09:44:45 | Donnerstag, 8. September 2005
1000 Jugendliche. 2000 Lux. 3000 Watt – 1 Gott
Zwei österreichische Diözesen setzen auf Disko-Gottesdienste in katholischen Kirchen: „Es geht darum, Gottesdienst in der Sprache, in der Bewegung, im Sound und im Licht der Jugend zu feiern.“
(kreuz.net) Die Linzer Kirchenzeitung berichtete in ihrer Ausgabe vom 18. August über die Anstrengungen
der Diözesen Wien und Innsbruck, für Jugendliche eigene Gottesdienstformen zu erfinden.
Linz ist die
Hauptstadt Oberösterreichs im Norden des Landes und Sitz einer Diözese.
Der Titel des Artikels lautete:
‘Mit Lichtorgeln und E-Gitarren in heiligen Kirchenhallen’. Durch den Bericht soll die Diözese auf die
Einführungen ähnlicher Gottesdienste vorbereitet werden.
Das Bistumsblatt beschreibt die Stimmung dieser
Gottesdienste folgendermaßen:
„Tausende Jugendliche drängen schon lange vor dem angekündigten Beginn
hinein, nehmen Enge und unbequemes Sitzen auf dem Boden in Kauf. Langsam steigt die Spannung, und als
die Band endlich die ersten Akkorde spielt, bricht Jubel los.“
Eigentlich nichts Besonderes bei einem
Jugend-Event, bemerkt das Bistumsblatt: „Aber wir sind nicht auf einem Rockkonzert, sondern bei einem
Gottesdienst in einer Kirche.“
Im Jahr 2003 organisierte die Katholische Jugend in Wien die ersten Großgottesdienste
im neuen Diskokleid. Mit elektronischer Musik und Licht wollte man Kirchen in „Diskos Gottes“ verwandeln.
Diese Gottesdienste benötigen Scheinwerfer, welche die Kirchengewölbe abwechselnd rot, blau oder grün
erleuchten, E-Gitarren, szenische Spiele, gemeinsames Tanzen, eine große Leinwand und viele persönliche
Gedanken und Bekenntnisse von Jugendlichen.
Die ersten drei Gottesdienste standen unter den Themen „Gott
finden“, „Mit Gott ringen“, „Gott folgen“. Seither heißt die Reihe „find-fight-follow“ – zu deutsch:
finde-kämpfe-folge. Insgesamt fanden bisher neun derartige Gottesdienste statt.
Die Katholische Jugend
der Diözese Innsbruck veranstaltete heuer vier ähnlich inszenierte Gottesdienste im Innsbrucker Dom,
in Zams, in Brixen in Südtirol und in Wörgl.
„1000 Jugendliche. 2000 Lux. 3000 Watt. 1 Gott“ lautet
das Motto der Katholischen Jugend von Innsbruck für ihre Event-Gottesdienstreihe „wundern/warten/werden/wirken“.
Es gehe darum, „Gottesdienst in der Sprache, in der Bewegung, im Sound und im Licht der Jugend zu feiern“.
In Wien geht die Katholische Jugend einen Schritt weiter:
Der nächste – inzwischen bereits zehnte –
„find-fight-follow“-Gottesdienst am 9. Oktober 2005 wird zugleich die Eröffnung der ‘jugend.kirche.wien’
in der Wiener Pfarrkirche St. Florian sein. Der Wiener Erzbischof, Christoph Kardinal Schönborn, hat
sich
für den Spaß bereits angemeldet.
„Hier soll die Idee, die auch hinter den sogenannten Event-Gottesdiensten
steht, einen fixen Standort bekommen: Jugendlichen Raum geben, ihrem Lebensgefühl, ihrer Sprache, ihren
Talenten, ihren vielfältigen Szenen und Gesichtern, ihrer Kraft und ihren Sehnsüchten, ihrer Kritik
und ihrem Ärger, ihrer Neugier und ihren Fragen“, erklärt der Wiener Seelsorger Gregor Jansen.
Daniela
Krahwinkler von der Katholischen Jugend Österreichs bewertet die Disko-Gottesdienste im Linzer Bistumsblatt
als Versuch, die Jugendlichen in ihrer Lebens- und Feierkultur im Gottesdienst anzusprechen:
„Damit gelingt
es, auch viele, die sonst in keine Kirche gehen, zu interessieren, während wir mit herkömmlichen Jugendgottesdiensten
meist nur die ,Insider’ erreichen. Dennoch werden dort, wo es tragende Gruppen gibt, weiter auch andere
Formen der Jugendliturgie ihre Bedeutung haben.“
Elke (13) schrieb ins Gästebuch der Homepage:
„Ich
bin völlig begeistert! Es war echt die schönste, lebendigste und modernste Messe, die ich wahrscheinlich
je miterlebt habe! Die Lieder waren superschön, die Lichteffekte waren beeindruckend und die Stimmung
war nicht zu übertreffen. Die Predigt war sehr gut und das Schattenspiel und kurze Theaterstück waren
sehr gelungen! Sogar einige Freundinnen von mir, die nichts, aber echt gar nichts von der Kirche halten,
waren total begeistert!“
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#28
hcr 16:36:09 | Sonntag, 11. September 2005
#27
wiener 13:00:11 | Sonntag, 11. September 2005
#24
wiener 18:43:56 | Samstag, 10. September 2005
#16
Rocky 20:28:20 | Donnerstag, 8. September 2005
#12
hcr 13:43:23 | Donnerstag, 8. September 2005
#8
hcr 12:39:39 | Donnerstag, 8. September 2005
#4
Toby 10:40:28 | Donnerstag, 8. September 2005