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Montag, 19. September 2005 18:46
„Die Mädchen auf dem Weltjugendtag sehen atemberaubend aus“
Die stille Anbetung des Allerheiligsten bei der Vigil des Weltjugendtages sei für Papst Benedikt XVI. das tiefste Erlebnis seines Deutschlandbesuches gewesen. Hirtenwort als Rück- und Ausblick nach dem 20. Weltjugendtag. Von Joachim Kardinal Meisner.
(kreuz.net, Köln) „Wir haben seine Herrlichkeit gesehen“ (Joh 1,14), so endet der Prolog des Johannesevangeliums. Das können wir auch als Resümee unter den Weltjugendtag schreiben.

Alle Seiten bestätigen uns, daß nicht die organisatorischen Leistungen das Hervorstechende dieser gesegneten Tage waren, sondern die geistliche und gläubige Tiefe der Begegnungen der Menschen mit Gott und untereinander.

Wir sollten uns hier als gastgebende Erzdiözese an das Wort des Psalmisten erinnern: „Seele vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat“ (Ps 103,2).

Von so vielen Bischöfen, Priestern und gläubigen Menschen aus aller Welt erhalte ich Dankesbriefe für das geistliche Ereignis Weltjugendtag 2005 in Köln. Gerne gebe ich den Dank weiter an Sie alle, die durch Ihr Gebet, Ihre Gastfreundschaft, Ihre speziellen Dienste und durch Ihr Wohlwollen an diesem gemeinsamen Werk mit beteiligt waren.

Vor diesem Hintergrund haben wir alle gemeinsam eine große Konzelebration erlebt, die uns reich und ein wenig glücklich macht.

Als gastgebende Diözese sind wir die am meisten Beschenkten! Welch tiefen und froh machenden Glauben haben uns junge Christen aus aller Welt vorgelebt und unsere Städte gleichsam dynamisiert.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den ärmsten Ländern hatten uns die reichsten Glaubenserfahrungen mitgebracht.

Wir dürfen uns über unsere Jugend freuen. Manche wollen gar nicht wahrhaben, daß die jungen Menschen wieder von einem echt christlichen Format gekennzeichnet sind, wie eine Tageszeitung in einer ihrer Schlagzeilen zum Weltjugendtag schreibt:

„Die Mädchen auf dem Weltjugendtag sehen atemberaubend aus. Sie wirken wie befreit von der allgemeinen Pornografisierung. Sie sind unter das schützende Dach der Kirche geflüchtet.“

Dürfen wir nicht auf unsere Kirche stolz sein, die trotz aller sexuellen Revolution das Bild vom reinen Menschen bewahrt und gerettet hat, sodaß sie anziehend geblieben ist für junge Menschen aus aller Welt?

Besonders beglückend ist für mich, von den vielen Herbergsgebern zu hören, wie viele gute Kontakte und Freundschaften sich zwischen jungen Christen aus aller Welt und den gastgebenden Familien entwickelt haben.

Pannen bei der Versorgung der Pilger, Verzögerungen bei der Abreise vom Marienfeld und andere unvermeidliche Belastungen wurden durch herzliche und großzügige Gastfreundschaft ausgeglichen.

Ich bin ganz stolz auf die Rheinländer, die den Weltjugendtag zu ihrem eigenen Anliegen gemacht haben und dort nicht fehlten, wo Hilfe, Ermutigung und Begleitung nötig waren. Ich sage allen ganz herzlichen Dank!

Mein Dank gilt auch den evangelischen und orthodoxen Gemeinden für ihre Hilfe, den Städten und Gemeinden und ihren Einrichtungen und Betrieben, den Hilfswerken und allen Bürgerinnen und Bürgern, die uns bei der Durchführung dieses Weltjugendtags in oft so großartiger Weise geholfen haben.

Auch die vielen Freiwilligen, die Langzeitfreiwilligen und die Kurzzeitfreiwilligen, haben dazu beigetragen, daß der Weltjugendtag überhaupt durchgeführt werden konnte.

Unsere Kernteams in den Gemeinden waren ebenso unverzichtbar, und ich rechne auch weiter auf diese zuverlässigen Jugendlichen, die nun ihren Ertrag des Weltjugendtages hineintragen in unsere Gemeinschaften, Familien- und Freundeskreise.

Der Weltjugendtag ist mit der Abreise des Papstes nicht zu Ende gegangen. Vielmehr müssen wir sagen:

„Jetzt geht es erst richtig los“, indem wir aus diesem Riesengeschenk Konsequenzen für den Alltag ziehen.

Was bei den Katechesen, die das Rückgrat des Weltjugendtages bildeten, durchgängig zu Tage trat, war eine große Sehnsucht nach Gott, die sich aber oft kaum artikulieren konnte, weil es vielen Jugendlichen einfach an Glaubenswissen und damit auch an sprachlichen Ausdrucksfähigkeiten fehlt.

Ich halte es für ein Geschenk der göttlichen Vorsehung, daß unmittelbar vor dem Weltjugendtag das Kompendium des Katechismus der katholischen Kirche erschienen ist.

Es ist gleichsam das letzte Geschenk des großen Papstes Johannes Paul II. an den von ihm noch einberufenen XX. Weltjugendtag in Köln.

In diesem Kompendium ist der Weltkatechismus praktikabel aufbereitet in einem Schema von Fragen und Antworten, sodaß ein leichterer Zugang zum Mysterium des Glaubens gegeben ist.

Ich bitte alle Priester, Diakone, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im pastoralen Dienst der Kirche, alle Ehrenamtlichen, alle Pfarrgemeinderäte und alle Eltern, dieses Katechismuskompendium zu erwerben und dann für die nächsten Jahre Kapitel für Kapitel durchzuarbeiten.

Ganz besonders die Firmvorbereitung sollte auf den entsprechenden Kapiteln des Kompendiums basieren.

In einer multireligiösen Umwelt haben die Menschen nur die Chance, die befreiende Botschaft des Evangeliums zu hören, wenn wir Christen auskunftsfähig sind, wenn wir unseren Glauben kennen, der ja nicht Gefühl, Ahnung, Meinung oder irgendeine geistliche Verschwommenheit ist, sondern eine inhaltsreiche Botschaft.

„Eine lebendige Katechese“ könnte ein wichtiges Ergebnis des Weltjugendtages 2005 in Köln sein.

Das Motto des Weltjugendtages „Wir sind gekommen, um IHN anzubeten“ (vgl. Mt 2,2) hat in der eucharistischen Anbetung sein beeindruckendes Echo gefunden.

In vielen geistlichen Zentren von Köln, Düsseldorf und Bonn war Tag und Nacht Gelegenheit zur eucharistischen Anbetung, die von Zigtausenden genutzt wurde.

Auch hatten wir erstmalig bei einem Weltjugendtag in der Vigilfeier eine eucharistische Prozession mit eucharistischer Anbetung erlebt. Viele hatten davon abgeraten, weil sie meinten, eine so große Millionengemeinde würde nicht die innere Ruhe aufbringen, um dem Herrn im Sakrament zu begegnen.

Genau das Gegenteil war der Fall.

Die tiefe Stille, die über dem Marienfeld lag, als die Monstranz auf dem Altar stand und der Heilige Vater vor ihr betete, wird mir unvergesslich bleiben.

Übrigens sagte mir der Heilige Vater, daß für ihn diese Minuten anbetenden Schweigens vor der Monstranz das tiefste Erlebnis beim Weltjugendtag war.

Ein junges Mädchen erzählte mir, sie habe sich inmitten der Millionengemeinde auf den Knien vor dem Herrn im Sakrament ganz persönlich angesprochen gefühlt.

Ebenfalls war bei der Eucharistiefeier am Sonntag das Hochgebet der heiligen Messe von anbetendem Schweigen begleitet. Gerade in diesem Augenblick konnte man die geistliche Dichte dieses großen Gottesdienstes erspüren.

Weithin unbemerkt von den Medien bot der Weltjugendtag einen weiteren geistlichen Akzent von beeindruckender Intensität in der Spendung des Bußsakramentes.

Bewegt berichteten mir viele Priester von den langen Schlangen vor den Beichtstühlen. Sogar noch auf dem Marienfeld wurde bis tief in die Nacht hinein gebeichtet.

Ein Journalist berichtete angesichts vieler auf die Beichte wartender Jugendlicher:

„Ich wurde richtig neidisch auf diese Jugendlichen und sagte mir: Das möchtest du auch können, einmal dir alles von der Seele reden und dabei wissen, Gott nimmt alles weg, was Schuld und Sünde ist.“

Ich wünsche uns allen solche Erfahrungen. Entdecken wir das große Geschenk des Bußsakramentes neu, in dem uns Gott mit seiner versöhnenden Barmherzigkeit begegnet.

Ebenfalls zum ersten Mal bei einem Weltjugendtag gab es in St. Pantaleon ein Zentrum für Priesteramtskandidaten aus aller Welt.

Dort fand am Freitag eine Begegnung des Heiligen Vaters mit etwa 5000 angemeldeten Seminaristen statt, bei der ein Theologiestudent aus unserer Erzdiözese, ein Pfarrer aus Kasachstan und der Erzbischof von Quebec in Kanada Zeugnis von ihrem inneren Berufungsweg ablegten.

Darauf antwortete der Papst in einer sehr bewegenden Homilie über das Priestertum.

Junge Menschen des Weltjugendtages wollen nun ihren Altersgenossen in den Priesterseminaren in aller Welt Briefe schreiben, in denen sie die Seminaristen bitten, sich gut durch Studium und Gebet auf das Priestertum vorzubereiten, denn sie werden eines Tages die Katecheten ihrer Kinder und die Priester sein, bei denen sie beichten werden.

Als Ermutigung wollen sie ihnen die drei Zeugnisse und die Predigt des Papstes zuschicken.

Bei dieser Gelegenheit ist mir auch klar geworden, daß beim nächsten Weltjugendtag in Sydney ein solches Zentrum auch für ernstlich Verliebte und Verlobte eingerichtet werden sollte, um jungen Menschen Begleitung auf ihrem Weg zur Ehe und Familie zu geben.

Das Bedürfnis und die Sehnsucht, eine gute Ehe führen zu können und einmal eine gesegnete Familie haben zu dürfen, sind so groß, daß wir junge Menschen darin nicht allein lassen dürfen.

Hier stellt uns der Weltjugendtag Aufgaben vor Augen, die aller Mühe wert sind.

Ich darf noch einmal zusammenfassen, was uns der Weltjugendtag für die nächste Zeit mit auf den Weg gibt:

Die Aneignung eines soliden Glaubenswissens, die Wiederentdeckung des Bußsakramentes, die Sorge um eine Atmosphäre in unseren Gemeinden, die geistliche Berufungen ermöglicht, das Erschließen von Vorbereitungswegen für junge Menschen auf Ehe und Familie hin und die weitere Pflege der Gastfreundschaft.

Liebe Schwestern, liebe Brüder, in aller Demut dürfen wir sagen:

Unserer Generation im Erzbistum Köln ist mit dem Weltjugendtag ein Ereignis geschenkt worden, das seinesgleichen in der fast 2000jährigen Geschichte unseres Erzbistums vergeblich sucht.

Wir durften Zeuginnen und Zeugen sein, daß buchstäblich die Welt zu den ersten Christuspilgern, den Heiligen Drei Königen, gepilgert ist, um IHN anzubeten, der unser Herr und Gott ist.

Es wäre eine große Gnade, wenn jede und jeder am je eigenen Platz die positiven Erfahrungen weiter vertiefen könnte, die ihm in diesen Tagen geschenkt wurden.

Dann wird Köln 2005 zu einem geistlichen Ereignis auch für 2010, 2020, ja bis zum Ende der Tage.

Das wünsche ich von ganzem Herzen. Dazu segne euch der allmächtige Gott: der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 29 Lesermeinungen:
Mittwoch, 23. August 2006 16:58
Christian Hüller: Hübsche Mädchen und der WJT
Hübsche Mädchen sind doch immer wieder ein lohnendes Motiv, zum WJT zu gehen …



Oder gibt es hier einen Schwuchtel, der anderer Meinung ist?

Donnerstag, 22. September 2005 10:56
Benedikt: @ Gatte
Die Mädchen da auf dem Bild sehen für mich wie alle Mädchen aus, sie sind auch so gekleidet. So selten sind Röcke auch nicht, als das ich so ein Bild für so etwas besonderes halten würde. Und wie war das nochmal mit der Oberbekleidung bis über die Ellenbogen???
Eine Polemik meinerseits bezüglich der Schule kann ich nicht erkennen, ich finde es es gut, dass auch auf FSSPX-Gymnasien keine weltfremdem sektenähnliche Einheitskleiderordnungen gelten. Eine Polemik können Sie meinetwegen auch sich selbst beziehen, weil Ihre Ansichte, wie Frauen angezogen sein müssen offenbar auch in der FSSPX nicht verpflichtend sind.

Im übrigen verweise ich auf ein Augustinus Wort: Im Nebensächlichen Freiheit, im Wichtigen Einheit, in allem aber Liebe.

Ob Mädchen Hosen bis zu den Füßen oder Röcke bis zu den Füßen tragen halte ich mit Verlaub für eines der nebensächlichsten Dinge auf diesem Planeten.
Mittwoch, 21. September 2005 20:50
Evelin: @ Benedikt: Weder noch
@ Gatte:
Jegliche Kleidung, die sekundäre Geschlechtsmerkmale besonders hervorhebt, ist für Katholiken abzulehnen.

Entweder, Sie haben das von mir unten gelinkte Bild nicht angesehen, oder die Mädchen des FSSPX getragenen Gymnasiums sind nicht katholisch. Sie haben die Wahl.

Ich habe das Bild angesehen: Weder sind die sekundären Geschlechtsmerkmale besonders hervorgehoben (vergleichen Sie die Mädchen mit Gleichaltrigen!) noch sind die Mädchen nicht katholisch! Außerdem ist „für Katholiken abzulehnen“ nicht identisch mit „nicht katholisch“.

Was wollen Sie eigentlich, als fortgesetzt zu polemisieren? Schon die langen Röcke unterscheiden die von Ihnen „verlinkten“ Mädchen deutlich von der durchschnittlichen WJT-Besucherin Marke V2-NOM!

Der Gatte der Evelin
Mittwoch, 21. September 2005 19:59
Toby: @ Sulpicius
Sollte Eminenz nicht längst aus diesem Alter heraus sein?

Noch eine Frage: Der Satz von den „atembereubenden Mädchen“ stammt ja, wie Yersinia dankenswerterweise angemerkt hat, ursprünglich aus einem taz-Artikel, den Meisner in seinem Hirtenwort zitiert hat. Wenn ich den taz-Artikel richtig verstanden habe, war das mit dem „befreit von der allgemeinen Pornografisierung“ doch irgendwie ironisch gemeint, Eminenz hat es aber offenbar wörtlich genommen. Oder habe ich hier etwas falsch verstanden? Seit wann wird in Hirtenbriefen frommer Kardinäle ausgerechnet aus der taz zitiert???
Mittwoch, 21. September 2005 19:41
Sulpicius: Laßt Eminenz…
… doch sein persönliches „Spielzeug“ WJT…
Mittwoch, 21. September 2005 11:00
Benedikt: @ Gatte, Gotthard, Evelin, Toby
@ Gatte:
Jegliche Kleidung, die sekundäre Geschlechtsmerkmale besonders hervorhebt, ist für Katholiken abzulehnen.

Entweder, Sie haben das von mir unten gelinkte Bild nicht angesehen, oder die Mädchen des FSSPX getragenen Gymnasiums sind nicht katholisch. Sie haben die Wahl.

@Gotthard:
Amish-People? Was soll der Unsinn? Für mich sehen die ganz normal aus, aber ich bin ja auch von Land, vielleicht liegts daran –.-

@ Toby:
Lies mal den Artikel: http://www.wams.de/…05/08/21/763307.html?prx=1

@ Evelin
Ja aus wirtschaftlichen Nöten möglicherweise! Ja wer will es verwehren, wenn eine Frau zusätzlich Geld verdienen will? Was hat das mit Moral, Religion usw zu tun?
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