Katastrophe
Der Erzbischof nach den Fluten
Was macht der Hirte, wenn seine Schäfchen von Fluten überschwemmt und aus ihren Häusern vertrieben werden? Der Erzbischof von New Orleans sucht seine Priester und versucht sein Bistum zu reorganisieren.
(kreuz.net, New Orleans) Bisher galt die Stadt New Orleans als katholische Hochburg der Vereinigten Staaten. Doch am letzten Sonntag wurde im ältesten nordamerikanischen Bistum keine einzige Pfarreimesse gelesen.

Der Erzbischof von New Orleans, Mons. Alfred C. Hughes (72), der als einer der ersten vor dem vernichtenden Hurrikan aus der Stadt geflüchtet war, zelebrierte die Heilige Messe in der Kathedrale von Baton Rouge.

Mons. Hughes lebt dort – wie so viele – als Flüchtling. Baton Roue ist die Hauptstadt des Bundesstaates Louisiana.

Von der halben Million Katholiken von New Orleans sind ganz wenige übriggeblieben. Zwar haben die dicken Mauern der Kirchen und das Priesterseminar der Flut standgehalten, aber die Stadt ist menschenleer.

Jetzt versucht der Erzbischof, in einem provisorisch eingerichteten Büro mit einigen wenigen Mitarbeitern die dringendsten Verwaltungsaufgaben zu koordinieren.

Zu Beginn der Woche galt die Hälfte der 220 Diözesanpriester als vermißt. Ein krebskranker Priester überlebte die Anstrengungen der Evakuierung nicht. Er starb versehen mit der letzten Ölung in einem Pflegeheim.

Inzwischen hat die Erzdiözese ihre Homepage umgestaltet. Anstelle der üblichen Informationen findet man dort Telefonnummern von Hilfsorganisationen, Spendenkonten, Adressen von Notunterkünften und Hinweise auf improvisierte Schulen sowie Gesprächsforen, in denen Vermißte ihren gegenwärtigen Aufenthaltsort bekanntgeben können.

Priester, welche die Taufbücher ihrer Pfarreien in Sicherheit gebracht haben, werden aufgefordert, diese bei einer kirchlichen Stelle in der Diözese Baton Rouge abzugeben.

Der Erzbischof ersuchte seine Priester bereits vor der Evakuierung der Stadt, das Allerheiligste Sakrament sowie wertvolle Gegenstände vor den Fluten in Sicherheit zu bringen:

„Ich hätte mir nie gedacht, daß Gott mir mit 72 Jahren noch eine solche Last aufbürden würde“, erklärte Mons. Hughes am Sonntag nach der Messe.

Das wichtigste sei nun, nicht an Gottes Gegenwart und Gnade zu zweifeln: „Ich bin fest davon überzeugt, daß Gott uns durch all das läutern wird.“
      
7 Lesermeinungen
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#7   Marcel   17:22:05 | Freitag, 9. September 2005
Gebet
Matthew schrieb: Es wäre ein grosser Trost zu wissen, dass unsere deutschen Glaubensbrüder mit uns im Gebet verbunden sind.
Werde ich gerne in meiner Familie anregen!
Im Gebet und in Christus verbunden.
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#6   Gotthard   15:42:06 | Freitag, 9. September 2005
Vergleich?
die Katastrophe im Erzbistum New Orleans ist doch mit den Auswirkungen des Tsunamis in deutschen Diözesen nicht vergleichbar …auch wenn der Tsunami die größte Katastrophe nach dem 2. Weltkrieg ist, in die Deutsche verwickelt waren …
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#5   Matthew   15:41:07 | Freitag, 9. September 2005
Gebet benötigt
Als US-Amerikaner, der im Südosten der USA lebt, darf ich allen mitteilen, dass die Verheerung durch den Hurrikan entsetzlich gross ist. Auch die Infrastruktur der Erzdiözese New Orleans und mehrerer anderen Diözesen ist durcheinander. Was die Betroffenen im Moment nötig haben, ist Gebet. Es wäre ein grosser Trost zu wissen, dass unsere deutschen Glaubensbrüder mit uns im Gebet verbunden sind.
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#4   Romulus   15:23:14 | Freitag, 9. September 2005
@ Gotthard
Deine Meinung in Ehren, aber reiß mal dein Mundwerk nicht zu weit auf.
Erinnerst du dich nicht mehr an die Tsunami Katastrophe? Da war mehr als eine deutsche Diözese betroffen. Und was wurde in Berlin auf der Feiern nicht alles für ein Unfug verzapft.
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#3   Gotthard   12:33:14 | Freitag, 9. September 2005
Traute
Deine Kenntnisse der deutschen Bischöfe in allen Ehren … Gott sei Dank mußte in den vergangenen Jahrzehnten KEIN deutscher Bischof einen solchen Satz sagen wegen eines Ereignisses in seiner Diözese …
Erspar uns bitte solche schandvollen Äußerungen …
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#2   Romulus   10:52:33 | Freitag, 9. September 2005
Zweifel an Gottes Gegenwart
Das wichtigste sei nun, nicht an Gottes Gegenwart und Gnade zu zweifeln: „Ich bin fest davon überzeugt, daß Gott uns durch all das läutern wird.“
Diesen Satz würde sich bei uns kein Bischof trauen zu sagen. Außerdem wird bei uns an Gottes Gegenwart und Gnade gezweifelt, obwohl es dem Durchschnitts-Deutschen mehr als gut geht. Sieht man schon allein daran, dass die Mehrheit aller Deutschen zu fett ist.
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#1   Peccator   10:45:36 | Freitag, 9. September 2005
Unwetter in New Orleans
„Die Unwetter-Katastrophe, die New Orleans zerstört hat, hat auch die Kapelle der Priesterbruderschaft „Our Lady of Grace Church“ an der Kentucky Avenue überflutet.
Beten wir für alle Opfer des Sturmes und der Flut!
Parce, Domine, parce populo tuo! Schone, O Herr, schone Dein Volk!“ (aus: www.fsspx.info)
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