13:21:58 | Mittwoch, 14. September 2005
Die einzige Pfarrei in Österreich, die der Gemeinschaft ‘Emmanuel’ anvertraut ist, versucht ihre Gläubigen durch moderne Darstellungen in die alte barocke Pfarrkirche zu locken. Der Pfarrer bezeichnet sich selber als Künstler. Bilder.
(kreuz.net, Graz) Das katholische Internet-Tagebuch
‘Cathcon’ veröffentlichte kürzlich unter dem Titel
„Anbetung eines Totenkopfes“ Photos, die in der Kirche der Grazer Stadtpfarrei St. Andrä aufgenommen
wurden.
Graz ist die Hauptstadt des Bundeslandes Steiermark im Süden von Österreich. Der Bischof von
Graz-Seckau ist Mons. Egon Kapellari (69).
Die Pfarrei rühmt sich, ein Zentrum moderner Kunst zu sein.
Andere sprechen von Mißständen.
Der verantwortliche Priester, Hermann Glettler, bezeichnet sich selber
als Künstler. In seiner Kirche dürfen regelmäßig Künstlerkollegen ihre Werke ausstellen. Der Priester,
der zur Gemeinschaft ‘Emmanuel’ gehört, ist seit 1999 in St. Andrä tätig.
Die Gemeinschaft ‘Emmanuel’
entstand 1976 aus einer Gebetsgruppe der Charismatischen Erneuerung, die 1972 von Pierre Goursat und Martine
Laffitte-Catta in Paris gegründet wurde.
Die Mitglieder der Gemeinschaft wollen in einem Geist der Anbetung,
der Barmherzigkeit und der Evangelisierung leben.
Nach Angaben der Gemeinschaft ist St. Andrä die einzige
österreichische Pfarrei, die ‘Emmanuel’ anvertraut ist.
Die Pfarrkirche befindet sich mitten im Grazer
Stadtbezirk Gries.
Das Pfarreigebiet gilt als schwierig. Es deckt das Grazer Rotlichtmilieu ab. Der Ausländeranteil
in der Bevölkerung ist verhältnismäßig hoch. Eine starke muslimische Bevölkerungsgruppe prägt das
Straßenbild. In den Grundschulen im Pfarrgebiet gehören mehr als die Hälfte der Schüler dem Islam
an.
Das obenstehende Bild zeigt die diesjährige Karfreitagsliturgie. Von einer Leinwand, die vor dem
Hochaltar aufgespannt ist, blickt ein Totenkopf Richtung Kirchenschiff. Die Gläubigen erhielten 3D Brillen,
um weitere Projektionen auf der Leinwand zu betrachten.
Unter anderem wurden im Laufe der Karfreitagsliturgie
ein Mann und eine Frau – beide nackt und Rücken an Rücken stehend – auf die Hochaltar-Leinwand projiziert.
Sie hielten ihre Arme waagrecht, um an die Körperhaltung der Kreuzigung zu erinnern.
Während der vergangenen
Fastenzeit ließ der Pfarrer am Hochaltar ein sogenanntes ‘Fastentuch’ anbringen (siehe Bild).
Dazu der
Pfarrer: „Das mit zwei dünnen, beinahe unsichtbaren Stahlseilen von der Decke des Altarraumes abgehängte
Fastentuch ist knapp 4 x 5 Meter groß und besteht aus 25 Holzrahmen, die mit originalen militärischen
Tarnstoffen bespannt sind. 14 verschiedene Nationen sind mit ihren typischen Camouflagemustern vertreten.
Alle zusammen ergeben ein harmonisches Bild, das in ästhetischer Übereinstimmung mit dem barocken Hochaltar
der Kirche alle Funktionen eines Fastentuches erfüllt.“
Die Werktagsmessen zelebriert der Priester in
einer kleinen Nebenkapelle.
Den Altar der Kapelle bezeichnet ‘Cathcon’ als den „entsetzlichsten der Welt“:
„Jeder, der einen schlimmeren Altar findet, der noch ungeeigneter ist, um das heilige Meßopfer darzubringen,
ist herzlich eingeladen, mir ein Bild zu senden.“
Liturgische Barockgewänder sind an der Wand der Werktagskapelle
hinter Glas ausgestellt.
„Das denkt sich der Pfarrer offensichtlich über die Symbole seines Priestertums“,
kommentiert ‘cathcon’: „Sie werden zur Schau gestellt, aber nicht länger verwendet.“
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#9
Athanasius 20:42:03 | Mittwoch, 14. September 2005
#8
a-man 20:35:40 | Mittwoch, 14. September 2005
#7
Athanasius 18:00:57 | Mittwoch, 14. September 2005
#6
Leopold 17:16:47 | Mittwoch, 14. September 2005
#5
Benedikt 15:29:33 | Mittwoch, 14. September 2005
#4
Sulpicius 15:23:47 | Mittwoch, 14. September 2005
#3
Evelin 15:20:56 | Mittwoch, 14. September 2005
#2
mrnka 15:05:01 | Mittwoch, 14. September 2005
#1
splattergay † 14:02:20 | Mittwoch, 14. September 2005