Weltjugendtag
Ein Augenzeugenbericht
Anstelle einer verbissenen Kirchenkritik, die typisch deutsch ist, wollen wir jungen Menschen an der Kirche mitbauen und sie der Welt als Leuchtturm anbieten. Von Lukas Meisner (28).
(kreuz.net) Der 20. Weltjugendtag in Köln hat mich in meinem Glauben und in meiner Freude am Glauben und der Kirche gestärkt.

Grund dafür waren nicht die gröhlenden Jugendlichen auf der Kölner Domplatte – die leider im Fernsehen gezeigt wurden –, sondern die spirituellen Angebote, die dem Motto des Weltjugendtages „Wir sind gekommen um IHN anzubeten“ gerecht wurden.

In den fast 200 Kirchen in Köln, Düsseldorf und Bonn hielten jeweils am Morgen fast 500 Bischöfe Katechesen zu Glaubensfragen.

Neben dieser wichtigen Glaubensvermittlung war 24 Stunden täglich das Allerheiligste zur Anbetung ausgesetzt.

Viele Priester standen in den Seitenschiffen der Kirchen bereit zum Beichtehören. Hier war schon mal Anstellen angesagt.

Die Pilger wurden auch darauf hingewiesen, daß das Bußsakrament zum rechten Empfang der Eucharistie wichtig ist. Das hat mich als Deutschen sehr gefreut, da bei uns durch die Bußgottesdienste ein falsches Bild über die Sündenvergebung entstanden ist.

In den romanischen Kölner Innenstadtkirchen waren geistliche Zentren im Angebot. Dort konnte man auch mit den neuen geistlichen Gemeinschaften ins Gespräch kommen sowie die Stundengebete Laudes, Vesper sowie die Komplet mitfeiern.

Diese Tagzeitengebete wurden besonders in den Kirchen der Ordensgemeinschaften gepflegt, wobei die Dominikaner den alten Stil sowie die lateinische Sprache anboten.

Das Gespräch mit den Ordensgemeinschaften kam im Zentrum für Berufungspastoral – in der Kirche St. Gereon – zur vollen Entfaltung.

Der Weltjugendtag ein Woodstock für Katholiken? Wohl kaum. Denn neben dem Aspekt des Feierns stellte sich vor allem das Spirituelle in den Vordergrund.

Daß Deutschland zum Missionsland geworden ist, dürfte nicht neu sein. Doch die neuen geistlichen Gemeinschaften – die Papst Johannes Paul II. besonders am Herzen lagen – sind hier ein Teil des Neuaufbruchs innerhalb der Kirche in der westlichen Welt.

Die neuen geistlichen Gemeinschaften waren ebenfalls in den wunderschönen romanischen Innenstadtkirchen angesiedelt. Sie luden zu Anbetung, Beichte und Gesprächen ein.

Neben der JUGEND2000 waren die Gemeinschaft Emmanuel, die Gemeinschaft von Jerusalem, die Gemeinschaft Sant’Egidio, das Opus Dei – in der Kirche St. Panthaleon –, die Schönstattgemeinschaft sowie die Jugendorganisation JUVENUTEM vertreten.

Für letztere wurde die Messe im überlieferten tridentinischen Ritus zelebriert. Die Jugendlichen von Juventutem steckten mit ihrer Glaubensfreude und ihrer Frömmigkeit auch in den Eisenbahnen viele Jugendliche an.

Allzugerne schauten wir auf die junge Kirche aus den anderen Kontinenten. Der Weltjugendtag hat sicherlich dazu beigetragen, daß man den Glauben befreit, fröhlich und offen leben kann.

Neben dem typisch deutschen verbissenen Kritikstil an der Kirche sollten gerade wir jungen Menschen an dieser Kirche mitbauen und sie, die Kirche, auch unseren Brüdern und Schwestern als Orientierung anbieten.

Der Missionsauftrag ist heute wichtiger denn je – das hat auch Papst Benedikt vor seiner Abreise vor den deutschen Bischöfen nochmals eingefordert.

Die Intention des Weltjugendtags ist neben dem Aufbau einer Zivilisation der Liebe auch das Mitbauen an einer gerechteren Welt.

Papst Benedikt XVI. hat es auch in seiner Schlußpredigt eindrucksvoll gesagt.

Der Weltjugendtag hat hoffentlich viele junge Menschen zur Umkehr eingeladen und den Anwesenden neue Impulse für ihr Glaubens-, und Gebetsleben gegeben.

Bei so einer tollen Gemeinschaft war es auch nicht schlimm, daß wir Jugendlichen in einer kalten Nacht im Schlafsack auf dem Marienfeld nach einer wunderschönen Vigilfeier die Morgenröte des Sonntags ersehnten, um die heilige Messe mit Papst Benedikt zu feiern.

Daß Papst Benedikt XVI. in seiner Predigt wie schon in der Vigilfeier auf die Bedeutung der Eucharistie verwies, ist ihm hochanzurechnen.

Denn gerade die Feier der Eucharistie verkommt in vielen Pfarreien zu einem billigen Gemeinschaftserlebnis mit dem Pfarrer.

Papst Benedikt XVI. wird dies in den nächsten Monaten in seiner weisen Art verkünden.

Gespannt darf man darum auf die kommende Römische Bischofssynode blicken, die zum Thema hat: Schatten über der Eucharistie.
      
9 Lesermeinungen
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#9   Laurentius2   14:37:44 | Dienstag, 30. August 2005
Überwiegend positiv
Auch ich habe den WJT selber (! ok, „Stimme“ ?) miterlebt und denke, das Positive überwiegt . Natürlich kann das Ganze leicht in Gefahr geraten, in pfingstlerische Irrwege und Schwärmereien abzudriften, aber es geht hier um den obigen Bericht eines jungen Katholiken und der deckt sich mit meinen Erfahrungen: positiv !
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#8   Stimme aus dem Tradiland   14:24:39 | Donnerstag, 25. August 2005
@ An alle unten verewigten
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass auch nur eine einzige der unten angeführten hunderten Bischofs-Katechesen vollständig und richtig in Hinblick auf die Lehre Christi und der Kirche und den katholischen Glauben war. Wer gegenteiliges vermutet, soll Belegstellen nennen bzw. solche Katechesen-Texte beibringen. Statt dass sie ihren V2-Blödsinn in Predigten und Interviews verbreiten, haben sie es in Form von Katechesen getan. Soll man sich also an der Form des Blödsinns erfreuen?
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#7   Toby   12:41:46 | Donnerstag, 25. August 2005
@ Benedikt
Man hat es aber nicht nur drei Jahre nicht gemacht, sondern 30 Jahre. Da fehlt eine ganze Generation.
Im übrigen müssen die Voraussetzungen, sprich die theologischen Prämissen, für eine gescheite Katechese stimmen. Auf den Inhalt kommt es an.
Wie kann ein Bischof Kamphaus eine ordentlich Katechse halten, wo er im vergangenen November in einem Beitrag für die FAZ die häretische Ganztod-Theologie vertetreten und gewissermaßen die Existenz einer vom Leib getrennten Geistseele geleugnet hat?
Und was haben die Jugendlichen davon, wenn Kardinal Lehmann in einer Katechese 2000 in Rom erklärt hat, dass der Petrusbrief nicht von Petrus stammt (was erst noch zu beweisen wäre …)?
Im übrigen sind die Bischöfe für den Mist im Religionsunterricht und Theologiestudium veranstwortlich. Bevor sie beim Weltjugendtag Katechsesen halten, sollten sie erst einmal vor Ort ihre Hausaufgaben erledigen und ihre eigenen theologischen Prämissen, falls nötig, kritisch überprüfen …
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#6   Benedikt   11:51:37 | Donnerstag, 25. August 2005
@ Toby & Apex
Irgendwann muss man ja wohl irgendwie anfangen oder? Nur weil man es drei Jahre nicht gemacht hat, kann eine Katechese ja wohl kaum schlecht sein.
Und nur, weil man im Theologiestudium und Religionsunterricht Mist vorgesetzt bekommt, müssen die Bischöfe doch nicht auf die Vermittlung der Wahrheit verzichten.
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#5   Toby   07:53:04 | Donnerstag, 25. August 2005
Demut
@ zwobbel
Demut ist sicher ganz wichtig. Aber Fragen zu stellen, bedeutet doch nicht gleich, dass man nicht demütig sei und/oder automatisch mit der Piusbruderschaft sympathisiere …
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#4   zwobbel   07:44:13 | Donnerstag, 25. August 2005
Anstelle einer verbissenen Kirchenkritik, die typisch deutsch ist,…
Zu meinen drei Vorrednern kann ich nur sagen, womit auch der Artikel eingeleitet wird:
Anstelle einer verbissenen Kirchenkritik, die typisch deutsch ist, …
Es schlägt offenbar auf das Gemüt, wenn permanent in Opposition lebt und selbst die Funktion des Lehramtes übernimmt. Ich bin in meinem Leben selbst oft (viel zu oft) Priestern begegnet die Häresien verzapften, glaubenslos geworden waren, keinerlei Frömmigkeit (=Gabe des Hl. Geistes) besaßen etc. etc.
Und daher weiß ich wie schwer es ist trotzdem demütig zu bleiben. Ich war es nciht immer, weiß aber daß es nötig ist es jeden Tag neu zu versuchen.
Daher fordere ich die diversen Anhänger der FSSPX auf sich zu bekehren und endlich wieder zur Demut zurückzukehren. Im Fatimalied z.B. heißt es:
„Vor Gott ist die Demut die köstlichste Zier.“
Und wenn Sie zur Demut zurückgefunden haben, dann werden Sie auch nicht mehr jeden geistlichen Aufbruch junger Menschen madig machen.
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#3   Toby   07:05:26 | Donnerstag, 25. August 2005
„Wichtige Glaubensvermittlung“?
In den fast 200 Kirchen in Köln, Düsseldorf und Bonn hielten jeweils am Morgen fast 500 Bischöfe Katechesen zu Glaubensfragen.
Es berührt einen schon seltsam: Da erfährt der Schüler im Religionsunterricht und der Theologiestudent unbeanstandet im Theologiestudium, dass Maria nicht Jungfrau und Jesus weder Sohn Gottes noch von den Toten auferstanden ist, und dann halten die verantwortlichen Exzellenzen nun plötzlich sogenannte „Katechsesen“ zu Glaubensfragen, ein Genre, das jahrzehntelang verpönt und nahezu ausgestorben war. Und nun soll er plötzlich wieder da sein, der Glaube!? Aber welcher Glaube? Und unter welchen theologischen Prämissen wird er vermittelt? Alles Fragen, die der Klärung bedürfen.
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#2   Romulus   00:08:15 | Donnerstag, 25. August 2005
Was war denn das?
Denn gerade die Feier der Eucharistie verkommt in vielen Pfarreien zu einem billigen Gemeinschaftserlebnis mit dem Pfarrer.
Mit Verlaub Herr Meisner,
Ihr Bericht scheint fiktiv zu sein!
Jedenfalls ist Ihr Bericht so summarisch, dass man die Information aus verschiedenen Zeitungs- oder Internetberichten hätte zusammenschreiben können. Unter Erlebnisbericht stelle ich mit was anderes vor. Ähm bei welchem Bischof saßen Sie denn in der Katechese? Was war das Thema? Übrigens, oben bejubeln Sie die Gemeinschaft, in dem Sie Ihre Bewunderung für die neuen Gemeinschaften bewundern, unten kritisieren Sie das Gemeinschaftserlebnis.
Also was nun Herr Meisner???
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#1   apex   20:10:33 | Mittwoch, 24. August 2005
Katechese
In den fast 200 Kirchen in Köln, Düsseldorf und Bonn hielten jeweils am Morgen fast 500 Bischöfe Katechesen zu Glaubensfragen.
Worüber soll man sich hier freuen, oder wem soll man hier zujubeln?
Katechese direkt von den Priestern oder Bischöfen – ein einziges mal in 2-3 Jahren – es scheint für Deutschland und für das deutsche Verständnis von Kirche, Religion und Glaube ein Erfolg zu sein, oder?
Man kann sich echt kaputtlachen.
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