Kultur
Bischöfliche Briefmarken
Briefmarken sind ein Thema, daß viele langweilt. Doch die österreichische Post hat es verstanden, beim kommenden Weihnachtsfest mit einem ungewöhnlichen Postwertzeichen aufzuwarten.
(kreuz.net, Innsbruck) Die österreichische Weihnachtsbriefmarke stammt dieses Jahr aus konsekrierten Händen. Das berichtete die in Innsbruck erscheinende ‘Tiroler Tageszeitung’ Ende Juli.

Der Künstler ist der emeritierte Bischof von Innsbruck, Mons. Reinhold Stecher. Er wird drei Tage vor dem diesjährigen Weihnachtsfest seinen 84. Geburtstag feiern.

Mons. Stecher war bis im Oktober 1997 Diözesanbischof von Innsbruck.

Kirchlich galt er als Vertreter einer stark progressistischen Richtung. Der Bischof tat sich auch als begabter Prediger hervor.

Die österreichische Postverwaltung hat schon vor Monaten bei Mons. Stecher angeklopft. Man war auf der Suche nach einem Weihnachtsmotiv.

Schnell entschieden sich Bischof und Bundespost für ein Aquarell, welches das Höttinger Kirchlein oberhalb von Innsbruck zeigt.

Auf dem bischöflichen Bild sieht man, wie Gläubige in einer stimmungsvollen Winterlandschaft zum Kirchlein zur weihnächtlichen Mitternachtsmesse ziehen.

Zweimal habe er die Weihnachtsmette im Kirchlein selber zelebriert, erinnert sich der Bischof: „Es waren jeweils an die 2500 Leute dabei.“

Der Nennwert der Weihnachtsmarke wird bei 55 Cent liegen.

Der Bischof schuf auch den Sonderstempel für den Ersttag. Er zeigt den Weihnachtsstern über den Innsbrucker Kirchen. Im Hintergrund sieht man die Innsbrucker Nordkette.

Das Aquarell des Bischofs ist nicht zum ersten Mal im Einsatz. Es wurde schon als Motiv für eine Kirchenbauaktion in Albanien verwendet.

Auch als Vorlage für die österreichische Weihnachtskarte des internationalen katholischen Hilfswerkes ‘Caritas’ wird das Aquarell vom Höttinger Kirchlein verwendet.

Das Honorar für die Briefmarke wird der Bischof ebenfalls in die Kassen der ‘Caritas’ fließen lassen.
      
4 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#4   Evelin   21:09:54 | Sonntag, 4. September 2005
War auch nie mit der Regierung
des hwst. Altbischofs einverstanden, aber malen und Karikaturen zeichnen, das kann er!
Redaktion benachrichtigen
#3   philosophus   12:45:48 | Samstag, 3. September 2005
Sammeln …
Vielleicht sollte man das Sammeln der Briefmarken des Vatikanstaates überhaupt unterlassen.
Ich werde es tun – d.h. ich habe es schon längst getan.
Seit den Sedisvakanz-Marken ist es doch schon klargeworden.
Redaktion benachrichtigen
#2   Werner M. Könemann   12:31:25 | Samstag, 3. September 2005
Bischöfliche Briefmarke
Ganz schön geschmacklos und auch unverschämt finde ich den Vergleich eines Bischofs mit dem größten Verbrecher der Neuzeit. Oder sind Hitlers Verbrechen auch gegen die Kirche und ihre Mitglieder schon vergessen oder werden verharmlost? Der Tonfall des gesamten Schreibens gefällt mir nicht wenn da von brutalem Vorgehen die Rede ist. So gehts nicht. Aber die Briefmarke finde ich trotzdem schön, richtig romantisch, könnt man sich schon jetzt auf Weihnachten freuen.
Redaktion benachrichtigen
#1   Konrad   11:13:59 | Samstag, 3. September 2005
Warum nicht,
ein sehr schönes Motiv der österreichischen Post. So wissen alle, was das eigentliche Charisma und die eigentliche Begabung dieses Bischofs war. Ein anderer Österreicher, Adolf Hitler, konnte ja auch gut malen. Es wäre gut und besser für Staat und Kirche, wenn manche Maler Maler geblieben wären. Nenne niemand diese Zeilen „gehässig“. Die brutale Art, wie Stecher mit Kritikern von „rechts“ umging, ist nicht vergessen! Seine antipäpstlichen Äusserungen und Verbrüderungen mit dem KVB oder WSK ebenfalls nicht. Aber die schönen Bilder seien gelobt!
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
KulturRückwärtsgewandte Moderne KulturSchon einmal auf Lateinisch gefrühstückt? KulturSplitternackte Wahrheit KulturZiemlich kahl – aber geht mit der Zeit KulturDer Dom zu Speyer ist für das Christkind gerüstet KulturVolle Schatzhäuser trotz leerer Kassen?
RSS Feed  •  News Ticker  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net