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Donnerstag, 1. September 2005 07:39
kreuzmeldungen
Im Stand der Gnade + Homo-Dokument + Dementiert? + Leichen in der Garage + Berührende Entschuldigung + Kirchenschwinden
Im Stand der Gnade

Vatikan. Papst Benedikt XVI. äußerte sich bei der gestrigen Generalaudienz zu Psalm 127. Auf Deutsch erklärte er, daß dieser Psalm auch auf das große Geschenk der Kinder verweise: „Kinder sind keine ‘Belästigung’ und kein ‘Produkt’, das persönliche Wünsche befriedigt. Sie sind ‘eine Gabe des Herrn’ [Ps 127, 3].“ Gottes Segen ruhe auf jenen, die dieses große Geschenk mit offenem Herzen empfangen. „Ebenso wissen wir aus dem Glauben: Unsere Werke können bleibende, ja sogar ewige Frucht bringen, wenn die Gnade Gottes in uns wirkt und wir mit ihr zusammenarbeiten. Denn mit den guten Taten, die wir im Stand der Gnade vollbringen, sammeln wir unvergängliche Schätze im Himmel.“

Homo-Dokument

Vatikan. Die Kongregation für katholische Erziehung wird ein Dokument über die kirchliche Verfahrensweise mit Seminaristen, die homosexuelle Versuchungen haben, herausgeben. Dies berichtete die Nachrichtenagentur ‘CNA’ unter Berufung auf „Quellen im Vatikan“. Das Schreiben soll einer Praxis entgegenwirken, wonach Sodomisten – sofern sie keine gleichgeschlechtliche Unzucht betreiben – in Priesterseminaren aufgenommen werden. Im Dokument soll herausgearbeitet sein, daß die Akzeptanz von Homos aufgrund des engen Zusammenlebens von Allumnen ungerecht wäre – sowohl gegen die sexuell verwirrten als auch gegen die anderen Seminaristen. ‘CNA’ vermutet, daß das Schreiben Mitte September veröffentlicht wird. Es würde damit kurz vor Beginn der Visitation aller US-Seminare erscheinen. Hintergrund der Visitation ist der in den Vereinigten Staaten immer weiter schwelende Skandal um Fälle klerikaler Unzucht mit Minderjährigen.

Dementiert?

Deutschland. Zum Verkauf des Geburtshauses von Papst Benedikt XVI. sei noch keine Entscheidung gefallen. Das erklärte die Pressesprecherin der Eigentümerin der Immobilie am Mittwoch: „Es ist noch alles offen.“ Die Besitzerin habe sich noch für keinen Käufer entschlossen. Die deutsche Tageszeitung ‘Die Welt’ hatte zuvor berichtet, daß das Haus im oberbayerischen Marktl am Inn von dem Erzbistum München und Freising sowie den Bistümern Regenburg und Passau gekauft werde.

Leichen in der Garage

USA. Im US-Bundesstaat Pennsylvania wurden in einer Garage 400 Kinderleichen gefunden. Pennsylvania befindet sich im Nordosten der Vereinigten Staaten. Der zuständige Gerichtsmediziner erklärte am Dienstag, daß die meisten Körper in beschrifteten Plastikbehältern mit Konservierungsflüssigkeit aufbewahrt worden seien. Die Garage habe einem Bestattungsunternehmer gehört, der im Auftrag eines Krankenhauses abgetriebene oder bei Fehlgeburten gestorbene Kinder einäschern sollte. Die Kinder starben noch vor ihrem 4. Lebensmonat. Deshalb mußte ihr Tod nicht der Polizei oder dem Leichenbeschauer gemeldet werden. Der Anwalt des Bestatters meinte, daß gegen seinen Mandanten keine Vorwürfe vorlägen. Es ist noch unklar, weshalb dieser die Kinderleichen aufbewahrte.

Berührende Entschuldigung

USA. Joshua Heldreth (10), der älteste von acht Geschwistern, wurde am Karfreitag diesen Jahres verhaftet, weil er der verdurstenden Terri Schiavo ein Glas Wasser bringen wollte. Der Junge wurde vor Gericht schuldiggesprochen und zu 25 Stunden Sozialdienst verurteilt. Zusätzlich mußte er seine Tat schriftlich bereuen. „Der Grund warum ich Ihr Eigentum betreten habe war, weil Jesus das gleiche getan hätte“, erklärt der Zehnjährige in seiner handschriftlichen Entschuldigung. Sie wurde am Mittwoch von den kanadischen Lebensrechtsnachrichten ‘LifeSite’ veröffentlicht. Es habe ihn traurig gemacht – so der Junge –, Frau Schiavo so durstig zu sehen: „Ich wußte, daß sie ohne Wasser sterben würde.“ Er sei von Christus gerufen, Verteidiger der Wehrlosen zu sein: „Es tut mir leid, daß Ihnen dies nicht gefiel und daß Sie mir nicht erlaubten, mitzuhelfen, ihr Leben zu retten. Eines Tages werden Sie Gott erklären müssen warum. Es wird mir dann nicht möglich sein, Ihnen zu helfen, wie ich versucht habe, ihr zu helfen. Ich bete jeden Tag für Sie.“

Kirchenschwinden

www. Zwei deutsche Weblogger haben ein neues Blogprojekt gestartet: Unter dem Titel „Kirchenschwinden“ wollen sie über Umnutzung, Verkauf oder Abriß katholischer Kirchen in Deutschland informieren. Es handelt sich um eine deutschsprachige Variante des englischsprachigen WeblogsCatholic Church Conservation’. „Hoffentlich gibt’s möglichst wenig Material dafür!“, kommentierte ein befreundetes Onlinetagebuch den Neustart.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 24 Lesermeinungen:
Samstag, 3. September 2005 15:44
Evelin: @ VirOblationis
Völlig richtig! Ich habe nicht nachgesehen und bin durchaus grundsätzlich gegen die Verlegung von Festen ohne im Sinne der Tradition stichhaltigen Grund. Was ist das Problem bei der Verlegung des Christkönigsfestes von Ende Oktober auf das Ende des Kirchenjahres?

Der Gatte der Evelin
Samstag, 3. September 2005 15:30
virOblationis: Vivat Christus Rex!
Werte Stimme!

Betrachten wir die Herrschaft Christi nicht nur unter eschatoligischem Aspekt!(*) Es wäre doch schön, wenn schon vor der Wiederkunft und dem Auftreten des Anti-Christs) einige katholische Staaten neu entstehen würden. Dazu müßte natürlich zuerst einmal Rom zu seiner eigenen Tradition zurückfinden. Dann könnten sich die Katholiken auch wieder mit voller Kraft gesellschaftspolitisch engagieren und der Herrschaft des Christkönigs eine Bahn brechen.

(*) Vgl. die Stellung des Christkönigsfestes (im trad. Kalender) am letzten So. im Oktober. – Es ist doch bezeichnend, daß die Liturgie-Reform das Fest ans Ende des Kirchenjahres verschob!
Freitag, 2. September 2005 16:14
Stimme aus dem Tradiland: Herrschaftsanspruch des Heilandes
@ Yersinia: Der Herrschaftsanspruch Christi, des Königs, kann von den Menschen nicht durchgesetzt werden. Als Folge der Erbsünde herrscht in der Welt der „Herrscher der Welt“, das ist der Satan. Ihm wird es sogar gelingen, die Weltherrschaft des – menschlichen – Antichristen aufzurichten.

Christus König wird seine Herrschaft antreten, wenn er wiederkehrt. Wann, das wissen wir nicht. Dennoch ist ihm auch jetzt alles unteran – im Himmel und auf der Erde. Die Herrschaft des Satan ist geistliche Usurpation! Die Menschen sind aber verpflichtet, Christus den Weg zu bereiten, ihm die Straßen zu ebnen. Also für seine Herrschaft auch in dieser Welt auch dann zu kämpfen, wenn ein – direkter – Erfolg nicht zu erwarten ist!
Freitag, 2. September 2005 15:23
Yersinia: @marcel
das Beten lass nur meine Sache sein und die Wissenschaften wissen serioserweise um ihre je eigene begrenzte Weltsicht Bescheid – aber @andreas hat hier Dinge angefuhrt, die so nicht gesagt wurden, darum der „Film“ – aber mir hat noch niemand geantwortet, wie dieser Herrschaftsanspruch desw (katholischen) Christentums durchzusetzen ware bzw ob die Durchsetzung dieses Herrschaftsanspruchs auch auf autoritarem Wege erfolgen kann?
Freitag, 2. September 2005 10:37
Marcel: Es lebe das universelle Christkönigstum
Yers schrieb: den Rest, @andreas, den du schreibst, hat in diesem Forum niemand gesagt – könnte es sein, dass da bei dir ein „Film“ abläuft?

Andreas’ Ausführungen sind sehr gut und tatsächlich hat er das Thema sehr weise erkannt. Sie, Yers, betrachten uns Menschen und die Schöpfung viel zu sehr unter den Gesichtspunkten der vergleichenden Verhaltensforschung und damit müssen sie uns letztendlich für eine Herde intelligenter Affen halten. Somit mißdeuten Sie auch das Christentum als ein „Angebot“ unter vielen im Banenen-Supermarkt.

Das ist das Problem, auf das schon der weise Chemie-Professor Max von Thürkauf ständig verwies: wenn eine wissenschaftliche Gattung, die aus ihrer (sehr) kleinen Schießscharte nur den Horizont erblickt, diesen Auschnitt dann für alles hält, was es unter dem und im Himmel gibt. Anmaßung.

Legen Sie doch einmal Ihre Soziologiebücher beseite und lesen Sie betend die Hl. Schrift, die Kirchenväter und einige Heilige mehr. Und beten Sie direkt. Durch Beten erheben Sie Ihre Seele zu Gott, versetzen Sie sie in die Wahrheit, in die Demut, in das Gottvertrauen und in den Frieden Gottes, wie gute Apostel zu sagen pflegten. Dadurch erhalten Sie dann das rechte Maß, die Schöpfung Gottes und Seine Ordnung zu betrachten.
Freitag, 2. September 2005 10:11
apex: Herrschaftsanspruch der Christentums
In einem Land wie Polen, bildete die „Herrschaft“ der Kirche immer eine Opposition zur aktuellen Herrschaft der staatlichen Regierung. Besonders spürbar und sichtbar war es in der Zeit des Kommunismus, wo die Kirche nicht nur spirituell aber auch physisch ein Zufluchtsort war und das nicht nur für die Gläubigen und Gegner des Kommunismus, sondern heimlich auch für viele Kommunisten (Parteigenossen der kommunistischen Partei) selbst – denn auch sie (paradoxerweise) ließen ihre Kinder heimlich taufen und in der Weihnachts- und Osterzeitzeit nahmen heimlich an Gottesdiensten teil. Somit war das (römisch-katholische) Christentum auch ein Teil der Herrschaft in diesem Lande (als Opposition).
Aber leider ist mit der Freiheit und dem EU Beitritt auch die Versuchung in dieses Land hineingekommen, in der Freiheit selbst eine glaubens-, gott- und kirchenfreie Selbstbestimmungsphilosophie konstruieren zu wollen und zu können, als ob diese den Menschen das Heil bringen könnte.
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