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Mittwoch, 14. September 2005 11:16
Tragischer Zwischenfall
Ein junger italienischer Franziskanerpater hat am Montag morgen in Kongo-Brazzaville ein dreijähriges Mädchen angefahren und getötet. Die Reaktion der Angehörigen des Kindes geriet außer Kontrolle.
(kreuz.net) Pater Angelo Redaelli (40) wurde am Montag morgen in einem Dorf ungefähr 500 km nördlich der Hauptstadt von Kongo-Brazzaville ermordet. Das berichtete die römische Missionsagentur ‘Misna’.

Pater Redaelli gehörte dem Franziskanerorden (OFM) an. Er stammte aus der italienischen Provinz Varese. Diese befindet sich in Norditalien an der Grenze zur Schweiz.

Der Missionar befand sich seit September 2003 in Brazzaville. Brazzaville ist die Hauptstadt von Kongo im Süden des Landes. Kongo liegt in Zentralafrika.

Der Franziskaner saß am Steuer eines Geländewagens. Mit ihm fuhren weitere acht Personen. Unter ihnen befanden sich zwei Franziskaner, drei Klarissinnen und einige Neupriester.

Obwohl der Pater nicht schnell fuhr und die Straßenverhältnisse trotz der Regenzeit gut waren, gelang es ihm nicht, der Kleinen, die auf die Straße sprang, auszuweichen.

Das Kind wurde vom Fahrzeug erfaßt und auf der Stelle getötet.

Die Ordensleute versuchten vergeblich dem Mädchen beizustehen. Doch die Reaktion einiger Bewohner des Ortes – unter ihnen die Verwandten des Mädchens – eskalierte. Der Vater der Kleinen griff den Pater mit einem Messer an und ermordete ihn.

Den anderen Ordensleuten gelang es, in den Wald zu flüchten. Sie fanden beim Ortsbischof Zuflucht.

Der ermordete Missionar wurde am 19. Mai 1965 in Tradate in der italienischen Provinz Varese geboren. Tradate befindet sich 30 Kilometer nördlich von Mailand unweit der Schweizer Grenze. Er gehörte zur lombardischen Franziskanerprovinz.

Im Jahre 1992 legte der Ordensmann die Ewigen Gelübde ab und wurde 1995 zum Priester geweiht. Er besaß ein Doktorat in Moraltheologie und arbeitete vor seinem Afrikaeinsatz als Krankenhausseelsorger in Brescia.

„Pater Angelo wurde nicht angegriffen, weil er Missionar oder ein Weißer war, sondern weil er unglücklicherweise ein Kind überfahren hat. Die gewalttätige Reaktion wäre die gleiche gewesen, wenn am Steuer des Autos eine andere Person oder ein örtlicher Fahrer gewesen wäre“, erklärte Pater Ernesto Dezza, der Sekretär der Franziskanerprovinz der Lombardei.

Der ermordete Missionar leitete in der Hauptstadt Brazzaville ein Haus für Straßenkinder und weitere Einrichtungen im Landesinneren.

Der Vater des getöteten Mädchens und mutmaßliche Mörder des Missionars wurde inzwischen von der Polizei in einem Helikopter in die Hauptstadt Brazzaville überführt. Im Hubschrauber befand sich auch die Leiche von Pater Redaelli.

Der Franziskaner wird in Turate bei Como in Norditalien, wo seine Familie lebt, beerdigt werden.
4 Lesermeinungen:
Mittwoch, 14. September 2005 21:47
Kaktus: Kein Überraschung
Man weiß ja, wie die Italiener fahren!
Mittwoch, 14. September 2005 20:49
Andrija: Auge um Auge
wieviele Missionare sind eigentlich noch notwendig um dieses verwilderte afrika zu kultivieren? die kirche sollte sich mal fragen ob die missionare woanders besser angelegt wären (z.B. zur rekatholisierung lateinamerikas) oder ich erinnere an den hl. antonius der den mätyrertod für unbelehrbare Bärber auf sich nehmen wollte.
der unglückseige Vater sollte sich mal fragen ob er seiner Obhutspflicht nachgekommen ist. hassgelüste sollten ihn ja jetzt nicht mehr plagen. nur wer ersetzt uns nun das salz
Mittwoch, 14. September 2005 16:42
Gotthard: Unglück
es wurde schlicht der Fahrer des Unglückswagens erstochen … das allein ist schlimm genug … ob Priester ja oder nein.
Mittwoch, 14. September 2005 13:20
Sarto: Priestermord
„Pater Angelo wurde nicht angegriffen, weil er Missionar oder ein Weißer war, sondern weil er unglücklicherweise ein Kind überfahren hat. Die gewalttätige Reaktion wäre die gleiche gewesen, wenn am Steuer des Autos eine andere Person oder ein örtlicher Fahrer gewesen wäre“, erklärte Pater Ernesto Dezza, der Sekretär der Franziskanerprovinz der Lombardei.

Ich finde, es macht die Tat schon noch um einiges schlimmer, wenn es ein Priester, ein Stellvertreter Christi, ist, den man ermordet.
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