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Montag, 5. September 2005 11:30
Staubsauger- Theologie
Die umstrittene Theologin Uta Ranke-Heinemann hat den Besuch von Benedikt XVI. in Deutschland positiv bewertet. Mit dem Papst seien revolutionäre Veränderungen in der Kirche möglich.
(kreuz.net) Die ehemalige katholische Theologin Uta Ranke-Heinemann (77) hat den Deutschlandbesuch von Papst Benedikt XVI. in einem Interview mit dem Deutschlandfunk positiv bewertet.

Der erste Auslandsbesuch von Papst Benedikt XVI. stehe im starken Kontrast zu den Auftritten des verstorbenen Papstes Johannes Paul II.

Mit dem neuen Papst sei eine revolutionäre Veränderung in der Katholischen Kirche möglich.

"Die Frau kommt in der Kirche nur mit dem Staubsauger nach oben."
„Die Frau kommt in der Kirche nur mit dem Staubsauger nach oben.“
Frau Ranke-Heinemann wörtlich:

„Ich halte es für möglich, daß dieser erste deutsche Papst 500 Jahre nach Luther im Lande Luthers den Zölibat aufhebt. Ratzinger ist einer, der sich belehren läßt – er ist ein Gelehrter. Das unterscheidet ihn total von Johannes Paul II.“

Eine Aufhebung des Zölibats würde nach Ansicht von Frau Ranke-Heinemann auch die Rolle der Frauen innerhalb der katholischen Kirche verändern.

Die katholische Theologin ist davon überzeugt, daß dann auch Frauen Priester werden könnten:

„Alle Hirten sind Männer, alle Frauen Schafe – das bleibt zwar immer noch so, aber wenn jetzt die Hirten anfangen zu heiraten, dann sieht man Frauen schon mal nicht nur mit dem Staubsauger.“

„Bisher kommt sie in der katholischen Kirche ja nur mit dem Staubsauger nach oben. Das wäre dann schon etwas besser.“

Uta Ranke-Heinemann ist die Tochter des ehemaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann. Sie war 1970 die erste Frau der Welt, die eine Professur für katholische Theologie erhielt.

Der Bischof von Essen, Franz Kardinal Hengsbach († 1991), entzog ihr 1987 den Lehrstuhl für katholische Theologie an der Universität Essen, nachdem sie öffentlich ihren Zweifel an der Jungfrauengeburt Marias kundgab.

Ihr Hauptwerk „Eunuchen für das Himmelreich – Katholische Kirche und Sexualität“ wurde weltweit zum Bestseller und erscheint mittlerweile in der 25. Auflage.

1999 war sie Kandidatin der PDS – die aus der Einheitspartei des ehemaligen DDR-Regimes hervorging – für das Amt des Deutschen Bundespräsidenten.

In der überarbeiteten Ausgabe ihres Werkes ‘Nein und Amen’ formuliert Frau Ranke-Heinemann ihren „Abschied vom traditionellen Christentum“.

Sie widersagt darin dem christlichen Erlösungsmythos, der für sie einer „Menschenopferreligion nach religiösem Steinzeitmuster“ entspricht.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 16 Lesermeinungen:
Donnerstag, 8. September 2005 14:25
Stimme aus dem Tradiland: @ Gotthard: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß oder wie?
Hier zwei Beispiele:

Das erste betrifft einen Bericht über weibliche Imame in Nürnberg;

der zweite Bericht betrifft eine islamische Vorbeterin in New York

Wie Gotthard auch sonst laufend Behauptungen aufstellt, ohne eine Ahnung zu haben.
Mittwoch, 7. September 2005 21:57
Gotthard: @ evelin
solche Nachrichten kann es nicht geben, da es sie nicht gibt…
Mittwoch, 7. September 2005 21:25
Evelin: Es gibt immer wieder
Nachrichten von islam. Imaminnen. Ich denke, das dürfte auch etwas mit der rigiden Geschlechtertrennung zu tun haben. Für strenggläubige Muslime wäre es schlechthin undenkbar, dass man sich als Frau (z. B. bei Exerzitien) mit dem betreuenden Priester bespricht.

In Indien (den Hinduismus gibt es ja nicht) gibt es verschiedene indische Religionen, die weibliche Geistliche kennen. Sie haben ja auch Göttinnen.
Dienstag, 6. September 2005 23:58
Gotthard: Frage
Es gibt ja diverse Religionen mit verheirateten Geistlichen (Islam, Hinduismus, altheidnische Religionen), auch weiblichen Geistlichen
Wo bitte schön gibt es im Islam und im Hinduismus weibliche Geistliche?
Dienstag, 6. September 2005 23:15
Evelin: Ist sie eigentlich noch Christin?
Sie lehnt den Erlösungsglauben ab, glaubt nicht an die Jungfrauengeburt etc. etc.
Was will sie überhaupt in der Kirche?
Ihr Argument, dass ein verheirateter Klerus Frauenpriesterweihen und mit den Frauenpriesterweihen dann Frauenrechte bringen wird, ist – religionsvergleichend betrachtet – ein Schwachsinn.
Es gibt ja diverse Religionen mit verheirateten Geistlichen (Islam, Hinduismus, altheidnische Religionen), auch weiblichen Geistlichen – von Frauenrechten ist mir dort noch nichts aufgefallen.

Das Zölibat und der Opfergedanke ist außerdem nicht etwas Männliches. Scheinbar hat Frau R.-H. noch nichts von geweihten Jungfrauen gehört. Wenn man Mutter von Kindern ist, versteht man sehr gut, was ein Opfer ist.

Ranke-H. glaubt scheinbar, dass das Paradies kommt, wenn Frauen mindestens zu 50% in allen öffentlichen Bereichen des Lebens beteiligt sind, weil Frauen scheinbar reine engelhafte Übermenschen sind und alles richtig machen, reine Pazifistinnen seien.
Montag, 5. September 2005 23:26
Dr. Peter Enderfers: Köstlich, aber wahr!
Köstlich ist es, daß Ranke-Heinemann im Artikel als ehemalige Theologin und nicht als ehemalige Theologieprofessorin bezeichnet wird. Das mag zwar nach dem Hochschulrecht usw. nicht korrekt sein, aber es besitzt eine Aussage, die mir eine Menge bedeutet: Theologe ist keine Berufsbezeichnung allein, sondern auch eine Art Auszeichnung, eine Art Qualitätsbezeichnung. Bravo!

Edf, 5.IX.
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