Soll man mit den Wiener Jugendseelsorgern zu schimpfen beginnen? Was wäre die Alternative? Ein Kommentar.
(kreuz.net) Der Kirche läuft die Jugend schon lange davon. Eine Vereinigung ohne junge Menschen hat keine
Zukunft. Das weiß auch die Kirche.
Ein Blick in die Kirchenbänke zeigt, daß die Pfarreien altersmäßig
auf dem Stand vor dem Konzil stehengeblieben sind. Noch fehlt der Mut, dieser Tatsache in die Augen zu
schauen. Man zieht sich lieber in einen ängstlich-defensiven konziliären Hurrah-Optimismus zurück.
Nicht so in Wien. Am letzten Sonntagabend hat man mit einem 10.000 Watt Gottesdienst 2.000 Jugendliche
in die Minoritenkirche gelockt. Der Gottesdienst stand unter dem „mehrdeutigen“ – zweideutigen – Titel
„macht:liebe“.
Soll man zu schimpfen beginnen? Was wäre die Alternative? Daß sich die alleingelassenen
Wiener Jugendseelsorger in der Sakristei der Minoritenkirche die Meßgewänder zerzupfen?
Dominiert habe
die Musik. Der Jugendgottesdienst war demnach vor allem ein Popkonzert mit Licht- und 3D-Effekten. Diese
Sprache versteht ein durchschnittlicher Wiener Jugendlicher.
Es ist die Sprache der Welt. Die Welt evangelisiert
heute mit einem Ernst und einer Intensivität, die wir aus den Berichten über die alten Missionare kennen.
Sogar in der Kirche.
Dagegen ist die heutige Kirche macht- und vor allem sprachlos. Es ist eine selbstgewählte
Sprachlosigkeit.
Vielleicht hätte der Gottesdienst „macht:sprache“ oder „sprach:macht“ heißen sollen.
Wer die Sprache dominiert, dominiert den Menschen. Und auch die Kirche.
Darum kam Christus als Wort in
die Welt, um dort als Wort seine Herrschaft der Wahrheit anzutreten. Es scheint, daß dieses Wort heute
nicht mehr verstanden wird.
Was ist die Lösung? Wir können in der Kirche weiterhin auf Englisch miteinander
reden. Oder wir können beginnen, die längst vergessene Kirchensprache wieder zu lernen. Um im Angesicht
der Massen nicht länger sprachlos zu sein.
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7 Lesermeinungen
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Mannmannmann, seht es endlich ein, man kann aufgeklärte und mit der Erziehung zu kritischem Denken aufwachsende
Menschen nicht mehr mit einem Hirtennomadenglauben aus der Eisenzeit beeindrucken.
leider hat Pelagius recht so sarkastisch sein Beitrag auch war – er hat leider Recht wenn er schrieb:
Und nachher? Darauf müssen wir hinarbeiten. Jetzt schon. Allerdings müssen wir uns im Klaren sein, dass
es innerhalb und außerhalb der Kirche noch starke Kräfte gibt, die Kirche und Glauben unbeirrt im Sinne
Jesu Christi hochhalten, pflegen und bewahren, so wie es über alle 20 Jahrhunderte seit Jesus Christus
der Hölle nie gelang, die Gründung Jesu zu überwinden. Es wird ihr auch in weiteren 2000 Jahren nicht
gelingen. Bruno-Maria Schulz
#4 marcellus 21:09:57 | Freitag, 17. Dezember 2004
Es geht auch anders Englische Disco- Verschnittevents als Jugend“gottesdienst“ getarnt- das ist bei der
modernistischen Pfaffenclique augenscheinlich in. Daß es aber auch anders geht, zeigt ein Beispiel aus
einer deutschen Großstadt: Dort haben wir einen adventlichen Schulgottesdienst gefeiert- die teilnahme
der 16-20jährigen Schüler war völlig freiwillig : Gekommen sind von 1400 Schülern an einem Arbeitstag
abends um 19.00 Uhr über 600, darunter viele Evangelische und Bekenntnislose. Der Gottesdienst wurde
als Rorate gefeiert mit Kerzen und den marianischen Meßtexten- als Lieder unsere wunderschönen traditionellen
Adventsweisen. 50 Ministranten zogen mit ein. Soll mal einer sagen, Jugend wäre nicht zu begeistern.
#3 turnschuhfan 10:19:47 | Donnerstag, 16. Dezember 2004
geist ist geil Hi, habe an den Multi-Media-Gottesdiensten find fight follow teilgenommen- waren sehr ansprechend
gestaltet. Bei macht:liebe ist der Doppelpunkt wichtig,oder? Die Fotos gefallen mir. Texte habe ich noch
nicht gelesen.Der nächste Gottesdienst steht unter dem Leitwort: geist ist geil. Ich war zuerst auch
erstaunt. Aber ein Jugendlicher klärte mich auf, dass „geil“ nicht erotisch gemeint ist. Er verwies mich
auf die HP von Saturn: geiz ist geil, auf geile aktionen. Sicherlich wird „geist ist geil“, der „geilste
Jugendgottesdienst“ von allen!
#2 Pelagius 09:26:23 | Dienstag, 30. November 2004
Pelagius meint: Nehmen wir die Sache doch nicht so sauertöpfisch! Darf man nicht lachend dem Untergang
eines Gebildes zuschauen, das ohnehin nicht mehr viel mit der Kirche Christi zu tun hat? Laßt sie doch
ihre „geilen Gottesdienste“ feiern (schade übrigens um die jugendliche Energie, die da verschwendet wird).
Es ist nur eine Frage der Zeit, dann bricht das System, das sich ohnehin nur noch durch die hohen Kirchenbeiträge
über Wasser hält, zusammen und versinkt. Vor uns die Sintflut! Und nachher? Darauf müssen wir hinarbeiten.
Jetzt schon.
#1 Catholicus 14:00:52 | Donnerstag, 25. November 2004
Latein kein Allheilmittel Gibt es denn wirklich keine andere Lösung für die Hinführung der jungen Menschen
zur heiligen Messe als die Wiederbelebung des Lateins? Wohlgemerkt: Es soll und darf lateinische Messen
geben. Aber sind diese ein „Allheilmittel“? Kommt es nicht vielmehr auf die gläubige und würdig gefeierte,
in Einheit mit der Kirche vollzogene Liturgie an, unabhängig davon, ob diese nun auf Deutsch oder Lateinisch
ist?