10:47:35 | Donnerstag, 22. September 2005
Am Montag fand ein italienischer Kardinal deutliche Worte gegen die drohende staatliche Anerkennung von wilden Ehen und Homo-Konkubinaten. Ein entsprechendes Gesetz sei überflüssig.
(kreuz.net, Rom) Die gegenwärtig in Italien vorgeschlagene Gesetzgebung zur staatlichen Anerkennung von
wilden Ehen und Homo-Konkubinaten sei weitgehend der Ehe nachgebildet. Sie sei aber unnötig.
Außerdem
verdunkle sie die Natur und den Wert der Familie. Damit würde dem italienischen Volk ein übler Schaden
zugefügt.
Das erklärte der Kardinalvikar für die Stadt Rom und Vorsitzende der italienischen Bischofskonferenz,
Camillo Kardinal Ruini (74), am Montag.
Der Kardinal sprach bei der Eröffnungssitzung des Ständigen
Rates der Italienischen Bischofskonferenz.
Kardinal Ruini kündigte an, daß die Kirche die politische
Diskussion um gesetzliche Rahmenbedingungen für unzüchtige Paare „kritisch begleiten“ werde.
Er glaube
allerdings, daß für ein solches Gesetz gar kein Bedarf bestehe.
Wilde Paare strebten entweder nach
der Ehe oder wollten ihren ungebundenen, anonymen Status bewahren.
Auch Homos suchten nicht unbedingt
eine öffentliche Anerkennung: „Im Gegenteil, viele laufen aus Prinzip davor weg, um im ausschließlich
privaten Rahmen bleiben zu können.“
Es sei falsch, die verschiedenartigsten Lebensformen als gleichwertig
zu bezeichnen, erklärte der Kardinal weiter. Außerdem würde im Fall einer staatlich anerkannten Wilden
Ehe möglichen Kindern ein dauerhafter Raum des Schutzes und der Geborgenheit vorenthalten.
Gleichzeitig
ließ der Kardinal ein Hintertürchen offen. Zwar könne das bestehende Gesetz auf alle möglichen Situationen
angepaßt werden.
Sollten aber weitere spezifische und wirkliche Bedürfnisse entstehen, solle dafür
nicht ein vorgegebenes eheähnliches Rechtsmodell geschaffen werden, sondern es seien einfach Rechte und
Pflichten zu bestimmen.
Das entsprechende Modell müsse natürlich auch für Lebensgemeinschaften gelten,
die nicht auf Zuneigung und Geschlechtskontakte gründen.
Die Stellungnahme des Kardinals bezog sich
auf eine Äußerung des italienischen Oppositionschef Romano Prodi. Dieser brach vergangene Woche gezielt
eine Diskussion zur staatlichen Anerkennung des Homo-Konkubinates vom Zaun.
In einem Brief an eine Gruppe
von Homo-Ideologen erklärte der bekennende Katholik seine Unterstützung für die Einführung des sogenannten
„Zivilen Solidaritätspakts“ – kurz: PACS – wie er seit 1999 in Frankreich existiert.
Der französische
PACS sieht für Homo-Paare die gemeinsame steuerliche Veranlagung, Gütergemeinschaft sowie bevorzugte
Erbbestimmungen vor.
Prodi erklärte, daß der zivile Solidaritätspakt in 96 Prozent der Fälle nichts
mit dem Problem der Homosexuellen zu tun habe, sondern eher Wilde Ehen betreffe:
„Millionen von Menschen,
die seit Jahren zusammen leben, gemeinsam Kinder oder Erbschaftsprobleme mit der Wohnung haben, sind am
Solidaritätspakt interessiert.“
PACS sieht keine Steuerbegünstigungen für Geschwister oder andere
zusammenlebende Menschen – wie zum Beispiel
in religiösen Hausgemeinschaften – vor.
Prodi erhielt für
seinen Homo-Vorstoß sogar
Rückendeckung von einem Kardinal.
Homo-Ideologen reagierten auf den Vorstoß
Prodis mit einer obszönen Plakat-Aktion.
Deren Ideator ist der Fotograf Oliviero Toscani (63), der in
der Vergangenheit durch die provokativen Werbemotive der Modemarke ‘Beneton’ bekannt wurde.
Die unzüchtigen
Plakate zeigen zwei Männer in verschiedenen widernatürlichen Posen. Italienische Familienverbände forderten
die Entfernung der Homo-Propaganda.
Der verantwortliche Fotograph rechtfertigte sich vor der britischen
Tageszeitung ‘Observer’. In Italien sei eine weitläufige Diskussion über die Homosexualität losgebrochen.
Deshalb sei jetzt die Zeit, eine solche Aktion zu starten. Er glaube nicht, daß sie vulgär sei.
Gleichzeitig
bekannte Toscani, daß Elternvereinigungen und der Vatikan „nicht erfreut“ seien.
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Frl.Ilse 22:12:31 | Donnerstag, 22. September 2005
#12
Andrija 19:31:46 | Donnerstag, 22. September 2005
#11
Frl.Ilse 18:48:49 | Donnerstag, 22. September 2005
#8
Benedikt 15:29:07 | Donnerstag, 22. September 2005
#2
Benedikt 13:35:52 | Donnerstag, 22. September 2005