Ein junger italienischer Franziskanerpater hat am Montag morgen in Kongo-Brazzaville ein dreijähriges Mädchen angefahren und getötet. Die Reaktion der Angehörigen des Kindes geriet außer Kontrolle.
(kreuz.net) Pater Angelo Redaelli (40) wurde am Montag morgen in einem Dorf ungefähr 500 km nördlich
der Hauptstadt von Kongo-Brazzaville ermordet. Das berichtete die römische Missionsagentur ‘Misna’.
Pater Redaelli gehörte dem Franziskanerorden (OFM) an. Er stammte aus der italienischen Provinz Varese.
Diese befindet sich in Norditalien an der Grenze zur Schweiz.
Der Missionar befand sich seit September
2003 in Brazzaville. Brazzaville ist die Hauptstadt von Kongo im Süden des Landes. Kongo liegt in Zentralafrika.
Der Franziskaner saß am Steuer eines Geländewagens. Mit ihm fuhren weitere acht Personen. Unter ihnen
befanden sich zwei Franziskaner, drei Klarissinnen und einige Neupriester.
Obwohl der Pater nicht schnell
fuhr und die Straßenverhältnisse trotz der Regenzeit gut waren, gelang es ihm nicht, der Kleinen, die
auf die Straße sprang, auszuweichen.
Das Kind wurde vom Fahrzeug erfaßt und auf der Stelle getötet.
Die Ordensleute versuchten vergeblich dem Mädchen beizustehen. Doch die Reaktion einiger Bewohner des
Ortes – unter ihnen die Verwandten des Mädchens – eskalierte. Der Vater der Kleinen griff den Pater mit
einem Messer an und ermordete ihn.
Den anderen Ordensleuten gelang es, in den Wald zu flüchten. Sie
fanden beim Ortsbischof Zuflucht.
Der ermordete Missionar wurde am 19. Mai 1965 in Tradate in der italienischen
Provinz Varese geboren. Tradate befindet sich 30 Kilometer nördlich von Mailand unweit der Schweizer
Grenze. Er gehörte zur lombardischen Franziskanerprovinz.
Im Jahre 1992 legte der Ordensmann die Ewigen
Gelübde ab und wurde 1995 zum Priester geweiht. Er besaß ein Doktorat in Moraltheologie und arbeitete
vor seinem Afrikaeinsatz als Krankenhausseelsorger in Brescia.
„Pater Angelo wurde nicht angegriffen,
weil er Missionar oder ein Weißer war, sondern weil er unglücklicherweise ein Kind überfahren hat.
Die gewalttätige Reaktion wäre die gleiche gewesen, wenn am Steuer des Autos eine andere Person oder
ein örtlicher Fahrer gewesen wäre“, erklärte Pater Ernesto Dezza, der Sekretär der Franziskanerprovinz
der Lombardei.
Der ermordete Missionar leitete in der Hauptstadt Brazzaville ein Haus für Straßenkinder
und weitere Einrichtungen im Landesinneren.
Der Vater des getöteten Mädchens und mutmaßliche Mörder
des Missionars wurde inzwischen von der Polizei in einem Helikopter in die Hauptstadt Brazzaville überführt.
Im Hubschrauber befand sich auch die Leiche von Pater Redaelli.
Der Franziskaner wird in Turate bei Como
in Norditalien, wo seine Familie lebt, beerdigt werden.
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4 Lesermeinungen
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#3 Andrija 20:49:29 | Mittwoch, 14. September 2005
Auge um Auge wieviele Missionare sind eigentlich noch notwendig um dieses verwilderte afrika zu kultivieren?
die kirche sollte sich mal fragen ob die missionare woanders besser angelegt wären (z.B. zur rekatholisierung
lateinamerikas) oder ich erinnere an den hl. antonius der den mätyrertod für unbelehrbare Bärber auf
sich nehmen wollte. der unglückseige Vater sollte sich mal fragen ob er seiner Obhutspflicht nachgekommen
ist. hassgelüste sollten ihn ja jetzt nicht mehr plagen. nur wer ersetzt uns nun das salz
Priestermord „Pater Angelo wurde nicht angegriffen, weil er Missionar oder ein Weißer war, sondern weil
er unglücklicherweise ein Kind überfahren hat. Die gewalttätige Reaktion wäre die gleiche gewesen,
wenn am Steuer des Autos eine andere Person oder ein örtlicher Fahrer gewesen wäre“, erklärte Pater
Ernesto Dezza, der Sekretär der Franziskanerprovinz der Lombardei. Ich finde, es macht die Tat schon
noch um einiges schlimmer, wenn es ein Priester, ein Stellvertreter Christi, ist, den man ermordet.