Roß und Reiter der 68-er Revolution
Wir stecken in Problemen, deren Ausmaß und Folgen sich die wenigsten bewußt sind. Zuhauf sind die Völker in die 68er-Falle getappt und winden sich nun in strangulierenden Schlingen. Eine Buchbesprechung von Christa Meves.
(kreuz.net/C.M.) Der Zürcher Historiker Daniel Regli hat eine beachtenswerte Neuerscheinung herausgebracht.
Er nimmt die Gefahren ins Visier, die von den immer noch dominant mächtigen Wirkungen der Kulturrevolution
vor vierzig Jahren ausgehen : Von der „68er-Falle“, wie er sein Opus betitelt.Regli verfolgt damit das Ziel, den Europäern noch rechtzeitig die Augen zu öffnen und ihnen „Fluchtwege aus dem Desaster der Neuen Linken“ – wie der Untertitel heißt – zu entwerfen.
Dieses Werk macht Schluß mit einem Versäumnis: Mit der Notwendigkeit, die Ursachen, die Entwicklung und die verheerenden Auswirkungen der Neuen Linken fachkompetent so zu analysieren, daß der geistigen Durchseuchung mit Klarsicht in die negativen Folgen und mit Entschiedenheit in der Abwehr des schleichenden Giftes begegnet werden kann.
Denn – so Regli – „eine Politik, der es primär um den funktionierenden Finanzfluß geht“, hat keine Chance, der Gefahr frontal, und das heißt durch einen Geistkampf mit einem realistischen, gedeihlichen Grundkonzept die Stirn zu bieten.
Es ist deshalb ein großes Verdienst des Autors, sich die Mühe gemacht zu haben, dem oberflächlichen Abdriften in unbekömmliche linke Positionen hinein entgegenzuwirken, indem er sich an die Aufarbeitung derjenigen geistigen Strömungen des 19. und 20. Jahrhunderts gemacht hat, die den Irrweg programmiert haben.
Nur so ist die Wirrnis dieser Utopie zu begreifen, die sich zu großen Teilen immer noch unerkannt – weil einhellig durch die Medien verbreitet – massenhaft in Europäerköpfen eingenistet hat.
Aufklärend konstatiert der Autor deshalb:
„Die 68er-Falle ist längst zugeschnappt. Seit Jahren werden die Früchte des vermeintlichen Fortschritts immer bitterer. Kollaboration bei jenen, die im Windschatten der Umwälzungen lediglich gutes Geld machen wollten, Feigheit und Egoismus hinderten viele politisch Verantwortliche daran, gegen die ‘Werte’ der Neuen Linken zu agitieren. Für die Moral der Gesellschaft wollten sie keine Verantwortung übernehmen.“
Schonungslos weist Regli nach, daß eine Gesellschaft, in der Kauf- Rauschgift- und Sexualsucht boomen, in der die Familie – als Programm! – immer mehr zur Auflösung gebracht worden ist, immer weniger lebensfähig wird.
„Wir leben keineswegs in einer Hochglanzgesellschaft“, schreibt er, „vielmehr stecken wir in Problemen, deren Ausmaß und Folgen sich die wenigsten bewußt sind. Zuhauf sind die Völker in die 68er-Falle getappt und winden sich nun in strangulierenden Schlingen.“
Im ersten Teil des Buches geht der promovierte Historiker der Frage nach, wie die Revolution gelingen konnte.
Roß und Reiter werden benannt, sowohl die Vorreiter von Plato, Rousseau und Marx vor allen anderen sowie von Freud und Reich, sowie Kinsey, Huxley und Leary in den USA bis zu den direkten Protagonisten: Sartre, Simone de Beauvoir und unter den weitere Philosophie anliefernden Professoren der Frankfurter Schule vor allem die Schriften von Herbert Marcuse.
Ausführlich wird die Ideologie der Neuen Linken dargelegt mit ihrem Traum von einer Rückkehr ins Paradies von Gerechtigkeit und Frieden durch Angleichung aller an alle.
Als wesentlich werden die Leitfiguren der Drogen- sowie der sexuellen Revolution in ihrer grenzenlosen Maßlosigkeit beschrieben.
„Fast alles ist den Sex-Fundis gelungen,“ stellt Regli als Bilanz einer ausführlichen Darstellung der „Befreiung zur Sexualität“ fest.
Und dann versucht er den vom militanten Feminismus verblendeten Frauen ein Licht aufzustecken:
„In kurzer Zeit schwappte die Welle des befreiten Bauches über die ganze westliche Zivilisation. Zurück ins Paradies – diesmal in femininer Spielart. Eine Frauengesellschaft ohne deformierte Männer. Bald wird das Klonen selbst den männlichen Samen überflüssig machen.“
Regli läßt es nicht aus, auch den Wahnsinn der Selbstvernichtung mit Millionen und Abermillionen hingeschlachteter Menschen zu beschreiben, die unter der Fahne vom Arbeiterparadies der Zukunft à la Marx von Diktatoren brutal ermordet wurden von Stalin bis Mao, diesem von der Studentenbewegung als Vorbild auf den Geist-Thron gehobenen Verbrecher.
Von größter Wichtigkeit ist es aber, daß der Autor die nur scheindemokratische Entwicklungsform in den westlichen Industrienationen ausführlich unter die Lupe nimmt. Er weiß, der „Marsch durch die Institutionen“ bedeutete nicht nur eine Vereinnahmung der Geisteswissenschaften auf den Universitäten, sondern vor allem die der elektronischen Medien.
Es ist deshalb auch mitten in unseren Demokratien schon ähnlich wie in einer Diktatur, die beim Fortgang dieser Entwicklungen heraufbeschworen wurden:
„Personen, die gegen den Zeitgeist aufstehen, stoßen auf aggressiven Widerstand. Sie ziehen Haß und Feindschaft auf sich, wenn sie ohne Rücksicht auf Verluste konstruktive Werte umsetzen: in ihren Familien,…bei Justiz und Kultur“ vor allem aber in den Medien.
Deshalb eben handelt es sich um eine Falle, der man nicht mit „einfachen Touren“ entrinnen kann.
Resümee:
„Falsche Informationen haben uns in die 68er-Falle gelockt. Seither zerstört Neomarx Individuen, Familien, Wirtschaft und Finanzen. Linksliberale Mehrheiten erließen Gesetze, die das Desaster zementierten und uns den Ausbruch aus der Falle verunmöglichen sollen.“
Nicht allein wegen der Präzision und Umfänglichkeit von Daten und Recherchen sollte dieses Buch zur Pflichtlektüre aller nachdenklichen und verantwortungsbewußten Menschen der jungen Generation werden. Sie müssen sich wehren, weil sie sonst an eine unaufhaltbare negativen Entwicklung ausgeliefert werden. Denn vom Point of no Return sind wir in Europa nicht mehr all zu weit entfernt.
So sehr hier das viele persönliche Unglück, das Sterben der Wirtschaft auch an den Mißbräuchen des Sozialstaates und der Genozid auf den Punkt gebracht werden, so wenig läßt sich Regli als Kulturpessimist einordnen.
Er setzt auf einen Bestand an durchsetzungsfähiger seelischer Gesundheit und nüchterner Vernunft der Bevölkerung, speziell seiner Schweizer Landsleute. Deshalb macht er im letzten Teil seines Buches plausible Vorschläge für eine Reformbewegung mit einer totalen Umstrukturierung der Fehlbahnungen.
Hier bringt er natürlich den Wert einer intakten Familie ins Spiel sowie die Absage an einen hochmütigen Atheismus zugunsten der Bereitschaft, sich auch als moderner Mensch der Schöpfungsordnung einzufügen.
Daß die Zukunft Europas, wenn es sie geben soll, auf dem Boden eines gelebten Christentums im Alltag fußen muß, scheint durch jede Zeile dieses beachtenswerten Werkes hindurch.
Christa Meves (*4. März 1925) ist eine sehr bekannte deutsche Kinder- und Jugendpsychotherapeutin und Schriftstellerin. Sie studierte Geographie, Germanistik, Philosophie und Psychologie. Frau Meves hat mehr als 100 Bücher verfaßt. Sie sind in 13 Sprachen erschienen.
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• Ein Muß
Sonntag, 4. Dezember 2005 19:05
henning †: Von der Redaktion entfernt
Dienstag, 13. September 2005 11:06
Ignatius: Fruchtbar ist der Schoss noch, aus dem der Marxismus kroch
@Hansi: deine Beschönigung des Neo-Marxismus der Frankfurter Schule wird nur noch übertroffen von der
hinterfotzigen Bemerkung: Und ach mit den Jesuszitaten von Karl Marx könnte man ein ganzes Buch füllen.
Schäm dich! Ist dir bekannt, dass Satan die Bibel besser zitierten kann als jeder Mensch? Dass Marx der natürliche Todfeind Christi und daher der katholischen Kirche war und noch ist durch seine totalitären Nachfolger. Haste unsere pre-V2-Päpste alle vergessen? Die Philosophie von Marx ist die tragende Grundlage der rotgrünen Ideologie, die Deutschland und weite Teile Europas heute stärker im Würgegriff hat denn je zuvor. Ohne die Frankfurter unmöglich. Nächsten Sonntag zeigt sich, ob Satan Deutschland weiterregieren wird – durch rot-rot-grün noch stärker als zuvor.
Der Neo-Marxismus der Frankfurter Schule ist eine materialistische und atheistische Philosophie und damit zugleich Verneinung jeden christlich-abendländischen Denkens. Gott wird durch die Gesellschaft ersetzt. Der „göttlichen“ Oberherrschaft des Staates über jeden Einzelnen aber steht eines im Wege: die Familie und das natürliche Elternrecht auf die Erziehung ihrer Kinder. Deswegen sagt Marx in seinem Schinken „Das Kapital“ (IV. Abschnitt): die Auflösung (sic!) des alten Familienwesens (ist) die neue ökonomische Grundlage für eine höhere Form der Familie (sic!) und des Verhältnisses beider Geschlechter. Weiter: es sei albern, die „christlich-germanische“ Form der Familie für absolut zu halten.
Schäm dich! Ist dir bekannt, dass Satan die Bibel besser zitierten kann als jeder Mensch? Dass Marx der natürliche Todfeind Christi und daher der katholischen Kirche war und noch ist durch seine totalitären Nachfolger. Haste unsere pre-V2-Päpste alle vergessen? Die Philosophie von Marx ist die tragende Grundlage der rotgrünen Ideologie, die Deutschland und weite Teile Europas heute stärker im Würgegriff hat denn je zuvor. Ohne die Frankfurter unmöglich. Nächsten Sonntag zeigt sich, ob Satan Deutschland weiterregieren wird – durch rot-rot-grün noch stärker als zuvor.
Der Neo-Marxismus der Frankfurter Schule ist eine materialistische und atheistische Philosophie und damit zugleich Verneinung jeden christlich-abendländischen Denkens. Gott wird durch die Gesellschaft ersetzt. Der „göttlichen“ Oberherrschaft des Staates über jeden Einzelnen aber steht eines im Wege: die Familie und das natürliche Elternrecht auf die Erziehung ihrer Kinder. Deswegen sagt Marx in seinem Schinken „Das Kapital“ (IV. Abschnitt): die Auflösung (sic!) des alten Familienwesens (ist) die neue ökonomische Grundlage für eine höhere Form der Familie (sic!) und des Verhältnisses beider Geschlechter. Weiter: es sei albern, die „christlich-germanische“ Form der Familie für absolut zu halten.
Dienstag, 13. September 2005 09:03
miles immaculatae: Rundumschlag
Die Frankfurter Schule (also Habermas, Adorno, Horkheimer, Ludwig Marcuse) als schlicht atheistisch abzutun
ist mit Sicherheit falsch. Horkheimer hat in jungen Jahren geschrieben, daß die Beichte des Ketzers auf
dem Totenbett nicht seine atheistischen Ansichten widerlegt. Älter geworden hat er ein einzigartiges
und lesenswertes Buch über die Sehnsucht nach dem ganz Anderen, die Sehnsucht nach Gott geschrieben.
Das Adorno vom jüdischen Glauben abgefallen sei, hat noch niemand behauptet. Habermas hat sich selbst
allenfalls als religiös unmusikalisch beschrieben, niemals aber den christlichen Glauben auch nur kritisiert.
Der Dialog von Ratzinger und Habermas – den es in Buchform gibt -ist vielmehr von großem, wechselseitigem
Respekt gekennzeichnet. Schon immer waren die hellsichtigeren marxistischen Philosphen – Bloch zumal –
profunde Kenner der christlichen Theologie. Und ach mit den Jesuszitaten von Karl Marx könnte man ein
ganzes Buch füllen.Das Elend der Kritischen Theorie ist nicht ihr angeblich platter Atheismus, sondern
die humanistische Verdünnung der frohen Botschaft Jesu.
Ein Horkheimer ist dieser Wassersuppe schlußendlich überdrüssig geworden. Mal sehen, was uns Habermas auf dem Totenbett erzählt.
Ein Horkheimer ist dieser Wassersuppe schlußendlich überdrüssig geworden. Mal sehen, was uns Habermas auf dem Totenbett erzählt.
Dienstag, 13. September 2005 05:41
MilesChristi: @ Methu
Langsam mit deiner Aufforderung zur Beichte… Bonifatius meint wohl die „Frankfurter Schule“, also eine Tendenz in der Philosophie, von Adorno, Horkheimer u.dgl. vertreten, und eher weniger die St. Georgen Hochschule der Jesuiten ( über deren Orthodoxie sich auch streiten läßt).
Dienstag, 13. September 2005 01:14
methusalix †: @bonifatius
Wen meinen Sie als „Frankfurter-Marx-Schule“? Dort gibt es gar keine Karl-Marx-Schule, da sind sie auf dem Holzweg! Oder versteigen Sie sich etwa dazu die Hochschule St. Georgen als marxistisch zu bezeichnen? Dann sollten sie schnellstens einen Beichtstuhl heimsuchen und Ihre Entgleisung bereuen.
Montag, 12. September 2005 23:59
bonifatius: Ja,ja – die 68iger!
Verständlich, daß die 68-iger Anhänger bei dieser Buchbeschreibung sofort rülpsen und die Haare aufstellen. – Sind doch die Gründer und Betreiber der Frankfurter Marx-Schule alle vom jüdischen Glauben abgefallene Atheisten gewesen. Und diese wollten die Jugend zu einem wert(e)losenunchristlichen Leben umerziehen.
Montag, 12. September 2005 13:26
Stimme aus dem Tradiland: Roß und Reiter
Die Redewendung ist so zu verstehen: Nennt jemand Ross und Reiter, so benennt er eindeutig Fakten und
Personen.
D.h., die „Rösser“ in diesem Zusammenhang sind also die Fakten (im ggst. Zusammenhang wären dies wohl die Entwicklung aufgrund und die Folgen der 68er-Bewegung), während die Reiter die handelnden Personen (hier die 68er und ihre geistigen Vorläufer) sind (@ Pelagius).
D.h., die „Rösser“ in diesem Zusammenhang sind also die Fakten (im ggst. Zusammenhang wären dies wohl die Entwicklung aufgrund und die Folgen der 68er-Bewegung), während die Reiter die handelnden Personen (hier die 68er und ihre geistigen Vorläufer) sind (@ Pelagius).
Montag, 12. September 2005 12:20
Pelagius: Stilistisches
Roß und Reiter werden benannt, sowohl die Vorreiter von Plato, Rousseau und Marx vor allen anderen sowie
von Freud und Reich, sowie Kinsey, Huxley und Leary in den USA bis zu den direkten Protagonisten: Sartre,
Simone de Beauvoir und unter den weitere Philosophie anliefernden Professoren der Frankfurter Schule vor
allem die Schriften von Herbert Marcuse.
Bitte? Geht es um die Vorreiter Platons, oder ist er selbst einer? Und wo schon von den Reitern die Rede ist: Wo sind dann die Rösser (Wortspiel mit „Rousseau“)?
Regli läßt es nicht aus, auch den Wahnsinn der Selbstvernichtung mit Millionen und Abermillionen hingeschlachteter Menschen zu beschreiben, die unter der Fahne vom Arbeiterparadies der Zukunft à la Marx von Diktatoren brutal ermordet wurden von Stalin bis Mao, diesem von der Studentenbewegung als Vorbild auf den Geist-Thron gehobenen Verbrecher.
Bizarre Formulierungen; Aneinanderreihungen, deren Bezüge nicht gerade klar sind und einleuchten…
Deshalb eben handelt es sich um eine Falle, der man nicht mit „einfachen Touren“ entrinnen kann.
Einer Falle „mit Touren“ (und wären sie auch noch so einfach) entrinnen?
Es ist deshalb auch mitten in unseren Demokratien schon ähnlich wie in einer Diktatur, die beim Fortgang dieser Entwicklungen heraufbeschworen wurden:
Wer bitte wurde da heraufbeschworen? Doch nicht etwa die Demokratien, oder?
Bitte? Geht es um die Vorreiter Platons, oder ist er selbst einer? Und wo schon von den Reitern die Rede ist: Wo sind dann die Rösser (Wortspiel mit „Rousseau“)?
Regli läßt es nicht aus, auch den Wahnsinn der Selbstvernichtung mit Millionen und Abermillionen hingeschlachteter Menschen zu beschreiben, die unter der Fahne vom Arbeiterparadies der Zukunft à la Marx von Diktatoren brutal ermordet wurden von Stalin bis Mao, diesem von der Studentenbewegung als Vorbild auf den Geist-Thron gehobenen Verbrecher.
Bizarre Formulierungen; Aneinanderreihungen, deren Bezüge nicht gerade klar sind und einleuchten…
Deshalb eben handelt es sich um eine Falle, der man nicht mit „einfachen Touren“ entrinnen kann.
Einer Falle „mit Touren“ (und wären sie auch noch so einfach) entrinnen?
Es ist deshalb auch mitten in unseren Demokratien schon ähnlich wie in einer Diktatur, die beim Fortgang dieser Entwicklungen heraufbeschworen wurden:
Wer bitte wurde da heraufbeschworen? Doch nicht etwa die Demokratien, oder?
Montag, 12. September 2005 09:44
miles immaculatae: Erich Fromm als Konsumist?
Das Erich Fromm -dessen religionsphilosphische Excurse eher von minderer Qualität waren – nun als „Vater“ der „68er“ eingenordet wird, finde ich eher peinlich. Der Autor von „Haben oder Sein“ als geistiger Vater der „hedonistischen Linken“?. Da kann doch was nicht stimmen. Wenn Fromm in seinem Werk über die Seele des Menschen den Antogonismus zwischen Biophilie (Liebe zum Lebendigen) und Nekrophilie (der Liebe zum Toten) herausarbeitet, verfolgt er ein durchaus katholisches Programm. Als Herbert Gruhl in der Anfangsphase der ökologischen Bewegung Erich Fromms „Haben oder Sein“ als Pflichtlektüre empfahl wurde er zur Zielscheibe der linkshedonistischen Kritik, Dies war der Anfang vom Ende des eigentlich urkonservativen „grünen Projekts“. Johannes Paul der II hat doch für eine Kultur des Lebens gekämpft. Erich Fromm häte der säkulare Partner dieses Kampfes sein können. (Erich Fromms religionskritische Werke sind meist Frühschriften. die von der religionskritischen Tradition der marxistischen Linken geprägt sind. Aber wissenschaftlichen Unfug wie die angebliche Geschichte des Christusdogmas (wonach die frühen Christen Arianer gewesen sein sollen) haben auch schon wohmeinende liberale Theologen verzapft, als da wäre der allseits verehrte Herr Küng, den man heute noch auf Katholikentage einlädt und bejubelt)
Montag, 12. September 2005 09:16
Yersinia: „Mythos 68er“ – anders kann man das nicht nennen
jedenfalls kann man diese „Bewegung junger Männer aus dem damaligen Bildungsbürgertum“ am besten im Zusammenhang mit der vorhergehenden Nazizeit und dem Abstreifen, aber auch dem Verdrängen dieser Zeit verstehen – gerade die damalige Fixierung auf Sexualität wird heute von manchen Sozialpsychologen als eine solche Verdrägnung gedeutet; aber wieviel „die 68er“ heute noch wirken sollen und wieviel nicht eher die – logische – Entwicklung der Moderne ist, wird in diesem Buch wohl kaum beantwortet; sehr viel ausschlaggebender ist wohl eher die Entwicklung der Wirtschaft bzw des Kapitalmarktes, die alles dominierende Eigengesetzlichkeit dieses Teils der gesellschaftlichen Funktionen, wirklich dominierend sind auch die Bedingungen der heutigen Arbeitswelt – und genau diese Entwicklung wurde auch sehr stark von christlich-konservativen Politikern gefördert! (Könnte es sein, dass christlich-konservative Ideologen von diesen Dingen nichts wissen oder diese Seite auch bewußt verschleiern?); „Reaganomics“ und „Thatcherism“ der 80er Jahre bestimmen heute weit mehr unser Arbeitsleben, unsere Wertausrichtungen als irgendwelche „68er-Ideale“ – zB Werbung in Schulen hätte die damalige „Hippy-Kultur“ niemals vertreten. – Das in den 60er/70er-Jahren zugleich viel Gutes und Neues in Kultur, Wissenschaft und Kunst entstand, sei hier nur angedeutet.
Sonntag, 11. September 2005 23:42
methusalix †: Da wird ja ein Haufen Schuldiger dingfest gemacht,
umso dankbarer bin ich als gläubiger Katholik, dass die in der Welt berühmtesten deutschen Namen, neben
Adolf dem Braunen, Gott sei’s geklagt! die von Martin Luther und Karl Marx sind. Die haben den Massstab
der Menschlichkeit auch und vor allem an die herrschenden Machtverhältnisse gelegt.
Unser Kirchenbeamten machen sich ja seit Jahrhunderten mit den Mächtigen (=Reichen =Kapitaleignern) gemein und müssen immer wieder zur Ordnung gerufen werden, so wie Jesus dies mit den Händlern im Tempel getan hat.
Oswald von Nell-Breuning hat das als einsamer Rufer in der Wüste getan und sein Nachfolger Hengsbach tut dies weiterhin.
Dass gerade in der Schweiz, die ja eine Bastion des Mammons ist, eine Umkehr erfolgen könnte, halte ich für katholisches Wunschdenken.
Unser Kirchenbeamten machen sich ja seit Jahrhunderten mit den Mächtigen (=Reichen =Kapitaleignern) gemein und müssen immer wieder zur Ordnung gerufen werden, so wie Jesus dies mit den Händlern im Tempel getan hat.
Oswald von Nell-Breuning hat das als einsamer Rufer in der Wüste getan und sein Nachfolger Hengsbach tut dies weiterhin.
Dass gerade in der Schweiz, die ja eine Bastion des Mammons ist, eine Umkehr erfolgen könnte, halte ich für katholisches Wunschdenken.
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