Der jüngste Sohn des Gründers einer religiösen Bewegung im orthodoxen Judentum wurde katholisch. 200 Jahre lang hatten Vertreter des Judentums versucht, seine Taufe zu verheimlichen. Nun unterstellt man dem Bekehrten eine Geisteskrankheit.
(kreuz.net, Tel Aviv) Bereits im 19. Jahrhundert war nicht unbekannt, daß der jüngste Sohn des weißrussischen
Rabbiners Schneur Zalman († 1812) katholisch wurde.
Sein Vater, der Rabbiner Schneur Zalman, war nicht
irgendjemand, sondern der Begründer der jüdischen Chabad-Bewegung. Diese ist eine wichtige Gruppe innerhalb
des chassidischen Judentums.
Das chassidische Judentum geht auf den polnischen Rabbiner Israel Ben Eliser
(† 1760) zurück. Es handelt sich um eine lockere, ordensähnliche Vereinigung von frommen, stark familienorientierten
Juden, die untereinander Judendeutsch sprechen.
Für Außenstehende sind die männlichen Mitglieder durch
ihre Hüte, langen Bärte und schwarzen Kleider leicht zu erkennen.
Der Sohn des Gründers der Chabad-Bewegung
hieß mit Name und Vatersname Moische Salmanowitsch. Er gilt als das schwarze Schaf der Familie.
Es ist
für die Chassidischen heute noch schwierig, die Tatsache zu akzeptieren, daß der jüngste Sprößling
ihres Gründers als Jude geboren und als Katholik wiedergeboren wurde.
Noch schwieriger ist es aber,
seine Taufe zu ignorieren.
Das ergab eine Recherche der rechtsliberalen israelischen Tageszeitung ‘Haaretz’
Ende Juli.
Bereits vor fünf Jahren verfaßte ein Historiker der Universität von Tel Aviv einen Artikel
über Moische Salmanowitsch. Er kam zum Schluß, daß die Fakten unwiderlegbar sind: Die Bekehrung hat
stattgefunden.
Gleichzeitig hoffte der Geschichtsprofessor, noch in den Archiven der ehemaligen Sowjetunion
fündig zu werden.
Die Hoffnung des Professors erfüllte sich. In den Dokumenten fanden sich zwei Ordner
über Moische Salmanowitsch.
Die originalen Unterlagen befinden sich im nationalen Geschichtsarchiv von
Minsk. Minsk ist die Hauptstadt von Weißrußland.
‘Haaretz’ bekam Einblick in Kopien, die an die Hebräische
Universität von Jerusalem gesandt wurden.
Eines der aussagekräftigsten Schreiben ist ein Brief von
Moische Salmanowitsch. Er ist am 1. Juli 1820 datiert.
Adressat war der Priester Siodlowski, der in der
Stadt Ulla als katholischer Pfarrer wirkte. Dort lebte Moische nach seiner Hochzeit. Ulla liegt 180 Kilometer
nordöstlich von Minsk.
Zur Zeit der Abfassung des Briefes war Moische 36jährig.
Er schrieb an den
Geistlichen, daß er sich lange überlegt habe, katholisch zu werden. Seine jüdische Umgebung habe versucht,
ihn davon abzuhalten.
Er sei ständig kontrolliert, sogar geschlagen und bedroht worden.
Dennoch schreibt
der Sohn des berühmten Rabbiners:
„Ich stehe fest in meinem Wunsch, den wahren Glauben an Jesus Christus
anzunehmen. Er ist von den heiligen Schriften und allen Propheten bezeugt.“
Moische verfaßte seinen
Brief vor mehreren katholischen Zeugen – Beamten und Klerikern.
Das Dokument enthält genaue Angaben
über deren Namen und Tätigkeiten. Dem christlichen Bekenner wird unter anderem bescheinigt, seine Erklärung
im Besitz seiner geistigen Kräfte zu machen.
Der Rabbinersohn nannte sich von nun an Leon Joleiwitsch.
Die Juden versuchten unterdessen, dem neugeborenen Katholiken Geisteskrankheit zu unterstellen. Er habe
seit seiner Kindheit an psychischen Problemen gelitten.
Bis heute halten manche Juden an dieser Behauptung
fest. Ein noch in diesem Jahr erscheinendes Buch kommt zum Schluß, daß der Konvertit aufgrund seines
geistig instabilen Zustandes katholisch geworden sei.
Die aufgearbeiteten Dokumente sprechen dagegen
davon, daß mehrere katholische Persönlichkeiten von einer vorgetäuschten Geisteskrankheit des Neugetauften
wußten.
Nach seiner Bekehrung schien Leon in seiner Angst vor seiner Familie keinen anderen Ausweg zu
sehen.
Leon Joleiwitsch dürfte in einer Nervenklinik in St. Petersburg gestorben sein.
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10 Lesermeinungen
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#10 Athanasius 10:56:53 | Samstag, 10. September 2005
– Ja, natürlich. Aber es sind sehr wenige die gerettet wérden, zumindest bei den erwachsenen Menschen
und Katholiken. (Die Multitudo konnte der hl. Johannes trotzdem sehen wegen der vielen in ihrer Unschuld
gestorbenen Kinder.) Sankt Leonard von Port-Royal hat es deutlich beschrieben in seiner Schrift die auf
englisch heisst: „On the fewness of those Catholics saved“. Zu behaupten ungläubige Nicht-Katholiken
die nicht unüberwindlich unwissend sind, könnten gerettet werden wenn sie so bis zum Tod weitermachen,
ist eine Häresie und wurde in 1832 von Papst Gregor XV. verurteilt in „Summo Iugiter Studio“. „That even
heretics could attain eternal salvation.“ – Verurteilt.
#8 Athanasius 08:20:22 | Samstag, 10. September 2005
@Gotthard: diese Äußerung stammt zunächst mal aus einer Zeitung der Zeit … Welch ein Modernist sind
Sie. Sie glauben an der „Evolution des Dogmas“! (Denn „Cantate Domino“ war ein dogmatisches Dokument das
ex-cathedra definiert wurde.) Hl. Pius X, Enzyklika „Pascendi“, 1907, # 13: Thus the way is open to the
intrinsic evolution of dogma. Dogma is not only able, but ought to evolve and to be changed. This is strongly
affirmed by the Modernists, and as clearly flows from their principles. For amongst the chief points of
their teaching is this which they deduce from the principle of vital immanence; that religious formulas,
to be really religious and not merely theological speculations, ought to be living and to live the life
of the religious sentiment @Catholicus: Sie wollen doch nicht zur von Pius XII. verurteilten Irrenden
Gruppe gehören die die Notwendigkeit zur wahren Kirche Christi (die R.-K.) zu gehören leugnen? Und meine
Jone-Moraltheologie definiert unüberwindliche Unwissenheit ganz als anders als Sie. Humani Generis, 1950,
27: Some say they are not bound by the doctrine, explained in Our Encyclical Letter of a few years ago,
and based on the Sources of Revelation, which teaches that the Mystical Body of Christ and the Roman Catholic
Church are one and the same thing.[6] Some reduce to a meaningless formula the necessity of belonging
to the true Church in order to gain eternal salvation.
#6 Athanasius 23:20:20 | Freitag, 9. September 2005
– So ist die Lehre der Kirche nie exakt gewesen. Das Dokument aus 1949 fehlt die Strengheit und setzt
voraus man müsse daran auch bereits glauben. Aber durch Glaube wird man gerettet, und Unglaube verurteilt
gerade. Es geht um GlaubenWOLLEN oder nicht. Lesen Sie mal Humani Generis Nr. 27 nach. Zur Zeit Pius’
XII. gab es diese modernistische Bestrebung bereits (auch im Hl. Offizium, obwohl der Feeneyismus natürlich
falsch ist). Nur jene die in UNüberwindliche Unwissenheit leben (etwa auf einer isolierten Insel im Pazifik)
und dem Naturgesetz halten (kein Götzendienst gehört dazu!), können gerettet werden. Können. Aber
Juden denen die Lehre der Kirche bekannt ist oder ihre Existenz bekannt ist, haben die auf Todsünde verpflichtete
Pflicht zu untersuchen und dann zuzustimmen. Wenn nicht, stellt man sich Sie legen das Dogma modernistisch
aus. Anders als das Magisterium aller Zeiten. Es ist eine von Pius IX. (der ganz gut unüberwindliche
Ignoranz definierte) verurteilte Irrlehre von den Seelen der nicht-katholisch Gestorbenen sei das beste
zu hoffen. Jeder Jude in europa kann die Kirche kennen, obwohl sie jetzt vom Modernismus verfinstert wird.
Und wer nicht sucht, sündigt tödlich durch Vernachlässigung. Ihre Definition gilt nur für isolierte
Juden, die die Kirche nicht kennen können. Wer oder wie wissen wir nicht. Aber sicherlich verloren sind
die Juden die aktiv den Messias verwerfen obwohl sie die Forderungen Jesu kennen – und so sterben.
#5 Catholicus 22:45:35 | Freitag, 9. September 2005
@Athanasius Sie mögen mitbedenken, dass die Kirche zwischen einem schuldhaften Irrtum in Glaubensfragen
und einem schuldlosen Irrtum unterscheidet: „Daher wird niemand gerettet werden, der, obwohl er weiß,
daß die Kirche von Christus göttlicherseits gegründet wurde, es dennoch ablehnt, sich der Kirche zu
unterwerfen oder dem Römischen Bischof, dem Stellvertreter Christi auf Erden, den Gehorsam verweigert.“
Doch: „Damit einer nämlich das ewige Heil erlangt, wird nicht immer erfordert, daß er tatsächlich der
Kirche als Glied einverleibt wird, sondern mindestens das wird verlangt, daß er ebendieser durch Wunsch
und Verlangen anhängt. Dieser Wunsch muß jedoch nicht immer ausdrücklich sein, wie es bei den Katechumenen
der Fall ist, sondern wenn ein Mensch an unüberwindlicher Unkenntnis leidet, nimmt Gott auch den einschlußweisen
Wunsch an, der mit einem solchen Namen bezeichnet wird, weil er in jener guten Verfassung der Seele enthalten
ist, durch die der Mensch will, daß sein Wille dem Willen Gottes gleichförmig sei.“ – Ich zitiere hier
aus einem Dokument, das auch von „Traditionalisten“ anerkannt werden müßte: aus dem im Auftrag Pius’
XII. verfaßten Brief des Hl. Offiziums an den Erzbischof von Boston theol.uibk.ac.at/…um/texte/250-58.html.
Wer daher als Jude in einem unüberwindlichen Irrtum in bezug auf den wahren Erlöser der Menschen lebt,
aber dennoch will, „dass sein Wille dem Willen Gottes gleichförmig sei“, kann gemäß der Lehre der Kirche
gerettet werden!
#4 Athanasius 22:30:36 | Freitag, 9. September 2005
Sie sind ein Häretiker! Die Juden sind vom Heile ausgeschlossen. „Wer nicht an Mich glaubt, ist verdammt,
da er nicht geglaubt hat an den einiggeborenen Sohn Gottes!“ „Wer den Sohn nicht hat, hat auch den Vater
nicht.“ Ist mir egal was die Modernistische Sekte lernt, ich bin Römisch-Katholisch. Das Dogma. Papst
Eugen IV., 1442, ex-cathedra, „Cantate Domino“: {Die allerheiligste Römische Kirche glaubt fest, bekennt
und predigt, dass keine derjenigen die ausserhalb der Katholischen Kirche stehen, nicht nur Heiden, sondern
auch Juden, und Häretiker und Schismatiker, jemals teilhaben können am ewigen Leben, sondern dass sie
ins ewige Feuer (Mt 25:41) gehen werden, wenn sie nicht vor dem Tode mit Ihr verbunden werden.} Das ist
eine unfehlbare Lehre die jedes katholische Gewissen verpflichtet. Pope Benedict XIV, A Quo Primum(# 4),
June 14, 1751: „Surely it is not in vain that the Church has established the universal prayer which is
offered up for the faithless Jewsfrom the rising of the sun to its setting, that the Lord God may remove
the veil from their hearts, that they may be rescued from their darkness into the light of truth. For
unless it hoped that those who do not believe would believe, it would obviously be futile and empty to
pray for them.“
#3 timpressum † 21:09:09 | Freitag, 9. September 2005
Ist doch egal… Das jüdische Volk hat durch den Bund am Sinai seinen eigenen Heilsweg. Von daher ist
eine Missionierung der Juden (auch vor dem Hintergrund der langen Geschichte des theologischen Antijudaismus)
völlig überflüssig. Ob jemand die Tora lebt oder das Gebot des Juden Jesus – beide gelangen zum Gott
Israels!
#2 MilesChristi 21:26:18 | Donnerstag, 8. September 2005
Chabad Chabad-Lubawitsch ist eine SEHR interessante Bewegung im Judentum. Als einige der wenigen haben
sie die Thematik der „zwei Messias“ aufgegriffen, und GENAU DAS wäre eine hervorragende Möglichkeit
zur Missionierung.
#1 Athanasius 19:26:41 | Donnerstag, 8. September 2005
Sehr schöner Bericht Bis zum Ende der Zeiten – wann beim Endkampf viele Juden sich bekehren werden –
werden noch Bruchteile Israels im einzig rettenden Neuen Bund aufgenommen. Das neue Israel, die neue Arche
Noës (ausser der keiner seelisch überleben kann), ist die römisch-katholische Kirche. Der Stuhl Moysis
und der Hohepriester ist jetzt in Petri Hand. Das Opfer vollmacht im hl. Meßopfer von dem so viele Vorabbildungen
sprachen (Manna, Melchizedech, Anschaubrote, Pascha-Mahl). Der Messias ist gekommen. Hosanna Filio David.