08:41:08 | Freitag, 16. September 2005
Der Papst wartet immer noch + Storniert + Angriff abgewehrt + „Ermutigend“ + Dicke Post + Die schönen Tugenden
Der Papst wartet immer nochVatikan. Gestern empfing Papst Benedikt XVI. in der päpstlichen Sommerresidenz
in Castelgandolfo bei Rom die beiden Jerusalemer Oberrabbiner Yona Metzger und Schlomo Mosche Amar. Die
beiden Rabbiner forderten die Heiligen Vater auf, die Schändung von Synagogen und andere Formen von Antisemitismus
zu verurteilen. Im Gegenzug wies der Papst auf die nach wie vor schwierige Lage der Christen im Heiligen
Land hin: „Während die diplomatischen Beziehungen zwischen dem Heiligem Stuhl und Israel zu festeren
und dauerhafteren Formen der Zusammenarbeit geführt haben, warten wir immer noch auf
die Erfüllung des
Grundlagenabkommens in einigen Punkten“. Das Treffen fand anläßlich des 40. Jahrestages des Konzilsdokumentes
„Nostra Aetate“ statt.
StorniertTürkei. Die türkische Regierung hat die päpstlichen Reisepläne
nach Konstantinopel – Istambul – durchkreuzt. Der dortige Ökumenische Patriarch, Bartholomäus I., hatte
den Heiligen Vater zur
diesjährigen Feier des Andreasfestes am 30. November nach Istanbul eingeladen.
Doch gestern gab das türkische Außenministerium überraschend bekannt, daß der Staatspräsident den
Papst erst in einem Jahr erwarte. Die türkische Tageszeitung ‘Hürriyet’ kommentierte: Die Regierung
fürchtete, daß sich der Papst
gegen den EU-Beitritt der Türkei aussprechen könnte.
Angriff abgewehrt
Österreich. Das österreichische Justizministerium hat einen Vorstoß des Gesundheitsministeriums der
Alpenrepublik zur Einführung der Präimplantationsdiagnostik – die
Aussiebung behinderte Kleinstkinder
im Reagenzglas – zurückgewiesen. Gestern Nachmittag zog das Gesundheitsministerium seine Pläne zurück
und ließ die Behindertenselektion aus der Ministerratsvorlage streichen. Diesbezügliche Gesetzesänderungen
sind damit auf unbestimmte Zeit verschoben. Das ist für die österreichischen Behinderten allerdings
nur ein kleiner Trost. Sie besitzen im Land kein Lebensrecht und können nach ihrer Entdeckung bis zur
Geburt abgetrieben werden.
„Ermutigend“Rußland. Ein enger Mitarbeiter des orthodoxen Patriarchen Alexij
II. von Moskau, Vsevolod Chaplin, hat Kardinal Kasper für dessen klare Absage an den Proselytismus gelobt.
Unter dem Proselytismus versteht man die Missionierung Andersgläubiger. Die Orthodoxen klagen die katholische
Kirche in Rußland immer wieder an, ihre Schäfchen abzuwerben. Wörtlich bezeichnete Chaplin die Aussage
Kardinal Kaspers als „ermutigend“. Der weitaus größte Anteil der russischen Bevölkerung ist der Kirche
entfremdet.
Dicke PostUSA. Eine katholische Homepage in den USA publizierte gestern abend die Schlagzeile:
„Sie schreiben Ihrem Bischof und brauchen eine Briefmarke?“ und versah die Überschrift mit einem Link.
Wer ihn anklickt gelangt zur Abbildung einer gültigen US-Marke, die einen Atompilz mit dem Begleittext
„Vatikan II“ zeigt. Untertitel: „Mass Destruction“. Dieser englische Ausdruck erlaubt zwei Übersetzungen:
„Massenvernichtung“ oder „Vernichtung der Messe“. In einem Internet-Forum wird dazu der polnischstämmige
englische Schriftsteller Joseph Conrad († 1924) zitiert: „Nichts wird so leicht für eine Übertreibung
gehalten wie die Schilderung der reinen Wahrheit.“
Die schönen TugendenDie Aufnahme Mariens in den
Himmel zeige die himmlische Bestimmung jedes Menschen: „Es ist der ganze Mensch, der gerettet wird.“ Diese
Bestimmung unterliege aber in einer „vom Irdischen faszinierten Zeit“ ständig der Gefahr, vergessen zu
werden. Deshalb müsse man sich vor Augen halten, daß der „Eintritt in die ewige Schönheit“ nur dann
möglich sei, wenn „wir den Leib heilig halten“. Gott werde besonders in unseren Zeiten im Leibe verunehrt.
Er wird in gehaßten Menschen geschunden und getötet, in Kindern in fernen Ländern ausgehungert, bei
uns noch als Ungeborener im Mutterleib getötet. Er wird frech und schamlos der Lust ausgesetzt: ein Lügenbild
der Schönheit. Er wird aus dem Heiligtum der Ehe hinausgezerrt.“ Diese Tatsachen machten es nötig, zur
christlichen Vollkommenheit und zum Streben nach den schönen Tugenden zurückzukehren, die den Leib heilig
halten und ihn für die ewige göttliche Schönheit fähig machen.
Auszug aus einer Predigt des scheidenden
Apostolischen Nuntius in Österreich, Mons. Georg Zur, beim Festgottesdienst Maria Himmelfahrt am 15.
August 2004 im Wiener Stephansdom. Der Erzbischof wurde zum Fest Kreuzerhöhung im Wiener Stephansdom
verabschiedet.
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#13
tctees 03:06:20 | Samstag, 17. September 2005
#12
Benedikt 15:20:07 | Freitag, 16. September 2005
#11
Stimme aus dem Tradiland 15:15:31 | Freitag, 16. September 2005
#10
Lota 15:09:00 | Freitag, 16. September 2005
#9
Credo 15:03:27 | Freitag, 16. September 2005
#8
Stimme aus dem Tradiland 12:52:36 | Freitag, 16. September 2005
#7
Benedikt 12:30:39 | Freitag, 16. September 2005
#6
Marcel 12:26:29 | Freitag, 16. September 2005
#5
Benedikt 11:49:52 | Freitag, 16. September 2005
#4
Marcel 11:25:01 | Freitag, 16. September 2005
#3
Benedikt 11:07:56 | Freitag, 16. September 2005
#2
zwobbel 10:05:45 | Freitag, 16. September 2005
#1
Ignatius 09:39:42 | Freitag, 16. September 2005