Kirchenverkauf
Diözesane Wohlfühlreligion
In einem großen deutschen Thermalbad bietet die örtliche Diözese den leichtbekleideten, aber häufig gut betuchten Gästen Gelegenheit, zu meditieren – allerdings nicht so sehr über Gott.
(kreuz.net, Aachen) Bei dem beschaulichen Thermalbad handelt es sich um die Carolus Thermen in Aachen. Im Schnitt besuchen pro Tag 900-1000 Menschen dieses Wasser- und Saunaparadies.

Die Stadt Aachen befindet sich im Bundesland Nordrhein-Westfalen, am Dreiländereck Deutschland-Belgien-Niederlande.

In den Carolus Thermen kann es vorkommen, daß man auf der Glastüre des hauseigenen Wintergartens das Schild sieht: „Meditation. Bitte nicht stören.“

Wer sich dann in die Sauna verirrt, stößt dort vielleicht auf dampfende Leiber, die auf ihren gepolsterten Holzliegen meditierend vor sich hinschwitzen.

Das berichtet die belgische Tageszeitung ‘Grenz-Echo’ am 17. August.

Initiatorin des Projektes ist Barbara Baumann. Sie ist Referentin beim Generalvikariat des Bistums Aachen.

Als die Carolus Thermen vor vier Jahren neu gebaut wurden, machte sie den Vorschlag, Thermalbad- und Saunagästen kostenlose Meditationen anzubieten.

Darum wird zu Beginn jeder Meditation die Idee dieses Projektes kurz vorgestellt und auch die Trägerschaft durch die Freizeitpastoral im Bistum Aachen benannt.

Der Geschäftsführer der Carolus Thermen war zunächst skeptisch. Er dachte eher an Yoga. Doch schon bald war bei den Meditationen keine Liege mehr frei.

Jetzt ist das Projekt „Meditationen in den Thermen“ ein voller Erfolg.

Mittlerweile nehmen rund 300 Teilnehmer Woche für Woche an den 15 Meditations-Terminen teil. Gegenwärtig gibt es im Thermalbereich acht und im Saunabereich sieben wöchentliche Angebote.

Frau Baumann kam im Laufe des Projektes zur Erkenntnis, daß es zwischen dem Wellneßbereich und dem spirituellen und religiösen Raum durchaus Berührungspunkte gibt:

„War früher der sonntägliche Gottesdienst für viele Menschen der Raum und die Zeit, der Seele etwas Gutes zu tun, sich auf sich selbst und die Beziehung zu Gott zu besinnen, so scheint heute der regelmäßige Saunabesuch diese Funktion zu erfüllen“, erklärte Frau Baumann schon im Dezember 2003 in einem Erfahrungsbericht.

Der Bereich der Wellneß stelle für die Pastoral im Hinblick auf Formen und Gestaltungsmöglichkeiten eine Herausforderung dar, auch deshalb, da Themen der Intimität, der Nacktheit, der Körperlichkeit in diesem Bereich nicht ausgeblendet werden könnten.

Es gebe zwar Kurseelsorger, aber niemanden, der sich um die Besucher des Wellneßtempel kümmere.

Inzwischen ist auch der Geschäftsführer begeistert. Er würde die Anzahl der Termine am liebsten verdoppeln. Doch es fehlen die Meditations-Begleiter.

Eine religiöse Erneuerung Deutschlands kann sich der Fromme von der Thermalseelsorge allerdings nicht versprechen.

Bei den Meditationsthemen geht es nicht um Gott, sondern um Wasser und Wärme, Licht und Geborgenheit – oder einfach um die Stimme der Meditationsbegleiterin.

Unter den 20 ehrenamtlichen Mitarbeiter des diözesanen Projektes gibt es alles. Einige sind mehr buddhistisch, andere naturreligiös ausgerichtet. Theologen und zwei Konfessionslose sind auch dabei.

Es werden Fantasie-Reisen, Körperentspannung, Klangschalenmeditationen und Experimente mit Mantras angeboten.

Meditation bedeute, sich wieder auf das zu besinnen, was einem wichtig sei, erklärt Bistumsreferentin Baumann den Teilnehmern.

Kritische Anfragen kämen selten, erklärt ‘Grenz-Echo’: „und dann vor allem aus der Kirche.“

Ausgerechnet in Zeiten, da die Kirche sparen müsse, biete man Leuten, die sich den teuren Thermen-Besuch leisten können, ein zusätzliches Angebot, würden sich frisch geweihte Priester beklagen.

„Uns entstehen dank der Ehrenamtlichen kaum Kosten“, erklärt dagegen Frau Baumann vor dem ‘Grenz-Echo’.
      
10 Lesermeinungen
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#10   Evelin   18:33:41 | Sonntag, 4. September 2005
Von der Aufklärung zum Nationalsozialismus
@ VirOblationis: Aus der Zeit der Aufklärung stammt der Slogan: „Ob Christ, ob Jud’, ob Hottentott,
wir glauben all’ an einen Gott.“
Die Nazis haben die logische Fortsetzung geliefert: „Ob Jud, ob Christ, ist einerlei, in der Rasse liegt die Schweinerei“. Eine denkwürdige Entwicklung…
Der Gatte der Evelin
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#9   virOblationis   14:13:49 | Sonntag, 4. September 2005
Einheitsreligion
Aus der Zeit der Aufklärung stammt der Slogan:
„Ob Christ, ob Jud’, ob Hottentott,
wir glauben all’ an einen Gott.“
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#8   Rüdiger   12:23:42 | Sonntag, 4. September 2005
@Gotthard
Ach komm, Gotthard, ich habe hier jetzt mal ein wenig gelesen und habe gemerkt, dass Du ganz schön herumstänkerst.
Wenn Du Dich ein bisschen informierst, dann erfährst Du, dass die Freimaurer für eine Welteinheitsreligion eintreten. Dafür gibt es Vertreter in allen möglichen Bereichen. Das ist ein Synkretismus, der die christliche Religion zum völligen Relativismus degradiert und somit den Weg zu Gott verbaut und verschleiert sowie dem Missionsgedanken zuwiderläuft, dass alle Menschen durch den Erlöser Jesus Christus gerettet werden.
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#7   Gotthard   21:17:06 | Freitag, 2. September 2005
Einheit
was soll ich denn unter der „Welteinheitsreligion“ verstehen?
Ist das auch so ein Popanz, der von Dir aufgebaut wird, um Dein Welt- bzw Kirchenbild zu transportieren?
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#6   Athanasius   18:58:10 | Freitag, 2. September 2005
–--
Ich hoffe die Apostel der Endzeit stehen für die Wiederherstellung des Glaubens bereit.
Um den Endsieg (Entschuldigung für die Wahl des Wortes, ihr Deutsche) brauchen wir uns nicht zu kümmern. Die ist versprochen und wird gegeben. Die Krise ist viel mehr für uns – und Milliarden – wichtig wegen der vielen Gefahren unsere eigene Seele zu verlieren. Die Kirche wird immer weiter bestehen, ohne Zweifel, bis zum Ende der Zeiten. „Et portae inferni non praevalebunt“.
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#5   Stimme aus dem Tradiland   14:26:30 | Freitag, 2. September 2005
@ Gotthard
Der Vorteil für die Nichtteilnahme des Bistums läge darin, sich nicht mit einem vorgeblich „katholischen“ Beitrag zur angestrebten Welteinheitsreligion zu beteiligen.
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#4   Gotthard   14:15:45 | Freitag, 2. September 2005
Vorteil?
Welchen Vorteil hätten die Besucher, wenn es kein solches Angebot gäbe?
Welchen Vorteil hätte das Bistum?
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#3   PetrusII   12:53:12 | Freitag, 2. September 2005
Neue Messe
Der Mensch steht im Mittelpunkt. Hier kann er sich finden so wie früher in der Messe am Sonntag.
Wie kann man nur so etwas sagen? Sind wir denn schon so Heiden geworden? Ja, Jesus Christus wurde in der neuen Messe in die Ecke gestellt, der Mensch in den Vordergrund. Da wir die Früchte der neuen Messe kennen, müssen wir uns nicht mehr wundern, wenn die Hl. Messe nicht mehr benötigt wird. Wir können ja unsere Kraft von einem Baum, vom Wasser schöpfen. Der Heidenkult lässt grüssen. Und wer macht mit? Die Hirten der Kirche, oder sollen wir sagen die Wölfe, die in die Kirche eingedrungen sind.
Wie viele Tränen wird unser Heiland noch vergiessen müssen ob der Lauheit der Hirten? Es ist die Zeit für die Umkehr. Wir müssen den kath. Glauben wieder leben und verstehen. Dies kann nur über – die wahre überl. Messe + die hl. Sakramente + den wahren Glauben vor der Konzilszeit – geschehen.
Ich hoffe die Apostel der Endzeit stehen für die Wiederherstellung des Glaubens bereit.
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#2   Evelin   11:29:37 | Freitag, 2. September 2005
Meinetwegen handelt es sich um
„Meditationen“, nur halt keine katholischen.
Ein Katholik geht z. B. am Freitag in die Sauna, um etwas für seine Gesundheit zu tun und am Sonntag in die Kirche.
Schnaps ist Schnaps und Wein ist Wein.
Warum die Diözese hier mitmacht, ist mir ein Rätsel.
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#1   Romulus   11:16:02 | Freitag, 2. September 2005
Meine Meinung dazu:
Rausgeschmissenes Geld!
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