Was ist die Theorie vom intelligenten Designer?
Die Evolutionstheorie von Charles Darwin läuft heute Gefahr, als eine platte Ideologie mißbraucht zu werden und die weitere wissenschaftliche Forschung zu behindern. Von Raphael Bexten, Rheda-Wiedenbrück.
(kreuz.net) Wer sind wir? Woher kommen wir? Wie sind wir entstanden? Diese Fragen haben die Menschheit
seit jeher bewegt. Mit der dritten Frage befaßt sich die Evolutionsbiologie.Jeder kennt deren Mitbegründer Charles Darwin († 1882). Darwin entwickelte sie unter anderem in seinem Buch: „Von der Entstehung der Arten“.
Grundlegende Bestandteile von Darwins Evolutionstheorie sind Begriffe wie: natürliche Variabilität der Arten, Überproduktion der Nachkommen, natürliche Auslese nach dem Prinzip „Überleben der Geeignetsten“.
Mit dem letzten Begriff wird gesagt, daß nach einer gewissen Zeit nur jene Individuen überleben, die den größten Auslesevorteil besitzen und für den Überlebenskampf somit am besten vorbereitet sind.
Die hier nur angedeutete Evolutionstheorie von Darwin wurde aufgrund neuer Erkenntnisse – zum Beispiel die Entdeckung der DNA – zur sogenannten ‘Synthetischen Evolutionstheorie’ weiterentwickelt.
Die ‘Synthetische Evolutionstheorie’ verknüpft alle für die Evolutionsforschung relevanten Disziplinen. In ihrem Kern geht sie aber auf Darwins Evolutionstheorie zurück.
Letztere wird in den europäischen Schulen gelehrt, ohne sie kritisch zu diskutieren oder zu hinterfragen, wie das in den USA immer öfter geschieht.
Doch die Dominanz einer nicht hinterfragten Evolutionstheorie in Europa ist gefährlich, weil sie die Wissenschaftlichkeit der Theorie bedroht.
Wissenschaft unterscheidet sich von Pseudowissenschaft laut Francis Bacon († 1626) und Karl Popper († 1994) – dem Begründer der modernen wissenschaftlichen Methode und des kritischen Rationalismus in der Wissenschaftstheorie – dadurch, daß sie das Kriterium der Falsifizierbarkeit erfüllt. Damit stellt sie keinen Anspruch auf die absolute Wahrheit und läßt sich ständig kritisch überprüfen.
Das ist aber in Europa bezüglich der Evolutionstheorie nur ungenügend der Fall. Darum werden andere Theorien zur Entstehung des Lebens durch die starke Evolutionstheorie-Lobby oft diskreditiert.
Auf diese Weise läuft die Theorie von Charles Darwin Gefahr, zu einer platten Ideologie zu verkommen und die weitere wissenschaftliche Forschung zu behindern.
Auf dem Gebiet der Evolutionsbiologie ergeben sich eine ganze Reihe Schwierigkeiten, da sich wenig wirklich beweisen läßt, sondern mit Hilfe von empirischen Indizien nur als wahrscheinlich betrachtet werden kann.
Die ‘Synthetische Evolutionstheorie’ geht von der Vorstellung aus, daß das Leben zufälligerweise entstanden sei und die höheren Lebensformen sich durch ständige Selektion immer weiter entwickelt hätten.
Es ist zweifellos legitim eine solche Hypothese aufzustellen.
Eine andere nicht-theologische Erklärungen zur Entstehung komplexer Lebensformen ist die Theorie vom intelligenten Designer.
Sie stammt aus den USA und ist dort mittlerweile sehr populär. Die Theorie wurde entwickelt um Sachverhalte zu beschreiben, welche die Evolutionstheorie Darwins nur unzureichend erklären kann.
Die Theorie vom intelligenten Designer geht von einem vernunftbegabten Urheber- einem sogenannten „Designer“ aus –, der die komplexen Lebensformen konstruiert hat.
Sie nennt sich auf Englisch „Intelligent Design Theory“.
Zwar kann die Existenz eines solchen Designers nicht eindeutig bewiesen werden, doch das gleiche gilt auch für die Evolutionstheorie, wonach das Leben zufälligerweise aus physikalisch chemischen Vorgängen entstanden sei.
Deshalb muß man beide Vorstellungen – jene des Zufalls und jene des intelligenten Designers – wissenschaftstheoretisch als gleichrangig behandeln.
Die Theorie vom intelligenten Designer beruht unter anderem auf dem Analogieschluß zwischen technischem und organischem Design.
Im technischen Design kann man – zum Beispiel bei einem Auto – leicht auf dessen Designer – Hersteller – zurückschließen.
Was ist der Ausgangspunkt in der Schöpfung für die Entwicklung einer Theorie des intelligenten Designers? Die Antwort lautet: Design erkennt man in der Natur an Hand von sogenannten Designersignalen.
Solche Signale sind zum Beispiel die „nicht zurückführbaren komplexen Systeme“.
Es handelt sich dabei um in der Natur vorkommende Zusammenhänge, die aus vielen fein aufeinander abgestimmten und miteinander verzahnten Teilen bestehen, wobei jedes dieser Teile oder Teilsysteme für die Funktionserhaltung des Gesamtsystems unbedingt notwendig ist.
Das Besondere an den ‘nicht zurückführbaren komplexen Systemen’ besteht darin, daß sie nicht stufenweise durch natürliche Selektion entstanden sein können, da das Gesamtsystem seine Funktion erst dann erfüllt, wenn alle Teile des System gleichzeitig miteinander zusammenwirken.
Entstehen solche Gesamtsysteme nicht gleichzeitig – was aber nach der synthetischen Evolutionstheorie unmöglich ist – würde das unfertige und noch nicht funktionierende System durch die natürliche Auslese eliminiert.
Denn das unfertige System würde dem jeweiligen Individuum, in dem es sich befände, einen Selektionsnachteil bescheren, da es unfertig keine sinnvolle Funktion erfüllen kann.
Ein Beispiel eines solchen „nicht zurückführbaren komplexen Systems“ ist beispielsweise das Gerinnungssystem im Blut des Menschen.
Natürlich ist auch bei der Theorie des intelligenten Designers konstruktive Kritik angemessen. Auch dieser Ansatz kann nicht alle Vorgänge und Lebensformen adäquat beschreiben.
Wichtig ist, daß keine theoretischen Möglichkeiten vorschnell ausgeschlossen werden.
In den Lehranstalten ist es besonders wichtig, den Schülern moderne, kritisch-wissenschaftliche Arbeitsmethoden beizubringen.
Somit ist es wichtig, dort nicht nur die Evolutionstheorien, sondern auch wissenschaftlich gleichrangige Theorien wie die Hypothese vom intelligenten Designer zu unterrichten.
Dadurch wird eine gegenseitige Kritik der verschiedenen Theorien und eine objektive Position der Schüler gefördert.
Sämtliche Artikel weiterlesenWeiterlesen:
Mittwoch, 5. Oktober 2005 12:39
Brandenburgis: @Sirilo
Was will Sirilo eigentlich sagen? Außer Geplappere ist seinen Postings nichts zu entnehmen…
Freitag, 23. September 2005 21:21
Irenäus: @Sirilo
Ich denke, daß in dem von Ihnen geschilderten Fall es sich sehr wohl um Zerfallserscheinungen ging. Um deutlicher zu sein, ich meinte, daß gesamte Spezies einem Alterungsprozeß unterworfen ist. Kürzlich hat ein Biologe (der Name ist mir entfallen) die These aufgestellt, daß die für die Alterung verantwortliche Verkürzung der Telomere nicht nur für Individuen sondern auch für ganze Spezies gilt; das soll auch eines der Gründe für das Aussterben von Arten sein. Wenn das stimmt, müßten Fälle, wie die von Ihnen beschriebenen von Generation zu Generation prozentual zunehmen.
Freitag, 23. September 2005 14:16
virOblationis: ad Sirilo
Wie wollen Sie ausschließen, daß Dämonen die Schöpfung verunstalten?
Wenn Sie die Schöpfung als in sich fehlerhaft ansehen, begeben Sie sich m.E. vom kath. Glauben fort und irren zur Gnosis (Manichäismus) ab.
Ich zitiere L. Ott, Grundriss der Dogmatik (Freiburg / Basel / Wien 1965): S. 102
Gott hat die Welt gut geschaffen. De fide.
Das Konzil von Florenz erklärte…, daß es entgegen dem manichäischen Irrtum keine in sich schlechte Natur gibt, da jede Natur, soweit sie Natur ist, gut ist…
Die biblische Grundlage ist Gn 1, 31 [ – deshalb mein Zitat im früheren Beitrag.] …
Wenn Sie die Schöpfung als in sich fehlerhaft ansehen, begeben Sie sich m.E. vom kath. Glauben fort und irren zur Gnosis (Manichäismus) ab.
Ich zitiere L. Ott, Grundriss der Dogmatik (Freiburg / Basel / Wien 1965): S. 102
Gott hat die Welt gut geschaffen. De fide.
Das Konzil von Florenz erklärte…, daß es entgegen dem manichäischen Irrtum keine in sich schlechte Natur gibt, da jede Natur, soweit sie Natur ist, gut ist…
Die biblische Grundlage ist Gn 1, 31 [ – deshalb mein Zitat im früheren Beitrag.] …
Freitag, 23. September 2005 10:48
Sirilo: @VirOblationis
In dem von mir geschilderten Fall haben weder Menschen noch Engel die Schöpfung beeinträchtigt. Die Schöpfung selbst hat einen Fehler gemacht…
Freitag, 23. September 2005 10:05
virOblationis: das Problem des Bösen
„Siehe, es war sehr, sehr gut“ – vor dem Fall [hier: der Engel].
Gott hat den Engeln und Menschen Freiheit gegeben, die mißbraucht werden kann, seine gute Schöpfung zu beeinträchtigen.
Gott hat den Engeln und Menschen Freiheit gegeben, die mißbraucht werden kann, seine gute Schöpfung zu beeinträchtigen.
Freitag, 23. September 2005 08:01
Sirilo: @Irenäus
In dem von mir geschilderten Fall geht es weder um den Verfall von „bestem technischen Gerät“ noch um
„Müll-DNA“, sondern um einen „Betriebsunfall“ bei der Zellteilung.
So wie ein guter Programmierer Programmfehler durch gute Programmierung und ausreichenden Test ausschließen muß, müßte ein „intelligenter Designer“ solche Betriebsunfälle ausschließen. Wenn der „intelligente Designer“ auch noch allmächtig und allwissend ist, dann stellen ihm solche Betriebsunfälle ein schlechtes Zeugnis aus!
So wie ein guter Programmierer Programmfehler durch gute Programmierung und ausreichenden Test ausschließen muß, müßte ein „intelligenter Designer“ solche Betriebsunfälle ausschließen. Wenn der „intelligente Designer“ auch noch allmächtig und allwissend ist, dann stellen ihm solche Betriebsunfälle ein schlechtes Zeugnis aus!
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen sowie Leser aus der Debatte auszuschließen.





