Bildung
Schulgebetsstreit: Die Bischöfe wollen auch, aber…
Kardinal Wetter wehrt sich gegen die Vorwürfe aus den Reihen der CSU. Die katholische Kirche zweifle nicht an der Notwendigkeit des Schulgebetes
(kreuz.net, München) Jetzt hat sich der Münchner Kardinal, Friedrich Wetter, in den Schulgebetsstreit eingeschaltet. Auch die katholische Kirche wolle das Gebet zu Beginn des Unterrichtes in den bayrischen Schulstuben.

Die bayrischen Bischöfe stünden ganz und gar hinter dem Schulgebet. Es müsse aber in der Praxis so gehandhabt werden, daß es den Lebensumständen der Schüler angemessen sei. Der Kardinal betonte, daß das Schulgebet ein gemeinsames Anliegen der Politiker und der Kirche sei.

Der Generalsekretär der christdemokratischen CSU, Markus Söder, hatte sich kürzlich dafür ausgesprochen, das Schulgebet an bayrischen Schulen wieder verbindlich einzuführen.

Mit einem Seitenhieb gegen den Islam hatte er zudem festgestellt, die bayrischen Schulen bräuchten Kruzifixe keine Kopftücher. Darauf hatte der für das Katholische Schulkommissariat verantwortliche Prälat gemahnt, Kreuz und Schulgebet dürften nicht als Mittel eines politisch Kampfes gegen Andersgläubige mißbraucht werden.

„Ich kann das Kreuz nicht gegen das Kopftuch aufrechnen“, sagte Wetter am Donnerstag in München zu der Auseinandersetzung. Das Gebet sei grundsätzlich nicht gegen jemanden gerichtet, „sondern eine Hinwendung zu Gott“.

Zu Vorwürfen aus der CSU, die Bischöfe bezögen zu wenig deutlich Position in ethischen Grundfragen, meinte Wetter: „Die Betreffenden wissen oft gar nicht, was von unserer Seite dazu gesagt und getan wird.“

Zu diese Aussage meinte ein Mitglied der Münchner CSU, daß man auch so reden könne, daß man nicht gehört werde.
      
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