Legionäre Christi
Kritiken aus der katholischen Ecke
Kapitel um Kapitel ist das Buch ‘Schweigegelübde’ mit Horrorgeschichten von ehemaligen Legionspriestern, Seminaristen und Mitgliedern von Regnum Christi gefüllt. Von Michael Rose, Web-Herausgeber der ‘New Oxford Revue’.
(kreuz.net) Das Buch von Jason Berry und Gerald Renner über die Legion Christi ist gepackt mit Vorwürfen von Gehirnwäsche, Manipulation, päderastischen Verführungsritualen, Rufmorden, Bestechungsgeldern, Drogenmißbrauch, gulagähnlichen Drohungen etc.

Ein interessanter Aspekt der Darlegungen besteht auch darin, daß die Autoren zwar liberal sind. Dennoch handelt es sich bei einer großen Anzahl ihrer Quellen um Personen, die sich selber als rechtgläubige Katholiken bezeichnen.

Die Legion kultiviert gezielt konservative Katholiken. Dabei verwendet sie die Fassade eines frommen Traditionalismus, um diese Katholiken zu umgarnen.

Darum überrascht es nicht, daß die harschesten Kritiken an der Legion nicht aus der liberalen Ecke stammen, sondern von Leuten kommen, die in ihrer kirchlichen Haltung stramme Konservative sind.

Es handelt sich gewöhnlich um familienorientierte, gläubige Katholiken, die auf das Hirtenamt des Papstes blicken und die Lehren der katholischen Kirche ohne Einschränkungen annehmen und nicht selten täglich zur Messe gehen.

Nicht die angebliche Treue der Legion zum Papst ärgert diese Leute, sondern die Manipulationen der Legion, die dazu dienen, um konservativen Katholiken das Geld aus der Tasche zu ziehen und sie in die Bewegung hineinzulocken.

Diese Leute stört, daß die Legion die Rechtgläubigkeit benützt, um gläubige Katholiken zu manipulieren, ein Imperium aufzubauen und – wie sich ein Bischof ausdrückte – eine „parallele Kirche“ zu schaffen.

Das gut dokumentierte und sauber nachgeforschte Material, das im Buch ‘Schweigegelübde’ präsentiert wird, sowie meine eigenen Studien während der letzten fünf Jahre, welche mit den Fakten im Buch übereinstimmen, bestätigen, daß die Legion Familien auseinandergerissen, Schulen zerstört und vielen rechtgläubigen Katholiken das Fell über die Ohren gezogen hat.

Das ist auch ein Grund, warum der Orden und seine Laienmitglieder aus einigen Diözesen verbannt wurde und an vielen katholischen Hochschulen unwillkommen ist, auch in einigen angesehenen konservativen katholischen Universitäten der USA (allerdings nur – wie ich höre – in einer ungeschriebenen Weise, damit die Lehranstalten keine großen Spender verlieren).

Eines der Hauptprobleme besteht darin, daß neokonservative katholische Publikationsorgane ein rigoroses Medien Blackout beachten und die Probleme, die von der Legion Christ, dem Regnum Christi und Nuestro Padre dargestellt werden, ignorieren.

Das wäre eine eigene Geschichte.

Die Tentakeln der Legion reichen weit. Darum haben viele stramme konservative Katholiken, die von der Legion oder vom Regnum Christi gebrannt wurden, Angst, die Dinge beim Namen zu nennen. Sie fürchten, Opfer von Vergeltungsaktionen zu werden.

Zum Glück haben viele Zeugen mit Jason Berry und Gerald Renner gesprochen.

Mein Rat ist: Lesen sie das Buch ‘Schweigegelübde’ und entscheiden sie selber.
Der Artikel ist Teil der folgenden Reihe:
1. Warum orthodoxe Katholiken über die Legionäre Christi verärgert sind 2. Die Ankläger der Legion Christi 3. Abgesagte Auftritte 4. ‘Christus ist mein Leben’ 5. Heiligenlegenden
6. Kritiken aus der katholischen Ecke
      
11 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#11   Evelin   10:57:04 | Dienstag, 13. September 2005
Mir wäre es ja auch lieber,
wenn es nur eine „Schmierenkampagne“ wäre.
Aber leider dürften die Vorwürfe wahr sein.
Nur weil jemand „konservativ-katholisch“ predigt, heißt es noch lange nicht, dass er auch so handelt.
Wort und Tat müssen doch deckungsgleich sein.
Redaktion benachrichtigen
#10   Catholicus   09:46:38 | Dienstag, 13. September 2005
@Miles Christi
Gegen den Gründer der Ordensgemeinschaft „Legionäre Christi“, P. Marcial Maciel, läuft „weder ein kanonischer Prozess noch ist ein solcher in Aussicht genommen“. Dies teilten die „Legionäre Christi“ am 22.05.2005 unter Berufung auf den Vatikan mit; der stellvertretende Pressesprecher des Heiligen Stuhls, P. Ciro Benedettini, bestätigte die Angaben der „Legionäre“ im Gespräch mit amerikanischen Medienvertretern.
Redaktion benachrichtigen
#9   MilesChristi   05:39:51 | Dienstag, 13. September 2005
@ Augustinus
Das Verfahren wird, entgegen der nicht-aktualisierten bzw. nicht korrigierten Bericht von kath.net, DOCH weitergeführt. Die Information, daß dies nicht der Fall sein soll, kam NICHT aus den zuständigen römischen Organen. Andere katholischen Nachrichtendienste haben dies bestätigt – da hilft etwas googeln. Ich denke daß es einen Artikel (auf Englisch und Italienisch) bei www.chiesa.it diesbezüglich gab; ansonsten googeln.
Deine Kritik bzw. dein Urteil bezüglich der New Oxford Review ist völlig deplatziert, lieber Augustinus. Wenn für dich jegliche Kritik an die Mißstände in der Kirche (vor allem ja im angelsächsischen Raum) schon Anzeichen für „Wir sind Kirche“-Tendenzen sind … dann hängst du einem Jubel-Katholizismus an, der mit dem katholischen Glauben wenig zu tun hat. Die NOR spricht halt über Inhalte, die den neo-konservativen Katholiken (diejenigen, die Papst JP II als „Johannes Paul den Großen“ bezeichnen) etwas unangenehm sind – die aber traurige Realität sind; viele dieser Inhalte sind wirklich unappetitlich (zB die Berichte über die Fälle von Kinder- und Jugendlichenmißbrauch in den USA mit Wissen und stillschweigenden Duldung vieler Bischöfe und Kardinäle).
Die Vorwürfe gegen Pater Maciel müssen geklärt werden. Sie entstammen von verschiedenen ehemaligen Mitgliedern, darunter hochrangige in der STrutkur der LC. Du kannst sie nicht als bloße „Hetzkampagne“ darstellen.
Redaktion benachrichtigen
#8   Augustinus   23:51:40 | Montag, 12. September 2005
Was wäre wenn…
alles stimmen würde… Aber erstens besteht diese Hetzkampagne (als etwas anderes kann man das nicht bezeichnen) aus Behauptungen. Zweitens wurde lt. Vatikan mitgeteilt, dass kein kanonischer Prozess läuft noch in Aussicht steht. www.kath.net/detail.php?id=10539 Sollten Untersuchungen aufgenommen worden sein, so gilt bis zu einem Urteil die Unschuldsvermutung. Die Legionäre Christi – ich kenne einige – möchte ich als herausragend vorbildlich bezeichnen, in Wort und Tat.
Die einschlägigen kreuz.net Berichte gegen Pater Maciel stammen aus der Feder einer einzelnen Person: Michael Rose, Web-Herausgeber der ‘New Oxford Revue’. Dieses Magazin ernennt sich selber orthodox traditionell katholisch www.newoxfordreview.org/about.jsp, spricht sich gegen kirchliche Autorität aus (a ‘la „Wir sind Kirche“), steckt voller polemischer Inhalte gegen Katholiken und wirbt mit folgenden Spruch neue Leser seines Newsletters: „Wollen Sie Blut und Eingeweide? Sie bekommen es.“ und „wenn Sie Hunger haben nach dem roten Fleisch des Katholizismus, dann tragen Sie sich ein!“
Wahrheit? Gerechtigkeit? Ja. Aber Blut und Eingeweide? … das ist nicht als katholisch zu bezeichnen. Die Behauptungen sind in diesem Kontext eine böse und diskriminierende Aktion gegenüber den LC’s, den Gliedern der Kirche und gegenüber Christus.
LG Augustinus
Redaktion benachrichtigen
#7   Kreuzfidel   23:09:23 | Montag, 12. September 2005
Argumente?
Die sogenannte „Aufdeckerkampagne“ von Kreuz net bietet wenig Argumente, dafür viele Behauptungen, Unterstellungen und Emotionen. Die Berufung auf „lieberal“ gesinnte Journalisten die wiederum „konservative“ Kichentreue befragt hätten… das ist alles sehr unglaubwürdig. Warum publiziert Kreuz net nicht andere Artikel von Herrn Rose? Z.B.:
www.cruxnews.com/…e/rose-16july04.html
Redaktion benachrichtigen
#6   MilesChristi   17:20:07 | Montag, 12. September 2005
Kritiker in Rom
Bonifatius,
die Kritiker sind schon mehrmals in Rom vorstellig gewesen. Aus dem Grund wurde das Verfahren wieder ins Rollen gebracht.
Ich muß allerdings hier auf die zahlreichen Fälle von Kinder- und Jugendlichenmißbrauch seitens von Priestern und einigen Bischöfen, vor allem in den USA, hinweisen. Diese Fälle wurden an Rom gemeldet, entweder direkt oder über die Nuntiatur. Es wurde nichts gemacht, nichts unternommen, bis die ersten Opfer die Kirche angeklagt haben.
Die New Oxford Review ist kein Schundblatt sondern eine sehr gute glaubenstreue Zeitschrift (nein, sie hat keine Beziehung zur FSSPX…).
Wie gesagt: Rom hat sich der Sache wieder angenommen, und nach allen Informationen untersucht der Zuständige alles sehr genau.
Redaktion benachrichtigen
#5   Sigrid   17:05:23 | Montag, 12. September 2005
@Peccator
Ich kenne die Legionäre seit vielen Jahren sehr gut. Einer unserer Söhne war 3 Jahre auf einer ihrer Schulen und wir haben nur positive Erfahrungen gemacht. Wir haben auch P. Maciel kennengelernt und wir können nur sagen, dass diese Kampagne sehr böswillig und niederträchtig ist. Wer die Legionäre und ihre Arbeit kennt wird das bestätigen. „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“, ca. 40 Priesterweihen jährlich für die Legion dürften für sich sprechen!!
Redaktion benachrichtigen
#4   bonifatius   16:35:06 | Montag, 12. September 2005
Was beabsichtigt hiermit kreuz.net?
Solange Rom diese Behauptungen nicht bestätigt und Konsequenzen zieht bleiben – sie gelinde gesprochen – unverschämte Unterstellungen.
Warum sind diese „Ankläger“ nicht mit ihren sog. Beweisen in Rom vorstellig. Bin über diese Schmutzkübel fassungslos. Kreuz.net wird mir mit seiner Strategie immer suspekter. Hier würde ich auch gerne Roß und Reiterkennen.
Redaktion benachrichtigen
#3   Sulpicius   16:04:17 | Montag, 12. September 2005
Nun ja,…
…Ähnliches wie beim „Opus Dei“. Kein Wunder, das sind ja alles Clübchen, die es erst nach dem Vat.II so richtig an die Oberfläche gespült hat, damit gesagt werden kann, wie konservativ doch auch die Nachkonzilskirche ist.
Redaktion benachrichtigen
#2   Peccator   15:52:59 | Montag, 12. September 2005
@Sigrid
Gerne möchte man Ihnen glauben, daß alles ein böser Feldzug ist. Doch dazu sollten Sie Argumente vorlegen, die diese Vorwürfe wiederlegen. Emotionale Ausbrüche helfen nicht weiter und sind unkatholisch.
Redaktion benachrichtigen
#1   Sigrid   14:37:19 | Montag, 12. September 2005
Bösartiger Feldzug
Was für ein wiederlicher bösartiger und teuflischer Feldzug gegen die Legion!!
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
Legionäre ChristiHeiligenlegenden Legionäre Christi‘Christus ist mein Leben’ Legionäre ChristiAbgesagte Auftritte Legionäre ChristiDie Ankläger der Legion Christi Legionäre ChristiWarum orthodoxe Katholiken über die Legionäre Christi verärgert sind Legionäre ChristiDie Atheisten machen sich Sorgen um den Exorzismus Legionäre ChristiEine Erklärung aus dem falschen Faxgerät? Legionäre ChristiDementiert Legionäre ChristiDer Vatikan forscht weiter Legionäre ChristiDer Papst richtet sich an die Legionäre Christi und an ihren Gründer Legionäre ChristiDie „Legionäre Christi“ haben einen neuen Generaloberen Legionäre ChristiNeu aufgerollt: Der Gründer der Legionäre Christi wieder unter Anklage
RSS Feed  •  News Ticker  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net