Protestantismus
Blick über den Gartenzaun
Im US-Bundesstaat Texas bezog die freievangelikale Gemeinde des Pastors Joel Osteen kürzlich eine neue Kirche. Das Gotteshaus umfaßt 16.000 Sitzplätze. Sie füllen sich – Sonntag für Sonntag.
(kreuz.net) Ein „kulturelles Phänomen“ habe sich kürzlich in der texanischen Stadt Houston ereignet. Das berichtete Mitte Juli ein baptistischer Nachrichtendienst in den USA.

Das Phänomen ist eine freievangelische Gemeinde im US-Bundesstaat Texas. Sie nennt sich ‘Lakewood Church’ und umfaßt 30.000 Mitglieder. Angeführt wird sie von Pastor Joel Osteen.

Der Pastor unterschrieb kürzlich einen 30jährigen Mietvertrag für das ehemalige Zentrum der Computerfirma Compaq in Houston.

Houston befindet sich im Bundesstaat Texas im Süden der Vereinigten Staaten.

Die Gemeinde von Pastor Osteen wird umgerechnet 9.2 Millionen Euro für den 30jährigen Mietvertrag bezahlen. Sie erhält außerdem die Möglichkeit, das Gebäude während weiterer 30 Jahre für umgerechnet 17 Millionen Euro zu mieten.

74 Millionen Euro wandte der freievangelikale Prediger auf, um das gemietete Gebäude zu renovieren.

Der erste Gottesdienst fand am 16. Juli statt.

Der Versammlungsraum war gesteckt voll. Pulsierende Musik, flutende Lichter und ein rauschender Applaus eröffnete den Samstagabendanlaß, als Pastor Osteen, seine Familie und der Gouverneur von Texas, Rick Perry, die Arena betraten.

„Ich blicke herum und ich weiß fast nicht, was ich sagen soll“, erklärte Pastor Osteen der Menge:

„Ich möchte einfach sagen: Ich liebe euch.“

Die freievangelikale Gemeinde des Pastors begann 1959 mit 90 Personen. John Osteen, der Vater des gegenwärtigen Pastors, eröffnete sie in einem Arbeiterviertel.

Jetzt ist ‘Lakewood Church’ die größte Kirche in den USA. Joel Osteen ist ein bekannter Fernseh-Evangelist. Er hat verschiedene Bücher geschrieben, die er in rauhen Mengen verkauft.

Die Arena der Kirche umfaßt 56.000 Quadratmeter. Sie bietet interaktive Plattformen für Kinder und Jugendliche und eine Predigtbühne, die von zwei Wasserfällen umgeben ist, die je 750 Liter Wasser verwenden.

Außerdem gibt es acht Großbildschirme und einen Orchestergraben, der hydraulisch gesenkt und gehoben werden kann.

‘Lakewood Church’ legte umgerechnet 35 Millionen Euro für die Renovation direkt auf den Tisch. Für den Rest hielt man Kredite.

Pastor Osteen wird oft kritisiert, ein Wohlstandsevangelium zu predigen, wo Leiden und Sünde an den Rand gedrängt werden und der Schwerpunkt darauf liegt, wie sehr Gott die Christen mit Segen überschütten will.

Der Prediger läßt sich gewöhnlich nicht auf politische oder dogmatische Fragen ein.

Darum wird sein Ansatz von manchen als „Christentum light“ bezeichnet.
      
4 Lesermeinungen
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#4   Evangelist   01:38:00 | Donnerstag, 10. August 2006
Den Balken in deinem eigenen Auge
Was habt IHR bis jetzt für das Reich Gottes getan? Ich glaube da brauchen wir uns nicht weiter drüber unterhalten, oder? :-|
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#3   Benedikt   13:46:06 | Montag, 29. August 2005

Jede Woche eine Messe mit 19.000 Besuchern – da würd ich kapitulieren. Größere Messen haben auch ihren Sinn und ihre Vorteile. Aber jede Woche ein Geschiebe und Gedränge, nein Danke.
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#2   Aurelius   13:02:06 | Montag, 29. August 2005
Osteen
Osteen kriegt man Sonntags vormittags auch in Deutschland auf CNBS zu sehen (zu dieser Zeit kommt da ein Fernsehprediger nach dem anderem). Klar daß das weichgespülter Kram ist, aber Osteen fängt seine Predigten immer mit einem Witz an, und die sind meistens sehr gut. Muß zugeben, daß ich mittlerweile abschalte, wenn die „This is my Bible“ Nummer kommt…
Weichgespült aber unterhaltsam.
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#1   covadonga   11:36:02 | Montag, 29. August 2005
Osteen
Über Kabelfernsehen bekommt man Pastor Osteen Sonntag vormittags auch ins österreichische Wohnzimmer. Ich hab mir das mehrmals angesehen: Sehr seicht. Da ist auch die unmotivierteste und weichgespülteste katholische Sonntagspredigt noch besser.
Im Publikum kann man übrigens per gezieltem Kameraschwenk „Promis“ wie z.B. Chuck Norris usw. ausmachen, was symptomatisch ist. Mehr Show als Inhalt.
Scheint, als gäbe es auf das Etikett „evangelikal“ genauso keinen Markenschutz wie auf „katholisch“. Was Osteen bietet, dürfte den meisten Wiedererweckten mit konservativem Bibelverständnis kaum gefallen.
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