Kinderabtreibung
Verfolgt
Es gibt zwei Tage in meinem Leben, an denen ich mich in meiner Wohnung einsperren möchte und auch nicht mehr raus will. Der Tag an dem ich mein Kind abtreiben ließ und der Tag seines Geburtstermins. Von Michaela.
(kreuz.net) Es fing vor knapp zweieinhalb Jahren an. Ich lernte einen netten Mann kennen – so dachte ich wenigstens damals.

Wir gingen durch dick und dünn und nach einigen Monaten wurde ich schwanger. Ich hatte die Pille abgesetzt, weil ich an einer Infektion litt und deswegen Medikamente nehmen mußte.

Da ich schon zwei gesunde Jungs habe, machte ich mir damals keine Sorgen und freute mich auf das dritte Kind.

Doch mein Partner war da ganz anderer Meinung.

Er verlangte von mir, daß ich mein Kind abtreiben lasse. In einer Trotzphase sagte ich ihm: Okay, du fliegst raus und das Kind auch.

Ich schmiß ihn aus meiner Wohnung und blieb mit meinen Sorgen und dem ungeborenen Baby alleine.

Ich wußte, daß ich das auch schaffen kann. Dennoch. Auf die Versprechen und Hilfszusagen, die man von Freundinnen und Verwandten bekommt, darf und kann man nicht bauen.

Ich überlegte tagelang, was das Beste wäre. Ich konnte keine Lösung finden.

Schließlich entschloß ich mich, mein Kind abzutreiben.

Nachdem ich alle Formalitäten erledigt hatte, bekam ich den Termin im Krankenhaus. Ich war nervös und wollte einfach nur sterben. Ich kam in den Operationssaal. Es wurde alles vorbereitet.

Keine der Schwestern oder Abtreiber sprachen mir Mut zu oder fragten mich, warum ich das tun wollte. Ich wurde behandelt wie ein Stück Schlachtvieh.

Als ich nach der Tat wieder aufwachte, merkte ich den Schmerz.

Nein, nicht den körperlichen Schmerz, sondern den seelischen Schmerz.

Er fraß mich von Stunde zu Stunde immer mehr auf. Es gibt nichts Schlimmeres als eine Kinderabtreibung. Du zerstörst zwei Leben: das Leben des Kindes und dein eigenes.

Du wirst nie wieder in deinem Leben vergessen können, was du getan hast. Es wird dich immer verfolgen und dich nicht los lassen. Du siehst auf der Straße schwangere Frauen oder glückliche treusorgende Eltern mit Kinderwagen: Du siehst alles durch die Brille der Abtreibung deines Kindes.

Wenn ich könnte, würde ich die Uhr zurück stellen und mein Kind bekommen.

Eines weiß ich. Mein Leben wird nie wieder so sein, wie es vorher war. Egal, in welcher Situation sich eine Mutter befindet.

Es gibt keinen Grund, um ein Kind abzutreiben.

Alles ist zu schaffen, außer die Abtreibung.
      
3 Lesermeinungen
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#3   franco.felice   20:51:45 | Samstag, 3. September 2005
An Stimme aus dem Tradiland:
Danke für die faire Korrektur. Habe keinen Grund den Widerspruch zu bezweifeln. Ja, der zitierte Satz ist zu beanstanden.
Tut mir leid, mich gerade hier geirrt zu haben; werde in Zukunft sorgfältiger recherchieren.
Mit besten Grüßen
Franco
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#2   Stimme aus dem Tradiland   18:12:07 | Freitag, 2. September 2005
@ franco.felice
Zitat: Selbst hätte Hitler seine Taten nicht begangen, hätte er trotzdem nicht unsere Ethik besessen, da er die Abtreibung nicht erlaubte![mehr…]
Falsch: Er hat die Abtreibung sogar angeordnet: Bei den sogenannten „Ostarbeiterinnen“. In Österreich werden diese nach dem „Versöhnungsfondsgesetz“ (oder so ähnlich) jetzt sogar zusätzlich aus diesem Titel der Zwangsabtreibung entschädigt.
Die Geschichte vom abtreibungsfreien Nazi-Deutschland ist genauso ein Märchen wie viele andere Totschlaggeschichten aus dem 3. Reich oder von sonst wann.
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#1   franco.felice   17:58:04 | Freitag, 2. September 2005
Dieser Frau möge GOTT vergeben.
Nicht vergeben aber möge Gott jenen, die der Abtreibung das Wort reden oder sie dulden, weil sie etwa um ihren Einzug in den Bundestag, das sicherste goldene Kalb dieser schwierigen Zeiten, also ihre Pfründe bangen.
Und wehe Vergleiche fallen; dann ist Paul Spiegel da, der jegliches „Realtivieren“, damalige Taten und heutige, unterbinden möchte. Da wagt er sogar die Intelligenz des verstorbenen Papstes anzuzweifeln: „… kann nicht verstehen!“ – Unbesorgt, so etwas hätte der Papst im Morgengrauen verstanden. Sein Buch über jene, die sich gar in einer Demokratie am Leben versündigen, also über Taten einer Diktatur nicht herzuziehen brauchen, ist deutlich genug.
Trotzdem, der Versuch wird verständlich, wenn man Spiegels hohen Grad, den Doktor honoris „causa“ betrachtet. Dann ist man natürlich prädestiniert, die Haltung und Praxis zum Töten der ungeborenen Menschenwesen, noch dazu wenn sie gar im Lande der Holy Bible ebenfalls praktiziert wird, zu diminuieren.
Und johlend, wie beim Bericht der Dithfurt über ihre viermalige Abtreibung, fallen prompt die Grünen ein:
„Nicht vergleichbar! Der Hitler, wie der gemordet hat! Wir aber haben eine Demokratie (auch wenn das Volk nur am Wahltag etwas zu sagen hat, ansonsten diktiert man ebenfalls) und erlauben doch lediglich, Ungeborene in ihrem frühestem Stadium der Vernichtung preiszugeben.“
„Selbst hätte Hitler seine Taten nicht begangen, hätte er trotzdem nicht unsere Ethik besessen, da er die Abtreibung nicht erlaubte!“
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