Kinderschlachtung
Eine Blondine und ein Dunkelhaariger
In Österreich wird gegenwärtig ein Werbespot ausgestrahlt, der eine höchst skurrile Szene darstellt. Ein junges Paar sitzt in einem Auto. Plötzlich schockiert der Herr seine Begleiterin mit einer überraschenden Erklärung. Bilder.
(kreuz.net) Der Werbespot stammt von der ‘Lebensbewegung’. Es handelt sich um eine in Wien beheimatete Organisation, die um das Lebensrecht von ungeborenen Kindern kämpft.

Sie war früher unter dem Namen ‘Geborene für Ungeborene’ bekannt.

Der halbminütiger Werbespot wurde zwischen dem 1. und 5. September kurz vor 19.00 Uhr im ‘Österreichischen Rundfunk’ ausgestrahlt.

In den nächsten sechs Wochen sind weitere Schaltungen auf ‘PRO7 Austria’, ‘SAT 1 Österreich’, ‘Kabel 1 Austria’, sowie ‘Plus TV’ und ‘ATV plus’ geplant.

Der Werbefilm zeigt ein junges Paar im Auto.

„Ich bin schwanger“, erklärt der dunkelhaarige Freund seiner überraschten blonden Verlobten.

„Mach was du willst, aber rechne nicht mit mir“, antwortet sie.

Der Spot endet mit dem eingeblendeten Schriftzug: „Baby, wir schaffen das.“

Durch den Austausch der Geschlechterrollen präge sich die Szene ein, erklärt die ‘Lebensbewegung’ ihren Werbefilm in einer Stellungnahme:

„Wer diesen Spot gesehen hat – eventuell zusammen mit seiner Partnerin – wird sich schwer tun, sich ähnlich brutal vor der Verantwortung zu drücken.“

Das Projekt wurde auch durch staatliche Mittel gefördert. Unter anderen unterstützten das österreichische Ministerium für Gesundheit und Frauen oder das Niederösterreichische Familienreferat das Projekt der ‘Lebensbewegung’.

In einem Leserbeitrag der kinderfeindlichen Online-Nachrichten ‘dieStandard’ weist ein Leser Vorwürfe von Abtreibungsbefürwortern und Kinderfeinden gegen den Film zurück:

„Aber würde der Spot eher gut geheißen werden, wenn er nicht von diesem Verein gedreht worden wäre? Wenn man etwas verurteilt, nur weil es von jemandem kommt, den man verdammenswert findet, dann ist man nicht objektiv genug. Auf jeden Fall wird es höchste Zeit bei der Prävention gegen unerwünschte Schwangerschaften auch bei den Männern anzusetzen, sie tragen Mitverantwortung.“

Die Geschäftsführerin der Lebensschützer, Sonja Horswell, erklärt im Gespräch mit ‘dieStandard’, daß ihr Engagement eine „Kultur des Lebens“ etablieren solle. Man verurteile keine Frauen, die abgetrieben hätten:

„Unsere Einrichtung fängt jene Frauen auf, die nicht wissen, ob sie abtreiben sollen. Wir suchen mit ihnen gemeinsam einen Weg, um eine Abtreibung zu vermeiden.“

Ihr Verein lehne es ab, Mütter „unter Druck zu setzen“ oder „auf der Straße zu belästigen“.

Frau Horswell distanzierte sich ausdrücklich von der Lebensrechtsbewegung ‘Human Life International: Ja zum Leben’ – kurz: HLI.

HLI ist eine international arbeitende Lebensrechtsbewegung, die versucht Müttern noch vor einem Kinderschlachthof die Abtreibung zu ersparen.

Sie wurde vom US-amerikanischen Priester Phillip Reilly gegründet. In Österreich ist sie die größte Vereinigung im Kampf gegen die Kinderabtreibung und blickt auf mehrere Tausend gerettete Kinder zurück.

Der Werbespot kann auf der Homepage der ‘Lebensbewegung’ angesehen werden.
      
4 Lesermeinungen
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#4   Mag. Gernot Steier   21:02:41 | Mittwoch, 14. September 2005
Lieber Leichtmatrose!
Ich weiß nicht, wann die Seife erfunden wurde und wieviele Seifenfabriken es gibt, aber von der Zahl der schmutzigen Menschen auf die Qualität der Seife zu schließen, erscheint mir etwas gewagt.
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#3   Midshipman Casey   14:46:12 | Dienstag, 13. September 2005
Naja …
… gerade „kämpfen“, wie im Artikel geschrieben wird, tut die Lebensbewegung nicht.
Sie macht halt ein bißchen Abtreibungsbegleitberatung und wird dafür von jenen öffentlichen Stellen gefördert, die gleichzeitig auch die Abtreibung fördern (z.B. NÖ Landesregierung –> Abtreibung in den öffentlichen Krankenhäusern Neunkirchen, Wr. Neustadt, Gmünd u. St. Pölten) und sich mit Spenden an Vereine wie die Lebensbewegung oder die Aktion Leben rhetorisch gegenüber gläubigen Katholiken absichern. Man bedauert ja so sehr und tut doch eh was für Frauen in Konfliktsituationen …
Vielleicht sollte man und sollten sich die Lebensbewegung und die Aktion Leben mal am Erfolg ihrer Tätigkeit messen: In Österreich gibt es zwischen 30.000 und 80.000 Abtreibungen jährlich.
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#2   Mag. Gernot Steier   17:36:14 | Montag, 12. September 2005
Distanzierung
In „dieStandard“ dürfte jemand „abgrenzen“ mit „distanzieren“ verwechselt haben. Sonja Horswell hat sich sicher nicht negativ über HLI geäußert.
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#1   bonifatius   16:07:11 | Montag, 12. September 2005
Morden
Alles, was das Morden von Kindern im Mutterleib verhindert, ist gut – solange kein fauler Kompromiss die Abtreibung gesetzlich toleriert ( Fristenlösung etc ).
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