Evolution
Ein Weltmodell im Einklang mit der Bibel?
Es ist schwierig, an Schöpfung, Sündenfall, Erbsünde und Erlösung zu glauben und gleichzeitig anzunehmen, daß Theorien zur Evolution des Kosmos richtig sind. Von Dipl.Ing. Horst Obereder, Linz.
(kreuz.net) Wer Schöpfung und Evolution miteinander vereinbaren will, stolpert über viele Steine. Der größte Brocken: Gott hat die Welt ohne Tod erschaffen.

In der Evolution aber ist der Tod das eigentliche Schöpfungsprinzip.

Niedrigeres Leben muß sterben, um höherem Leben Platz zu machen. Ohne Tod gibt es keine Höherentwicklung.

Außerdem stellt sich die wichtige Frage: Welchen Platz haben Schöpfung, Sündenfall und Erlösung in einer durch Evolution entstandenen Welt?

Der bekannte Wiener Priester Dr. Herbert Madinger hat die Spannung zwischen dem Schöpfungsbericht und dem Evolutionsglauben so formuliert:

„Die Genesis ist die Visitenkarte der Heiligen Schrift. Wer glaubt jemandem, dessen Visitenkarte gefälscht ist?“

Diese Widersprüche haben ein österreichisches Ehepaar ermutigt, sich Gedanken über die Entstehung des Kosmos zu machen.

Das Resultat war ein Weltmodell, das mit der Heiligen Schrift im Einklang steht.

Hier das Modell im Grundriß.

Materie, Raum und Leben erfüllen den Kosmos. Im Kosmos ist das ‘Sein’.

Außerhalb des Kosmos gibt es keine Materie, keinen Raum und kein Leben. Außerhalb des Kosmos ist das ‘Nichts’.

Nach überwiegender Meinung der Experten dehnt sich der Kosmos an seinen Grenzen mit Lichtgeschwindigkeit aus.

Wie aber ist das möglich, wenn außerhalb des Kosmos das ‘Nichts’ ist? Es gibt dann folglich auch keinen Raum, in den hinein sich etwas ausdehnen kann.

Hier setzt der Grundgedanke des neuen Weltmodells an.

Der für die Ausdehnung des Kosmos erforderliche Raum kann nicht aus dem ‘Nichts’ kommen. Denn im ‘Nichts’ gibt es ja keinen Raum.

Dieser Raum muß daher in irgendeiner Form vom ‘Sein’ selber stammen.

Wie kann man das erklären?

Hierzu ist ein klein wenig Relativitätstheorie erforderlich.

Die Relativitätstheorie besagt, daß ein Meterstab – wenn er sich von uns weg bewegt – mit wachsender Geschwindigkeit immer kürzer wird.

Bei der höchsten, von ihm erreichbaren Geschwindigkeit – der Lichtgeschwindigkeit – ist die Länge des Meterstabes gleich Null.

Die sich im Kosmos befindenden Massen – zum Beispiel Himmelskörper – bewegen sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten in unterschiedliche Richtungen. Die mittlere Geschwindigkeit dieser Massen wird [bei diesem Weltmodell] als „Allgeschwindigkeit“ definiert.

Das ist die eigentliche Annahme des neuen Weltmodell.

Man kann sagen, daß die ‘Allgeschwindigkeit’ eine Geschwindigkeit bezeichnet, mit der sich das All ‘in sich’ bewegt. Diese Allgeschwindigkeit bestimmt – ähnlich wie beim erwähnten Meterstab –, die momentane Größe des Kosmos.

Nimmt die ‘Allgeschwindigkeit’ ab, dann wächst der Kosmos, nimmt sie zu, dann schrumpft er.

Mit diesem Ansatz kann man erklären, woher der Raum stammt, der für die Ausdehnung des Kosmos erforderlich ist:

Diesen Raum schafft sich der Kosmos selbst, indem die Allgeschwindigkeit abnimmt und der Kosmos deswegen größer wird.

Der einfache Ansatz – daß sich der Kosmos ins ‘Nichts’ ausdehnt, wobei der erforderliche Raum durch eine Abnahme der inneren Bewegung des Kosmos entsteht – führt zu sehr interessanten Rechenergebnissen, die hier nur ansatzweise wiedergegeben werden können:

1. Wir leben in einem ‘gebremsten’ Kosmos. Das heißt: Die innere Geschwindigkeit des Kosmos nimmt beständig ab.

2. Der Kosmos war am Anfang nach dem Zeugnis der Genesis „im Licht“. Das bedeutet: Die innere Bewegung des Kosmos erfolgte am Anfang mit Lichtgeschwindigkeit. Das Volumen des Kosmos war dabei – nach besagter Relativitätstheorie – Null.

3. Durch ein einmaliges Ereignis – dem Sündenfall – ist der Kosmos „aus dem Licht“ gefallen. Seither nimmt seine Geschwindigkeit ab und in der Folge bläht er sich – man erinnere sich an den Meterstab – auf. Zugleich verliert sich der Kosmos durch den Energierückgang ins ‘Nichts’.

4. Die meisten von der Physik angenommenen ‘Naturkonstanten’ – welche die Grundlage aller physikalischen Berechnungen bilden – sind nach diesem Modell nicht konstant, sondern von der jeweiligen ‘Allgeschwindigkeit’ abhängig. Ein Beispiel: Die ‘Gravitationskonstante’, die für die Größe der Erdanziehung zuständig ist, war, als sich der Kosmos „im Licht“ befand, Null.

5. Die Abhängigkeit der ‘Naturkonstanten’ von der ‘Allgeschwindigkeit’ bedeutet außerdem, daß fast alle physikalischen Berechnungen fehlerhaft sind, wenn diese Abhängigkeit nicht berücksichtigt wird. Das betrifft auch Zeitberechnungen. Es könnte darum ein Fossil, das x- Millionen Jahre alt zu sein scheint, in Wirklichkeit vor wenigen Tausend Jahren gelebt haben.

In theologischer Sicht ergeben sich folgende Ergebnisse:

1. Der Kosmos wurde von Gott „im Licht“ erschaffen. Die Unordnung – ‘Entropie’ sagt die Wissenschaft – war dabei Null. Alle Schöpfungsprozesse der Genesis fanden in diesem perfekten Zustand des Kosmos statt. Es gab weder Leiden noch Tod.

2. Durch ein einmaliges Ereignis fiel der Kosmos „aus dem Licht“. Dieses Ereignis war die Erbsünde. Der Kosmos begann sich auszudehnen. Dadurch entstand Unordnung im Kosmos. Die ‘Allgeschwindigkeit’ begann abzunehmen. Dadurch kamen Leid und Tod in den Kosmos.

3. Die Erbsünde betrifft den ganzen Kosmos und wirkt sich bis zum Ende der Zeiten aus. Die Folgen trägt jeder an sich, weil er in den gefallenen Kosmos hineingeboren wird. Auch die Schöpfung leidet unter diesem Fall.

4. Der Kosmos fällt ins Nichts, indem er an Geschwindigkeit verliert, sich darum aufbläht und in den ewigen Tod fällt. „Fallen wir nicht unaufhörlich?“, fragte der deutsche Philosoph Friedrich Nietzsche.

5. Dieses Weltmodell zeigt auch die Notwendigkeit eines Erlösers, der alle „an sich zieht“. Um eine Masse auf Lichtgeschwindigkeit zu beschleunigen, benötigt man – nach der Relativitätstheorie – eine unendliche Energie. Darum kann niemand aus eigener Kraft in den Zustand „des Lichts“ zurückkehren. Jeder Einzelne – und der Kosmos – bedürfen eines Erlösers, der ihm diese Energie schenkt. Nur Gott kann den Kosmos wieder zu sich ins Licht ziehen.

Dies ist nur ein kurzer Abriß des Weltmodells, das mit dem Zeugnis der Heiligen Schrift übereinstimmt.

Den Autoren des Modells ging es darum, zu zeigen, daß auch ein Weltmodell gedacht werden kann, das mit der Heiligen Schrift im Einklang steht.

Den Gegnern und Befürwortern dieses Modells antworten die Autoren mit einem Ausspruch des russischen Astrophysikers V. Ambarzumian, der 1952 bei einer internationalen Konferenz erklärte:

„Wir werden uns wohl kaum einigen können. Denn zwischen uns steht die Weltanschauung“.

Für Christen sind Schöpfung, Sündenfall und Erlösung die Eckpunkte ihres Glaubens. Daran sollen sie unbeirrt daran festhalten.

Ich habe das Modell auch ausführlicher beschrieben Dort kann auch die Broschüre „Fall aus dem Licht“ bestellt werden.
      
8 Lesermeinungen
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#8   Yersinia   09:23:56 | Samstag, 3. September 2005
„ist der ‘Urknall’ nur eine Theorie“
gibt es in den Naturwissenschaften einen „Lehrsatz“, der keine Theorie ist? umgekehrt: wer wissenschaftlich arbeiten lernte, weiss um die Bedeutung und Funktion von Theorien.
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#7   Athanasius   18:55:03 | Freitag, 2. September 2005

Ich würde sagen wir kommen gerade mal bis zum Urknall zurück und selbst da sind unsere Forschungen sehr vage…
In der Tat. Zudem ist der „Urknall“ nur eine Theorie. Leider wird sie so oft von Atheisten und semi-atheïstischen Wissenschaftlern missbraucht um zu „beweisen“ Gott sei nicht der Anfang. Doch wurde diese Theorie von einem katholischen Bischof-Wissenschaftler aus Leuven (Flandern/Belgien) entworfen: Monseigneur Lemaire. (Schönes Beispiel gegen die atheistischen und kommunistischen Vorwürfe die Kirche würde die Leute „dummhalten“.)
Zum anderen würde ich sagen, dass ab einer gewissen Anzahl von Zufällen idese keine Zufälle mehr sein können.
Ist ja auch mathematisch bewiesen. Aus dem Nichts, aus Zufall, kann die erste Zelle der Evolutionisten nie zu Stande gekommen sein. Das ist statistisch unmöglich.
Ich bin der Ansicht, dass die Wissenschaft auch heute noch stark in den Kinderschuhen steckt und wir daher wenige genaue Erkenntnisse haben.
Ich ebenfalls. Der grosse Fehler des 19. und des 20. Jahrhunderts war ja, dass der Mensch dachte er könne mit seinem Verstand selbstständig Ordnung schaffen ohne Gott. Da bekamen wir Kommunismus, Nationalsozialismus, Liberalismus, Kapitalismus. Wenn jeder mal von der Beschränktheit seiner Ratio überzeugt wäre, würde es viel weniger Probleme geben. Aber immer noch heisst die Verführung: „Ihr werdet sein wie Götter“.
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#6   Irenäus   16:33:38 | Freitag, 2. September 2005
O weia!
Wenn ich diesen Schwachsinn lese, so muß ich dem entgegenhalten, daß werter Autor nicht die geringste Ahnung zu haben scheint, wovon er schreibt. Der erste Fehler, der mir ins Auge sprang, war folgender:
Wie ist es dann möglich, wenn außerhalb des Kosmos das Nichts ist. Es gibt folglich keinen Raum, in den hinein etwas sich etwas ausdehnen kann.
Na wunderbar. Er scheint offenkundig überhaupt keine Ahnung von Riemannscher Geometrie, geschweige denn Robertson-Walker-Metrik zu haben. Dann wüßte er, daß dieses „Argument“ genauso sonnvoll ist, wie das, die Menschen auf der Unterseite der Erde müßten herrunterfallen.
Auf der ausführlicheren Darstellung konnte ich beim ersten Überfliegen keinerlei Hinweise auf die Allgemeine Relativitätstheorie (ART) finden. Immerhin scheinen werte Autoren etwas Ahnung von SRT zu haben. Allerdings ist das bei der Kosmologie zu wenig.
Bemerkung: Bezeichnenderweise scheint Yersinia, die mir ja so haushoch überlegen ist, nichts besseres zu tun zu haben, als ihr relativistisches(!) Spielchen weiterzuspinnen. (Dabei hat sie doch Physik studiert, nach eigenem Bekunden jedenfalls). Inhaltlich kommt gegen diesen Artikel nichts.
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#5   christfidel †   15:41:11 | Freitag, 2. September 2005
@ yersinia
grade ein solches „match“ kann ja niemand ernsthaft wollen. aber ein solches match resultiert meiner beobachtung nach eben nicht daraus, daß die theologie dem wissenschaften irgendetwas aufdiktieren will. die wissenschaften neigen lediglich zunehmend dazu außerhalb jeder moral zu arbeiten. dazu darf und muß die kirche sprechen.
die wissenschaft hingegen entwickelt sich mehr und mehr zu einer eigenen religion. und da passen künstliche feindbilder von der unkündigen, sich aber einmischenden kirche doch blendend ins bild
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#4   Gotthard   15:27:25 | Freitag, 2. September 2005
Visitenkarte
„Die Genesis ist die Visitenkarte der Heiligen Schrift. Wer glaubt jemandem, dessen Visitenkarte gefälscht ist?“
Diese Visitenkarte hat mit den Naturwisschenschaften nun überhaupt nichts zu tun.
Der „Schöpfungsbericht“ ist ein einziges großes Lob-und Danklied auf den Schöpfer …
… aber kein naturwissenschaftliches Lehrbuch… Das „Wie“ der Schöpfung ist Aufgabe der Naturwissenschaften …
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#3   Yersinia   15:14:15 | Freitag, 2. September 2005
problematisch ist wohl eher
dieVermischung zweier vollig unterschiedlicher Dinge: hier der naturwissenschaftliche Erklarungsansatz, da der Glaubensausdruck als Antwort auf die Erfahrung der Zuwendung Gottes – in diesem Match, das die Religion letztlich als „Herrschaftsanspruch“ austragt, kann nur die Religion verlieren – ganz gleich, wie sich Forscher personlich gerieren, die Naturwissenschaft geht mit vollig anderen Anspruchen und Erklarungsansatzen an das Thema als es die Theologie tut; wenn nun Theologen quasi „der Naturwissenschaft ins Handwerk pfuschen“ wollen, kommt nur eine peinliche Zurechtweisung seitens der Forschergemeinde heraus; siehe Renee
Schroeders Wort „die Kirche soll sich da raushalten!“ . Die Theologie kann ganz anderes leisten, als sich mit den Naturwissenschaften ein aussichtsloses Match zu liefern; sie kann nach den Heilshoffnungen fragen, die hinter mythologischen Welterklarungsmodellen stehen und nach der Rolle dieser Heilshoffnungen heute – da ist die Theologie und nur die Theologie kompetent!
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#2   christfidel †   13:51:12 | Freitag, 2. September 2005
@ lilith: richtig! problem ist nicht die wissenschaft, sondern der anspruch vieler forscher
ihre versöhnliche vision tut mir richtig gut!
in der tat sehe ich auch keinen zwingenden widerspruch zwischen (natur-)wissenschaft und theologie/kirche/religion/gott.
problematisch ist eben der wissenschaftsabsolutismus einiger forscher, der ansprüche stellt, wie:
– die naturgesetze müssen alles erklären können bzw. für alles muß es eine wissenschaftliche erklärung geben
– für einen gott kann es keinen platz geben im mathematisch-physikalischen weltbild
es ist m.m.n. gewissermaßen eine selbsterniedrigung des menschen, wenn er sich zufrieden gibt und nur das gelten läßt, was er sieht und was bei wiederholung immer wieder funktioniert.
es existiert oft null toleranz gegen die vorstellung, daß es einen schöpfergott gibt, der auch die naturgesetze möglich machte und an sie nicht wirklich gebunden ist, wenn er will.
aber wir müssen der tatsache ins auge sehen, daß die wissenschaft längst zu einer privatreligion geworden ist, die unerhört mächtig ist (vgl. bioethik!).
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#1   Lilith   13:42:32 | Freitag, 2. September 2005
Evolution vs. Schöpfung?
Ich würde sagen wir kommen gerade mal bis zum Urknall zurück und selbst da sind unsere Forschungen sehr vage…
Zum anderen würde ich sagen, dass ab einer gewissen Anzahl von Zufällen idese keine Zufälle mehr sein können.
Ich bin der Ansicht, dass die Wissenschaft auch heute noch stark in den Kinderschuhen steckt und wir daher wenige genaue Erkenntnisse haben. Klar ist aber rein wissenschaftlich: Es kann keine Materie aus dem Nichts entstehen. Jetzt stellen einige Menschen Forschungen an, um weiterzukommen und eine Theorie lautet auf Entstehung der Materie aus Energie.
Ich glaube, dass Naturwissenschaft und Religionswissenschaft sich zu einem späteren Zeitpunkt die Hände reichen werden und sagen: Scheinbar hatten wir beide Recht. Gott hat die Erde mit dem Urknall geschaffen und in das zerbrechliche Zufallsgebilde so eingegriffen und es so stabilisiert, dass es heute Menschen auf dieser Erde gibt. Seine Schöpfung. Sein vollendetes Werk, der Mensch.
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