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„Wir leiden alle“ + Geboren – nach sieben Jahren + Willkür + Oberster US-Richter gestorben + Nicht vergleichbar
„Wir leiden alle“

Italien. „In diesen Tagen leiden wir alle unter der Katastrophe, die der Hurrikan in den USA verursacht hat.“ Das erklärte Papst Benedikt XVI. zum gestrigen Angelusgebet in seiner Sommerresidenz Castelgandolfo südlich von Rom: „Ich bete für die Toten und ihre Angehörigen, für die Verletzten ohne Dach über dem Kopf, für die Kranken, die Kinder, die Alten und ich segne diejenigen, die mit dem schwierigen Rettungs- und Wiederaufbaueinsatz beschäftigt sind.“ Der Heilige Vater betete auch für die Opfer der Massenpanik im Irak: „Der Allmächtige möge die Herzen aller anrühren, damit in diesem geplagten Land endlich ein Klima der Versöhnung einkehre und Vertrauen wachsen kann.“ In Bagdad waren während einer schiitischen Pilgerprozession am Mittwoch fast 1000 Menschen ums Leben gekommen.

Geboren – nach sieben Jahren

Spanien. Am Freitag wurde in Barcelona das erste Baby, das als eingefrorener Embryo adoptiert wurde, geboren. Dies berichteten mehrere spanische Medien. Barcelona liegt im Nordosten von Spanien. Der kleine Gerard Monfort Tarridas lebte nach seiner Zeugung im Reagenzglas sieben Jahre lang auf Eis. Mit dem Einverständnis der leiblichen Eltern durfte ihn Eva Tarridas (41) adoptieren.

Willkür

Deutschland. Eines Tages werde es den gewünschten „Ersatzteilkasten“ aus Kinderzellen geben. Davon ist der Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft, Professor Herbert Jäckle, überzeugt: „Ich bin absolut optimistisch, daß es funktioniert. Aber ich bin absolut pessimistisch, daß es schon in fünf oder zehn Jahren so weit sein kann.“ Jäckle sprach mit der Nachrichtenagentur ‘dpa’. Zurzeit wisse niemand, was mit den Kinderzellen wirklich passiert, während sie wochen- oder monatelang in einer Kultur gehalten werden. Und selbst wenn es gelänge, Kinderzellen zu Insulinproduzenten umzufunktionieren: „Wie wollen wir prüfen, daß diese Zellen genau das tun, was wir möchten? Bei wie vielen der vielen hundert Gene einer solchen Zelle wollen wir prüfen, ob sie korrekt funktionieren? Bei 5, bei 10 oder bei 15?“ Es sei irgendwann eine „willkürliche Entscheidung“ – so der Biotechnologe –, wann es den Medizinern mit dem Prüfen reicht.

Oberster US-Richter gestorben

USA. Der Vorsitzende des Obersten Gerichtshofs der USA, William Rehnquist (80), ist am Samstag abend gestorben. Rehnquist erlag einem schweren Schilddrüsenkrebsleiden. Der konservative Präsident des Obersten Verfassungsgerichtes gehörte dem Gericht seit 33 Jahren an. Er sprach sich unter anderem für die Einschränkung der Kinderabtreibung und die Beibehaltung der Todesstrafe aus. US-Präsident George W. Bush muß nun zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit einen Posten am Obersetn Gericht besetzen. Erst Ende Juli hatte Bush den Juristen John Roberts zum Nachfolger von Sandra Day O’Connor ernannt. O’Connor war kurz zuvor zurückgetreten. Die neun Richter des Obersten Gerichtshofes werden vom Präsidenten auf Lebenszeit eingesetzt.

Nicht vergleichbar

„Kein gesunder und nicht durch Vorurteile verschrobener Christ wird je von sich sagen, daß er aufgrund einer göttlichen Wahl den Ehestand gewählt habe, einer Wahl, die mit der Wahl und dem Ruf vergleichbar wäre, die der zum Priester und zur persönlichen Nachfolge im Rätestand Berufene in sich erkennt oder verspürt. Der die Ehe Wählende wird einfach jene besondere Erwählung in seiner Seele nicht vorgefunden haben und mit dem besten Gewissen der Welt, ohne sich einer Unvollkommenheit bewußt zu sein, aber auch ohne sich deswegen eines besonders erwählten Weges Gottes zu rühmen, den Ehestand wählen. Er wird schlicht dem allgemeinen Willen Gottes mit seinem Geschöpf gehorchen: ‘Mein Sohn… suche im ganzen Gefild einen fruchtbaren Acker dir aus und säe getrost deinen Samen’ (Sir 26,20).“

Aus dem Buch „Theologie der christlichen Stände“ des Schweizer Theologen Hans Urs von Balthasar (+1988) S. 343.
      
3 Lesermeinungen
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#3   Konrad   23:14:00 | Montag, 5. September 2005
Weder Romulus noch Pelagius
haben den schönen, von der kreuz.net Redaktion zitierten, Text verstanden. Wenn auch Priestertum und Ehe in gleicher Weise „unwiderrufliche Berufungen“ sind (wie der bedeutende Dogmatiker Johannes Stöhr dargelegt hat), so gibt es doch die von Balthasar hier erwähnte „Hierarchie der Berufungen“: Zuerst kommt der Räte- und Priesterstand, dann das Eheleben. Das gilt so in der Zeit, die Ewigkeit hat wieder eigne Maßstäbe: nämlich allein die gelebte Heiligkeit, egal in welchem Stand!!
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#2   Romulus   22:05:14 | Montag, 5. September 2005
Hans Wurscht von Balthasar
…daß er aufgrund einer göttlichen Wahl den Ehestand gewählt habe, einer Wahl, die mit der Wahl und dem Ruf vergleichbar wäre, die der zum Priester und zur persönlichen Nachfolge im Rätestand Berufene in sich erkennt oder verspürt.
Ein echter Hans Wurscht von Balthasar eben…
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#1   Pelagius   08:54:42 | Montag, 5. September 2005
Nicht vergleichbar?
Hans Urs von Balthasars Plädoyer für die Einzigartigkeit der Berufung zum geistlichen Stand in Ehren: Gibt es nicht doch Fälle, wo jemand mit einer solchen Eindeutigkeit den Ruf vernahm, diesen – und keinen anderen – Menschen zu heiraten, daß der Vergleich mit der Berufung zur Nachfolge im priesterlichen oder Ordensstand durchaus naheliegt? Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Es gibt sie.
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