07:53:00 | Donnerstag, 15. September 2005
Escriva und Dämonen + Geschwisterliche Gratulation + Undurchsichtig + Ein neuer Johannes XXIII. + Neuer Christus
Escriva und DämonenVatikan. Am gestrigen Festtag der Kreuzerhöhung versammelten sich rund 20.000 Pilger
zur mittwöchlichen Generalaudienz auf dem Petersplatz. Papst Benedikt XVI. legte dabei Psalm 131 aus.
Er forderte in seiner Ansprache, Gott ins Zentrum des gesellschaftlichen Lebens zu rücken: „Gott und
der Mensch wandern gemeinsam durch die Geschichte – und der Tempel hat die Aufgabe, diese Gemeinschaft
sichtbar zu machen.“ Im Rahmen der Audienz segnete der Heilige Vater eine Statue des Gründers des Opus
Dei, des hl. Josemaria Escriva († 1975). Die Statue befindet sich
seit kurzem in einer Nische an der linken
Außenwand des Petersdoms. Benedikt XVI. begrüßte auch die Teilnehmer eines Treffens italienischer Exorzisten.
Er ermutigte die Priester, die Dämonen unter der „wachsamen Aufmerksamkeit ihrer Bischöfe“ auszutreiben.
Geschwisterliche Gratulation„Wir gratulieren der protestantischen Vereinigung, daß sie den Mut gehabt
hat, aus dem Projekt der überkonfessionellen Übersetzung der Heiligen Schrift auszusteigen. Es ist nur
folgerichtig, daß verschiedene Glaubensauffassungen auch zu verschiedenen Bibelübersetzungen führen
müssen. Hoffentlich nutzt die offizielle katholische Kirche diese nicht selbst erkämpfte, sondern in
den Schoß gefallene Chance und legt wieder solche Bibelübersetzungen auf, die ganz und gar auf dem Fundament
des katholischen Glaubens stehen.“
Pater Peter Lang fsspx im Gespräch mit kathnews.de über den jüngsten
Rückzug der Protestanten aus dem ökumenischen Projekt der Einheitsübersetzung der Bibel.Undurchsichtig
USA. US-Präsident George W. Bush
ernannte kürzlich John Roberts zum Vorsitzenden des Obersten Gerichtes
des Landes. In neokonservativen Medien wurde Roberts als praktizierender Katholik und – vielleicht voreilig –
als energischer Gegner der Kinderabtreibung und
des Homo-Konkubinates gepriesen. Ein politisch liberal
ausgerichteter Jurist, der mit Roberts in der Anwaltspraxis ‘Horgan & Hartson’ zusammenarbeitete, sagte
zur Person des neuen Obersten Richters: „Ich habe mit John Roberts über tausendmal zu Mittag oder zu
Abend gegessen. Würden sie mich fragen, was er über irgendein Gebiet denkt – außer, ob er Speck, Blattsalat
und Tomaten einem Thunfischgericht vorzieht – ich könnte es ihnen nicht sagen.“
Ein neuer Johannes XXIII.
Großbritannien. Der Oberbürgermeister von London, Ken Livingstone, erklärte am Dienstag, daß die
Ansichten des islamischen Predigers Jusuf al-Qaradaui (79) mit jenen von Papst Johannes XXIII. vergleichbar
seien. Dies berichtet die britische Tageszeitung ‘Times’. Imam al-Qaradaui wurde in Ägypten geboren und
ist das geistliche Oberhaupt der ‘Muslimischen Bruderschaft’. Von vielen Moslems wird er als ein moderater
Konservativer, von westlichen Beobachtern als ein gefährlicher Radikaler und von muslimischen Gegnern
als zu lax bezeichnet. Imam al-Qaradaui setzt sich für die Gleichberechtigung der Frau ein und erklärt
den Genuß von Schweinefleisch für erlaubt. Der sozialistische Bürgermeister von London sagte, daß
Imam al-Qaradaui der höchste islamische Gelehrte sei, der die Öffnung seiner Religion zur Welt propagiere.
Neuer ChristusGroßbritannien. Universitätsprofessoren kürten den englischen Fußballspieler David
Beckham auf einem dreitägigen Kongreß an der schottischen Universität Paisley zum „Jesus der Konsumgesellschaft“.
Dies berichtete die kirchenfeindliche britische Zeitung ‘The Guardian’. Der Fußballer stehe für Begriffe
wie Erlösung und Auferstehung, meinte ein Professor für Sozialwissenschaft: „Nicht ich sage, daß er
ein Pseudo-Christus ist: So wird er dargestellt und so stellt er sich selber dar.“ Der Professor sprach
gestern abend zum Thema „David Beckham als Christus-Parabel“. Als Beweis sollen unter anderem die Kruzifix-Tätowierung
des Fußballers oder seine „Jesus-Posen“ in verschiedenen Boulevardmagazinen dienen. Ein anderer Professor
meinte, daß Beckham eher alle Qualitäten eines König Arthur repräsentiere. König Arthur ist eine
wichtige Gestalt der britischen Mythologie. Dort tritt er als Idealtyp eines Königs auf.
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#2
Athanasius 14:27:01 | Donnerstag, 15. September 2005
#1
Benedikt 10:37:12 | Donnerstag, 15. September 2005