„Die Mädchen auf dem Weltjugendtag sehen atemberaubend aus“
Die stille Anbetung des Allerheiligsten bei der Vigil des Weltjugendtages sei für Papst Benedikt XVI. das tiefste Erlebnis seines Deutschlandbesuches gewesen. Hirtenwort als Rück- und Ausblick nach dem 20. Weltjugendtag. Von Joachim Kardinal Meisner.
(kreuz.net, Köln) „Wir haben seine Herrlichkeit gesehen“ (Joh 1,14), so endet der Prolog des Johannesevangeliums.
Das können wir auch als Resümee unter den Weltjugendtag schreiben.
Alle Seiten bestätigen uns, daß
nicht die organisatorischen Leistungen das Hervorstechende dieser gesegneten Tage waren, sondern die geistliche
und gläubige Tiefe der Begegnungen der Menschen mit Gott und untereinander.
Wir sollten uns hier als
gastgebende Erzdiözese an das Wort des Psalmisten erinnern: „Seele vergiß nicht, was er dir Gutes getan
hat“ (Ps 103,2).
Von so vielen Bischöfen, Priestern und gläubigen Menschen aus aller Welt erhalte ich
Dankesbriefe für das geistliche Ereignis Weltjugendtag 2005 in Köln. Gerne gebe ich den Dank weiter
an Sie alle, die durch Ihr Gebet, Ihre Gastfreundschaft, Ihre speziellen Dienste und durch Ihr Wohlwollen
an diesem gemeinsamen Werk mit beteiligt waren.
Vor diesem Hintergrund haben wir alle gemeinsam eine
große Konzelebration erlebt, die uns reich und ein wenig glücklich macht.
Als gastgebende Diözese
sind wir die am meisten Beschenkten! Welch tiefen und froh machenden Glauben haben uns junge Christen
aus aller Welt vorgelebt und unsere Städte gleichsam dynamisiert.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer
aus den ärmsten Ländern hatten uns die reichsten Glaubenserfahrungen mitgebracht.
Wir dürfen uns über
unsere Jugend freuen. Manche wollen gar nicht wahrhaben, daß die jungen Menschen wieder von einem echt
christlichen Format gekennzeichnet sind, wie eine Tageszeitung in einer ihrer Schlagzeilen zum Weltjugendtag
schreibt:
„Die Mädchen auf dem Weltjugendtag sehen atemberaubend aus. Sie wirken wie befreit von der
allgemeinen Pornografisierung. Sie sind unter das schützende Dach der Kirche geflüchtet.“
Dürfen wir
nicht auf unsere Kirche stolz sein, die trotz aller sexuellen Revolution das Bild vom reinen Menschen
bewahrt und gerettet hat, sodaß sie anziehend geblieben ist für junge Menschen aus aller Welt?
Besonders
beglückend ist für mich, von den vielen Herbergsgebern zu hören, wie viele gute Kontakte und Freundschaften
sich zwischen jungen Christen aus aller Welt und den gastgebenden Familien entwickelt haben.
Pannen bei
der Versorgung der Pilger, Verzögerungen bei der Abreise vom Marienfeld und andere unvermeidliche Belastungen
wurden durch herzliche und großzügige Gastfreundschaft ausgeglichen.
Ich bin ganz stolz auf die Rheinländer,
die den Weltjugendtag zu ihrem eigenen Anliegen gemacht haben und dort nicht fehlten, wo Hilfe, Ermutigung
und Begleitung nötig waren. Ich sage allen ganz herzlichen Dank!
Mein Dank gilt auch den evangelischen
und orthodoxen Gemeinden für ihre Hilfe, den Städten und Gemeinden und ihren Einrichtungen und Betrieben,
den Hilfswerken und allen Bürgerinnen und Bürgern, die uns bei der Durchführung dieses Weltjugendtags
in oft so großartiger Weise geholfen haben.
Auch die vielen Freiwilligen, die Langzeitfreiwilligen und
die Kurzzeitfreiwilligen, haben dazu beigetragen, daß der Weltjugendtag überhaupt durchgeführt werden
konnte.
Unsere Kernteams in den Gemeinden waren ebenso unverzichtbar, und ich rechne auch weiter auf
diese zuverlässigen Jugendlichen, die nun ihren Ertrag des Weltjugendtages hineintragen in unsere Gemeinschaften,
Familien- und Freundeskreise.
Der Weltjugendtag ist mit der Abreise des Papstes nicht zu Ende gegangen.
Vielmehr müssen wir sagen:
„Jetzt geht es erst richtig los“, indem wir aus diesem Riesengeschenk Konsequenzen
für den Alltag ziehen.
Was bei den Katechesen, die das Rückgrat des Weltjugendtages bildeten, durchgängig
zu Tage trat, war eine große Sehnsucht nach Gott, die sich aber oft kaum artikulieren konnte, weil es
vielen Jugendlichen einfach an Glaubenswissen und damit auch an sprachlichen Ausdrucksfähigkeiten fehlt.
Ich halte es für ein Geschenk der göttlichen Vorsehung, daß unmittelbar vor dem Weltjugendtag das
Kompendium des Katechismus der katholischen Kirche erschienen ist.
Es ist gleichsam das letzte Geschenk
des großen Papstes Johannes Paul II. an den von ihm noch einberufenen XX. Weltjugendtag in Köln.
In
diesem Kompendium ist der Weltkatechismus praktikabel aufbereitet in einem Schema von Fragen und Antworten,
sodaß ein leichterer Zugang zum Mysterium des Glaubens gegeben ist.
Ich bitte alle Priester, Diakone,
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im pastoralen Dienst der Kirche, alle Ehrenamtlichen, alle Pfarrgemeinderäte
und alle Eltern, dieses Katechismuskompendium zu erwerben und dann für die nächsten Jahre Kapitel für
Kapitel durchzuarbeiten.
Ganz besonders die Firmvorbereitung sollte auf den entsprechenden Kapiteln des
Kompendiums basieren.
In einer multireligiösen Umwelt haben die Menschen nur die Chance, die befreiende
Botschaft des Evangeliums zu hören, wenn wir Christen auskunftsfähig sind, wenn wir unseren Glauben
kennen, der ja nicht Gefühl, Ahnung, Meinung oder irgendeine geistliche Verschwommenheit ist, sondern
eine inhaltsreiche Botschaft.
„Eine lebendige Katechese“ könnte ein wichtiges Ergebnis des Weltjugendtages
2005 in Köln sein.
Das Motto des Weltjugendtages „Wir sind gekommen, um IHN anzubeten“ (vgl. Mt 2,2)
hat in der eucharistischen Anbetung sein beeindruckendes Echo gefunden.
In vielen geistlichen Zentren
von Köln, Düsseldorf und Bonn war Tag und Nacht Gelegenheit zur eucharistischen Anbetung, die von Zigtausenden
genutzt wurde.
Auch hatten wir erstmalig bei einem Weltjugendtag in der Vigilfeier eine eucharistische
Prozession mit eucharistischer Anbetung erlebt. Viele hatten davon abgeraten, weil sie meinten, eine so
große Millionengemeinde würde nicht die innere Ruhe aufbringen, um dem Herrn im Sakrament zu begegnen.
Genau das Gegenteil war der Fall.
Die tiefe Stille, die über dem Marienfeld lag, als die Monstranz
auf dem Altar stand und der Heilige Vater vor ihr betete, wird mir unvergesslich bleiben.
Übrigens sagte
mir der Heilige Vater, daß für ihn diese Minuten anbetenden Schweigens vor der Monstranz das tiefste
Erlebnis beim Weltjugendtag war.
Ein junges Mädchen erzählte mir, sie habe sich inmitten der Millionengemeinde
auf den Knien vor dem Herrn im Sakrament ganz persönlich angesprochen gefühlt.
Ebenfalls war bei der
Eucharistiefeier am Sonntag das Hochgebet der heiligen Messe von anbetendem Schweigen begleitet. Gerade
in diesem Augenblick konnte man die geistliche Dichte dieses großen Gottesdienstes erspüren.
Weithin
unbemerkt von den Medien bot der Weltjugendtag einen weiteren geistlichen Akzent von beeindruckender Intensität
in der Spendung des Bußsakramentes.
Bewegt berichteten mir viele Priester von den langen Schlangen vor
den Beichtstühlen. Sogar noch auf dem Marienfeld wurde bis tief in die Nacht hinein gebeichtet.
Ein
Journalist berichtete angesichts vieler auf die Beichte wartender Jugendlicher:
„Ich wurde richtig neidisch
auf diese Jugendlichen und sagte mir: Das möchtest du auch können, einmal dir alles von der Seele reden
und dabei wissen, Gott nimmt alles weg, was Schuld und Sünde ist.“
Ich wünsche uns allen solche Erfahrungen.
Entdecken wir das große Geschenk des Bußsakramentes neu, in dem uns Gott mit seiner versöhnenden Barmherzigkeit
begegnet.
Ebenfalls zum ersten Mal bei einem Weltjugendtag gab es in St. Pantaleon ein Zentrum für Priesteramtskandidaten
aus aller Welt.
Dort fand am Freitag eine Begegnung des Heiligen Vaters mit etwa 5000 angemeldeten Seminaristen
statt, bei der ein Theologiestudent aus unserer Erzdiözese, ein Pfarrer aus Kasachstan und der Erzbischof
von Quebec in Kanada Zeugnis von ihrem inneren Berufungsweg ablegten.
Darauf antwortete der Papst in
einer sehr bewegenden Homilie über das Priestertum.
Junge Menschen des Weltjugendtages wollen nun ihren
Altersgenossen in den Priesterseminaren in aller Welt Briefe schreiben, in denen sie die Seminaristen
bitten, sich gut durch Studium und Gebet auf das Priestertum vorzubereiten, denn sie werden eines Tages
die Katecheten ihrer Kinder und die Priester sein, bei denen sie beichten werden.
Als Ermutigung wollen
sie ihnen die drei Zeugnisse und die Predigt des Papstes zuschicken.
Bei dieser Gelegenheit ist mir auch
klar geworden, daß beim nächsten Weltjugendtag in Sydney ein solches Zentrum auch für ernstlich Verliebte
und Verlobte eingerichtet werden sollte, um jungen Menschen Begleitung auf ihrem Weg zur Ehe und Familie
zu geben.
Das Bedürfnis und die Sehnsucht, eine gute Ehe führen zu können und einmal eine gesegnete
Familie haben zu dürfen, sind so groß, daß wir junge Menschen darin nicht allein lassen dürfen.
Hier
stellt uns der Weltjugendtag Aufgaben vor Augen, die aller Mühe wert sind.
Ich darf noch einmal zusammenfassen,
was uns der Weltjugendtag für die nächste Zeit mit auf den Weg gibt:
Die Aneignung eines soliden Glaubenswissens,
die Wiederentdeckung des Bußsakramentes, die Sorge um eine Atmosphäre in unseren Gemeinden, die geistliche
Berufungen ermöglicht, das Erschließen von Vorbereitungswegen für junge Menschen auf Ehe und Familie
hin und die weitere Pflege der Gastfreundschaft.
Liebe Schwestern, liebe Brüder, in aller Demut dürfen
wir sagen:
Unserer Generation im Erzbistum Köln ist mit dem Weltjugendtag ein Ereignis geschenkt worden,
das seinesgleichen in der fast 2000jährigen Geschichte unseres Erzbistums vergeblich sucht.
Wir durften
Zeuginnen und Zeugen sein, daß buchstäblich die Welt zu den ersten Christuspilgern, den Heiligen Drei
Königen, gepilgert ist, um IHN anzubeten, der unser Herr und Gott ist.
Es wäre eine große Gnade, wenn
jede und jeder am je eigenen Platz die positiven Erfahrungen weiter vertiefen könnte, die ihm in diesen
Tagen geschenkt wurden.
Dann wird Köln 2005 zu einem geistlichen Ereignis auch für 2010, 2020, ja bis
zum Ende der Tage.
Das wünsche ich von ganzem Herzen. Dazu segne euch der allmächtige Gott: der Vater
und der Sohn und der Heilige Geist.
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29 Lesermeinungen
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Hübsche Mädchen und der WJT Hübsche Mädchen sind doch immer wieder ein lohnendes Motiv, zum WJT zu
gehen … Oder gibt es hier einen Schwuchtel, der anderer Meinung ist?
#28 Benedikt 10:56:45 | Donnerstag, 22. September 2005
@ Gatte Die Mädchen da auf dem Bild sehen für mich wie alle Mädchen aus, sie sind auch so gekleidet.
So selten sind Röcke auch nicht, als das ich so ein Bild für so etwas besonderes halten würde. Und
wie war das nochmal mit der Oberbekleidung bis über die Ellenbogen??? Eine Polemik meinerseits bezüglich
der Schule kann ich nicht erkennen, ich finde es es gut, dass auch auf FSSPX-Gymnasien keine weltfremdem
sektenähnliche Einheitskleiderordnungen gelten. Eine Polemik können Sie meinetwegen auch sich selbst
beziehen, weil Ihre Ansichte, wie Frauen angezogen sein müssen offenbar auch in der FSSPX nicht verpflichtend
sind. Im übrigen verweise ich auf ein Augustinus Wort: Im Nebensächlichen Freiheit, im Wichtigen Einheit,
in allem aber Liebe. Ob Mädchen Hosen bis zu den Füßen oder Röcke bis zu den Füßen tragen halte
ich mit Verlaub für eines der nebensächlichsten Dinge auf diesem Planeten.
#27 Evelin 20:50:54 | Mittwoch, 21. September 2005
@ Benedikt: Weder noch @ Gatte: Jegliche Kleidung, die sekundäre Geschlechtsmerkmale besonders hervorhebt,
ist für Katholiken abzulehnen. Entweder, Sie haben das von mir unten gelinkte Bild nicht angesehen, oder
die Mädchen des FSSPX getragenen Gymnasiums sind nicht katholisch. Sie haben die Wahl. Ich habe das Bild
angesehen: Weder sind die sekundären Geschlechtsmerkmale besonders hervorgehoben (vergleichen Sie die
Mädchen mit Gleichaltrigen!) noch sind die Mädchen nicht katholisch! Außerdem ist „für Katholiken
abzulehnen“ nicht identisch mit „nicht katholisch“. Was wollen Sie eigentlich, als fortgesetzt zu polemisieren?
Schon die langen Röcke unterscheiden die von Ihnen „verlinkten“ Mädchen deutlich von der durchschnittlichen
WJT-Besucherin Marke V2-NOM! Der Gatte der Evelin
@ Sulpicius Sollte Eminenz nicht längst aus diesem Alter heraus sein? Noch eine Frage: Der Satz von
den „atembereubenden Mädchen“ stammt ja, wie Yersinia dankenswerterweise angemerkt hat, ursprünglich
aus einem taz-Artikel, den Meisner in seinem Hirtenwort zitiert hat. Wenn ich den taz-Artikel richtig
verstanden habe, war das mit dem „befreit von der allgemeinen Pornografisierung“ doch irgendwie ironisch
gemeint, Eminenz hat es aber offenbar wörtlich genommen. Oder habe ich hier etwas falsch verstanden?
Seit wann wird in Hirtenbriefen frommer Kardinäle ausgerechnet aus der taz zitiert???
#24 Benedikt 11:00:10 | Mittwoch, 21. September 2005
@ Gatte, Gotthard, Evelin, Toby @ Gatte: Jegliche Kleidung, die sekundäre Geschlechtsmerkmale besonders
hervorhebt, ist für Katholiken abzulehnen. Entweder, Sie haben das von mir unten gelinkte Bild nicht
angesehen, oder die Mädchen des FSSPX getragenen Gymnasiums sind nicht katholisch. Sie haben die Wahl.
@Gotthard: Amish-People? Was soll der Unsinn? Für mich sehen die ganz normal aus, aber ich bin ja auch
von Land, vielleicht liegts daran –.- @ Toby: Lies mal den Artikel: www.wams.de/…05/08/21/763307.html?prx=1
@ Evelin Ja aus wirtschaftlichen Nöten möglicherweise! Ja wer will es verwehren, wenn eine Frau zusätzlich
Geld verdienen will? Was hat das mit Moral, Religion usw zu tun?
#23 Gotthard 20:57:30 | Dienstag, 20. September 2005
hi Gatte Allein diese Konzelebration hat uns um mehrere hundert Hl. Meßopfer ärmer gemacht. hast Du
in den letzten Tagen dem himmlischen Buchhalter einen Besuch in seinem Office abgestattet?
Zeitgeist-Phänomen Was ist denn ein „Zeitgeist-Phänomen“ im Gegensatz zu einem „echten „ Ereignis? Ich
meine halt, dass der Weltjugentag als Massenphönomen – seiner Form und seiner medialen Inszenierung nach –
selber zu einem Stück Zeitgeist geworden zu sein scheint (obgleich seine eigentliche Botschaft dem Zeitgeist
entgegentreten soll). Wo ist da die Differenz zu profanen Großveranstaltungen wie Fußballspielen und
Rockkonzerten? Hat die Kirche es wirklich nötig, auf die Form profaner Massenveranstaltungen zurückzugreifen?
Die Kirche war auch früher jung …
#21 Evelin 20:49:23 | Dienstag, 20. September 2005
Reich durch Konzelebration? Typischer NOM-Unfug: Vor diesem Hintergrund haben wir alle gemeinsam eine
große Konzelebration erlebt, die uns reich und ein wenig glücklich macht. Allein diese Konzelebration
hat uns um mehrere hundert Hl. Meßopfer ärmer gemacht. @ Benedikt, Toby, Gotthard: Kleidung ist nicht
einfach Angelegenheit der Mode, sondern auch der Einstellung. Jegliche Kleidung, die sekundäre Geschlechtsmerkmale
besonders hervorhebt, ist für Katholiken abzulehnen. Wozu gibt es Katholiken: Um mit dem Zeitgeist zu
schwimmen oder gegen den Strom? Dies drückt sich auch in der Kleidung aus. Eine Katholikin soll nicht
durch ihren Körper auf sich aufmerksam machen, sondern durch ihr reines, keusches, vergeistigtes Wesen.
Der Gatte der Evelin
Schade … dass Diskussionen auf Kreuz.net nicht selten in etwas seltsame Metadebatten wie diese hier
über Röcke und Hosen ausarten. Ich muss hier Gotthard und Benedikt ganz zustimmen. Das Phänomen Frau
und Hose gibt es schließlich nicht erst seit dem Weltjugendtag und hat insofern auch gar nichts mit dem
Thema hier zu tun. Es ging vielmehr darum, ob und wie die euphorischen Worte Kardinal Meisners zu bewerten
sind. Daß der Kölner Erzbischof hier und da etwas zu euphorisch wird, kann ich ihm nicht verdenken.
Nach den Widerständen, die die Weltjugendtage im bundesdeutschen Kirchenestablishment aushalten mußten,
ist der WJT in Köln umso höher einzuschätzen. @ Didimus Was vom WJT an Substanz bleiben wird, bleibt
erst einmal abzuwarten. Im Übrigen: Als das bundesdeutsche Kirchenestablishment die Weltjugendtage ignorierte
bzw. ablehnte, hatten die Weltjugendtage eben noch ein ganz anderes Image. Heute scheinen die Weltjugendtage
(zumindest in ihrer öffentlichen Wahrnehmung) selbst zu einem Zeitgeistphänomen geworden zu sein. Nur
hat das so manch glaubenstreuer Kardinal scheinbar noch nicht begriffen …
#18 Gotthard 19:33:00 | Dienstag, 20. September 2005
tolles Gymnasium …oder besser: Lyceum? ja, so ähnlich sehen auch die amish-people in den USA aus. Von
den Bildern kann ich auf keinerlei religiöse Überzeugung schließen … nur auf einen altertümlichen
Modegeschmack. Die Mädels tun mir leid.
#17 Evelin 19:01:24 | Dienstag, 20. September 2005
@Hr. Benedikt Wir leben in einer freiheitlichen Gesellschaft, in der keine Frau arbeiten gehen muss, wenn
sie nicht will. Von „hineindrängen“ kann keine Rede sein. Bitte informieren Sie sich zuerst über die
allgemeine Wirtschaftslage, bevor Sie so etwas wie oben schreiben.
#16 Benedikt 18:05:27 | Dienstag, 20. September 2005
@ Sarto Soll ich jetzt mal lachen? www.st-theresia-gym.de/…ages/klasse%2013.jpg So sieht heute jede
Klasse aus, abgesehen davon, dass _jedes_ Mädchen einen Rock trägt. Ansonsten kann ich dem Bild nichts
außergewöhnliches abgewinnen. Bilder für ein Klassenphoto, was sagt das aus? Ehe und Mutterschaft hingeführt
werden, wo Mädchen ihre Weiblichkeit zu bejahen lernen und nicht in eine Männerrolle gedrängt werden
Was bitteschön ist eine Männerrolle? Warum kann eine Frau ihre Weiblichkeit nicht in einer Männerrolle
bejahen? Warum werden oft Frauen eingestellt, weil man genau auf diesen Geschlechterunterschied aus ist?
Wir leben in einer freiheitlichen Gesellschaft, in der keine Frau arbeiten gehen muss, wenn sie nicht
will. Von „hineindrängen“ kann keine Rede sein. Im übrigen weise ich darauf hin, dass wir hier nicht
im Islam sind und diese Zustände auch nicht haben wollen. Rückschlüsse von der Rolle der Frau in der
Kirche auf die Gesellschaft zu ziehen ist unzulässig, weil unbegründbar.
St.-Theresien-Gymnasium „Die Mädchen auf dem Weltjugendtag sehen atemberaubend aus. Sie wirken wie befreit
von der allgemeinen Pornografisierung.“ Das Gegenteil ist der Fall. Seine Eminenz sei einmal auf ein katholisches
Mädchengymnasium aufmerksam gemacht, wo gesunde, wahrhaft katholische Mädchen heranwachsen und zu Ehe
und Mutterschaft hingeführt werden, wo Mädchen ihre Weiblichkeit zu bejahen lernen und nicht in eine
Männerrolle gedrängt werden: St. Theresien-Gymnasium Schönenberg www.st-theresia-gym.de/ Welch ein
Unterschied zu den tanzenden Diskomädchen auf dem WJT.
#14 Gotthard 16:09:20 | Dienstag, 20. September 2005
Röcke und Hosen Sarto, Du hast aber ein recht europäisches Bild von „Rechtgläubigkeit“ … also kein
katholisches. In vielen Teilen der Welt tragen Männer Röcke … zB in Indien, Sri Lanka…in Arabien …
usw usw … in diesen Röcken kommen sie auch in die Kirche…
#13 Benedikt 16:06:41 | Dienstag, 20. September 2005
@ Sarto Die Hose für Frauen ist das Symbol des Feminismus schlechthin, indem sich die Frau widernatürlich
in die Rolle des Mannes setzt, indem sie dessen Kleidung trägt. So ein Unsinn, woraus leiten Sie das
denn ab? Der Rock ist einfach ein Kleidungsstück, dass bei Männern unüblich ist, genauso wie Frauen
keinen Frack oder Zylinder tragen. Hosen waren früher etwas Unbekanntes und wurden entwickelt, um sich
bei einigen Arbeiten besser bewegen zu können. Nur logisch dass Frauen nun auch welche tragen, seit sie
häufiger berufstätig sind.
#12 Gotthard 16:00:26 | Dienstag, 20. September 2005
@ Sarto So ist der Rock heute für traditionstreue Katholiken zu einem Zeichen der Rechtgläubigkeit geworden.
endlich haben die „rechtgläubigen Katholiken“ auch ein Unterscheidungszeichen … wie die Moslems den
Schleier …
Feminismus @ Benedikt Und so kommt es, dass heute sogar Frauen Hosen tragen. Und wenn man so will, dann
hat das gar nichts mit Mode, sondern mit Gesellschaft zu tun. Das haben Sie ganz richtig erkannt. Die
Hose für Frauen ist das Symbol des Feminismus schlechthin, indem sich die Frau widernatürlich in die
Rolle des Mannes setzt, indem sie dessen Kleidung trägt. Der Alte Bund hat hierfür klare Worte (Dtn
22,5). Auch der hl. Thomas v. Aquin bemerkt: „Die Frau ist ein verfehlter Mann.“ Soll heißen, die Frau
gehört nicht in die Männerrolle, ebensowenig umgekehrt. Oder tragen Sie Röcke? So ist der Rock heute
für traditionstreue Katholiken zu einem Zeichen der Rechtgläubigkeit geworden. @Gotthard Wir gehören
nicht derselben Religion an. Über Lärm in der Kirche sagt nämlich die Sel. Jacinta: „Unsere Liebe Frau
will nicht, dass man in der Kirche redet.“
#10 Benedikt 15:16:14 | Dienstag, 20. September 2005
@ Sarto undenkbar, dass ein Mädchen Hosen trägt und in der Kirche mit Spagettiträger-Top rumläuft.
Bei so einem „Traditionsverständnis“ ist einiges nicht verwunderlich. Die profane Kleidung ist (ein Glück!)
nun mal Moden unterworfen. Deshalb laufen wir heute weder im Lendenschurz noch in der Toga herum und der
Hut hat sich mittlerweile auch weitgehend verabschiedet. Und so kommt es, dass heute sogar Frauen Hosen
tragen. Und wenn man so will, dann hat das gar nichts mit Mode, sondern mit Gesellschaft zu tun. Da Frauen
heute häufig berufstätig sind, musste der oftmals unpraktische Rock der Hose weichen. Erst daraus entwickelte
sich die Hosenmode. Verschwunden ist dagegen das Korsett, das nach Ihrer Logik sicher wieder eingeführt
werden müsste, weil es „früher“ getragen wurde.
#9 Gotthard 14:42:50 | Dienstag, 20. September 2005
leise? Die katholische Kirche aber ist leise, demütig, nüchtern. eine merkwürdige Beschreibung unserer
Kirche. Kann ja vielleicht für den Pius-Verein stimmen … aber nicht für die katholische Kirche …
2005 über Hosen für Frauen zu diskutieren ist schon zukunftsweisend…
Jeden Realitätssinn verloren Seine Eminenz scheint jeden Sinn für Realität verloren zu haben und lebt
offenbar in einer selbst gezimmerten Scheinwelt. Sein Kollege aus Mainz ist da wenigstens realistisch.
Lautes Gejohle, Popmusik, Mädchen in Hosen, bemalte Gesichter, bunte Kleidung, in der man nicht mal enkaufen
gehen würde, aber für unseren Herrn taugt sie allemal … Die katholische Kirche aber ist leise, demütig,
nüchtern. Bei der Priesterbruderschaft St. Pius X. wäre es undenkbar, dass ein Mädchen Hosen trägt
und in der Kirche mit Spagettiträger-Top rumläuft. Eminenz sollte einmal zu uns kommen.
#7 Didimus 10:49:35 | Dienstag, 20. September 2005
Weltjugendtag Kardinal Meisner hat recht. Der Weltjugendtag war – unter dem Strich – ein Riesenerfolg
für Christus und die Kirche. Daß der Kölner Erzbischof hier und da etwas zu euphorisch wird, kann ich
ihm nicht verdenken. Nach den Widerständen, die die Weltjugendtage im bundesdeutschen Kirchenestablishment
aushalten mußten, ist der WJT in Köln umso höher einzuschätzen. Daß dabei auch unschöne Dinge passiert
sind, ist traurig, aber wie gesagt, unterm Strich des WJT steht ein dickes Plus. Mißbräuche und Sünden
hat es in der 2000jährigen Kirchengeschichte im Rahmen von Wallfahrten immer gegeben, die gesamte Volksfrömmigkeit
ist nicht frei von negativen Begleiterscheinungen und trotzdem sehr wertvoll. Die Ultra-Tradis würden
aber ohne mit der Wimper zu zucken sogar einen ganzen Acker voll Weizen vernichten, weil sich dazwischen
einige Büschel Unkraut befinden… Und kreuz.net – das zeigt diese Schlagzeile in Verbindung mit dem
Foto – begibt sich immer mehr auf Boulevard-Niveau.
#4 Rosa von Lima 21:33:27 | Montag, 19. September 2005
Frage! Was ist denn hier an den Aussagen Kardinal Meisner’s so falsch? Auch ich war begeistert vom Weltjugendtag
und vor allem vom Mitmachen der jungen Menschen aus aller Welt!
Irgendwie peinlich das Ganze Wo bleibt hier der christliche Realismus? Das Schlimme ist, dass Eminenz
wirklich zu glauben scheint, was er da schreibt …