er sich danach eben gerade NICHT mehr gerissen oder verlogen fühlt. Die Beichte ist eine Vergebung und kein Gericht. Deshalb heißt es Lossprechung und nicht Urteil.
wenn das so wäre, würden sie zu Beichte nicht kommen, weil sie sich dessen bewusst wären, dass eine Beichte ohne Reue und ohne der Absicht, sein Leben nach der Morallehre der Kirche auszurichten, formal ungültig ist.
Da du offensichtlich perfekt bist, weißt du vielleicht nicht, dass es durchaus Leute gibt, die an ihren Ansprüchen scheitern.
Denk lieber daran, was Gott von dir erwartet.
Dein Beitrag und deine Einstellung ist das Resultat der nachkonziliaren Mentalität der Kirche.
Diese „Replik“ hat nichts mit dem zu tun, was ich geschrieben habe, sondern dient einzig und allein der auf Dauer ziemlich langweiligen Etikettierung als „Nachkonziliarer Halbkatholik“ oder wie auch immer. Sonst keine Argumente?
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#7   Romulus   12:56:11 | Montag, 22. August 2005
Beichten, was ich erlebt habe
Da viele Priester eine schlechte bzw. gar keine Beichtausbildung bzw. Beichtpraxis haben, macht beichten auch keinen Spaß. Also was ich da schon als Zuspruch erzählt bekommen habe, nachdem ich meine Sünden aufgezählt hatte, war Dünnbrettbohrerei, auf die ich gerne verzichtet hätte, aber ich wollte ja die Absolution. Oftmals waren es primitive Nachfragen, manch einer hat einfach was von einem Zettel vorgelesen, andere fand ich als neugierig. So richtige Beichtväter gibt’s nicht mehr. Außerdem hat die Kirche selbst die Beichte zerstört, da sie Bußgottesdienste eingeführt hat, bei denen die Absolution erteilt wird. Fakt ist, die meisten Priester in D haben überhaupt keinen Bock sich in den Beichtstuhl zu setzen. Ich habe schon erlebt, als ich beichten wollte, dass mir über die Sprechanlage eines Klosters, ziemlich unsanft zu erkennen gegeben wurde, dass ich jetzt störe. Zwar kam der Typ dann, wie die Sache ablief, könnt ihr euch ja vorstellen. Warum greifen da die Bischöfe nicht ein?
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#6   apex   12:47:28 | Montag, 22. August 2005
@ Benedikt
…die Beichte ist doch nicht dazu da, um Schuldgefühle zu verstärken, sondern um sie abzubauen.
Neeee… die Beichte ist dazu da, um sich auf die Begegnung mit Jesus Christus in der Eucharistie vorzubereiten und würdig den Leib des Herrn zu empfangen.
Wenn jemand beichten geht und sich hinterher schlechter fühlt als vorher, dann hat der Priester etwas falsch gemacht.
Neee… nicht der Priester, sondern der beichtende Jugendlicher, dem klar wurde, wie gerissen oder verlogen sein Leben ist.
Es ist auch unsinnig, beichten zu gehen, um sich von dem Priester den KKK vorlesen zu lassen. Lesen kann der Beichtende meistens auch selber, dafür braucht man keinen Priester, nicht mal einen Theologen.
wenn das so wäre, würden sie zu Beichte nicht kommen, weil sie sich dessen bewusst wären, dass eine Beichte ohne Reue und ohne der Absicht, sein Leben nach der Morallehre der Kirche auszurichten, formal ungültig ist.
Von einem Priester, gerade von dem, zu dem ich beichten gehe, erwarte ich mir schon ein wenig mehr als das monotone Absingen des KKK.
Denk lieber daran, was Gott von dir erwartet.
Dein Beitrag und deine Einstellung ist das Resultat der nachkonziliaren Mentalität der Kirche.
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#5   Benedikt   12:35:49 | Montag, 22. August 2005
Der Priester hat Recht…
…die Beichte ist doch nicht dazu da, um Schuldgefühle zu verstärken, sondern um sie abzubauen. Wenn jemand beichten geht und sich hinterher schlechter fühlt als vorher, dann hat der Priester etwas falsch gemacht.
Es ist auch unsinnig, beichten zu gehen, um sich von dem Priester den KKK vorlesen zu lassen. Lesen kann der Beichtende meistens auch selber, dafür braucht man keinen Priester, nicht mal einen Theologen. Von einem Priester, gerade von dem, zu dem ich beichten gehe, erwarte ich mir schon ein wenig mehr als das monotone Absingen des KKK. Der sollte einem im Religionsunterricht beigebracht werden.
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#4   Rosa von Lima   11:31:03 | Montag, 22. August 2005
Spiegel online
Ich bin erstaunt ob der Aussage dieses Beichtvaters betr. Sex vor der Ehe. Nach meinen Erfahrungen haben die Jugendlichen heutzutage eine so schlechte religiöse Erziehung, dass sie nicht einmal wissen, dass die RKK Sex vor der Ehe nicht billigt. Es gibt eine nicht unbedeutende Anzahl von Jugendlichen, welche der Ansicht sind, dass das durchaus erlaubt ist. Aber Kunststück – bei solchen Religionslehrern/innen.
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#3   apex   11:31:00 | Montag, 22. August 2005
die Beichte der Jugend
Viele Jugendliche beichteten, daß sie schon Sex vor der Ehe haben und hier die Lehre der Kirche nicht befolgten.
und obwohl sie in der Beichte nicht die Absicht äußern, sein Leben und seine Sicht zu ändern, bekommen sie die Absolution, als ob der Beichtvater dazu verpflichtet wäre.
Besonders junge Katholiken aus den USA litten unter schweren Schuldgefühlen. »Wehe, sie geraten an einen konservativen Opus-Dei-Mann«, sagt der liberale Kleriker, »da besteht leicht die Gefahr, daß ihr Schuldkomplex noch verstärkt wird«.“
Aha! Es ist also wichtiger die verdrehte, der Morallehre der Kirche gegenüber feindliche Einstellung der Jugendlichen nicht zu zerstören, als die Morallehre der Kirche selbst, der ein Opus Die Priester dient.
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#2   MilesChristi   10:30:55 | Montag, 22. August 2005
Spiegel und Standard
Ich kann mir schon denken, daß viele katholischen Priester aus Deutschland sehr erstaunt waren als sie merkten daß es in anderen Ländern immer noch Katholiken gibt, die an der Lehre der Kirche halten !
Es ist aber schrecklich zu denken, daß solche Jugendlichen an solchen Wölfen in Schafspelzen geraten sein können.
Der Standard zeigt im Kommentar seine ganze anti-kirchliche Haltung. Ich weiß jetzt, welche Zeitung ich nicht kaufen werde ,wenn ich mich in Österreich aufhalte.
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#1   Athanasius   10:11:47 | Montag, 22. August 2005
__________
„Schuldkomplex“
Ist jener apostater Priester etwa Psychologe?
So sieht man es: man kann sich auf dem WJT fast nicht trauen zu beichten. Und ob die im Fernsehen gezeigte Absolution bei dem der Priester die Hände auflegt wohl gültig war, wage ich zu bezweifeln.
Viele Kommentare treffen trotzdem zu. Sie machen mich aber durchaus traurig.
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