13:44:34 | Dienstag, 23. November 2004
Kardinal Wetter wehrt sich gegen die Vorwürfe aus den Reihen der CSU. Die katholische Kirche zweifle nicht an der Notwendigkeit des Schulgebetes
(kreuz.net, München) Jetzt hat sich der Münchner Kardinal, Friedrich Wetter, in den
Schulgebetsstreit
eingeschaltet. Auch die katholische Kirche wolle das Gebet zu Beginn des Unterrichtes in den bayrischen
Schulstuben.
Die bayrischen Bischöfe stünden ganz und gar hinter dem Schulgebet. Es müsse aber in
der Praxis so gehandhabt werden, daß es den Lebensumständen der Schüler angemessen sei. Der Kardinal
betonte, daß das Schulgebet ein gemeinsames Anliegen der Politiker und der Kirche sei.
Der Generalsekretär
der christdemokratischen CSU, Markus Söder, hatte sich kürzlich dafür ausgesprochen, das Schulgebet
an bayrischen Schulen wieder verbindlich einzuführen.
Mit einem Seitenhieb gegen den Islam hatte er
zudem festgestellt, die bayrischen Schulen bräuchten Kruzifixe keine Kopftücher. Darauf hatte der für
das Katholische Schulkommissariat verantwortliche Prälat gemahnt, Kreuz und Schulgebet dürften nicht
als Mittel eines politisch Kampfes gegen Andersgläubige mißbraucht werden.
„Ich kann das Kreuz nicht
gegen das Kopftuch aufrechnen“, sagte Wetter am Donnerstag in München zu der Auseinandersetzung. Das
Gebet sei grundsätzlich nicht gegen jemanden gerichtet, „sondern eine Hinwendung zu Gott“.
Zu Vorwürfen
aus der CSU, die Bischöfe bezögen zu wenig deutlich Position in ethischen Grundfragen, meinte Wetter:
„Die Betreffenden wissen oft gar nicht, was von unserer Seite dazu gesagt und getan wird.“
Zu diese Aussage
meinte ein Mitglied der Münchner CSU, daß man auch so reden könne, daß man nicht gehört werde.
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