09:51:05 | Montag, 12. September 2005
In Österreich wird gegenwärtig ein Werbespot ausgestrahlt, der eine höchst skurrile Szene darstellt. Ein junges Paar sitzt in einem Auto. Plötzlich schockiert der Herr seine Begleiterin mit einer überraschenden Erklärung. Bilder.
(kreuz.net) Der Werbespot stammt von der ‘Lebensbewegung’. Es handelt sich um eine in Wien beheimatete
Organisation, die um das Lebensrecht von ungeborenen Kindern kämpft.
Sie war früher unter dem Namen
‘Geborene für Ungeborene’ bekannt.
Der halbminütiger Werbespot wurde zwischen dem 1. und 5. September
kurz vor 19.00 Uhr im ‘Österreichischen Rundfunk’ ausgestrahlt.
In den nächsten sechs Wochen sind weitere
Schaltungen auf ‘PRO7 Austria’, ‘SAT 1 Österreich’, ‘Kabel 1 Austria’, sowie ‘Plus TV’ und ‘ATV plus’
geplant.
Der Werbefilm zeigt ein junges Paar im Auto.
„Ich bin schwanger“, erklärt der dunkelhaarige
Freund seiner überraschten blonden Verlobten.
„Mach was du willst, aber rechne nicht mit mir“, antwortet
sie.
Der Spot endet mit dem eingeblendeten Schriftzug: „Baby, wir schaffen das.“
Durch den Austausch
der Geschlechterrollen präge sich die Szene ein, erklärt die ‘Lebensbewegung’ ihren Werbefilm in einer
Stellungnahme:
„Wer diesen Spot gesehen hat – eventuell zusammen mit seiner Partnerin – wird sich schwer
tun, sich ähnlich brutal vor der Verantwortung zu drücken.“
Das Projekt wurde auch durch staatliche
Mittel gefördert. Unter anderen unterstützten das österreichische Ministerium für Gesundheit und Frauen
oder das Niederösterreichische Familienreferat das Projekt der ‘Lebensbewegung’.
In einem Leserbeitrag
der kinderfeindlichen Online-Nachrichten ‘dieStandard’ weist ein Leser Vorwürfe von Abtreibungsbefürwortern
und Kinderfeinden gegen den Film zurück:
„Aber würde der Spot eher gut geheißen werden, wenn er nicht
von diesem Verein gedreht worden wäre? Wenn man etwas verurteilt, nur weil es von jemandem kommt, den
man verdammenswert findet, dann ist man nicht objektiv genug. Auf jeden Fall wird es höchste Zeit bei
der Prävention gegen unerwünschte Schwangerschaften auch bei den Männern anzusetzen, sie tragen Mitverantwortung.“
Die Geschäftsführerin der Lebensschützer, Sonja Horswell, erklärt im Gespräch mit ‘dieStandard’,
daß ihr Engagement eine „Kultur des Lebens“ etablieren solle. Man verurteile keine Frauen, die abgetrieben
hätten:
„Unsere Einrichtung fängt jene Frauen auf, die nicht wissen, ob sie abtreiben sollen. Wir suchen
mit ihnen gemeinsam einen Weg, um eine Abtreibung zu vermeiden.“
Ihr Verein lehne es ab, Mütter „unter
Druck zu setzen“ oder „auf der Straße zu belästigen“.
Frau Horswell distanzierte sich ausdrücklich
von der Lebensrechtsbewegung ‘Human Life International: Ja zum Leben’ – kurz: HLI.
HLI ist eine international
arbeitende Lebensrechtsbewegung, die versucht Müttern noch vor einem Kinderschlachthof die Abtreibung
zu ersparen.
Sie wurde vom US-amerikanischen Priester Phillip Reilly gegründet. In Österreich ist sie
die größte Vereinigung im Kampf gegen die Kinderabtreibung und blickt auf mehrere Tausend gerettete
Kinder zurück.
Der Werbespot kann auf der
Homepage der ‘Lebensbewegung’ angesehen werden.
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#3
Midshipman Casey 14:46:12 | Dienstag, 13. September 2005
#1
bonifatius 16:07:11 | Montag, 12. September 2005