Kirchenverkauf
Die Verteidiger der Kirche gehen auf die Straße
Der Kampf um die Marienkirche in Bochum ist voll entbrannt. Der Widerstand der Bevölkerung gegen den vom katholischen Klerus gewollten Abbruch des Gotteshauses wächst zusehens.
(kreuz.net, Bochum) Am letzten Samstag hat der ‘Förderverein Pro Marienkirche Bochum-Mitte’ zum ersten Mal in der Fußgängerzone nahe der bedrohten Marienkirche einen Informationsstand mit einer Unterschriftenaktion durchgeführt.

Das Ziel: Die Aufnahme der Marienkirche in die Liste der Denkmäler der Stadt Bochum.

Aktueller Anlaß für die Aktion war die umstrittene Entfernung der Schutzverglasung der Chorfenster der Kirche, um das Gebäude dem Verfall preiszugeben.

Die Zerstörung des Kirchengebäudes ist die erklärte Absicht des verantwortlichen Propstes Hermann-Joseph Bittern, der in der von ihm bedrohten Marienkirche getauft wurde.

Der Informationsstand wurde mit sehr großem Zuspruch angenommen. Innerhalb von nur sechs Stunden wurde von den Bochumern ungefähr 600 Unterschriften gesammelt.

Auch viele Muslime zeigten sich interessiert und unterschrieben bereitwillig. Diese Kirche gehöre zu Bochum, erklärte einer von ihnen. Eine vergleichbare mutwillige Zerstörung einer Moschee durch Vertreter des muslimischen Klerus wäre absolut undenkbar.

Andere Bürger zeigten sich erschüttert und wollten es zunächst nicht für wahr halten, daß die Marienkirche vom eigenen Klerus bedroht wird.

Passanten gingen spontan um die Ecke zur Kirche, um sich das Gebäude im Original anzuschauen.

In der Presse sei ja schon einiges gestanden, aber die Hintergründe – über welche der Förderverein mit einer Stellwand informierte – seien bislang nicht durchsichtig gewesen.

Es gab viele sehr positive Reaktionen und Anregungen und immer wieder die Ermutigung an die Initiatoren: „Gut, daß Ihr dafür auf die Straße geht!“

Spontan meldeten sich beim Verein neue Mitglieder, die sich mit Kraft und Entschlossenheit für die Rettung dieses bedeutenden Sakralbaus einsetzen werden.

Prominentester Unterzeichner der Unterschriftenliste zur Eintragung der Marienkirche in die Denkmalliste, war übrigens der CDU-Politiker Dr. Norbert Lammert.

Der Leiter des Stadtarchives Bochum gab seine Unterschrift und zeigte sich über das Verhalten der Stadtkirche und des Bistums Essen ebenfalls entsetzt.

Die Stadt Bochum habe bereits vor drei Jahren angefragt, das Stadtarchiv in die Marienkirche integrieren zu dürfen, um das Bauwerk gut genutzt und ohne große räumliche Veränderungen zu erhalten.

Die Anfrage wurde von kirchlichen Stellen abgelehnt.

„Es ist eindeutig, daß hier nur aus wirklicher Boshaftigkeit am Abriß festgehalten wird“, erklärt der ‘Förderverein Pro Marienkirche’.

Erschütternd auch die Haltung des Diözesanbischofs, Mons. Felix Genn, der sich in keinster Weise um jene Gläubigen kümmert, die versuchen, das zu retten, was zu retten ist.

„Ansonsten sind Laien erwünscht – aber nicht, wenn man etwas retten will“, so der Förderverein.

Auch der Apostolische Nuntius in Berlin, Erzbischof Erwin Ender, speiste die Initiatoren mit einer ausweichenden und nichtssagenden Antwort ab.

Der ‘Förderverein Pro Marienkirche’ hat die Oberbürgermeisterin von Bochum, Dr. Ottilie Scholz, und alle Fraktionen aufgefordert, sofort eine Schutzverglasung auf Kosten der Diözese Essen einbauen zu lassen. Durch deren Ausbau sei ein Rechtsverstoß begangen worden.

Gegenwärtig besteht nämlich ein Moratorium, das den Ist-Zustand der Kirche von April 2005 dekretiert.

Doch die lokale Katholische Kirche setzt sich darüber mit einer schleichenden Zerstörung des Gotteshauses hinweg.

Selbst die wertvollen Mosaiken im Turmnischenbereich der Kirche wurden von den Wänden geschlagen und sind so fast vollkommen zerstört worden.

Alternativen zum Abbruch gibt es mehr als genug.

Erst vergangene Woche präsentierte ein Bochumer Architekt einen sehr guten Umnutzungsvorschlag, der auch finanziell tragfähig ist.

Was wenige wissen: Für die Umnutzung von Sakralbauten stehen EU-Mittel in Höhe bis zu 80% der Kosten zur Verfügung.

Doch die Stadtkirche – vertreten durch Propst Hermann-Josef Bittern – hat offensichtlich andere Pläne.

Der Propst ist erst von einer Kurmaßnahme wegen eines kleinen Herzinfarktes nach Bochum zurückgekehrt. Als erste Amtshandlung hat er sich an den Fensterausbau gemacht.

Rückendeckung bekommt Propst Bittern vom Bischof von Essen. Beide fügen nach Ansicht des ‘Fördervereins’ dem Ansehen der katholischen Kirche einen unermeßlichen Schaden zu.

Der ‘Förderverein’ vermutet, daß die Diözese an der Marienkirche ein Exempel statuieren will, um einen Präzedenzfall Marienkirche als Vorbild für die Rettungen anderer bedrohter Kirchengebäude zu verhindern.
      
18 Lesermeinungen
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#18   Gotthard   21:31:35 | Freitag, 16. September 2005
Abriss
Wer einen Kirchenabriss betreibt, kann nicht mehr als Hirte angesehen werden.
Über den diskutierten Abriss kann ich mir kein Urteil erlauben, da ich die Kirche und die Umstände nicht kenne.
Der Abriss einer Kirche ist – aus religiöser Sicht – zunächst sehr wertneutral. Im 19. Jahrhundert ist eine große Zahl von Kirchen abgerissen worden.
Ob der Abriss kulturell und historisch und städtebildnerisch und emotional und und und …gerechtfertigt ist, ist eine ganz andere Frage.
Es ist jedenfalls keine Frage religiöser Überzeugungen.
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#17   Ignatius   21:01:47 | Freitag, 16. September 2005
Cobra übernimmt
Die Jungs von der Fsspx.info Site sind sehr zügig derzeit und man kommt mit dem Lesen kaum mit. Wenn weiter unten geschrieben worden ist, dass „diese Zahl der Berufungen erfreulich stabil und angesichts der „Kleine“ der FSSPX sehr ordentlich ist.“ dann passt ja grad dazu die Meldung von heute : die Eintrittszahlen für das neue Spiritualitätsjahr an den internationalen Seminarien der Priesterbruderschaft liegen vor und zwar mit …
– Winona (Amerika) : 25 Eintritte,
– Flavigny (Frankreich) : 21 Seminaristen und 4 Brüder,
– Zaitzkofen (Deutschland) : 7 Seminaristen und 2 Brüder
– (Südhalbkugel ohne Zahlen weil dort der Semesterbeginn zeitlich verschoben ist.)
… das ist doch gar nicht so schlecht! Wenn man dran denkt wie geschrumpft die Eintritte in grossen Diözesen der Synodenkirche sind –- also da kann man nicht meckern. (Klar finde ich auch dass es noch viel mehr werden könnten, aber eins nach dem anderen.)
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#16   Marcel   11:45:13 | Freitag, 16. September 2005
Bischof Lazo machte es vor
Gut katholische Priester, die von der Konzilskirche ausrangieren werden, könnten sich auch der Priesterbruderschaft St. Pius X. anschließen: genugend Glaube, Hoffnung, Liebe, Mut, Leidensfähigkeit (ob der Angriffe der V.II-Funktionäre) und absolute Treue zur Jesus Christus vorausgesetzt.
Trotz oder gerade wegen der vielen Mühen dieses aufopferungsvollen Dienstes schenkt unser Heiland außerordentliche Gnaden. Es ist für den Priester bereichender, wenn er nun 300 zutiefsgläubigen Katholiken den realpräsenten Christus spenden darf im Gegensatz zu 300 Taufscheinkatholiken.
Die vielen voll „ausgebuchten“ Priester der FSSPX und die Gläubigen danken es jedem neu geweihten oder neu hinzugekommenen Priester.
Soviele Priester, wie das Werk Erzbischof Lefebvres inzwischen benötigen würde, kann momentan nicht mit Priesterberufungen aus den Reihen der FSSPX-Meßbesucher abdeckt werden, obwohl diese Zahl der Berufungen erfreulich stabil und angesichts der „Kleine“ der FSSPX sehr ordentlich ist.
Ein großartiges Geschenk, daß der phillipinische Bischof Salvator Lazo sich 1998 der FSSPX anschloß und seinen Schritt in einem mutigen offenen Brief an den Papst begründete. (Es gab übrigens weder eine Rüge noch anderweitige Reaktion aus Rom!)
P.S. Zu meiner gestern erwähnten Einweihungsfeier der neuesten FSSPX-Kirche in Berlin gibt es nun auch einen Direktverweis (URL). www.fsspx.info/news/news.php?show=213, inkl. einem neu dazugekommenen Gebetsaufruf.
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#15   Isidor   11:14:55 | Freitag, 16. September 2005
Der verantwortliche Klerus hat keinen Glauben
Ich kann mich der Lesermeinung von Philosophus nur anschließen – Dr. Genn und man muß leider sagen „die Kohorte Aller Verantwortlichen“ die abreissen will – haben keinen Glauben. Erst vor kurzem mußte ein Geistlicher seine Gemeinde in Bochum nach 28 Jahren verlassen. (er wurde 75 Jahre alt, ist noch gesund und würde gerne weiterhin täglich das hl. Messopfer feiern in „seiner“ Pfarrei, denn es kommt kein Geistlicher mehr nach – dafür bekommt Propst Bittern die Pfarrei zugeschlagen) Der Bischof versetzte ihn einfach in den Ruhestand, ohne auch nur ein Wort vorher darüber mit ihm selber gesprochen zu haben und ihn zu fragen, aber für Dr. Genn bedeutet das täglich gefeierte Messopfer wohl nichts (?) – denn jetzt wird nur nur noch an drei Tagen diese Kirche aufgeschlossen – sonst täglich. Ein anderer junger Geistlicher (Afrikaner) wurde einfach stillgestellt und aus seinem Priesteramt beurlaubt (er ist halt gut römisch-katholisch!) und ist jetzt Kunde bei der Arbeitsagentur. Man glaubt es kaum – aber es ist wahr! Priestermangel im Bistum Essen ??? Die Machenschaften sind gottlos und es kann einen nur noch anwidern. Ich schäme mich zutiefst für diesen gottlosen Klerus. Die „Rest-Christen“ müssen noch mehr auf die Strasse gehen und weiter protestieren gegen dieses Verbrechen eine vollkommen intakte Kirche abzureissen. Wie sieht es eigentlich aus mit der Exkommunikation dieser Personen ? Gottes Mühlen mahlen langsam – aber furchtbar klein !
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#14   Marcel   10:21:12 | Donnerstag, 15. September 2005
Die Verteidiger der Kirche gehen … eine neue Kirche einweihen!
Sehr gut zum Thema passend! Damit meine lieben katholischen Glaubensbrüder erkennen, daß nicht alles veloren ist:
Während die offizielle Konzilskirche wegen dem alles hinwegfegenden „neuen Frühling“ des V.II schöne alte Kirchen abreißt (oder in noch stehenden Teufelsfiguren ausstellt, „Totenkopf“-„Messen“ feiert, usw.), baut die Priesterbruderschaft St. Pius X. mühselig ein Kirchlein nach dem anderen auf.
Ist es nicht wunderbar, trotz der schweren finanziellen Lage (noch ausstehende Bauschulden; die FSSPX hat leider keinen Mel Gibson zum Spender) ?
>> Einweihung der St. Petrus-Kirche in Berlin
Die Priesterbruderschaft St. Pius X. lädt alle Gläubigen, Freunde und Wohltäter zur Einsegnung der neuen Kirche St. Petrus nach Berlin ein.
{…}
Am Montag, dem 3. Oktober 2005 (Tag der deutschen Einheit), wird um 10.00 Uhr die erste Heilige Messe im neuen Gotteshaus zelebriert. Es ist der Festtag der hl. Theresia vom Kinde Jesu.
{…}
Durch die Vermittlung von Pater Jürgen Wegner war es möglich, die Einrichtung der Brüsseler Jesuitenkirche zu erwerben. So steht jetzt ein Altar aus dem Jahr 1754 (mit einer Länge von 4 Metern und einem Gewicht von 2 Tonnen) in der neuen St. Petrus-Kirche. Hinzu kommen 17 Sandsteinfiguren in Lebensgröße, kostbar reliefgeschnitze Kommunionbänke, eine prachtvoll verzierte Kanzel und wertvolle Beichtstühle. <<
(Quelle: „Aus dem Distrikt:: Einweihung der St. Petrus-Kirche in Berlin, 15.09.2005, 09:40 MEZ www.fsspx.info/news/)
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#13   philosophus   13:53:14 | Mittwoch, 14. September 2005
Absage an die Hierarchen
Wer einen Kirchenabriss betreibt, kann nicht mehr als Hirte angesehen werden. – Jedenfalls von mir nicht mehr.
Genn – den ich aus meinem 2. Studium kannte – ist für mich keine r.-k. Persönlichkeit mehr – ebenso nicht der zuständige Propst, der niederreißen will.
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#12   Beatrix   19:57:38 | Dienstag, 13. September 2005
Vorschlag: Den Bischof als Integrationsfigur achten, den Generalvikar
Erschütternd auch die Haltung des Diözesanbischofs, Mgr. Felix Genn, der sich in keinster Weise um jene Gläubigen kümmert, die versuchen, das zu retten, was zu retten ist.
Ich habe das Gefühl, daß der Bischof sich zur Zeit um fast nichts anderes sorgt. Was die Kirche betrifft, so gibt es schließlich eine Prioritätenliste. Und diese besagt, daß ein Abriß einer Fremdnutzung ggf. vorzuziehen ist, unter Fremdnutzung fallen neben Profanprojekten auch bestimmte Glaubenssgemeinschaften und aus „politischen“ Gründen sicherlich auch FSSPX und vermutlich sogar FSSP (was ich auch nicht für besonders zuträglich halte, aber akzeptieren muß.)
Von „hinnehmbaren“ Interessenten habe ich jedenfalls nicht gehört.
Ein Abriß ist also scheinbar nicht die schlechteste Lösung, zumindest mangelt es an Alternativen.
Einen kirchenfeindlichen klerikalen Selbstverstümmelungstrieb kann ich nirgends erkennen.
Abschließend noch ein Wort zur Art der Berichterstattung: Die Erwähnung der Rehabilitation des Domkapitulars halte ich für unredlich. Wenn kreuz.net von einem „kleinen“ Herzinfarkt berichtet, ist das eine anmaßende Wertung, die den Eindruck vermitteln soll, der Propst sei ein gemütlicher alter Sack, der lieber Ferien macht als sich um seine Pfarrei zu kümmern. In dem obigen Artikel geht es zu wenig um die Sache, um die diözesanen Probleme in ihrer Gesamtheit und zu sehr um den Versuch, den Klerus des Bistums Essen zu diskreditieren.
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#11   Benedikt   18:41:09 | Dienstag, 13. September 2005
@ Gratianus
Darum geht es aber in dem Artikel!
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#10   Gratianus   18:28:23 | Dienstag, 13. September 2005
Verantwortung
@ Benedikt
Lesen Sie bitte meine Argumentation ab meiner ersten Bemerkung:mir ging es nicht in erster Linie um das Problem der Umnutzung der Marienkirche, sondern um die unsachgemässe Kritik des Peccator. Aber da auch Copertino mich in dem Sinne angefragt hat:
@ Copertino:
Ich kenne Mgr Genn tatsächlich seit 1993, werde Ihm aber nicht zur Frage der Marienkirche schreiben, da ich Ihm erst vor ein paar Monaten versichert habe, den von Ihm begonnen Prozess (siehe Hirtenwort) im Gebet mit zu tragen. Ich bin mir sicher, dass dieser tief fromme Bischof lange gerungen hat und nun das von ihm als richtig Erkannte durchführt. Dieser Mut zu unpopulären Entscheidungen ist doch eigentlich bei einem Bischof nur zu begrüssen.
Es wäre ja gut wenn die Marienirche würdig umgenutzt werden könnte, und ich verstehe die Bochumer, die ein Loch in ihrem Stadtbild befürchten. Nur, man lese mal die Vorschläge des FDP Rates: www.kreuz.net/article.1755.html. Ich habe in Utrech katholische Kirchen gesehen, die zu Bürohäusern umgebaut wurden, und in Dublin eine frühere anglikanische Kirch, welche jetzt Touristeninformationshaus mit Café im Chorraum ist. Also ehrlich geagt, das veletzt meine religiösen Gefühle mehr, als ein Abriss und der Bau eine kirchlichen Seniorenheims.
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#9   Benedikt   18:11:40 | Dienstag, 13. September 2005
@ Gratianus
Und wieso wird die Kirche dann nicht verkauft, sondern abgerissen? Wieso gibt es keinen Kommentar zu den Erhaltungbemühungen?
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#8   Gratianus   18:04:15 | Dienstag, 13. September 2005
Wenn’s so einfach wäre!
@ Peccator:
Ich hoffe, dass Sie inzwischen das Hirtenwort von Mgr Genn gelesen haben. Vor dem Schreiben Ihrer Antwort scheint das nicht der Fall gewesen zu sein. Aber ich schrieb ja auch, das diejenigen, welche um eine „wirkliche Urteilsbildung bemüht sind“, es lesen sollten. Zu der von Ihnen angesprochen Demut als Tugend innerhalb der hierarchisch verfassten Struktur der Kirche, scheint mir zu allererst einmal zu gehören, dass man die „Worte und Schreiben“ der von Gott bestellten Hirten hört und respektiert. Das schliesst nicht aus, dass, ausserhalb von Glaube und Moral, diese Worte stets ohne Kritik bleiben müssen. Ihre Pauschalkritik an den Bischöfen, verbunden mit dem Hinweis auf die hierarchische Verfassung der Kirche und auf die Demut scheint mir, mit Verlaub, schizophren zu sein. Oder besteht die Demut darin, dass der Bischof auf Ihre Meinung zu hören hat? Das wäre alledings eine sehr progressistische These, welche nicht mit der Ablehnung der durchaus vom Kirchenrecht vorgesehen Räte, welche von Ihnen als „unkatholischer demokratischer Apparat“ tituliert werden, in Einklang gebracht werden kann.
Wenn Sie den den Hirtenbrief gelesen hätten bzw. das Schreiben an die Priester,welches Sie ebenfalls auf der Homepage des Bistums Essen finden, wüssten Sie besser um die finanzielle und demographische Situation des Ruhrbistums. Wieviel finazielle Opfer für den Unterhalt zu viel gewordener Kirchen wollen sie den von einem Arbeitslosen des Ruhrgebietes verlangen?
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#7   Peccator   13:42:50 | Dienstag, 13. September 2005
@ Gratianus
…gerne sage ich Ihnen was ein Bischof tun kann um die finanzielle Misere, die er oder seine Vorgänger selbst verursacht haben, zu überwinden:
1. Intensives und entschiedenes Apostolat, DIE eigentliche Aufgabe der Bischöfe. Und zwar so, daß der wahre katholische Glaube sichtbar wird, mit dem man sich gerne identifiziert und dann auch bereit ist, große eigene finanzielle Opfer für die Kirche zu bringen.
2. Alle Berufslaien, also Pastrolassistenten, -referenten etc. entlassen.
3. Konzentration auf das Wesentliche der priesterlichen Aufgaben und Abschaffung des ganzen unkatholischen demokratischen Apparates.
Die Kirche ist ihrem WESEN nach hierarchisch und eine der wichtigsten Tugenden ist die Demut.
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#6   Copertino   13:37:01 | Dienstag, 13. September 2005
Chancen
@Gratianus
Deinen Namen könnte man wohl mit „der Begabte/Begnadete“ übersetzen. Da Du den Bischof persönlich kennst und sein denken verstehst, wird es Dir unter umständen möglich sein, die in obigem Artikel dargelegten Varianten zum Abriss dem Bischof näherzubringen. Vielleicht wurde er durch den Propst von Bochum einseitig informiert und möchte ihm nicht in den Rücken fallen? Jedenfalls stehst Du mit Deinen Beziehungen mehr in der Verantwortung als wir, die wir aus der Ferne nur beten können. (Mails an zuständige Stellen habe ich allerdings auch schon von der Schweiz aus geschickt.)
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#5   Gratianus   12:34:10 | Dienstag, 13. September 2005
Böse und unberechtigte Kritik
An peccator:
Ich kenne wenige deutsche Bischöfe, aber den Bischof von Essen, Mgr. Dr. Genn kene ich seit vielen Jahren persönlich, noch bevor er Weihbischof in Trier war. Er ist nicht nur ein theologisch hochgebildeter, sondern auch ein tieffrommer Priester und Bischof, dessen erstes Herzensanliegen mit Sicherheit ist, den Ihm Anvertrauten ein guter Hirte zu sein. Deshalb ist die ausgesprochenen Pauschalkritik unzutreffend und böse.
Was soll denn ein Bischof tun, dessen Bistum finanziell vor dem Bankrott steht? Abwarten bis plötzlich gar nichts mehr geht, oder mutige, wenn auch schwere und schmerzliche Entscheidungen treffen?
Jene, die um eine wirkliche Urteilsbildung bemüht sind, mögen das Hrtenwort des Essener Bischofs lesen:
www.bistum-essen.de/…50116hirtenbrief.pdf
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#4   Konrad   12:24:12 | Dienstag, 13. September 2005
Ja, es ist Boshaftigkeit
gepaart mit typisch deutscher „Konsequenz“ und liebloser Härte, rechthaberischer Sturheit und klerikalem Selbstzerstörungswillen. Weil man nicht mehr durch Bauen sich ein Denkmal setzen kann, will man als Abreisser in die Geschichte eingehen. Die klerikal-masochistische Verlogenheit spricht dann von „Mut“. Man kann nur auf den Mut der vielen Laien hoffen. Vielleicht findet sich ja doch noch ein Käufer, der bereit ist, soviel wie die Abreisskosten betragen für die Marienkirche zu zahlen. Das könnte auch die FSSPX sein, warum nicht?
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#3   Peccator   12:02:46 | Dienstag, 13. September 2005
Ein weiteres Zeichen
… das ein Großteil der deutschen Bischöfe schon seit langem keine Hirten ihrer Gläubigen sind, denen die Führung der Menschen zum ewigen Leben das einzige Anliegen ist, sondern daß sie nur noch Kirchen-Manager sind. Sie werden dafür eines Tages zur Rechenschaft gezogen werden.
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#2   philosophus   11:50:17 | Dienstag, 13. September 2005
email-Wechsel
Schon vor mehreren Wochen verfasste ich eine email an den zuständigen Propst.
Die Gemeindereferentin setzte sich über meine Bitte – diese email an den Propst weiterzuleiten – hinweg.
Somit scheint das ganze in den Händen eines bewährten weiblichen Laien zu sein.
Diese Kirche liegt mir sehr am Herzen, weil ich in den 80er Jahren in dieser Pfarrei mein „geistliches“ Zuhause hatte, wenn auch nur für die Zeit meines 4jährigen Studiums.
Was sich da im Bistum Essen tut, und auch um die zuständige Geistlichkeit, ist eine Schande.
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#1   Justus   11:48:32 | Dienstag, 13. September 2005
1984 – 2005
Man lese George Orwells 1948 erschienenen Roman „1984“: Kirchengebäude sind darin entweder Museen oder Ruinen.
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