08:58:47 | Samstag, 17. September 2005
Der Papst wählt nicht + Keine Gnade + Mit schmutzigen Mitteln gegen Martin Hohmann + Definitionsprobleme + Auf Knien
Der Papst wählt nichtDeutschland. Der Bruder des Papstes, Mons. Georg Ratzinger (81), sprach gestern
mit dem Nachrichtendienst ‘Deutsche Welle’ über die morgigen Deutschen Bundestagswahlen. Er selber habe
bereits über die Post abgestimmt: „Ich habe Briefwahl gemacht, da ich fast nichts mehr sehe.“ Im Wahllokal
wäre er nicht zurechtgekommen, erklärt der Priester. Sein Bruder – der Papst – habe sich dagegen entschieden,
nicht zu wählen: „Er ist der Souverän des Vatikanstaats und hält es nicht für richtig, sich in die
Angelegenheiten eines anderen Staates einzumischen. Das haben wir so besprochen. Der Papst werde die Wahl
verfolgen: „Aber nicht mit ganz großer Leidenschaft.“
Keine GnadeMazedonien. Das Oberste Gericht von
Mazedonien entschied gestern Freitag, daß der serbisch-orthodoxe Erzbischof Jovan weiterhin in Haft bleiben
muß. Der Geistliche trat Ende Juli in Skopje eine 18monatige Haftstrafe wegen angeblicher „Verbreitung
von Haß auf religiöser und ethnischer Grundlage“ an. Hintergrund für die Gefängnisstrafe ist der seit
Jahrzehnten andauernde Streit über die Selbständigkeit der mazedonisch-orthodoxen Kirche. Diese wurde
1967 mit Hilfe der Kommunisten von Marschall Tito errichtet, allerdings von der Weltorthodoxie nie anerkannt.
Die Inhaftierung des Erzbischofs erregte
internationales Aufsehen.
Mit schmutzigen Mitteln gegen Martin
HohmannDeutschland. Am Freitag morgen gegen 2.20 Uhr hat die Fuldaer Polizei zwei Zerstörer von Wahlplakaten
des
unabhängigen Bewerbers Martin Hohmann festgehalten. Es handelt sich um Mitglieder des Wahlkampfteams
des CDU-Kandidaten Michael Brand. Einer ist ein langjähriger, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der
CDU-Kreisgeschäftsstelle Fulda. Der andere ist der Vorsitzende der ‘Jungen Union’ der Stadt Fulda. Der
Kreis Fulda befindet sich im Osten von Hessen in Zentraldeutschland. Die beiden wurden auf frischer Tat
ertappt. Das Tatfahrzeug wird seit Jahren von der CDU-Kreisgeschäftsstelle genutzt. Mehrere Plakate waren
von den Tätern heruntergerissen sowie Plakatständer umgeworfen worden. Hohmann: „Ich hätte mir nicht
vorstellen können, daß die Kampagne der CDU gegen mich einen solch traurigen Höhepunkt erreicht.“ Der
Abgeordnete stellte einen Strafantrag gegen die Täter.
DefinitionsproblemeVatikan. José Kardinal
Saraiva Martins, Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, beantwortete
am vergangenen Mittwoch nach der Generalaudienz am Petersplatz einige Fragen zum Seligsprechungsprozeß
von Papst Johannes Paul II. Dies berichtete die römische Nachrichtenagentur ‘Zenit’. Der portugiesische
Kurienkardinal betonte, daß es im Fall von Papst Johannes Paul II. nicht angemessen sei, von einem „Martyrium“
zu sprechen. Ein Martyrium sei „vom theologischen, historischen und kanonischen Standpunkt her betrachtet
etwas sehr Spezifisches und eindeutig definiert: Ein Märtyrer ist derjenige, der sein eigenes Leben hingibt;
der es vorzieht, für seinen Glauben zu sterben und sich töten läßt.“
Auf KnienEin
katholisches
Net-Tagebuch veröffentlichte kürzlich das Bild eines Werbeschildes vor einer Baptistenkirche in den
USA. Damit soll aufmerksam gemacht werden, auf welche Nachrichten der liebe Gott reagiert. Der Text lautet
„Gott antwortet auf Knie-Mail“ und stellt im Englischen ein Wortspiel mit dem Ausdruck „Email“ dar.
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