14:11:48 | Mittwoch, 27. Oktober 2004
Die österreichische Bischofskonferenz schweigt seit mehr als einem Monat zum Beschluß der ÖVP, gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften gegenüber der Ehe nicht zu „diskriminieren“.

Die österreichsiche Bischofskonferenz
© Pressefoto bischofskonferenz.at(kreuz.net, Wien) Seit Ende September warten Österreichs Katholiken vergeblich auf eine Stellungnahme
der Bischofskonferenz zum einstimmigen Beschluß des Vorstandes der Österreichischen Volkspartei (ÖVP),
der sich um eine Gleichbehandlung von Ehe und Homo-Verbindungen bemüht.
Über diesen Beschluß wurde
die österreichische Bischofskonferenz schon am 22. September noch vor der offiziellen Publikation informiert.
Er unterstreicht den einstimmigen Willen des ÖVP-Vorstandes, auf eine „Beseitigung von Diskriminierungen
bei Lebensgemeinschaften“ hinzuarbeiten.
Im Beschluß heißt es weiter: „Lebensgemeinschaften – im Sinne
von Partnerschaften von zwei Personen unabhängig von deren Geschlecht – sollen vom Gesetzgeber und im
Vollzug der Gesetze gleich behandelt werden.“
Gleichzeitig wird jedoch betont, daß die „ÖVP eine Politik
der besonderen Förderung von Ehe und Familie“ verfolgt.
Die ÖVP trennt auch in Zukunft „gesetzliche
Rahmenbedingen für Ehe und Lebensgemeinschaften“.
Seit einem Monat ringen die Bischöfe mit der Frage,
ob sie überhaupt und wenn ja, wie sie auf den Beschluß regieren sollen.
Die „Homosexuelle Initiative
Wien“ (HOSI) brauchte nur wenige Stunden, um in einer Presseaussendung den Beschluß der ÖVP als „Augenauswischerei“
und „Irreführung“ zu brandmarken.
Aus Kreisen der ÖVP, die sich als christdemokratische Partei versteht,
wird nun Kritik laut.
Die Partei erhalte von Seiten der führenden moralischen Instanzen, namentlich
der österreichischen Bischöfe, keine Hilfe, obwohl sie diese dringend brauchen würde.
Eine kritische
Stellungnahme der Bischöfe würde der ÖVP in der Frage der Homo-Ehe den Rücken stärken.
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