„Situation ist nicht hoffnungslos“
Der gegenwärtige Friedensvertrag wird entscheiden, ob der Sudan als Staat bestehenbleibt oder auseinanderbricht. Das erklärte der Kardinalerzbischof von Khartum in Köln.

Das erklärte der Erzbischof von Khartum, Gabriel Kardinal Zubeir Wako, auf einer Pressekonferenz des Hilfswerks ‘Kirche in Not/Ostpriesterhilfe’ mitte August in Köln.
Der Sudan befindet sich in Nordostafrika. Das Land ist gespalten. Einem islamischen Norden steht ein vom Christentum sowie von Naturreligionen geprägter schwarzafrikanischer Süden gegenüber.

Zwar seien Mißtrauen und Gewaltpotential zwischen den zwei Bevölkerungsteilen noch sehr groß. Die Situation sei aber „nicht hoffnungslos“. Garangs „Botschaft von Frieden und Hoffnung“ werde von seinen Nachfolgern weitergetragen.
Von der Entwicklung der nächsten Jahre werde es abhängen, ob der Südsudan sich vom Norden abspalten und einen eigenen Staat gründen werde, sagte Kardinal Zubeir.
Entscheidend sei, inwieweit die Menschenrechte durchgesetzt und die Rohstoffe „ehrlich verteilt“ würden.
Es komme jetzt vor allem darauf an, die politischen Parteien zu unterstützen, die sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzen.
Wichtig für die Rückkehr der Flüchtlinge in den Süden des Landes sei es, die Präsenz der Kirche dort wiederherzustellen:
„Wo die Kirche ist, gehen die Menschen hin, weil sie wissen, daß ihnen dort geholfen wird“, sagte der Kardinal.
Weihbischof Gerhard Pieschl aus Limburg – Mitglied der ‘Kommission Weltkirche’ der Deutschen Bischofskonferenz – hob besonders den Einsatz der katholischen Kirche des Sudans für Frieden und Gerechtigkeit hervor.
Ohne diesen Einsatz wäre der gegenwärtige „Friedensvertrag nicht zustande gekommen“. Der Vertrag biete einen politischen Rahmen für dauerhaften Frieden und ein gewaltloses Miteinander.
Bei der Wiedereingliederung der Vertriebenen werde die deutsche Kirche die Katholiken im Sudan nicht allein lassen:
„Hilfswerke wie ‘Kirche in Not’ werden weiterhin an ihrer Seite stehen und die Not lindern helfen“, betonte Weihbischof Pieschl.
‘Kirche in Not’ hat nach eigenen Angaben allein seit 2003 den sudanesischen Katholiken mit 1,8 Millionen Euro geholfen.
Die Freude über den Frieden zwischen dem Norden und dem Süden des Landes wird durch die anhaltenden schweren Verletzungen der Menschenrechte getrübt.
Diese betreffen vor allem die westsudanesische Region Darfur. Dort hat es bisher 300.000 Tote, Massenvergewaltigungen und zwei Millionen vertriebene Menschen gegeben.
Da von diesem Geschehen keine Bilder an die Weltöffentlichkeit gelangten, müsse die Kirche als Anwalt der Menschen auftreten.
Weihbischof Pieschl forderte alle Christen und die Öffentlichkeit auf, sich mehr für den Sudan zu interessieren.
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