Ein Büchlein über das Leben von Pater Marcial Maciel, dem Gründer der Legion Christi, stammt von Pater J. Alberto Villasan, einem Priester der Legion. Es zeichnet ‘Nuestro Padre’ als einen wahrhaften Helden der berühmten Cristero Revolte in Mexiko. Von Michael Rose, Web-Herausgeber der ‘New Oxford Revue’.
(kreuz.net) Als Jugendlicher soll Pater Maciel zum Beispiel die Mengen während eines Fast-Aufstandes
beruhigt, verwundete aufständische Cristeros gepflegt, einen Anti-Regierungs-Protest geleitet haben und
auf wundersame Weise den Kugeln eines kommunistischen Mörders entkommen sein, während er als frommer
Seminarist auf Zeitungen statt auf Matrazen schlief und Handtücher statt Bettlaken benützte.
(Dagegen
wurde Pater Maciel – zumindestens in den letzten zehn Jahren – in einem Mercedes herumgefahren. Er zahlte
7.000 Euro, um mit dem Überschallflugzeug Concorde den Atlantik zu überqueren, und mietete Helikopter,
um einige seiner Treffen in Mexiko, Kolumbien und in den USA nicht zu verpassen).
Jene, die ihn in den
Anfangstagen gekannt haben – unter ihnen Pater Rogelio Orozco – ein Mitglied der ursprünglichen Gruppe
von Knaben, welche die Legion im Jahre 1941 begannen –, zeichnen das Bild eines selbstverliebten, verwöhnten
Mannes mit femininen Zügen, der aus einem Seminar nach dem anderen herausflog und vor dem seine Lehrer
buchstäblich zurückschreckten.
Die Journalisten Berry und Renner vertreten die Auffassung, daß Pater
Maciel nach außen seine eigene Persönlichkeit geschaffen hat:
„eine heroische, heiligmäßige Maske,
um seine weltlichen Neigungen zu verstecken und von den Reichen Geld zu ergattern, während er Sex mit
Jungen im Schrank versteckte.“
Die Legion antwortet, daß Rauswurf um Rauswurf – in einem Priesterseminar
gab man ihm nur eine halbe Stunde, um das Haus zu verlassen – von „Mißverständnissen“ verursacht wurden.
Eine Spitzenleistung vollbringen Berry und Renner, wenn sie die Serie von angeblichen Fabrikationen aufdecken,
die in der Autobiographie von Maciel vorgetragen werden.
Die beiden Journalisten haben sorgfältig gearbeitet,
die Quellen erforscht und oft Dinge gefunden, die sich nicht reimen: Quellen, die nicht existieren, Beweise,
die nichts Anderes sind als mündliche Berichte, die ‘Nuestro Padre’ an irgendwelche Legions-Chronisten
weitergegeben hat.
Manchmal sind die Autoren sogar in der Lage, Falschaussagen in Pater Maciels eigener
Heiligenlegende zu finden, besonders dann, wenn genaue Daten angegeben werden.
Pater Maciel erzählt
zum Beispiel, daß er sich im Juni 1946 an vatikanischen Türhütern vorbeischlich, um Zugang zu Papst
Pius XII. zu bekommen.
Nach Aussage eines seiner hagiographischen Büchlein wartete ‘Nuestro Padre’,
während der damalige Papst gerade „eine feierliche Seligsprechungsmesse zelebrierte“.
Als die Zeremonie
zuende war, gelangte Maciel in die Gruppe, die der Papst begrüßte, und sagte angeblich zu Pius XII.:
„Heiliger Vater, ich bin ein mexikanischer Priester. Ich habe ihnen etwas Wichtiges zu sagen, aber ich
habe niemanden, der mich empfehlen könnte.“
Erstens besaß Maciel zwei Onkel, die Bischöfe waren.
Zweitens entdeckten Berry und Renner, daß Pius XII. im Juni des Jahres 1946 niemanden seliggesprochen
hat.
Maciels Übertreibungen beschränkten sich, wie es scheint, nicht auf seine Autobiographie.
Federico
Dominguez ist ein ehemaliger Legionär und Sekretär von Pater Maciel. Er gehört nicht in die Gruppe
seiner neun Ankläger. Ihm diktierte der Gründer während vieler Jahre seine Briefe.
Dominguez erzählt,
daß es Pater Maciel auch liebte, in seinem Briefverkehr mit reichen Mexikanern zu übertreiben:
„Er
sagte, daß wir dreihundert Studenten hätten, aber wir hatten nur hundert… Da begann ich meine Zweifel
über ihn zu hegen.“
Doch Übertreibungen, Erfindungen und Lügen waren nach Dominguez nicht die einzigen
Probleme von Pater Maciel.
Eines Abends sei er zum Schlafzimmer von Pater Maciel gegangen und habe ihn
dort ohne Licht im Bett mit einem Jüngling – Juan Vaca – angetroffen.
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keine Geldverschwendung Ich kenne die Legionäre gut und weiß, dass sie für die oben genannten Mercedes,
Helikopter und Flüge kein Geld ausgeben. Sie haben viele ihnen wohlgesonnene Sponsoren und Freunde.
Traurig wenn wahr. In Mexiko heißen die „Legionäre Christi“ wegen ihrer Zuneigung zu reichen Familien
auch „Millionäre Christi“. Ob der Papst aus dem kommunistischen Osten getäuscht worden ist?