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Dienstag, 30. August 2005 07:57
kreuzmeldungen
Neubesetzungen? + Stellungnahme der Lefèbvristen + Requiem mit Interkommunion + Verurteilt + Nichts Neues aus Röschenz
Papst Benedikt XVI. mit seinem Reisemarschall, Mons. Renato Boccardo (52), und - links außen - seinem Zeremonienmeister Erzbischof Piero Marini
Papst Benedikt XVI. mit seinem Reisemarschall, Mons. Renato Boccardo (52), und – links außen – seinem Zeremonienmeister Erzbischof Piero Marini
Neubesetzungen?

Vatikan. Die Turiner Tageszeitung ‘La Stampa’ hat gestern erneut Gerüchte aufgeworfen, wonach Papst Benedikt XVI. seinen engsten Mitarbeiterkreis im Herbst neu besetzen wolle. Der Zeitungsbericht spricht vor allem von einer möglichen Ablöse von Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano. Der zweite Mann im Vatikan wird im kommenden November 78 Jahre alt. Als mögliche Kandidaten für seine Nachfolge gelten sein Substitut, Erzbischof Leonardo Sandri, der Präfekt der Missionskongregation, Crescenzo Kardinal Sepe, sowie der gegenwärtige Außenminister des Papstes, Erzbischof Giovanni Lajolo. Auch von einer Ablösung von Kardinal Castrillon Hoyos in der Führung der Kleruskongregation ist im Zeitungsbericht die Rede. Laut ‘La Stampa’ sollte auch der päpstliche Zeremonienmeister, Erzbischof Piero Marini (63), ersetzt werden. Mons. Marini soll eine prestigereiche Diözese in Mittelitalien anvertraut werden. Über eine mögliche Beförderung Mons. Marinis wird bereits seit der Wahl von Benedikt XVI. gemunkelt, weil Papst und Zeremonienmeister unterschiedliche liturgische Ansichten hätten.

Stellungnahme der Lefèbvristen

Mons. Bernard Fellay, Generaloberer der Priesterbruderschaft St. Pius X., wurde gestern von Papst Benedikt XVI. in dessen Sommerresidenz in Castelgandolfo empfangen. Im Anschluß daran gab er folgende Erklärung ab:

„Die Audienz dauerte ungefähr 35 Minuten und verlief in einem guten Klima. Das Treffen war für die Bruderschaft die Gelegenheit, aufs neue zu bezeugen, daß sie immer mit dem Heiligen Stuhl, dem ewigen Rom, verbunden gewesen ist und es immer sein will. Wir haben die großen, schon bekannten Schwierigkeiten in einem Geist echter Liebe zur Kirche erörtert. Man stimmte darin überein, schrittweise vorzugehen im Versuch, die Probleme zu lösen. Die Bruderschaft St. Pius X. betet, daß der Heilige Vater die Kraft finde, der Krise der Kirche ein Ende zu setzen, indem er ‘alles in Christus erneuert’.“

+Bernard Fellay
Generaloberer der Priesterbruderschaft St. Pius X.


Requiem mit Interkommunion

Deutschland. Anläßlich des Todes von Frère Roger Schütz aus Taizé fand auch in der Pfarrei Berlin-Lichtenrade ein katholisches Requiem für den Gründer der ökumenischen Brudergemeinschaft aus dem Burgund statt. In der protestantischen Nachbargemeinde wurde zu dem Requiem als „Gedenkgottesdienst mit Eucharistiefeier“ eingeladen. Bei der Heiligen Messe las der protestantische Pastor das Evangelium. Sein liturgisches Gewand legte er jedoch nach dem Wortgottesdienst wieder ab, um sich bei der Kommunionausteilung den heiligen Leib Christi reichen zu lassen.

Verurteilt

Österreich. Der Pfarrer von Saalbach wurde am Montag zu einer drei monatigen Haftstrafe wegen des Besitzes von Kinderpornographie verurteilt. Saalbach befindet sich im Westen des österreichischen Bundeslandes Salzburg. Bei dem 67jährigen wurden 1.600 Fotos und Filme sichergestellt. Der von der Erzdiözese mittlerweile suspendierte Kleriker soll diese über drei Jahre lang konsumiert haben. Die Ermittler wurden durch die Kreditkartennummer auf den Priester aufmerksam. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Nichts Neues aus Röschenz

Schweiz. Am vergangenen Samstag haben sich der Bischof von Basel, Mons. Kurt Koch, und der Kirchgemeinderat der rebellischen Pfarrei Röschenz aus Basel-Landschaft erneut zu einem Gespräch getroffen. Wie die Pfarrei auf ihrer Homepage berichtet, sei das Gespräch in einer ruhigen Atmosphäre verlaufen. Ein konkretes Ergebnis konnte nicht erzielt werden. Man ist überzeugt, daß es zu weiteren Gesprächen kommen werde. Vorderhand halten beide Parteien an ihren Positionen fest. Dies heißt konkret, daß Pfarradministrator Franz Sabo per Ende September die kirchliche Sendung – die ‘Missio Canonica’ – verliert. Die Pfarrei kündigte an, den aufsässigen Pfarradministrator auch gegen den Willen des Bischofs weiterzubezahlen.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 100 Lesermeinungen:
Donnerstag, 1. September 2005 22:46
MilesChristi: @ Catholicus
Es tut mir leid, aber ich kann sehr wohl einen Bruch zwischen den Entwicklungen nach dem Konzil und der Tradition der Kirche in vielen BEreichen feststellen. Dieser Bruch war bereits in den zweideutigen Texten der Konzilsdokumente enthalten. Undn wenn die Entwicklungen dem Konzil widersprachen, warum haben die Päpste nichts unternommen ?
Donnerstag, 1. September 2005 22:11
Catholicus: @Gatte der Evelin
Eine Bischofsweihe gegen den ausdrücklichen Willen des Papstes ist ein „intrinsece malum“, ein in sich schlechter Akt. Das Bischofsamt als solches ist „kirchenstiftend“: dies gilt im Vollsinn für Diözesanbischöfe, und im abgeleiteten Sinn auch für Weihbischöfe. Daher liegt in einem solchen Weiheakt ein schismatisches Handeln.
Das 2. Vatikanische Konzil war von seinem Selbstverständnis her ein „pastorales“ Konzil, was jedoch eine lehrmäßige Ausrichtung nicht ausschließt. Es hat erstens die bisherige Lehre und Tradition der Kirche bestätigt und zweitens neue Akzente gesetzt in wichtigen Fragen. Ein Widerspruch zur Tradition ist nicht nachzuweisen.
Als katholische Christen sind wir im Gewissen verpflichtet, dem Lehramt des Papstes und der Bischöfe zu folgen. „Dieser religiöse Gehorsam des Willens und Verstandes ist in besonderer Weise dem authentischen Lehramt des Bischofs von Rom, auch wenn er nicht kraft höchster Lehrautorität spricht, zu leisten; nämlich so, daß sein oberstes Lehramt ehrfürchtig anerkannt und den von ihm vorgetragenen Urteilen aufrichtige Anhänglichkeit gezollt wird, entsprechend der von ihm kundgetanen Auffassung und Absicht“ (Lumen gentium, 25). Der Beistand des Heiligen Geistes verleiht dem Lehramt das „sichere Charisma der Wahrheit“.
Donnerstag, 1. September 2005 22:10
MilesChristi: @ Romano
Ich weiß nicht mehr, nach der Lektüre deines letzten Postings, ob du wirklich an eine Diskussion interessiert bist.

Haben die Päpste zB bis zum verhängnisvollen letzten Konzil einen neuen „30jährigen Krieg“ gewollt (lerne mal etwas GEschichte, bevor du sagst daß es damals um Religion ging), wenn sie gesagt haben, daß die Protestanten zurück zur Kirche mußten ??

Haben die Päpste kein Recht gehabt als sie vor den Gefahren gewisser Ideen warnten, die theologiegeschihctlich als „Modernismus“ zusammengefaßt sind ?
Donnerstag, 1. September 2005 21:59
Catholicus: Von der Redaktion entfernt
Donnerstag, 1. September 2005 21:14
Romano: @Gatte
Natürlich sind die Herausforderungen des Jahres 2005 ganz andere als noch vor 50, 100 oder 500 Jahren. In einer „globalisierten“, hochtechnisierten Welt gibt es doch für die Menschen ganz andere Chancen und Gefahren als in der Zeit vor der Aufklärung. Darauf muss auch das Hirtenamt reagieren. Zwar hat das 2. Vatikanum keine neuen Dogmen verkündet, aber sehr wohl bindende Lehrentscheidungen getroffen.

Im Grunde widersprechen Sie sich: wenn Sie der Auffassung sind, das II. Vatikanum habe gar keine Lehrentscheidungen getroffen, dann kann es doch gar nicht der von Ihnen definierten „Tradition“ widersprechen. Klar ist aber eines: solange nicht – wie z.B. auf den frühen Konzilien – über Grundfragen unseres Glaubens entschieden wird, ein Konzil also unser Glaubensbekenntnis neu formuliert, ist durchaus Spielraum für neue Akzente. Warum sperren Sie sich bloß so verzweifelt dagegen? Wir können (und ich hoffe: wir wollen) doch heute mit anderen Religionen und Konfessionen nicht mehr wie in der Zeit der Kreuzzüge oder des 30jährigen Krieges umgehen. Wenn das aber die Tradition ist, die Sie meinen, dann lasse ich mich gern als „V2-Katholik“ beschimpfen. Zugleich bin indes zuversichtlich, dass meine Kirche einer solchen „Tradition“ nicht folgen wird.

Dass die Interessen manches französischen Adligen in eine andere Richtung gehen (und er deswegen genau weiß, wen er unterstützt), bekümmert mich wenig.
Donnerstag, 1. September 2005 20:43
Evelin: Mit JoPaII. gegen die Tradition
@ Romano: Analysieren wir einmal des JoPa-Papstes pseudotheol. pseudolehramtliche Bermerkungen im „heiß geliebten“ motu proprio Ecclesia Dei:

…schismatischen Aktes

Schismatischer Akt? Gibt’s konkret keinen.

…unvollständigen und widersprüchlichen Begriff der Tradition … unvollständig, da er den lebendigen Charakter der Tradition nicht genug berücksichtigt, die, wie das II. Vat. Konzil sehr klar lehrt, „von den Aposteln überliefert, … unter dem Beistand des Hl. Geistes einen Fortschritt kennt:

Konzil? War keines, sondern Synode, schon gar nicht ein in der Nachfolge des I. Vat. Konzils stehendes! V2 lehrt auch nichts, weil es „pastoral“ sein will, offenkundig, weil es einen Widerspruch zwischen Lehr- und Hirtenamt konstruiert.

Gerade von der Tradition her ist V2 nicht zu berücksichtigen, sondern auszuklammern! Lebendiger Charakter der Tradition: In Wirklichkeit ist das hier nur der verschleierte Ausdruck für eine „dynamische Entwicklung der Wahrheit“, die es aber nicht gibt, weil Christus sowohl die Wahrheit als auch das Alfa und das Omega ist.

im Bischofsamt das sichere Charisma der Wahrheit empfangen haben“.“

Was heißt das? Dass Bischöfe, wenn sie den Mund aufmachen, schon die Wahrheit sagen? Wenn Sie aber ein Charisma erhalten haben, wer behauptet dann, dass sie dann immer davon Gebrauch machen?

Lächerlich, damit zu argumentieren! (@ Romano)

Der Gatte der Evelin
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