Neuer Doktortitel für den Papst + Keine Konfrontation mit sozialistischer Regierung + US-Parlament: äußerst katholisch + Interreligiöse Grundsteinlegung für Moschee
Neuer Doktorhut für den Papst
Vatikan. Gestern hat Papst Johannes Paul II. eine Delegation der Universität
Nikolaus Kopernikus von Thorn (Polen) in Audienz empfangen. Er dankte bei dieser Gelegenheit dem Akademischen
Senat der Universität, ihm den Titel eines Doktors honoris causa verliehen zu haben: „Ich nehme diese
Ehrung dankbar an als Zeichen des sich stets entwickelnden Dialogs zwischen Wissenschaft und Glaube“,
meinte der Papst während der Audienz. Der Papst erinnert sich an den Juni 1999, als er die Universität
in Torun’ besuchte. Er habe damals über den Dialog zwischen Glaube und Wissenschaft gesprochen, der dazu
diene, den von der Aufklärung geschaffenen Graben zwischen der Wahrheit der Vernunft und der Wahrheit
des Glaubens zu überwinden.
Keine Konfrontation mit den Sozialisten
Spanien. Die Herbstvollversammlung
der spanischen Bischofskonferenz wurde gestern vom Madrider Erzbischof, Antonio Kardinal Rouco Varela,
eröffnet. Zur Zeit fegt ein Sturm von sozialistischen Gesetzesänderungen über das Land. Sie betreffen
das Homosexuellen-Konkubinat, die Legalisierung der Forschung mit Ersatzteilmenschen (Stammzellen) oder
die Ausgrenzung der Religion aus den Schulen. Obwohl der spanische Ministerpräsident Jose Luis Zapatero
sich in der Presse anderes äußerte, glaubt der Kardinal nach einem Bericht von ‘Radio Vatikan’ nicht
an eine Einführung der Euthanasie während der laufenden Legislaturperiode. Kardinal Rouco beteuerte,
keine Konfrontation mit der Regierung zu suchen. Die Kirche wolle nicht Kompetenzen übernehmen, die ihr
nicht zustünden. Vielmehr biete die Kirche der sozialistischen Regierung ihre Zusammenarbeit an. Die
Bischofskonferenz wird in drei Tagen mit einer Wallfahrt nach Santiago de Compostela zuendegehen.
US-Parlament:
äußerst katholisch
USA. Im neuen Kongress der USA gehören 67 republikanische Abgeordnete der katholischen
Kirche an. In dieser Zahl sind sechs der neun neugewählten Katholiken eingeschlossen. Dagegen gehören
86 katholische Abgeordnete der Demokratischen Partei an, die traditionell das politische Sammelbecken
der Katholiken ist. Damit sind insgesamt 153 US-Parlamentarier katholisch. Das ist die größte konfessionelle
Gruppe im Parlament der USA. Daneben gibt es Baptisten (72) Methodisten (61), Presbyterianer (50), Anglikaner
(41) und Juden (37). Sechs Abgeordnete geben keine Religionszugehörigkeit an.
Interreligiöse Grundsteinlegung
für Moschee
Frankreich. In Straßburg (Elsass) wurde am 29. Oktober während des Ramadan (islamische
Fastenzeit) der Grundstein für die Große Moschee gelegt. Anwesend waren Vertreter verschiedener Religionen,
unter ihnen der Erzbischof von Straßburg, Mons. Joseph Doré, die Bügermeisterin der Stadt, Fabienne
Keller und Robert Grossmann, der Präsident der Straßburger Stadtgemeinschaft. Die neue Moschee befindet
sich auf einem vom Bürgermeisteramt gemieteten Grundstück, unweit des historischen Kerns der Stadt.
Das Gebäude soll mit einer zwanzig Meter hohen Kuppel gekrönt werden. Der Gebetssaal für die Männer
umfasst 1000 Quadratmeter, jener für die Frauen 250. Die gesamte Nutzfläche der Moschee wird 2000 m2
umfassen. Der Kostenvorschlag beläuft sich auf 6 Millionen Euro, von denen 10% von der Stadtgemeinde
übernommen werden.
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