07:56:49 | Sonntag, 18. September 2005
Chinesische Ränkespiele + Hausgemachte vatikanische Terrorprobleme + Femininer Kapuziner + Erste Früchte der Repression + Schmerzhafte Wahrheit
Chinesische RänkespieleChina. Die chinesischen Behörden und der Vatikan verhandeln angeblich darüber,
ob
die chinesischen Bischöfe, die vom Vatikan für die kommende Bischofssynode eingeladen wurden, nach
Rom reisen dürfen. Nach der Einladung
hatte ein Sprecher der ‘Patriotischen Vereinigung’ erklärt, daß
die Einladung in den Vatikan aus politischen Gründen abgelehnt worden sei. Die ‘Patriotische Vereinigung’
ist eine vom Staat kontrollierte Gegenkirche, die 1957 vom kommunistischen Regime gegründet wurde, um
die in die Illegalität gedrängte Katholische Kirche zu unterlaufen. Nun würdigte der Regierungsverantwortliche
für die Religionen nach einem Bericht der römischen Nachrichtenagentur ‘AsiaNews’ die Einladung des
Papstes. Er bezeichnete sie als ein „Zeichen der Harmonie“. Doch den eingeladenen Bischof der verfolgten
Untergrundkirche betrachte er nicht als Bischof.
Hausgemachte vatikanische TerrorproblemeVatikan. Zwischen
der vatikanischen Gendarmerie und der Schweizer Garde herrschen seit Jahren Spannungen und Koordinationsprobleme.
Das bestätigte Enrico Martinelli, 14 Jahre lang Leiter der Sicherheitsdienste im Vatikan, gegenüber
dem am Freitag erschienenen italienischen Boulevardmagazin „Panorama“. Die beiden Ordnungskräfte hielten
sich gegenseitig für inkompetent und würden deshalb schlecht zusammenarbeiten, so Martinelli: „Der Mangel
an Koordination ist für die Sicherheit des Papstes noch gefährlicher als der islamistische Terrorismus.“
Femininer KapuzinerItalien. Die Blutstränen, die eine Statue des heiligen Pater Pio in der italienischen
Stadt Marsicovetere geweint haben soll, sind wohl nicht übernatürlichen Ursprungs. Marsicovetere liegt
in der Region Basilicata, südlich von Rom. Untersuchungen im Labor ergaben, daß das Blut von einer Frau
stammt. Die Meldung von den Bluttränen waren im vergangenen Mai von der Lokalpresse verbreitet worden.
Nach einem Bericht der italienischen Nachrichtenagentur ‘Ansa’ bestätigt die Kirche
solche Phänomene
nur selten: „Zwischen 1905 und 2002 anerkannte der Vatikan nur zwölf übernatürliche Ereignisse. Gleichzeitig
verwarf er 284.“
Erste Früchte der RepressionÖsterreich. Seit zwei Monaten sind die Kinderschlachthöfe
in Wien
durch die Einführung eines sogenannten Wegweiserechtes quasi unter Polizeischutz gestellt. Die
repressive Maßnahme wurde mit den Stimmen der Sozialisten und Christdemokraten erlassen. Beide Parteien
setzten sich für die Kinderabtreibung ein. Bisher sind sieben Lebensschützer in Wien aufgrund des neuen
Gesetzes aus dem Umkreis von Kinderschlachthöfen verwiesen worden. Nach Angaben eines kinderfeindlichen
feministischen Nachrichtenportals würden die Lebensrechtler jetzt schwangeren Müttern, die ihre Kinder
in den Schlachthof tragen, nicht mehr „nachlaufen“. Seit dem Inkrafttreten des Wegweiserechtes Mitte Juli
gebe es sogar einzelne Tage, an denen die Lebensrechtler keine Beratungen vor Kinderschlachthöfen anbieten
würden.
Schmerzhafte WahrheitDeutschland. Kürzlich hat der Benediktinerpater Michael Gebhart von
der Abtei Weltenburg den untreuen Seelen seiner Pfarrei Teuerting in der Predigt den Kopf gewaschen. Teuerting
im Kreis Kelheim befindet sich in Niederbayern. Doch statt in Sack und Asche zu gehen, fühlten sich die
getadelten Sünder bei der Ehre gepackt. Anfang letzter Woche titelte ein Lokalblatt „Pater beleidigt
seine Gemeinde“. Der Benediktiner hatte seine Schäfchen darauf hingewiesen, daß die Sonntagsmesse wichtiger
ist als ein Zeltlager. Doch deswegen ist die reulose ‘Katholische Landjugend’ der Pfarrei beleidigt. Dabei
hat sich der Pater sogar entschuldigt. Doch die ‘Landjugend’ schmollt angeblich immer noch, weil sie in
der Stellungnahme des Priesters nicht eigens erwähnt worden sei. Einige von ihnen würden – wenn überhaupt –
lieber ins Nachbarsdorf zur Heiligen Messe fahren.
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