Kein Geld für Menschenversuche an ungeborenen Kindern
73 Mitglieder des EU-Parlamentes haben einen offen Brief an den Kommissions-Präsidenten José Manuel Barroso verfaßt. Will die EU-Kommission die ethisch zwielichtige Forschung an Kinder-Stammzellen gegen den Willen des Parlamentes durchsetzen?
(kreuz.net) Innerhalb von Stunden hat die Fraktion der ‘Europäischen Volkspartei/Christdemokraten und
europäischer Demokraten’ im EU-Parlament über siebzig Unterschriften von EU-Parlamentariern gesammelt.
Diese Parlamentarier unterstützen einen Offenen Brief an den EU-Kommissions-Präsidenten Barroso.
Im
Brief geht es um das ‘Siebte Rahmenprogramm für Forschung’.
Die EU-Kommission wird diese Woche über
mehr als 70 Milliarden Euros entscheiden, die in den Jahren 2006-2013 für Forschung und Entwicklung eingesetzt
werden sollen.
In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage des Handels mit menschlichen Eizellen.
Zu
diesem Thema hat die ‘Europäische Volkspartei’ schon am 10. März eine Resolution verabschiedet. Daraufhin
beschloß das EU-Parlament eine Verbesserung des ‘Rahmenprogramms’.
Dieses besteht jetzt darauf, daß
die EU-Kommission keine Menschenversuche mit Ungeborenen finanziert, sondern die Länder, in denen diese
legal sind, auffordert, entsprechende Experimente aus der Staatskasse zu bezahlen.
Dagegen solle sich
die EU nicht auf embryonale Stammzellen, sondern auf Stammzellen konzentrieren, die aus anderen Quellen –
zum Beispiel der Nabelschnur – stammen.
Diese Forschung werde von allen Mitgliedsstaaten akzeptiert und
habe bereits zur erfolgreichen Behandlung von Patienten geführt.
Die Unterzeichner des Offenen Briefes
unterstreichen, daß die umstrittene und ethisch zwielichtige Forschung an Stammzellen ungeborener Kinder
nicht vom EU-Steuerzahler finanziert werden dürfe.
Das sei umso offensichtlicher, als zerstörerische
Embryo-Versuche sowie die Forschung an Kinder-Stammzellen in den meisten EU-Mitgliedsstaaten illegal sei.
Die Unterzeichner des Offenen Briefes sind sich freilich nicht im Klaren, ob die EU-Kommission diese
Sicht der Dinge teile.
Darum fordern sie die Kommission auf, das EU-Parlament zu respektieren, um einen
größeren institutionellen Konflikt in der EU zu verhindern.
Der Offene Brief geht vor allem auf die
Initiative des deutschen EU-Parlamentariers Peter Liese (CDU) und des Slovaken Miroslav Mikolasik zurück.
Beide erklären, daß hier die Frage im Raum stünde, ob die EU-Kommission gedenkt, europäische Werte
zu fördern und die Menschenwürde zu beachten oder ob sie die Absicht habe, in die entgegengesetzte Richtung
zu marschieren.
Unter den Unterzeichnern des Offenen Briefes finden sich der polnische Vize-Präsident
der ‘Europäischen Volkspartei’ Jacek Saryusz-Wolski, die Österreicherin Ursula Stenzel, die Slowakin
Anna Zaborska, der ungarische Präsident des Frauenkomitees, László Surján, die Niederländerin Maria
Martens, der Franzose Ari Vatanen, der Maltese Simon Busuttil, und die Französin Margie Sudre.
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