Deutschland
Kurzes Fegefeuer
Der Bischof von Regensburg rehabilitierte Anfang der Woche einen Rebellenpfarrer. Er sei froh und dankbar, erklärte der Bischof, den Priester wieder in Dienst nehmen zu können.
(kreuz.net, Regensburg) Der Bischof von Regensburg, Mons. Gerhard Ludwig Müller, hat die Suspendierung von Pfarrer Hans Trimpl am letzten Montag aufgehoben.

Pfarrer Trimpl hatte zuvor in einem persönlichen Schreiben an Bischof Müller versichert, daß er seine Weiheversprechen bejahe. Das Schreiben ist mit dem 25. August datiert.

Er wolle „auf Grund der sakramentalen Struktur der Kirche die Einheit mit dem Bischof und dem Presbyterium von Regensburg gemäß dem II. Vaticanum“ leben, erklärte Pfarrer Trimpl reumütig.

Er bat in dem Schreiben um die Aufhebung der gegen ihn erlassenen kirchenrechtlichen Maßnahmen. Trimpl war im Sommer 2004 von Bischof Müller suspendiert worden.

Der Priester ist Mitglied der kirchenfeindlichen Vereinigung ‘Aktionskreis Regensburg’. In dessen Zeitung ‘Pipeline’ fand Trimpl wiederholt relativ unfreundliche Worte zur Amtsführung seines Diözesanbischofs.

Nach einer ersten Ermahnung von Seiten des Bischofs unterzeichnete Trimpl im Juli letzten Jahres ein Gehorsamsversprechen gegenüber seinem Oberhirten.

Zugleich beauftragte er aber einen Münchner Rechtsanwalt, beim Verwaltungsgericht Regensburg einen Eilantrag gegen den Bischof einzureichen. Dieser hätte den Bischof mit einem Strafgeld von bis zu 250.000 Euro oder einer Ordnungshaft bedroht.

Angebliches Delikt des Bischofs: Er habe in einer Predig von „Heuchlern“ und „Pharisäern“ unter seinen Untergebenen gesprochen.

Der Bischof von Regensburg erfuhr erst vom Verwaltungsgericht von der Unterlassungsklage seines Priesters gegen ihn.

Nachdem der Priester auf stur stellte und nicht mehr mit sich reden ließ – er sagte einen Gesprächstermin kurzfristig telefonisch ab – suspendierte ihn Bischof Müller im Juli 2004 vom Priestertum.

Daraufhin appellierte Pfarrer Trimpl gegen seine Suspendierung bei der vatikanischen Kleruskongregation. Doch diese bestätigte das Vorgehen des Bischofs. Trimpl legte gegen den Entscheid aus Rom Berufung ein – und scheiterte ein zweites Mal.

Bischof Müller unterstrich mehrmals, daß der Priester jederzeit „den Weg zurückfinden“ könne. Er müsse aber die Glaubensinhalte und die Verfaßtheit der Katholischen Kirche aufgrund seines Weiheversprechens anerkennen.

Diese Bedingung dürfte jetzt erfüllt worden sein.

„Dies ist ein guter Tag für die Kirche von Regensburg“, kommentierte der Bischof von Regensburg die Rehabilitierung des Priesters:

„Ziel der Kirche und das Anliegen Gottes ist die Versöhnung und die Einheit unter den Menschen und gerade den Gläubigen. Viele Gebete haben diesen langen und schwierigen Weg der Entscheidung von Pfarrer Hans Trimpl begleitet, für die ich sehr dankbar bin.“
      
6 Lesermeinungen
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#6   Finthen   22:41:54 | Freitag, 16. September 2005
„Kirchenfeindlicher“ AKR? Eine Verleumdung!
Klarstellungen:
1. Hat Trimpl je etwas anderes gesagt als er am 25.8. unterschrieben hat?
2. Woher der Sinneswandel beim Bischof? Kommt er aus dem innersten Kern des Bischofsamtes oder ist er von außen erzwungen und zweckgebunden? Wird da eine Hürde auf dem Weg zum Kardinal genommen?
3. Hat GLM eine Kröte geschluckt? Immerhin war er kurz vorher zu Kard. Wetter zitiert.
4. Trimpl bekommt die 600.- € Altersvergütungsabzug über das letzte Jahr hin erstattet. Wohl auch die Vorauszahlung an die Signatur.
5. Mitgliedschaft im AKR war kein Thema mehr. Was ist an Reformwünschen so „kirchenfeindlich“?
6. Hat sich der Bischof für die Rufschädigung an Trimpl entschuldigt, um ihm so den Weg zurück in die Seelsorge nicht zu verunmöglichen? Oder hat der Bischof vor, ihn selber in eine neue Pfarrei einzuführen als einen untadeligen und gut beleumundeten Seelsorger?
7. Wird sich der Bischof allen anderen Kompromittierten versöhnt, z.B. mit Jilek, Felber, Winkler, Wallner, AKR, WsK u.d.m. Oder wird das Problem vatikanisch elegant so gelöst: GLM Erzbischof von München und Gegenfurtner Bischof von Eichstätt?
8. Wie wäre es mit einem Versöhnungsfest? Siegfried Felber hat schon lange eine Eucharistiefeier mit all den „angeschwärzten Schafen des Bischofs“ vorgeschlagen. Ich bete darum zu Gott schon sehr lange.
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#5   Peccator   08:35:52 | Freitag, 16. September 2005
Ziel der Kirche?
„Ziel der Kirche und das Anliegen Gottes ist die Versöhnung und die Einheit unter den Menschen und gerade den Gläubigen.“
Da habe ich aber etwas anderes gelernt und auch der Kathechismus lehrt hier etwas anderes. Ziel der Kirche ist die Verkündigung der Wahrheit um alle Menschen zum ewigen Heil in Jesus Christus zu führen. Es ist wird aber seit dem II. Vatikanischen Konzil die Einheit über die Wahrheit gestellt. So etwas sollte sich mal ein Wissenschaftler erlauben.
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#4   zwobbel   08:03:17 | Freitag, 16. September 2005
an Benedikt
„aber warum immer gleich das Schlimmste annehmen?“
Naja, vielleicht einfach Lebenserfahrung?
Wenn man oft genug das Gute erhofft hatte, aber jedesmal von den Menschen enttäuscht wurde, wenn man trotz eigener Gutwilligkeit nur Niedertracht von Seiten der Modernisten erlebt hat, dann wird man eben so.
Die politisch Linken, ebenso wie die kirchlich modernen faseln den ganzen Tag von „Toleranz“ und sind selbst so penetrant in ihren Positionen festgefahren. Wer sie nicht gut findet – obwohl Toleranz von „Erdulden“ kommt, nicht von gutheißen – wird abgekantet. Aber sie selbst erdulden die anderen Positionen nicht, sondern grenzen militant aus.
Aber gut, Dir zu liebe hoffen wir, daß dieser seltsame Pfarrer da der erste dieses Typus ist, der sich wirklich bekehrt hat.
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#3   Toby   18:20:34 | Donnerstag, 15. September 2005
Umdenken?
Das wage ich eher zu bezweifeln. Was soll Hochwürden auch sonst machen, als sich fügen!? Nach echter Bekehrung sieht das ncht gerader aus … Aber da sieht man einmal wieder, wohin rein formaler Gehorsam führen kann.
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#2   Benedikt   17:41:29 | Donnerstag, 15. September 2005
@ bonifatius
Naja, möglich ist es, aber warum immer gleich das schlimmste annehmen? Es ist gut ein Jahr vergangen, da kann schon ein Umdenken eingesetzt haben. Es wurde ja sicher auch fleißig für ihn gebetet…
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#1   bonifatius   17:36:48 | Donnerstag, 15. September 2005
Wer hat Trimpl so falsch beraten?
Nachdem Herr Trimpl alle möglichen und fast unmöglichen Widerspruchswege erfolglos beschritten hatte sieht er keinen Ausweg. Deshalb bezweifle ich, ob seine „Reue“ aus Einsicht und Lauterkeit kommt. Hoffentlich irre ich mich.
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