18:13:17 | Mittwoch, 24. August 2005
Anstelle einer verbissenen Kirchenkritik, die typisch deutsch ist, wollen wir jungen Menschen an der Kirche mitbauen und sie der Welt als Leuchtturm anbieten. Von Lukas Meisner (28).
(kreuz.net) Der 20. Weltjugendtag in Köln hat mich in meinem Glauben und in meiner Freude am Glauben
und der Kirche gestärkt.
Grund dafür waren nicht die gröhlenden Jugendlichen auf der Kölner Domplatte –
die leider im Fernsehen gezeigt wurden –, sondern die spirituellen Angebote, die dem Motto des Weltjugendtages
„Wir sind gekommen um IHN anzubeten“ gerecht wurden.
In den fast 200 Kirchen in Köln, Düsseldorf und
Bonn hielten jeweils am Morgen fast 500 Bischöfe Katechesen zu Glaubensfragen.
Neben dieser wichtigen
Glaubensvermittlung war 24 Stunden täglich das Allerheiligste zur Anbetung ausgesetzt.
Viele Priester
standen in den Seitenschiffen der Kirchen bereit zum Beichtehören. Hier war schon mal Anstellen angesagt.
Die Pilger wurden auch darauf hingewiesen, daß das Bußsakrament zum rechten Empfang der Eucharistie
wichtig ist. Das hat mich als Deutschen sehr gefreut, da bei uns durch die Bußgottesdienste ein falsches
Bild über die Sündenvergebung entstanden ist.
In den romanischen Kölner Innenstadtkirchen waren geistliche
Zentren im Angebot. Dort konnte man auch mit den neuen geistlichen Gemeinschaften ins Gespräch kommen
sowie die Stundengebete Laudes, Vesper sowie die Komplet mitfeiern.
Diese Tagzeitengebete wurden besonders
in den Kirchen der Ordensgemeinschaften gepflegt, wobei die Dominikaner den alten Stil sowie die lateinische
Sprache anboten.
Das Gespräch mit den Ordensgemeinschaften kam im Zentrum für Berufungspastoral – in
der Kirche St. Gereon – zur vollen Entfaltung.
Der Weltjugendtag ein Woodstock für Katholiken? Wohl
kaum. Denn neben dem Aspekt des Feierns stellte sich vor allem das Spirituelle in den Vordergrund.
Daß
Deutschland zum Missionsland geworden ist, dürfte nicht neu sein. Doch die neuen geistlichen Gemeinschaften –
die Papst Johannes Paul II. besonders am Herzen lagen – sind hier ein Teil des Neuaufbruchs innerhalb
der Kirche in der westlichen Welt.
Die neuen geistlichen Gemeinschaften waren ebenfalls in den wunderschönen
romanischen Innenstadtkirchen angesiedelt. Sie luden zu Anbetung, Beichte und Gesprächen ein.
Neben
der JUGEND2000 waren die Gemeinschaft Emmanuel, die Gemeinschaft von Jerusalem, die Gemeinschaft Sant’Egidio,
das Opus Dei – in der Kirche St. Panthaleon –, die Schönstattgemeinschaft sowie die
Jugendorganisation
JUVENUTEM vertreten.
Für letztere wurde die Messe im überlieferten tridentinischen Ritus zelebriert.
Die Jugendlichen von Juventutem steckten mit ihrer Glaubensfreude und ihrer Frömmigkeit auch in den Eisenbahnen
viele Jugendliche an.
Allzugerne schauten wir auf die junge Kirche aus den anderen Kontinenten. Der Weltjugendtag
hat sicherlich dazu beigetragen, daß man den Glauben befreit, fröhlich und offen leben kann.
Neben
dem typisch deutschen verbissenen Kritikstil an der Kirche sollten gerade wir jungen Menschen an dieser
Kirche mitbauen und sie, die Kirche, auch unseren Brüdern und Schwestern als Orientierung anbieten.
Der Missionsauftrag ist heute wichtiger denn je – das hat auch Papst Benedikt vor seiner Abreise vor den
deutschen Bischöfen nochmals eingefordert.
Die Intention des Weltjugendtags ist neben dem Aufbau einer
Zivilisation der Liebe auch das Mitbauen an einer gerechteren Welt.
Papst Benedikt XVI. hat es auch in
seiner
Schlußpredigt eindrucksvoll gesagt.
Der Weltjugendtag hat hoffentlich viele junge Menschen zur
Umkehr eingeladen und den Anwesenden neue Impulse für ihr Glaubens-, und Gebetsleben gegeben.
Bei so
einer tollen Gemeinschaft war es auch nicht schlimm, daß wir Jugendlichen in einer kalten Nacht im Schlafsack
auf dem Marienfeld nach einer wunderschönen Vigilfeier die Morgenröte des Sonntags ersehnten, um die
heilige Messe mit Papst Benedikt zu feiern.
Daß Papst Benedikt XVI. in seiner Predigt wie schon in der
Vigilfeier auf die Bedeutung der Eucharistie verwies, ist ihm hochanzurechnen.
Denn gerade die Feier
der Eucharistie verkommt in vielen Pfarreien zu einem billigen Gemeinschaftserlebnis mit dem Pfarrer.
Papst Benedikt XVI. wird dies in den nächsten Monaten in seiner weisen Art verkünden.
Gespannt darf
man darum auf die kommende Römische Bischofssynode blicken, die zum Thema hat: Schatten über der Eucharistie.
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Toby 12:41:46 | Donnerstag, 25. August 2005
#5
Toby 07:53:04 | Donnerstag, 25. August 2005
#4
zwobbel 07:44:13 | Donnerstag, 25. August 2005
#3
Toby 07:05:26 | Donnerstag, 25. August 2005
#2
Romulus 00:08:15 | Donnerstag, 25. August 2005
#1
apex 20:10:33 | Mittwoch, 24. August 2005