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Der Papst wartet immer noch + Storniert + Angriff abgewehrt + „Ermutigend“ + Dicke Post + Die schönen Tugenden
Der Papst wartet immer noch

Vatikan. Gestern empfing Papst Benedikt XVI. in der päpstlichen Sommerresidenz in Castelgandolfo bei Rom die beiden Jerusalemer Oberrabbiner Yona Metzger und Schlomo Mosche Amar. Die beiden Rabbiner forderten die Heiligen Vater auf, die Schändung von Synagogen und andere Formen von Antisemitismus zu verurteilen. Im Gegenzug wies der Papst auf die nach wie vor schwierige Lage der Christen im Heiligen Land hin: „Während die diplomatischen Beziehungen zwischen dem Heiligem Stuhl und Israel zu festeren und dauerhafteren Formen der Zusammenarbeit geführt haben, warten wir immer noch auf die Erfüllung des Grundlagenabkommens in einigen Punkten“. Das Treffen fand anläßlich des 40. Jahrestages des Konzilsdokumentes „Nostra Aetate“ statt.

Storniert

Türkei. Die türkische Regierung hat die päpstlichen Reisepläne nach Konstantinopel – Istambul – durchkreuzt. Der dortige Ökumenische Patriarch, Bartholomäus I., hatte den Heiligen Vater zur diesjährigen Feier des Andreasfestes am 30. November nach Istanbul eingeladen. Doch gestern gab das türkische Außenministerium überraschend bekannt, daß der Staatspräsident den Papst erst in einem Jahr erwarte. Die türkische Tageszeitung ‘Hürriyet’ kommentierte: Die Regierung fürchtete, daß sich der Papst gegen den EU-Beitritt der Türkei aussprechen könnte.

Angriff abgewehrt

Österreich. Das österreichische Justizministerium hat einen Vorstoß des Gesundheitsministeriums der Alpenrepublik zur Einführung der Präimplantationsdiagnostik – die Aussiebung behinderte Kleinstkinder im Reagenzglas – zurückgewiesen. Gestern Nachmittag zog das Gesundheitsministerium seine Pläne zurück und ließ die Behindertenselektion aus der Ministerratsvorlage streichen. Diesbezügliche Gesetzesänderungen sind damit auf unbestimmte Zeit verschoben. Das ist für die österreichischen Behinderten allerdings nur ein kleiner Trost. Sie besitzen im Land kein Lebensrecht und können nach ihrer Entdeckung bis zur Geburt abgetrieben werden.

„Ermutigend“

Rußland. Ein enger Mitarbeiter des orthodoxen Patriarchen Alexij II. von Moskau, Vsevolod Chaplin, hat Kardinal Kasper für dessen klare Absage an den Proselytismus gelobt. Unter dem Proselytismus versteht man die Missionierung Andersgläubiger. Die Orthodoxen klagen die katholische Kirche in Rußland immer wieder an, ihre Schäfchen abzuwerben. Wörtlich bezeichnete Chaplin die Aussage Kardinal Kaspers als „ermutigend“. Der weitaus größte Anteil der russischen Bevölkerung ist der Kirche entfremdet.

Dicke Post

USA. Eine katholische Homepage in den USA publizierte gestern abend die Schlagzeile: „Sie schreiben Ihrem Bischof und brauchen eine Briefmarke?“ und versah die Überschrift mit einem Link. Wer ihn anklickt gelangt zur Abbildung einer gültigen US-Marke, die einen Atompilz mit dem Begleittext „Vatikan II“ zeigt. Untertitel: „Mass Destruction“. Dieser englische Ausdruck erlaubt zwei Übersetzungen: „Massenvernichtung“ oder „Vernichtung der Messe“. In einem Internet-Forum wird dazu der polnischstämmige englische Schriftsteller Joseph Conrad († 1924) zitiert: „Nichts wird so leicht für eine Übertreibung gehalten wie die Schilderung der reinen Wahrheit.“

Die schönen Tugenden

Die Aufnahme Mariens in den Himmel zeige die himmlische Bestimmung jedes Menschen: „Es ist der ganze Mensch, der gerettet wird.“ Diese Bestimmung unterliege aber in einer „vom Irdischen faszinierten Zeit“ ständig der Gefahr, vergessen zu werden. Deshalb müsse man sich vor Augen halten, daß der „Eintritt in die ewige Schönheit“ nur dann möglich sei, wenn „wir den Leib heilig halten“. Gott werde besonders in unseren Zeiten im Leibe verunehrt. Er wird in gehaßten Menschen geschunden und getötet, in Kindern in fernen Ländern ausgehungert, bei uns noch als Ungeborener im Mutterleib getötet. Er wird frech und schamlos der Lust ausgesetzt: ein Lügenbild der Schönheit. Er wird aus dem Heiligtum der Ehe hinausgezerrt.“ Diese Tatsachen machten es nötig, zur christlichen Vollkommenheit und zum Streben nach den schönen Tugenden zurückzukehren, die den Leib heilig halten und ihn für die ewige göttliche Schönheit fähig machen.

Auszug aus einer Predigt des scheidenden Apostolischen Nuntius in Österreich, Mons. Georg Zur, beim Festgottesdienst Maria Himmelfahrt am 15. August 2004 im Wiener Stephansdom. Der Erzbischof wurde zum Fest Kreuzerhöhung im Wiener Stephansdom verabschiedet.
      
13 Lesermeinungen
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#13   tctees   03:06:20 | Samstag, 17. September 2005
kreuzmeldungen Vatican II Poster
Ich kann nicht die Sprache sprechen, aber ich mag dieses website. Gott segnen Sie.
Ist hier das Massenzerstörungsplakat Vatican II: www.cafepress.com/tctees24.9273853
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#12   Benedikt   15:20:07 | Freitag, 16. September 2005
@ Lota
Auf der Homepage von Radio Vatikan gibts das ganze in Deutsch. Allerdings können die Redakteure dort offenbar nicht zwischen einer Messe auf Latein und dem Tridentinischen Ritus unterscheiden, was ein bezeichnendes Bild auf die Qualität von RV wirft.
–-- was für ein Witz, ich wollte eben den Link heraussuchen… die Seite auf RV gibt es nicht mehr…
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#11   Stimme aus dem Tradiland   15:15:31 | Freitag, 16. September 2005
Ich glaube es erst, wenn es soweit kommt,
aber wahrscheinlich wird die „Freigabe der alten Messe“ schon Klauseln enthalten, die das Ganze wirkungslos machen z.B. „nach den Vorgaben oder in Übereinstimmung mit dem Ortsbischof“ (d.h. in der Regel: gar nicht).
Oder – alternativ – „dort, wo die nationale Bischofskonferenz ein Bedürfnis sieht“ (also nirgends…). Bis zum Beweis des Gegenteils erwarte ich mir nichts anderes als einen Propaganda-Coup…
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#10   Lota   15:09:00 | Freitag, 16. September 2005
@Credo: zum Allgemeinen Indult
Der Artikel geht auf folgenden Bericht im Irish Independent zurück.
POPE Benedict XVI will soon begin to put his stamp on the Papacy by lifting the near total ban on the Old Mass as well as trying to restore „a sense of the sacred“ to the New Mass, a Church expert says.
The prediction by Professor Eamonn Duffy, a Cambridge-based historian, comes ahead of a major Church meeting in Rome next month which will focus on the Mass and the Eucharist amid growing concerns that the Mass has become too banal and that many Catholics no longer have a proper understanding of what it is about.
Professor Duffy was speaking at the agm of the National Conference of Priests of Ireland. He said he believed it was „extremely likely that Pope Benedict will lift the restrictions on the celebration of the Tridentine liturgy“.
The Tridentine Mass was the version offered throughout the Church prior to the Second Vatican Council of 1962-1965. It was said in Latin with the priest facing in the same direction as the congregation.
Falls sich jemand registrieren will kommt man zum Original www.unison.ie/…pendent/stories.php3?ca=27&si=14672…
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#9   Credo   15:03:27 | Freitag, 16. September 2005
Heilige Messe
Weiß jemand mehr über den Sachverhalt von diesem Link?
Kommt die weltweite Freigabe der ‘Alten Messe’ durch Papst Benedikt?
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#8   Stimme aus dem Tradiland   12:52:36 | Freitag, 16. September 2005
Einige interessante kreuz.net-Kurzmeldungen
Zu jeder könnte man einiges sagen, z.B. zum Jahrestag von Nostra Aetate und der Form, in der ihn der Hl. Vater begeht.
Ich beschränke mich aber auf das folgende Zitat:
Die türkische Tageszeitung ‘Hürriyet’ kommentierte: Die Regierung fürchtete, daß sich der Papst gegen den EU-Beitritt der Türkei aussprechen könnte.
Dies als Begründung, warum der Hl. Vater nicht am 30. November 2005 nach Byzanz reisen soll.
Der Hl. Vater sollte nach diesem Affront überhaupt nicht in die Türkei reisen und sich mit Nachdruck gegen deren EU-Beitritt aussprechen: Das wäre die richtige Antwort!
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#7   Benedikt   12:30:39 | Freitag, 16. September 2005
@ Marcel
Merkt man Ihnen die Freude auf das Wochenende und vor allem auf die hl. Messe am Sonntag an?
Allerdings…;-) zumal ich und die anderen Teilnehmer am Schluss dieser Messe mit der Staurothek, also der überaus bedeutenden Limburger Kreuzreliquie gesegnet werden…
… und Freude aufs Wochenende natürlich auch :-)
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#6   Marcel   12:26:29 | Freitag, 16. September 2005
Gut gesagt
Benedikt, das haben Sie gut gesagt.
Merkt man Ihnen die Freude auf das Wochenende und vor allem auf die hl. Messe am Sonntag an?
Daß sich – zumindestens innerhalb der Kirche – die richtige Position durchsetzen wird auf Dauer, darauf können wir bauen: denn in der Tat verhindert unser Herr Jesus Christus, daß die Pforten der Hölle Seine Kirche überwältigen.
Der Herr ist unser Trost und unsere Stärkung.
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#5   Benedikt   11:49:52 | Freitag, 16. September 2005
@ Marcel
Ich hätte auch nicht vermutet, dass dies so kommen könnte.
Grundsätzlich kann man sich doch die Sache einfacher machen: Es hat in der Kirche immer verschiedene theologische Strömungen gegeben, die Mystiker, die Minoriten usw., die alle auch immer einen gewissen Dissens mit Rom (bzw. Avignon) gehabt haben. So gibt es solche Strömungen auch jetzt wieder: Progressive, für die die Konzilstexte gar nicht entscheidend sind, sondern vielmehr der nebulöse „Geist d. Konzils“, und die Traditionalisten wie zB die FSSPX. Sowohl der, der ein Hochgebet dichtet, als auch der, der die alte Messe feiert, vertritt eine andere Strömung als die „offizielle“ Kirche.
Es wäre daher angemessen, wenn die Exkommunikationen der FSSPX-Bischöfe aufgehoben würden und die FSSPX allgemein als innerhalb der Kirche stehend anerkannt würde. Dann könnte man auch daran gehen, sich mit dem Konzil wirklich auseinander zusetzen, denn bisher hilft die FSSPX Kritik ja niemandem, sondern wird als unbeachtliches Schismatikergeschwätz abgetan. Die FSSPX könnte daher ihre Meinung beibehalten UND in die Kirche voll zurückkehren. Andere Auffassungen hat es immer gegeben, die richtige wird sich durchsetzen, dafür wird der Herr sorgen. Harren wir also der Dinge ;-)
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#4   Marcel   11:25:01 | Freitag, 16. September 2005
„Mass destruction“ – interessantes Wortspiel
Benedikt, Ihren Scherz finde ich gelungen.
Rahner war eine große Katastrophe für die Kirche, und es ist nach wie vor in höchstem Maße ungut, daß unser Papst sich mit diesem Kirchenzerstörer – inhaltlich – verbunden fühlt. Vom Rahner-Konzilskompendium gar nicht zu reden.
Daß übrigens die FSSPX auch nach der Audienz beim Papst logischerweise an ihrem Kurs der grundsätzlichen Kritik am V.II festhält, bestätigt der folgende kurze (englische) Brief Bischof Williamsons. Der Brief wird abgedruckt u.a. auf „The Remnant“, einer Publikation der katholischen Tradition, die unabängig von der FSSPX arbeitet:
Bishop Richard Williamson: A Few Thoughts for September www.remnantnewspaper.com/…ts_for_september.htm (URL).
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#3   Benedikt   11:07:56 | Freitag, 16. September 2005
Dicke Post
Jetzt ist auch endlich klar, was Bush & Co mit Saddams „Weapons auf Mass Destruction“ gemeint haben… vermutlich hatte Saddam ein Exemplar von Rahners Konzilskompendium in seiner Bibliothek ;-)))
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#2   zwobbel   10:05:45 | Freitag, 16. September 2005
Proselytismus
„Unter dem Proselytismus versteht man die Missionierung Andersgläubiger“
Eigentlich versteht man darunter nicht eine reguläre Missionierung im geistlich-theologischen Sinn, sondern eine Abwerbung mit weltlichen Mitteln: Geld, berufl. Vorteile, Ende von Repressalien usw.
Die kath Kirche in Russland hat diese Dinge nie getan.
Aber erhellend sind Betrachtungen über die Methoden einiger russ. Orthodoxer. Dann weiß man was Proselytismus. ist
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#1   Ignatius   09:39:42 | Freitag, 16. September 2005
Das V2 das einschlug wie eine Bombe
Super Briefmarke! Die US-Traditionalisten sind so schön kampfeslustig und wahrlich wir müssen alle kämpfen um die grässliche Glaubensvernichtung durch das V2 abzufedern, zu stoppen, rückgängig zu machen…
Gibts das Bild auch als Poster?
LEIDER ist das Bild ja wahr. :-(( Objektiv gesehen unter dem Wissen, dass das ewige Leben UNENDLICH mal wichtiger ist als das IRDISCHE Leben –- da gibt es eine ANALOGIE zwischen V2 und der Atombombe! Allerdings –- unter dieser Betrachtung der ANALOGIE! –- ist das V2 schlimmer noch weil man die Zerstörung der Kirche und des Glaubens ja nicht quantitativ messen kann und jeder Verlust einer Seele undarstellbar ist mit irdischen Maßstäben, worunter leider Gottes auch diese teuflische Atombombe fällt von diesen teuflischen Freidenkern.
(Antifa-Yersina, ich weiss dass du mich wieder missverstehen wirst, aber das liegt an DIR und deinem durch den Materialismus beschränkten Horizont. Pech für Kuh Elsa hätte Hallervorden gesagt (schon klar, ein blindes Huhn, aber auch das findet mal ein Korn).)
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